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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Laufstreckengeheimnisse Teil 7: Königsforst
 
 
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09.02.2009  

 
 

Laufveranstaltung im Königsforst

 
Der Königsforst ist ein 2519 ha großes Naturschutzgebiet in der Metropolregion Köln und stellt das größte zusammenhängende Waldgebiet der rechtsrheinischen Mittelterasse dar. Somit ein ideales Gebiet, in dem sich Läufer endlos austoben können. Im Herbst und Winter veranstalten der TuS Köln und TV-Refrath unterschiedliche Laufwettbewerbe. Seit 1973 wird hier einer der ältesten Marathon Europas ausgetragen, der Königsforst-Marathon. Als Teilnehmer dieses Laufes kommt man übrigens an einem für Köln überaus bedeutenden Ort vorbei.
  
 
Ein Felsstein markiert Kölns höchsten Punkt, den Monte Troodelöh  

Der Monte Troodelöh
 
Wer hätte es gedacht, dass genau hier, fern ab jeglicher Stadtbauten, sich Kölns höchst natürlich gewachsener Punkt befindet. Gar nicht so lange her, da ging man noch davon aus, dass er sich im Brücker Königsforst befindet. Doch Köln liegt viel höher, als man vielleicht denkt. Nach zahlreichen Eingemeindungen fand das städtische Liegenschaftsamt nämlich heraus, dass sich der höchste Punkt viel mehr woanders befindet. Er misst leider keine 111,11 Meter über Normal-Null, wie man vielleicht erartete, sondern genau 118,04 Meter und liegt auf dem Wolfsweg im Königsforst, unweit der Kreuzung Possilweg (Geogr. Koord nach WGS 84: 78'30.8" ö.L./5056'18.8" n.B.,). Das wiederum machte eine Umbettung des Gipfelkreuzes notwendig.
 
Der bis dato namenlose Hügel wurde am 12. November 1999 von drei "Bergsteigern" erstbestiegen und ausfindig gemacht, woraus später anhand deren Nachnamen Troost, Dedden und Löhmer der Name "Monte Troodelöh" abgeleitet wurde. Am 20.05.2001 wurde das "Gipfelkreuz" im Rahmen eines Jazz-Frühschoppen offiziell eingeweiht. Mittlerweile wurde das Gipfelkreuz allerdings durch einen von der Forstverwaltung gestifteten Felsstein ersetzt. Zum Ausruhen und verweilen lädt eine Bank ein, die direkt daneben aufgestellt wurde. Wie bei einer richtigen Gipfelbesteigung kann man sich auch dort nach erfolgreichem Erklimmen des Monte Troodelöh in einem Gipfelbuch eintragen.
 
Die Erstbesteiger und Namensgeber des Gipfels: Michael Troost, Friedrich Dedden und Kai Löhmer
 
Wer den Berg erklommen hat, wird sich auf der anderen Seite sicherlich fragen, ob das allen Ernstes der höchste Punkt ist, wo es Richtung Osten doch noch weiter hoch geht. Das ist richtig, nur verläuft genau hier die Stadtgrenze zwischen Köln und der etwas höher liegenden Gemeinde Rösrath.
 
Wer sich übrigens von Norden her dem Troodelöh nähert, passiert knapp unterhalb der A4 das Grab von Josef Hubert Hausmann. Er liegt dort seit 1932 begraben und hatte das umliegende Waldgebiet der Stadt Köln gestiftet.
 
 
Das Wassertretbecken liegt genau da, wo die Stadtgebiete von Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath zusammentreffen.  

Das Wassertretbecken
 
Und eine weitere Kuriosität befindet sich mitten im Königsforst, entlang der Strecke des Königsforst-Marathon, und zwar exakt an der Stelle, an der die drei Stadtgebiete von Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath zusammentreffen. Dort findet man eine Wassertretstelle. Hier wird der Giesbach in einem Becken gestaut. Die heilende Wirkung des kalten Wassers erkannte bereits Antonius Musa, der Leibarzt des römischen Kaisers Augustus. Musa verordnete seinem prominenten Patienten kalte Bäder. Das verschaffte dem Gichtgeplagten Linderung. Sebastian Kneipp ließ seine Patienten im Storchenschritt durch ein Wassertretbecken schreiten. Man taucht abwechselnd einen Fuß ins Wasser, während der andere draußen bleibt. Nach dem Bad wird das Wasser nur abgeschüttelt, nicht abgetrocknet. Nachdem man Strümpfe und Schuhe wieder angezogen hat, wird durch Wandern oder Laufen für ausreichende Durchblutung und Erwärmung gesorgt.
 

Der Rennweg
 
Einer der zahlreichen Wege durch den Königsforst trägt den Namen Rennweg. Er beginnt in der Nähe des Autobahnanschlusses Bergisch Gladbach/Bensberg und führt ca. 5km nahezu geradlinig durch den Königsforst und setzt sich bis in die Wahner Heide fort. Auch wenn hier im Rahmen des Königsforst-Marathon über ihn gerannt wird, rührt seine Bezeichnung eher aus folgenden Erklärungsansätzen her: 1.) Zahlreiche Bergbaurelikte finden sich im Königsforst. Neben etlichen Gruben wurden auch Schlacken gefunden, die auf vorgeschichtliche Eisenerzförderung und Verhüttung schließen lassen. Das Erz wurde in sogenannten Rennöfen geschmolzen. Das Erz rinnt (rennt) beim Schmelzprozess. Der Name Rennweg wird deshalb vielfach mit den ausgegrabenen vorgeschichtlichen Rennöfen in Verbindung gebracht. 2.) Die Herzöge von Berg veranstalteten des Öfteren Hetzjagden im Königsforst. Hierzu wurde der Rennweg beiderseits abgesperrt, so dass das gehetzte Wild nicht zur Seite entweichen konnte. Verfolgt von der Jagdgesellschaft mit ihren Hunden rannten die so gehetzten Tiere sodann durch die gradlinige Waldschneise bis sie vor Erschöpfung zusammenbrachen.
 
 
Ehemalige Bahnstrecke und Bahnhof Forsbach. Heute erinnert nur noch eine Bronzeplakette an den ehemaligen Bahnhof im Königsforst.
 
 

Alte Bahntrasse

 
Sehen tut man - fast - nichts mehr davon. Doch früher fuhr hier einst die Dampflock durch den Königsforst. Die Bahnstrecke der ehemaligen Sülztalbahn führte von Köln-Mülheim über Bergisch Gladbach und Bensberg durch den Königsforst nach Rösrath und weiter über Hoffnungsthal nach Immekeppel und Lindlar. Die Teilstrecke durch den Königsforst zwischen Bensberg und Rösrath wurde 1961 stillgelegt und die Gleisanlagen bis 1964 demontiert. Heute dient die Trasse als Rad- und Wanderweg. Der mitten im Königsforst gelegene Bahnhof Forsbach aus dem Jahr 1890 wurde nach der Streckenstilllegung noch bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts als Wohngebäude genutzt und dann abgerissen. Heute erinnert nur noch eine Bronzeplakette an den ehemaligen Bahnhof im Königsforst.

Die Kaisereiche
 
Etwa 500 Meter westlich des ehemaligen Bahnhofs Forsbach steht an einer Wegkreuzung die Kaisereiche. Diese Kaisereiche ist in zweifacher Hinsicht eine Mogelpackung. Zum einen wurde sie erst 20 Jahre nach dem Tod des beim Volk beliebten Kaisers Wilhelm I. gepflanzt. Die Gründe hierfür liegen im Verhalten von Kaiser Wilhelm II., seinem Enkel, der die Beliebtheit seines Großvaters für sich zu nutzen wusste und Denkmäler für seinen Vorgänger anregte. Der Wunsch eines Monarchen ist für seine Untertanen wie ein Befehl. Und so wurde 1908 im Gedenken an Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) im Königsforst eine Kaisereiche gepflanzt. Diese ursprüngliche Kaisereiche diente französischen Besatzungssoldaten nach dem Ersten Weltkrieg als Ziel für Schießübungen. Das überlebte der Baum nicht. Auf der gegenüberliegenden Seite des Weges gab es jedoch eine weitere Eiche, die seitdem als Kaisereiche gilt. 







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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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