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Gravel Running - Freiheit zwischen Asphalt und Trail  Laufen muss nicht immer Straße oder Trail sein. Zwischen glattem Asphalt und technisch anspruchsvollen Trails hat sich in den letzten Jahren eine eigene Spielart etabliert: Gravel Running. Der Trend kommt, wie der Name vermuten lässt, aus der Gravel?Bike?Szene und steht für das Laufen auf Schotterwegen, Forststraßen, Parkwegen und unbefestigten Wirtschaftswegen. Doch was macht Gravel Running aus, was bringt es und worin unterscheidet es sich vom klassischen Straßen? oder Traillauf? Was ist Gravel Running?  Gravel Running beschreibt das Laufen auf naturnahen, aber gut laufbaren Untergründen. Gemeint sind vor allem feine bis grobe Schotterwege, klassische Wald? und Forstwege, Park? und Feldwege sowie befestigte Wirtschaftswege. Technisch schwierige Passagen wie Wurzeln, Geröllfelder oder enge Singletrails stehen dabei bewusst nicht im Vordergrund. Gravel Running ist weniger extrem als Trailrunning, bietet aber deutlich mehr Abwechslung als reines Asphaltlaufen.  Warum Gravel Running immer beliebter wird  Der Reiz liegt in der Kombination aus Freiheit, Abwechslung und Belastungsverträglichkeit. Schotter? und Naturwege sind in der Regel nachgiebiger als Asphalt, was die Stoßbelastung auf Gelenke, Sehnen und Muskulatur reduziert. Gleichzeitig bleibt der Laufstil flüssig, da weder ständiges Springen noch technisch anspruchsvolle Fußarbeit notwendig sind.  Gerade für Läufer, die einen großen Teil ihres Trainings auf der Straße absolvieren, bietet Gravel Running gleich mehrere Vorteile: Die orthopädische Belastung ist geringer, der Trainingsalltag wird abwechslungsreicher, die Bewegung in der Natur sorgt für mentale Entlastung - und das alles bei hoher Alltagstauglichkeit, oft sogar in unmittelbarer Stadtnähe.  Unterschiede zu Straßen? und Trailrunning  Auf Asphalt ist das Laufen planbar, effizient und schnell, für viele jedoch auch monoton. Gravel Running bringt mehr Variabilität ins Spiel. Leicht wechselnde Untergründe fordern Stabilität und Koordination, ohne das Lauftempo stark zu bremsen. Die Belastung verteilt sich gleichmäßiger, kleine Unebenheiten trainieren zusätzlich die Fuß? und Unterschenkelmuskulatur.  Im Vergleich zum Trailrunning ist Gravel Running deutlich zugänglicher. Es erfordert keine spezielle Lauftechnik, keine extreme Trittsicherheit und meist auch keine stark profilierten Schuhe. Höhenmeter, Wurzeln oder technisch anspruchsvolle Downhills sind möglich, aber nicht zwingender Bestandteil. Gravel Running bewegt sich damit bewusst zwischen Straße und Trail - als entspannter Mittelweg. Was bringt Gravel Running im Training?  Aus trainingswissenschaftlicher Sicht bietet Gravel Running einen klaren Mehrwert. Der leicht unebene, aber kontrollierbare Untergrund aktiviert die Fuß? und Rumpfmuskulatur stärker als Asphalt und fördert damit Stabilität. Gleichzeitig unterstützt der natürliche Untergrund einen rhythmischen, ökonomischen Laufstil. Besonders für lockere Dauerläufe und Long Runs eignet sich Gravel Running hervorragend, da es gelenkschonend ist und dennoch trainingswirksam bleibt. Als Ergänzung zu Tempo? und Intervalltraining auf der Straße sorgt es zudem für willkommene Abwechslung.  Gerade im Grundlagenbereich lässt sich Gravel Running vielseitig einsetzen - sowohl für Einsteiger als auch für ambitionierte Läufer.  Welche Schuhe eignen sich?  Gravel Running stellt besondere, aber moderate Anforderungen an das Material. Geeignet sind vor allem Laufschuhe mit guter Dämpfung, einer stabilen Plattform und einem moderaten Profil. Sie sollten ausreichend Schutz bieten, ohne die Extreme klassischer Trail?Schuhe mitzubringen. Viele Hersteller haben inzwischen sogenannte Road?to?Trail? oder All?Terrain?Modelle im Programm, die genau diese Lücke zwischen Straße und Trail schließen. Reine Straßen? oder stark aggressive Trail?Schuhe sind dagegen häufig weniger ideal. Für wen ist Gravel Running geeignet?  Gravel Running richtet sich an eine breite Zielgruppe. Straßenläufer finden darin eine willkommene Abwechslung, Läufer mit empfindlichen Gelenken profitieren von der geringeren Belastung, Wiedereinsteiger nach Verletzungen schätzen die kontrollierbaren Untergründe. Auch Athleten, die Natur genießen möchten, ohne technisch anspruchsvoll zu laufen, finden im Gravel Running eine passende Form des Trainings.  Kurzum: Gravel Running ist kein Nischentrend, sondern eine logische Erweiterung des Laufens - modern, alltagstauglich und nachhaltig.  Â
__________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln |