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Wie lauten die Sportversprechen der Parteien zur Bundestagswahl?
 
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20.02.2025 

 

 
Was versprechen die Parteien zum Thema Sport für die anstehende Bundestagswahl?

 
Am kommenden Sonntag, dem 23. Februar 2025, finden die Bundestagswahlen statt. Was bieten die Parteien zum Thema Sport an? Laufen-in-Koeln hat sich auf den Webseiten der größten Parteien und in den Wahlprogrammen umgesehen. Es folgt eine kurze Zusammenfassung der jeweiligen Angebote. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Die Angaben spiegeln nicht die Meinung des Autors wider. Bitte informieren Sie sich unabhängig und kritisch über die Programme der Parteien, um eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen.
 
Bitte beachten Sie auch am Ende des Artikels den Wahlaufruf des Deutsche Olympische Sportbund (DOSB)-Präsident Thomas Weikert mit persönlichem Wahlaufruf. Ein weiterer Link führt zu den 10 Wahlforderungen des DOSB an die Politik.
 
Sortierung nach politischer Ausrichtung von links nach rechts:
  
Die Linke Die Partei "Die Linke" setzt sich in ihrem Wahlprogramm stark für die Förderung von Sport als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ein. Sie schlägt vor, Sport als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern und fordert eine umfassende öffentliche Förderung. Hierzu gehört insbesondere die Sanierung und der Ausbau moderner, barrierefreier und ökologischer Sportstätten, die vom Bund finanziell unterstützt werden sollen. Ziel ist es, einen inklusiven, integrativen und umweltverträglichen Sport zu fördern, der allen Altersgruppen und Geschlechtern gerecht wird. Die Partei möchte außerdem die Kommerzialisierung des Sports zurückdrängen und stattdessen Werte wie Respekt und Fairness verstärkt vermitteln. Ein spezieller Fokus liegt auch darauf, dass bis zum Ende der Primarstufe alle Kinder sicher schwimmen können, wofür die Teilnahme am Schwimmunterricht für alle Schüler*innen ermöglicht werden soll​
   
BSW Im Wahlprogramm des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) für die Bundestagswahl 2025 wird besonderes Augenmerk auf die Förderung des Sports gelegt, insbesondere im Kontext der Kinderbetreuung und Jugendförderung. Das BSW schlägt vor, die Mitgliedschaftsgebühren für das erste Jahr in einem Sportverein für Kinder staatlich zu finanzieren, um so den Zugang zu sportlichen Aktivitäten zu erleichtern und zu fördern. Dieser Vorschlag zielt darauf ab, Kinder aktiver zu machen und sie von digitalen Medien weg zu mehr körperlicher Betätigung zu bewegen​.
   
Bündnis 90/
Die Grünen
Im Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 konzentriert sich Bündnis 90/Die Grünen auf die umfassende Förderung des Sports. Ein zentraler Aspekt dabei ist die Modernisierung und Sanierung von Sportstätten, um die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern und zugänglich zu machen. Die Partei hebt hervor, dass solche Investitionen notwendig sind, um den Sanierungsstau, der sich auf schätzungsweise 35 bis 40 Milliarden Euro beläuft, zu beheben.
 
Die Grünen setzen sich auch für die Förderung des Ehrenamts im Sport ein und wollen die gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung für Ehrenamtliche stärken. Zudem befürworten sie die Idee, Sport als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern, was die Bedeutung und den Stellenwert des Sports in der Gesellschaft unterstreicht.
 
Für eine nachhaltige Sportpolitik wollen Die Grünen auch den Zugang zu sportlichen Aktivitäten für alle Bevölkerungsgruppen verbessern, wobei ein besonderer Fokus auf inklusive und barrierefreie Sportangebote gelegt wird. Dies soll sicherstellen, dass Sport und körperliche Aktivität für jede Person zugänglich sind, unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen.
   
SPD Die SPD setzt sich laut Wahlprogramm für die Verankerung des Sports als Staatsziel im Grundgesetz ein. Dieser Schritt soll die Bedeutung des Sports in der Gesellschaft unterstreichen und dessen Förderung auf staatlicher Ebene sicherstellen. Die Partei zeigt sich zudem an einer ganzheitlichen Unterstützung von öffentlichen Investitionsprogrammen interessiert, von denen auch Sportstätten profitieren sollen​
 
Diese Pläne spiegeln das generelle Bestreben der SPD wider, den Sportbereich umfassend zu fördern und ihn als wichtigen Bestandteil des öffentlichen Lebens und der individuellen Gesundheitsförderung zu etablieren.
   
FTP Die FDP legt einen besonderen Fokus auf die Förderung des Sports in Deutschland. Ein zentrales Anliegen ist die verstärkte Ausrichtung von Sportgroßveranstaltungen im Land. Die FDP unterstützt ausdrücklich mögliche Bewerbungen für Olympische und Paralympische Spiele, da solche Events nicht nur den Sport in all seinen Facetten stärken, sondern auch die kulturelle und wirtschaftliche Strahlkraft Deutschlands weltweit fördern.
 
Darüber hinaus setzt sich die FDP für die Anerkennung von E-Sport als gemeinnützig ein, um dessen Entwicklung und Integration in die Gesellschaft zu fördern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entlastung und Förderung des Ehrenamts. Die FDP plant, Bürokratie abzubauen und Haftungs- sowie Datenschutzprobleme zu lösen, um das Engagement in Vereinen und anderen ehrenamtlichen Organisationen zu erleichtern.
 
Die Partei betont zudem die Bedeutung des Sports für die Integration und Gewaltprävention und möchte die Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Schulen, Unternehmen und sozialen Einrichtungen stärken, um den Zugang zu sportlichen Aktivitäten für alle Bevölkerungsgruppen zu verbessern.
 
Insgesamt zielt die FDP darauf ab, durch gezielte Maßnahmen im Sportbereich sowohl die individuelle Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen als auch die internationale Position Deutschlands im Sport zu stärken.
   
CDU/CSU Im Wahlprogramm der CDU für die Bundestagswahl 2025 wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Stärkung und Förderung von Sport und Bewegung gelegt. Die CDU sieht Sport als ein wichtiges Mittel zur Verbindung von Menschen, zur Vermittlung von Werten und zur Unterstützung von Integration und Inklusion. Außerdem wird Sport als wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsförderung betrachtet. Die CDU möchte daher die öffentliche Förderung von Sportstätten weiter ausbauen und die Rahmenbedingungen für sportliche Aktivitäten verbessern, um sicherzustellen, dass alle Bürger Zugang zu qualitativen Sportangeboten haben.
   
AfD Im Wahlprogramm der AfD zur Bundestagswahl 2025 finden sich keine spezifischen Angaben zu Sportpolitik. Die Partei konzentriert sich hauptsächlich auf andere Themenbereiche wie innere Sicherheit, Energiepolitik, und Einwanderungspolitik.
 
Aus dem Gesamtkontext des AfD-Programms kann abgeleitet werden, dass sie im Bereich Sport möglicherweise Maßnahmen unterstützen würde, die traditionelle und populäre Sportarten fördern, um kulturelle Identität zu stärken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Solche Initiativen könnten durch öffentliche Mittel für Sportanlagen und Vereine gefördert werden, um den Zugang zu sportlichen Aktivitäten breit zu ermöglichen und gleichzeitig Spitzenathleten in traditionell starken Disziplinen zu unterstützen. Diese Ansätze könnten dazu beitragen, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung zu verbessern sowie das nationale Prestige zu steigern.


Aufschlüsselung:
 
Die Linke
BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht)
Bündnis 90/Die Grünen
SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)
FDP (Freie Demokratische Partei)
CDU/CSU (Christlich Demokratische Union/Christlich-Soziale Union)
AfD (Alternative für Deutschland)
 
 



Wahlaufruf von DOSB-Präsident Thomas Weikert
   
Liebe Sportfreund*innen,
 
am 23. Februar haben wir als Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, mit unserer Stimme die Zukunft unseres Landes mitzugestalten. Bei einer Bundestagswahl entscheiden wir nicht nur über politische Weichenstellungen, über Parteien oder Personen - wir entscheiden vielmehr über den Kurs, den wir als Gesellschaft gemeinsam setzen wollen.
 
Wir, der organisierte Sport unter dem Dach des DOSB, stehen für eine Gesellschaft, die auf Zusammenhalt und Zuversicht, auf Respekt und Rücksichtnahme, auf Sicherheit und Solidarität baut. Wir stehen für ein respektvolles Miteinander, für Teamgeist, für die Integration von allen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialem Status.
 
In unseren Sportvereinen leben wir das Prinzip der Demokratie. Wir nehmen die Verantwortung auf uns, Entscheidungen gemeinsam zu treffen, Diskussionen zu führen und miteinander Lösungen zu finden. Der Sport ist der Ort, an dem wir täglich erfahren, wie wichtig es ist, sich auf Augenhöhe zu begegnen und gemeinsam stark zu sein. Ein Ort, an dem wir als Gesellschaft lernen, Herausforderungen gemeinsam anzupacken.
 
Gerade angesichts der internationalen politischen Trends ist eine klare Stärkung der demokratischen Parteien in Deutschland bei dieser Bundestagswahl aus unserer Sicht das Gebot der Stunde. Denn als DOSB sind wir parteipolitisch neutral, aber wir haben ein klares Wertesystem in unserer Satzung niedergelegt: Wir treten rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie jeder Form von Gewalt entschieden entgegen. Wir sind also politisch nicht neutral.
 
Am 23. Februar gilt es, diese Werte von der Umkleidekabine auch in die Wahlkabine zu tragen. Deshalb bitte ich euch: Geht wählen! Setzt ein Zeichen für den Sport, für unsere Demokratie und für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Jede Stimme zählt!
 
Herzlichen Dank, Euer Thomas Weikert
 


    Informationen zu den zehn Wahlforderungen des DOSB finden Sie auf der Website:
www.dosb.de/mehr-sport-mehr-gemeinschaft-mehr-zukunft
 




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln