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Die größte Bühne für den größten Moment - Olympia an Rhein und Ruhr
 
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15.01.2026 

 

 
Die größte Bühne für den größten Moment - Olympia und Paralympics an Rhein und Ruhr
Ein olympischer Traum nimmt Gestalt an

 
Olympische Spiele sind mehr als Medaillen, Rekorde und Weltstars. Sie sind ein gesellschaftliches Versprechen: an Zusammenhalt, Fairness, Respekt und den Glauben an persönliche Bestleistungen. Sie sind ein globales Sportfest - und zugleich ein Moment, der ganze Generationen prägt. Genau dieses Versprechen will die Metropolregion KölnRheinRuhr einlösen - mit einer Bewerbung, die kompakt, nachhaltig und spektakulär sein soll.
 
17 Städte entlang von Rhein und Ruhr haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Geschichte zu schreiben. Leading City ist Köln. Gemeinsam bewirbt sich die Region um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044. Das Ziel ist klar formuliert: "The biggest stage for the greatest moment."
 
Doch was steckt hinter dieser Bewerbung? Wie soll es gelingen, Olympische und Paralympische Spiele neu zu denken - ohne Gigantismus, ohne teure Prestigeprojekte und mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Inklusion und gesellschaftlichen Mehrwert? Welche Städte tragen welche Sportarten, welche Arenen werden zu olympischen Bühnen und wie sieht der Weg bis zur endgültigen Entscheidung im Herbst 2026 aus?
 
Dieser Artikel nimmt Sie mit hinter die Kulissen der Bewerbung KölnRheinRuhr. Er zeigt, warum Nordrhein-Westfalen beste Voraussetzungen für moderne Spiele mitbringt, wie kompakt das Wettkampfkonzept geplant ist, welche Rolle die Paralympics spielen, welche Impulse für den Breiten- und Leistungssport entstehen - und warum diese Bewerbung weit mehr ist als ein sportpolitisches Projekt: Sie ist ein Zukunftsentwurf für eine ganze Region.
 
 
Kompakt wie kein anderer Bewerber
 
Wer an Olympia denkt, denkt oft an weite Wege, gigantische Neubauten und monatelange Verkehrsprobleme. Das Konzept KölnRheinRuhr will genau das vermeiden.
 
- Die meisten Wettkampfstätten liegen innerhalb von 40 Kilometern oder maximal 60 Minuten Fahrzeit.
- 95 Prozent aller Athleten sollen im Olympischen und Paralympischen Dorf in Köln wohnen.
- Alle paralympischen Sportarten finden in denselben Arenen statt wie die olympischen Wettbewerbe.
- Im Umkreis von 500 Kilometern leben rund 160 Millionen Menschen - eine riesige potenzielle Fanbasis.
 
Olympia soll nicht verteilt über ein Land stattfinden - sondern als echtes Festival des Sports in einer der dichtesten Sportregionen Europas.

 
Nachhaltigkeit als Grundprinzip
 
Der vielleicht wichtigste Punkt der Bewerbung: 100 Prozent der Sportstätten sind bereits vorhanden oder werden nur temporär errichtet.
 
Von der Regattastrecke in Duisburg über den Hockeypark in Mönchengladbach, die Lanxess-Arena in Köln, die Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf bis zum legendären Fußballtempel auf Schalke - Nordrhein-Westfalen bringt eine Sportinfrastruktur mit, von der andere Bewerber nur träumen können.
 
Herzstück soll ein temporäres Leichtathletikstadion in Köln werden - eingebettet in ein neues Olympisches und Paralympisches Dorf. Nach den Spielen entsteht daraus ein modernes Stadtquartier mit Wohnungen, Grünflächen, Geschäften und sozialer Infrastruktur.


Spektakulär wie nie zuvor
 
Olympische Spiele leben von Emotionen - und von vollen Tribünen. KölnRheinRuhr plant mit rund 14 Millionen Tickets für Olympia und Paralympics.
 
Neue Maßstäbe sollen unter anderem gesetzt werden mit:
 
- dem Aquatics Dome auf Schalke für Schwimmwettbewerbe vor 60.000 Zuschauern
- der Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf für Ballsportarten mit bis zu 50.000 Fans
- der Lanxess-Arena in Köln als paralympische Finalarena
 
Das wären Bilder, die um die Welt gehen.
 
 
Eine Region, die Sport lebt
 
Nordrhein-Westfalen ist nicht nur Sportstandort - es ist Sportkultur.
 
- 17.300 Sportvereine
- rund 5,5 Millionen Mitglieder
- mehr als 30 Welt- und Europameisterschaften in den vergangenen zehn Jahren
 
Der Sport bringt Menschen aus über 170 Herkunftsländern zusammen. Integration, Teilhabe und Gemeinschaft werden hier gelebt - auf dem Sportplatz, in der Halle, auf der Laufbahn.
 
 
Paralympics als gleichwertiger Kern der Spiele
 
Ein zentrales Versprechen der Bewerbung: Olympia und Paralympics werden gemeinsam gedacht - organisatorisch, infrastrukturell und kommunikativ.
 
Alle paralympischen Wettbewerbe finden in denselben Arenen statt wie die olympischen Disziplinen. Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe sind nicht Begleitmusik, sondern Grundprinzip.
 
 
Demokratisch wie keine andere Bewerbung
 
Am 19. April 2026 finden in allen beteiligten Kommunen Ratsbürgerentscheide statt. Rund vier Millionen Menschen dürfen abstimmen, ob ihre Stadt Teil der Bewerbung sein soll.
 
So viel direkte Demokratie gab es noch nie bei einer Olympiabewerbung.
 
 
Ein Impuls für den gesamten Sport
 
Schon jetzt entfaltet die Bewerbung Wirkung:
 
- 600 Millionen Euro Landesförderung für Sportstättensanierung ab 2026
- bessere Trainerförderung im Nachwuchsleistungssport
- kostenlose Aus- und Fortbildungen für Übungsleiter

Olympia wird hier nicht als Selbstzweck gedacht - sondern als Motor für den Breiten- und Leistungssport gleichermaßen.
 
  
Wo welche Sportarten stattfinden sollen
 
Die Bewerbung KölnRheinRuhr verteilt die Wettbewerbe auf eine Vielzahl bewährter Sportstandorte. Jede Stadt bringt ihre sportliche DNA ein - von Leichtathletik über Schwimmen bis zu Radsport, Rudern und Teamsportarten.

Olympische Sportarten (Auswahl)

Köln
Leichtathletik (temporäres Stadion), Rugby, Fußball, Bogenschießen, Marathon- und Freiwasserschwimmen, Tennis, Turnen
 
Düsseldorf
Basketball, Badminton, Fechten, Judo, Ringen, Tischtennis, Triathlon

Essen
Boxen, Gewichtheben, Schießen

Dortmund
Handball, Fußball

Gelsenkirchen
Schwimmen, Synchronschwimmen, Turmspringen

Duisburg
Rudern, Kanu, Triathlon, Mountainbike

Markkleeberg
Kanu

Mönchengladbach
Hockey

Pulheim
Golf

Aachen
Reitsport, Fußball

Bochum
Moderner Fünfkampf, Fußball

Krefeld
Taekwondo

Oberhausen
Volleyball

Monheim
Skateboarding

Wuppertal
Sportklettern, Fußball, Wasserspringen
 
 
Paralympische Sportarten (Auswahl)

Köln
Para Leichtathletik, Rollstuhlbasketball, Rollstuhlrugby, Rollstuhltennis, Sitzvolleyball, Para Bogensport, Para Radsport

Düsseldorf
Blindenfußball, Goalball, Para Badminton, Para Boccia, Para Judo, Para Taekwondo, Para Tischtennis, Para Triathlon

Essen
Para Gewichtheben, Para Sportschießen, Sitzvolleyball

Gelsenkirchen
Para Schwimmen

Duisburg
Para Kanu, Para Rudern, Para Sportklettern

Aachen
Para Dressursport

Krefeld
Rollstuhlrugby
 
 
Die Timeline auf dem Weg zu Olympia
 
Der Entscheidungsprozess ist klar strukturiert und transparent angelegt.

Dezember 2025
Verabschiedung der Entscheidungsmatrix durch den DOSB und Versendung des Rahmenwerks an alle Bewerber

Mitte Februar 2026
Versand des Fragenkatalogs (206 Kriterien) an alle Bewerberregionen

4. Juni 2026
Frist zur Einreichung der finalen Konzepte beim DOSB (zahlreiche Fragebögen und Ausschreibungen)

Juni / Juli 2026
Evaluierung der Bewerbungskonzepte durch den DOSB und Einbindung der Spitzenverbände

August / September 2026
Überprüfung der Evaluierungsergebnisse und Einarbeitung in den Kandidatenbericht

26. September 2026
Außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB - Entscheidung über den deutschen Kandidaten für den internationalen Wettbewerb beim IOC
 
 
    Olympia als Zukunftsprojekt
 
Die Bewerbung KölnRheinRuhr ist mehr als ein Sportgroßereignis. Sie ist ein Zukunftsversprechen: für nachhaltige Stadtentwicklung, für gesellschaftlichen Zusammenhalt, für gelebte Inklusion - und für eine neue Generation von Sportbegeisterten.
 
Olympia an Rhein und Ruhr könnte zeigen, wie moderne Spiele im 21. Jahrhundert aussehen: kompakt, klimabewusst, demokratisch legitimiert und tief in der Sportkultur verwurzelt.




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln