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Detlev Ackermann

 
   
 
   
 
 

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Aktuelle Stunde zum Thema: Flüchtlingsunterbringung in Turnhallen
 
 
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28.08.2015  

 
 

Umfunktionierte Turnhalle in Köln-Weiden


Viele Fragen - Mehr Transparenz von der Verwaltung gewünscht
 
Das Thema "Flüchtlinge" ist zurzeit nicht nur in der Politik ein Dauerthema. Auch im Bereich Sport hält es immer mehr Einzug. Aus gegebenem Anlass riefen daher die SPD-Fraktion und Bündnis 90/Die Grünen der Stadt Köln zum Thema "Flüchtlingsunterbringung in Turnhallen" im Sportausschuss zu einer Aktuellen Stunde auf:
 
Angesichts der sich in den letzten Monaten verschärfenden internationalen Krisenlage steht die Stadt Köln aktuell - wie viele andere Kommunen - vor der großen Herausforderung, eine rasant wachsende Anzahl von Flüchtlingen aufzunehmen und kurzfristig für eine menschenwürdige Unterbringung und Betreuung Sorge zu tragen. Für die Unterbringung musste die Verwaltung auch auf vier Turnhallen zurückgreifen, die dafür vorübergehend genutzt werden sollen. Derzeit sind vier Turnhallen durch Flüchtlinge belegt.
 
Die erfolgte Belegung von Turn- und Sporthallen ist auch für den organisierten Sport eine große Herausforderung. Eine längere Schließung von Hallen hätte nicht nur gravierende Auswirkungen auf Trainings- und Wettkampfbetrieb, sondern könnte die betroffenen Vereine durch Mitgliederschwund auch in ihrer Existenz gefährden.
 
Aktuell steht die Ankündigung im Raum, weitere Hallen ("zwei pro Stadtbezirk") der sportlichen Nutzung zu entziehen. Dies verunsichert Schulen wie Sportvereine in erheblichem Maße. Unabhängig davon hat die Gebäudewirtschaft angekündigt, 72 Turnhallen wegen Sicherheitsmängel der Deckenverkleidung überprüfen zu müssen.

 
Es geht den Beteiligten nicht darum, sich der humanitären Aufgabe nicht konstruktiv stellen zu wollen. Vielmehr geht es darum, eine transparente Informationslage für alle Beteiligten - insbesondere die Schulen und den organisierten Sport zu schaffen.
 
Wir erinnern daran, dass vor allem der Sport in der Vergangenheit einen maßgeblichen Bei- trag zur Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderer geleistet hat und auch weiterhin bereit ist, diesen zu erbringen. Gleichzeitig darf diese Bereitschaft aber auch nicht überfordert werden. Der entstehende "gesellschaftliche Flurschaden" wäre immens.
 
Wir möchten daher zusätzlich zum anwesenden Dezernat Sport, Jugend und Bildung und dem Sportamt auch das Dezernat Soziales, Integration und Umwelt, das Wohnungsamt und die Gebäudewirtschaft um Anwesenheit bei dieser Aktuellen Stunde bitten, um eine umfassende Berichterstattung zur aktuellen Situation, der weiteren Entwicklung und der Erörterung über Alternativen zur längerfristigen Sporthallen-Nutzung gewährleisten.
  
Unabhängig davon stellte die SPD-Fraktion eine Anfrage an den Sportausschuss:
 
Flüchtlingsunterbringung in Turnhallen
 
Sehr geehrter Herr Kron,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
 
die Belegung immer weiterer Turnhallen als provisorische Flüchtlingsunterkunft stellt Sport-
vereine und Schulen vor eine gewaltige Herausforderung.
 
Die nicht befristete Beschlagnahme von Hallen schafft erhebliche Probleme.
 
Für Schülerinnen und Schüler entfällt der Sportunterricht, der z. B. in Sport-Leistungskursen in Abiturklassen unverzichtbar ist, Grundschulen fehlen bei der Belegung von kleinen Hallen mögliche Alternativen vor Ort. Auch der organisierte Sport in Köln ist in erheblichem Maße betroffen. Die Schließung hat gravierende Auswirkungen auf Trainings- und Wettkampfbetrieb. Ersatzzeiten stehen oft nicht zur Verfügung. Es ist weiterhin zu befürchten, dass die Einschränkung des Sportangebotes bei den betroffenen Vereinen zu Mitgliederschwund führt und teilweise gar die wirtschaftliche Existenz gefährdet.
 
Vor diesem Hintergrund bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung folgender Fragen:
 
1.) Welche Alternativen stehen den Vereinen für sportliche Aktivitäten zur Verfügung? Gibt
es bereits Anmietungen in Tanzschulen, Fitnesscentern und Kletterhallen?
2.) Ist damit zu rechnen, dass die vom Sozialdezernat angekündigte Hallenbelegung (2 pro Stadtbezirk) sukzessive vorgenommen wird?
3.) Wie ist es sichergestellt, dass die Belegung von Sport- und Mehrzweckhallen nur im äußersten Notfall vorgenommen und nicht zum Regelfall wird?
4.) Die Sportvereine kritisieren die mangelnde Informationspolitik und die fehlende Einbindung in die Planung durch die Sozialverwaltung? Wie lässt sich zukünftig die Kommunikation verbessern?
5.) Durch die fehlenden Trainingsmöglichkeiten droht den Ballsportarten ein Verlust der Liga-Stärke. Können Aussagen darüber getroffen werden, ob dieses Problem auch im Kölner Umland besteht und sich die Sportvereine ggfs. auf eine Übergangsregelung
verständigen können?
 
Mit freundlichen Grüßen
 
gez. Dr. Barbara Lübbecke
Fraktionsgeschäftsführerin
 
 
Bereits 700 Flüchtlinge in Turnhallen
Suche nach Sportplätzen
 
Zur Zeit hat die Verwaltung vier Hallen in Weiden, Seeberg, Deutz und Buchheim belegt. In diesen Gebäuden, die wegen des Fehlens anderer Plätze als Notunterkunft genutzt werden müssen, leben insgesamt 700 Menschen. Die Schulen stehen vor der Aufgabe, beim Sportunterricht auf andere Örtlichkeiten in der Nachbarschaft auszuweichen. Problematisch könnte die Situation werden, wenn für Abiturprüfungen im Fach Sport genormte Spielfelder gebraucht werden.
 
In der Aktuellen Stunde teilten der Sportamtsleiter Dieter Sanden und Josef Ludwig vom Wohnungsamt den Fraktionen mit, dass vorerst keine weiteren Turnhallen für den Zweck genutzt werden sollen. "Wir gehen jetzt auf Suche nach Flächen, damit der Druck auf Hallen wegkommt". Die Stadtverwaltung will nun auf alten Fußballflächen und weiteren Flächen in Sportanlagen Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen, informierte Schul- und Sportdezernentin Agnes Klein.
 
Die Verwaltung schließt allerdings nicht gänzlich aus, dass zukünftig weitere Hallen als Notfall-Wohnheim genutzt werden, jedoch soll die Suche nach Flächen auf Sportanlagen derzeit Vorrang haben. Dies unterstreicht auch Josef Ludwig und erklärt, dass man dort Container, bzw. Zelte aufbauen könne. Das wäre sicherlich besser, als noch mehr Turnhallen umzunutzen, ist er sich sicher, schließlich will er nicht "als Totengräber des Schul- und Vereinssports in der Öffentlichkeit benannt werden".




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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