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Der "Zoch vorm Zoch": Wenn Laufen, Lesen und Karneval verschmelzen  Am Rosenmontag steht Köln Kopf. 8,5 Kilometer Zugweg, bunt geschmückte Wagen, Kamelle in der Luft und rund 11.500 Jecke, die links und rechts der Strecke Spalier stehen, um den Umzug zu feiern. Der Rosenmontagszug ist mehr als ein Umzug. Er ist Emotion, Tradition und ein Gemeinschaftserlebnis, das die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt. Doch bevor der große Zoch sich in Bewegung setzt, gibt es ein besonderes Vorspiel. Den "Zoch vorm Zoch".  Drei bis vier Gruppen ziehen traditionell vor dem eigentlichen Rosenmontagszug durch die Gassen. Nahbar, bunt und mit viel direktem Kontakt zum Publikum. In diesem Jahr war erstmals der "Run & Ride for Reading" dabei, der den Umzug nutzte, um auf ein zentrales Thema aufmerksam zu machen: Lesen.  Schon beim ersten Blick auf die Gruppe wird die Botschaft greifbar. In den Händen der Teilnehmer leuchten rote Sprechblasen mit klaren Aussagen: "Ich lese weiter!", "Ich lese ab!", "Ich lese mit!" oder "Ich lese immer!". Dazwischen Kostüme, Plakate und lachende Gesichter. Die Läuferinnen und Läufer ziehen dicht beieinander durch die Straße. Zuschauer am Straßenrand lesen die Botschaften laut vor und nicken. In diesem Moment wird deutlich, dass hier nicht nur gelaufen wird. Hier wird Haltung gezeigt. Â
Ein vertrauter Name in der Kölner Laufszene  Kölner Läuferinnen und Läufer kennen den Namen sofort. Das sind doch die, die am Stadion den Leselauf veranstalten. Genau diese Initiative steckt dahinter. Der Verein Run & Ride for Reading setzt sich seit vielen Jahren für die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen ein, insbesondere durch den Aufbau und die Unterstützung von Leseclubs an Schulen. Ziel ist es, jungen Menschen einen besseren Zugang zu Büchern, Sprache und Bildung zu ermöglichen und damit langfristig ihre Bildungs- und Zukunftschancen zu stärken.  Finanziert werden diese Aktivitäten durch Benefizveranstaltungen wie den Kölner Leselauf, bei dem Laufen und Radfahren bewusst mit einem gesellschaftlichen Anliegen verbunden werden. Die Erlöse fließen direkt in Projekte zur Leseförderung. Â
Prominente Unterstützung an der Spitze  Angeführt wurde die Gruppe von Henning Krautmacher. Vielen ist er als langjähriger Frontmann der Kölner Kultband Höhner bekannt, einer der prägenden Stimmen des kölschen Karnevals. Seit Jahren engagiert er sich darüber hinaus intensiv für Bildungs- und Leseförderprojekte und bringt seine Bekanntheit gezielt ein, um Aufmerksamkeit für das Thema Lesen zu schaffen.  Seine Präsenz an der Spitze des "Zoch vorm Zoch" verlieh der Aktion zusätzliche Strahlkraft und unterstrich, dass es hier um mehr ging als um einen reinen Karnevalsauftritt. Â
In doppelter Mission unterwegs  Die Teilnahme am "Zoch vorm Zoch" hatte eine klare doppelte Funktion. Zum einen wollte die Gruppe für die Bedeutung des Lesens sensibilisieren. Zum anderen machte sie auf die kommende Laufveranstaltung und Rad-Demonstration am 28. Mai 2026 aufmerksam, die rund um das RheinEnergieSTADION stattfinden wird und erneut ganz im Zeichen der Leseförderung steht.  Zwischen Konfetti, Musik und jubelnden Zuschauern bewegte sich so eine Gruppe durch Köln, die nicht nur Teil des närrischen Treibens war, sondern gleichzeitig ein gesellschaftlich relevantes Thema in den Fokus rückt.  "Das war richtig gut", berichtet Björn Lindner gegenüber Laufen-in-Koeln. Er organisiert nicht nur die Veranstaltung selbst, sondern war auch in die Organisation des Umzuges eingebunden. Ein kurzes Fazit, das dennoch die besondere Atmosphäre dieses Auftritts treffend beschreibt.  Â
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__________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Björn Lindner |