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Köln in Startposition: Am 19. April entscheidet die Stadt über Olympia  Es sind nicht die Scheinwerfer eines Stadions, die derzeit auf Köln gerichtet sind. Es ist die stille, aber gewichtige Vorbereitung auf eine Entscheidung mit historischer Tragweite. Am 19. April stimmt die Bevölkerung darüber ab, ob sich die Stadt an der Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um Olympische und Paralympische Spiele beteiligen soll. Eine Abstimmung, die weit über Verwaltung und Politik hinausweist und die sportliche Zukunft einer ganzen Region berühren könnte. 1.000 Ehrenamtliche für einen demokratischen Kraftakt  Am 11. Februar 2026 wandte sich das Kölner Wahlamt an seine bewährten Wahlhelfer und bat um Unterstützung. Rund 1.000 ehrenamtliche Kräfte werden benötigt, um den Ratsbürgerentscheid zur Kölner Beteiligung an der Olympia-Bewerbung ordnungsgemäß auszuzählen. Eine logistische Herausforderung, die zeigt, wie ernst die Stadt dieses Verfahren nimmt.  Über ein Onlineformular konnten sich Interessierte als Abstimmungshelfer bewerben, etwa als Vorsteher, Schriftführer oder Beisitzer. Schon zwei Tage später gingen die ersten Ernennungsurkunden an die Bewerber heraus. Ein Zeichen dafür, wie hoch die Bereitschaft ist, an diesem demokratischen Prozess mitzuwirken.  Die Tätigkeit wird mit einem sogenannten Erfrischungsgeld vergütet. Je nach Funktion erhalten die Helfer zwischen 60 und 80 Euro. Leitende Funktionen wie Vorsteher oder Schriftführer sowie deren Stellvertretungen sind verpflichtet, an einer Online-Schulung teilzunehmen, damit der Ablauf am Abstimmungstag reibungslos funktioniert.  Eine einfache Abstimmung mit großer Wirkung  Der Wahlvorgang selbst ist bewusst schlank gehalten. Die Abstimmungsberechtigten erhalten einen Stimmzettel mit nur einer Entscheidungsmöglichkeit. Sie setzen ihr Kreuz bei Ja oder Nein. Einfacher kann Demokratie kaum sein. Doch die Tragweite dieser Entscheidung ist enorm.  Es geht darum, ob Köln Teil einer möglichen Olympiabewerbung der Region Rhein-Ruhr wird. Damit stünde die Stadt gemeinsam mit weiteren Kommunen in Nordrhein-Westfalen im Wettbewerb um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele in den kommenden Jahrzehnten. Die Entscheidung der Bürger bildet die Grundlage für die weitere politische und organisatorische Planung.  Mehr als ein Sportereignis  Olympische und Paralympische Spiele sind weit mehr als zwei Wochen Spitzensport. Sie gelten als Motor für infrastrukturelle Entwicklungen, internationale Wahrnehmung und nachhaltige Investitionen in Sportstätten. Gleichzeitig lösen sie regelmäßig intensive Debatten aus über Kosten, Nutzen und langfristige Auswirkungen auf die Städte.  Gerade in einer sportbegeisterten Region wie dem Rhein-Ruhr-Gebiet hätte eine erfolgreiche Bewerbung eine besondere Strahlkraft. Sie würde nicht nur den Leistungssport betreffen, sondern auch den Breitensport, den Schulsport und die Vereinslandschaft. Erfahrungen früherer Austragungsorte zeigen, dass solche Großereignisse häufig neue Impulse für Bewegung, Engagement und ehrenamtliche Arbeit setzen.  Demokratie als Teamleistung  Auffällig ist, dass dieser Prozess selbst stark vom Ehrenamt getragen wird. Die rund 1.000 Helfer, die am 19. April Stimmen auszählen, stehen stellvertretend für eine Gesellschaft, in der große Entscheidungen gemeinsam getragen werden. Ohne ihr Engagement wäre ein solcher Bürgerentscheid nicht durchführbar.  Ihre Aufgabe mag organisatorisch überschaubar erscheinen. Ein Stimmzettel, eine klare Fragestellung, ein eindeutiges Kreuz. Doch gerade diese Einfachheit verlangt Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Denn am Ende steht ein Ergebnis, das die sportpolitische Ausrichtung der Stadt langfristig prägen kann.  Der Moment der Entscheidung  Wenn am 19. April die Stimmen ausgezählt werden, ist es mehr als nur eine administrative Pflichtaufgabe. Es ist ein Moment, in dem Köln darüber entscheidet, ob es sich als Teil einer möglichen Olympiabühne der Zukunft versteht. Eine Entscheidung, die Emotionen, Erwartungen und Visionen bündelt.  Unabhängig vom Ausgang wird dieser Ratsbürgerentscheid ein Signal senden. Für die Rolle der Stadt im internationalen Sportgeschehen, für den Stellenwert von Großereignissen und für die Frage, welche sportliche Zukunft Köln gemeinsam mit der Region Rhein-Ruhr gestalten möchte.  __________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln |