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Landschaftsbeirat stimmt gegen beleuchtete Laufstrecke im Kölner Stadtwald
 
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10.12.2015 

 

Er wird auch zukünftig Nachts im Stadtwald dunkel bleiben. Abhilfe schafft da eine Stirnlampe, mit der man seine persönliche Strecke ausleuchten kann.

Landschaftsbeirat stimmt gegen beleuchtete Laufstrecke
 
Der mittlerweile 14 Jahre andauernde "Running-Gag" rund um das Thema beleuchtete Laufstrecke hat endlich ein Ende genommen. Der Idee wurde buchstäblich das Licht ausgeknipst.
 
Während von verschiedenen Seiten konstruktive Ideen und Vorschläge eingestreut wurden, wie z.B. bereits vorhandene, beleuchtete Strecken auszubauen, beharrte der Verein Sportstadt Köln maßgeblich darauf, etwas Neues zu installieren, im Stadtwald. Zwischenzeitlich wurde zwar auch mal über eine Strecke am Rhein diskutiert, aber auch dort standen letztendlich Naturschutzbedenken im Raum.
 
Am Geld sollte es nicht scheitern, mit Hilfe von Sponsoren hatte man für das Projekt rund 200.000 Euro zusammengetragen gehabt. Auch sonst war man nicht untätig, die gut 3 Kilometer lange Strecke stand. Auch - sicherlich - wichtige Einwände des Naturschutzes hatte man mittlerweile berücksichtigt. So lagen nun alle Expertisen der Unteren Landschaftsbehörde vor: Brutrevierverluste, das Anlegen von Kunsthorsten, Feldmaus-Nistkästen und eines stadtweiten Artenschutz-Katasters wurde lang und breit diskutiert.
 
Was aber letztendlich immer noch fehlte, war die eigentliche Beleuchtung und dessen Zustimmung durch den Landschaftsbeirat. Dabei geht es nicht nur um Vögel und Insekten, die durch das Licht angelockt werden könnten, sondern prinzipiell um das Thema "Lichtverschmutzung" (BFN Skripten 336 vom Bundesamt für Naturschutz). Der verantwortliche Verein "Sportstadt Köln" legte zuletzt einen Plan vor, wonach 63 Laternen entlang der Joggingstrecke aufgestellt werden sollten, jede mehrere Meter hoch und mit insektenfreundlichem LED-Licht versehen. Eine Vorstellung, mit der sich der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde nicht wirklich anfreunden kann. Dort sprach man lieber von einer Orientierungsbeleuchtung mit kleinen Stelen, etwa 60 Zentimeter hoch. Ein Konzept, mit dem sich wiederum der Verein nicht anfreunden will, denn man will keine Angst-Räume entstehen lassen und denkt dabei an Frauen, die abends laufen gehen möchten. Beim Beirat hat man dafür kein Verständnis: "Wer Angst hat, soll zu Hause bleiben".
 
Am Ende standen drei Varianten zur Diskussion, über die der Beirat der Landschaftsbeirat nun abstimmte. Die beiden Varianten des Vereins Sportstadt Köln  - die fünf beziehungsweise 3,50 Meter hohe Leuchten im Abstand von 40 Metern vorsahen, wurde im Beirat mit 14:0 beziehungsweise 12:2 Stimmen deutlich abgelehnt. Auch die umstrittene Alternative mit nur 60 Zentimeter hohen Licht-Stelen, die der Beirat selbst vorgeschlagen hatte, fand bei 7:7 Stimmen keine Mehrheit.
 
Damit ist das Thema nach 14 Jahren erstmal beendet. Kritikpunkte wie Lichtverschmutzung und die kritischen Stellungnahmen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (Bund) und des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) über die negativen Einflüsse auf die Tierwelt waren hierbei für die Entscheidung ausschlaggebend.
 
Theoretisch wäre das Thema damit beendet, denn theoretisch könnte sich der Umweltausschuss und der Stadtrat über das Votum des Landschaftsbeirats hinwegsetzen - was aber eher unwahrscheinlich wäre. Ungeachtet davon, dass dem Verein Sportstadt Köln angesichts dieser Entscheidungen langsam die Motivation ausgeht.
 
Die zur Verfügung gestellten Sponsorengelder von der Rhein-Energie und der Sparkasse Köln-Bonn, sowie der Stadt Köln in Höhe von jeweils 50.000 Euro sollen wieder zurückfließen. Die 50.000 Euro vom Verein selber werden in eine Sportstiftung fließen.
 
 
    Unser Tipp: Hier finden Sie in Köln beleuchtete Laufstrecken




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln