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Der Regenerationslauf - warum Bewegung die beste Erholung ist
 
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14.01.2026 

 

 
Der Regenerationslauf - warum Bewegung die beste Erholung ist

 
Nach dem Zieleinlauf ist vor dem nächsten Lauf. Die Beine sind schwer, der Atem noch unruhig, im Kopf kreisen die Eindrücke des Rennens. Viele Läufer stellen sich jetzt dieselbe Frage: Soll ich mich einfach ausruhen oder lieber noch einmal locker laufen gehen? Genau an dieser Stelle kommt der Regenerationslauf ins Spiel. Er wirkt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch, ist in Wahrheit aber einer der wirkungsvollsten Bausteine für eine schnelle und nachhaltige Erholung.

Wenn der Körper Pause will und Bewegung braucht
 
Ein Wettkampf ist immer eine Belastung für den gesamten Organismus. Muskelfasern sind mikroverletzt, die Energiespeicher leer, das Nervensystem müde. Der Körper verlangt nach Ruhe. Gleichzeitig profitiert er davon, wenn er in den Tagen danach sanft in Bewegung bleibt. Genau hier setzt der Regenerationslauf an.
 
Statt die Beine komplett hochzulegen oder direkt wieder ins Training einzusteigen, sorgt ein sehr lockerer Lauf dafür, dass die Durchblutung angeregt wird. Stoffwechselprodukte werden schneller abtransportiert, die Muskulatur wird besser mit Sauerstoff versorgt und die Regeneration läuft effizienter ab. Viele Läufer berichten, dass sich schwere Beine nach einem kurzen, ruhigen Lauf deutlich leichter anfühlen als nach einem kompletten Ruhetag.

Warum ein Regenerationslauf wirkt
 
Der wichtigste Effekt ist die verbesserte Durchblutung. Nach einem Wettkampf sind Muskeln oft verhärtet und übersäuert. Ein lockerer Lauf bringt den Kreislauf in Schwung, ohne neue Ermüdung zu erzeugen. Der Körper schaltet schneller vom Wettkampfmodus in den Erholungsmodus.
 
Hinzu kommt der mentale Aspekt. Ein entspannter Lauf ohne Zeitdruck hilft, den Wettkampf innerlich abzuschließen. Gedanken sortieren sich, der Kopf wird frei. Der Blick geht wieder nach vorne statt zurück auf die letzten Kilometer des Rennens.
 
Nicht zuletzt bleibt der Bewegungsrhythmus erhalten. Wer nach einem Wettkampf mehrere Tage komplett pausiert, fühlt sich oft steifer und schwerer beim Wiedereinstieg. Der Regenerationslauf hält das Laufgefühl lebendig.
 
Wann ist der richtige Zeitpunkt
 
Der ideale Zeitpunkt hängt von der Wettkampfdistanz und der individuellen Belastung ab. Nach einem 5- oder 10-Kilometer-Rennen kann ein sehr lockerer Lauf oft schon am nächsten Tag sinnvoll sein. Nach einem Halbmarathon empfiehlt sich meist ein Tag Pause oder alternatives Training, bevor man wieder locker läuft. Nach einem Marathon sollten zwei bis drei Tage ohne Laufen eingeplant werden, ehe der erste Regenerationslauf folgt.
 
Entscheidend ist immer das Körpergefühl. Wer sich noch deutlich erschöpft oder angeschlagen fühlt, sollte warten. Ein Regenerationslauf darf nie zur Pflicht werden. Er ist ein Angebot an den Körper, keine weitere Belastung.

Wie sieht ein guter Regenerationslauf aus
 
Ein Regenerationslauf hat nichts mit Training im klassischen Sinn zu tun. Er ist langsam, locker und kurz. Das Tempo liegt deutlich unter dem normalen Dauerlauftempo. Eine einfache Regel lautet: Man sollte sich problemlos unterhalten können, ohne außer Atem zu geraten.
 
Die Dauer bewegt sich meist zwischen 20 und 40 Minuten. Länger ist in der Regel nicht sinnvoll. Auch auf anspruchsvolle Strecken, Tempoabschnitte oder Höhenmeter wird verzichtet. Am besten eignet sich eine flache, weiche Strecke, zum Beispiel ein Park oder ein Waldweg.
 
Wichtig ist, den Ehrgeiz bewusst auszuschalten. Keine Uhr, kein Blick auf die Pace, kein Vergleich mit früheren Zeiten. Es geht nur um Bewegung, nicht um Leistung.
 
 
    Ein kleiner Lauf mit großer Wirkung
 
Der Regenerationslauf ist ein leiser Held im Trainingsalltag. Er drängt sich nicht auf, er verspricht keine Bestzeiten und keine Rekorde. Und doch entscheidet er oft darüber, wie schnell man nach einem Wettkampf wieder frisch in die nächste Trainingsphase starten kann.
 
Wer ihm eine Chance gibt, merkt schnell: Er fühlt sich nicht wie Training an, sondern wie Pflege für Körper und Kopf. Ein kurzer Schritt vor die Tür, ein paar lockere Kilometer, ein freier Kopf und leichtere Beine. Manchmal ist genau das der beste Weg, um wirklich zu regenerieren.




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln