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TV Refrath setzt bei den LVN-Hallenmeisterschaften ein starkes Ausrufezeichen Fünf Titel, zehn Medaillen und ein Rekord in Reichweite  Masters-Leichtathletik lebt von Titeln, Normen und Leidenschaft. Genau das zeigte das TV Refrath running team bei den LVN-Hallenmeisterschaften in Düsseldorf.  Trotz krankheitsbedingter Ausfälle standen sieben Masterläufer am Start und absolvierten insgesamt zehn Rennen über 800 und 1500 Meter. Damit bot sich zugleich die letzte Qualifikationschance und ein entscheidender Formtest für die Deutschen Hallenmeisterschaften. Der Ausgang konnte sich sehen lassen. Fünf Landestitel und insgesamt zehn Medaillen sprechen eine klare Sprache. Refrath präsentierte sich als eines der stärksten Teams der Veranstaltung. Zwei Sekunden fehlen zum deutschen Rekord  Den emotionalen Höhepunkt lieferte Johannes Ritter über 1500 Meter. Der Ausnahmeläufer der M60 demonstrierte eindrucksvoll seine derzeitige Form und gewann den Titel in 4:42,96 Minuten. Nur zwei Sekunden trennten ihn vom deutschen Rekord des Kölner Mastersläufers Winfried Schmidt.  Dieses Ergebnis ordnet sich leistungssportlich mit Blick auf die Deutschen Meisterschaften bemerkenswert ein. Zeiten unter 4:45 Minuten in der Altersklasse M60 gehören bundesweit zur absoluten Spitze. Ritters Lauf bestätigte damit seine Rolle als Medaillenkandidat bei den Deutschen Meisterschaften, die in zwei Wochen ebenfalls in Düsseldorf stattfinden werden.  Auch Bruno Scheja überzeugte mit zwei starken Rennen. Über 1500 Meter gewann er in der M50 Gold in 4:54,18 Minuten. Die Zeit lag lediglich drei Sekunden über der Qualifikationsnorm für die DM. Für die Premiere auf nationaler Bühne ist er dennoch gerüstet. Über 800 Meter siegte er zusätzlich in 2:19,79 Minuten und unterbot die Norm damit klar. Â
Taktik schlägt Tempo: Brüning mit perfektem Finish  Ein taktisches Meisterstück lieferte Reinhart Brüning über 800 Meter der M60. Drei Runden lang blieb der erfahrene Journalist bewusst hinter Ulrich Pohl vom OSC Damme. Erst auf der Schlussrunde schaltete er den Turbo ein und zog mit langen Schritten vorbei.  Lange sah es nach einem Start-Ziel-Sieg seines Teamkollegen Johannes Ritter aus. Doch das hohe Anfangstempo forderte Tribut. Brüning nutzte den Moment und gewann in starken 2:20,40 Minuten vor Andreas Müller vom TV Erkelenz in 2:23,49 Minuten und Ritter, der in 2:24,28 Minuten Bronze holte. Ein Beispiel dafür, wie entscheidend Renneinteilung gerade auf der kurzen Hallenbahn ist.  Überraschung des Wochenendes: Höfner pulverisiert seine Bestzeit  Die größte Überraschung des Wochenendes gelang Philipp Höfner. Wochenlang hatte ihn eine Infektserie sowie Probleme an den Schienbeinkanten zurückgeworfen. Umso bemerkenswerter fiel sein Comeback aus.  Mit einem fulminanten Rennen über 800 Meter gewann der Athlet aus Bergisch Gladbach den Titel der M30 in 2:12,28 Minuten. Sieben Sekunden Vorsprung auf Gilles Braun aus Köln verdeutlichen die Dominanz dieses Laufs. Gleichzeitig pulverisierte Höfner seine persönliche Bestzeit und setzte ein Ausrufezeichen für die kommenden Wochen. Â
Breite des Teams sorgt für starke Medaillenbilanz  Die Breite des Teams zeigte sich auch darin, dass das Refrather Team weitere Podestplätze sammelte. Irek Meyer wurde Zweiter der M55 über 1500 Meter in 5:01,19 Minuten. Wilhelm Wölfel sicherte sich Silber in der M65 mit 5:52,71 Minuten. Heiko Wilmes komplettierte die Medaillenbilanz mit Silber über 800 Meter in 2:43,13 Minuten sowie Bronze über 1500 Meter in 5:27,02 Minuten in der M55.  Insgesamt zehn Medaillen bedeuteten eine beeindruckende Ausbeute für das Team von Trainer Jochen Baumhof. Gerade im Mastersbereich, in dem Training, Beruf und Alltag oft miteinander vereinbart werden müssen, ist eine solche Dichte an Spitzenleistungen alles andere als selbstverständlich.  Blick voraus auf die Deutschen Hallenmeisterschaften  Die Hallenmeisterschaften erfüllten damit eine doppelte Funktion. Einerseits als Titelkampf auf Landesebene, andererseits als letzter Formtest für die Deutschen Meisterschaften. Die Leistungen aus Refrath zeigen, dass das Team dort nicht nur teilnehmen, sondern aktiv um Medaillen kämpfen wird.  Vor allem Johannes Ritter mit seiner rekordnahen Zeit und Philipp Höfner mit seiner Bestleistung deuten an, dass in Düsseldorf noch mehr möglich sein könnte. Die Hallensaison der Masters bleibt damit spannend bis zum letzten Rennen. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften dürfte das Team erneut eine zentrale Rolle spielen. Â
__________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln |