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Schlamm, Tempo und Dankbarkeit Der dritte Lauf der 41. Winterlaufserie des LSV Porz Die Winterlaufserie des LSV Porz steht seit Jahrzehnten für Verlässlichkeit. Flache Runden, familiäre Atmosphäre und ein fester Termin im Winterkalender vieler ambitionierter Läufer. Doch eine Winterlaufserie trägt ihren Namen nicht ohne Grund. Wer im Februar an den Start geht, muss mit allem rechnen. Mit Kälte, Wind oder eben mit Regen. Beim dritten Lauf der 41. Auflage präsentierte sich die Strecke von einer Seite, die den Charakter dieser Serie besonders deutlich machte. Wenn der Untergrund zur Herausforderung wird Die vielen Regenfälle der vergangenen Tage hatten die befestigten Streckenabschnitte stark aufgeweicht. Von Runde zu Runde verwandelte sich der Boden mehr und mehr in eine zähe, rutschige Herausforderung. Besonders die Kurve am Parkplatz entwickelte sich zum neuralgischen Punkt der Runde. Zahlreiche Waldbesucher hatten den Bereich zusätzlich aufgewühlt, sodass sich hier Schlamm und weicher Untergrund mischten. Technisch sauberes Laufen war gefragt, ebenso ein gutes Gefühl für Rhythmus und Schrittfrequenz. Die Temperaturen blieben vergleichsweise mild. Es war nicht kalt, doch immer wieder setzte Regen ein. Mal nur ein feiner Sprühregen, dann wieder kurze kräftige Schauer. Typisches Winterwetter im Rheinland. Bedingungen, die nicht jedem entgegenkommen, aber genau jene fordern, die auch im Frühjahr bei Straßenmeisterschaften bestehen wollen. Trotz der äußeren Umstände blieb die Motivation hoch. Schließlich ging es um den Abschluss der Serie. Wer sich im Januar zum ersten Lauf auf den Weg gemacht hatte, wollte das Projekt Winterlaufserie nun auch erfolgreich zu Ende bringen.
Ein Moment der Wertschätzung Der dritte Lauftag ist traditionell auch ein Tag des Dankes. So wurde Helmut Urbach, prägende Figur der Porzer Läufe, erneut von der Don-Bosko-Schule geehrt. Mit einem Blumenstrauß und Luftballons mit der Aufschrift "Danke" würdigten die Schülerinnen und Schüler sein langjähriges Engagement. Ein emotionaler Moment, der zeigte, dass die Winterlaufserie weit mehr ist als nur ein sportlicher Wettkampf. Sie ist ein fester Bestandteil des regionalen Lauflebens.
5 Kilometer als Formtest Der Lauf über 5 Kilometer stand klar im Zeichen der anstehenden 10-Kilometer-Straßenlaufmeisterschaften in Uelzen. Für viele Athleten ging es um eine Standortbestimmung unter Wettkampfbedingungen. Trainer Thomas Eickmann zeigte sich nach dem Rennen zufrieden mit den Leistungen seiner Schützlinge. Allen voran überzeugte Timo Krein vom LAZ Rhein-Sieg. Vom Start weg setzte er sich entschlossen an die Spitze und vergrößerte den Abstand zu seinen Verfolgern kontinuierlich. Der aufgeweichte Boden schien ihm nichts auszumachen. Mit sicherem Tritt und souveräner Renneinteilung absolvierte er die Runde und erreichte nach 15:49 Minuten das Ziel. Eine neue persönliche Bestzeit unter schwierigen Bedingungen. Ein Ergebnis, das Selbstvertrauen für Uelzen gibt. Bei den Frauen dominierte seine Vereinskollegin Sonja Vernikov das Rennen. Schon kurz nach dem Startschuss machte sie deutlich, dass sie an diesem Tag das Maß der Dinge sein würde. Mit klarem Vorsprung lief sie ein kontrolliertes Rennen und gewann in 18:58 Minuten. Ein Auftritt, der ihre starke Form unterstreicht.
Schnelles Rennen über 10 Kilometer Im anschließenden 10-Kilometer-Lauf wurde das Tempo weiter angezogen. Thorben Werner setzte sich früh vom Feld ab und lief ein beeindruckendes Solorennen. Mit langen, kraftvollen Schritten zog er seine Runden über den zunehmend weichen Kurs. Als er nach 33:07 Minuten die Ziellinie überquerte, hieß es zunächst warten. Die Konkurrenz folgte mit deutlichem Abstand. Jonas Löcher vom TuS Ahrweiler belegte in 34:17 Minuten Rang zwei. Platz drei ging an Jan Heinemann, der nach 36:32 Minuten ins Ziel kam. Erst danach erreichte das restliche Feld die Ziellinie, was den klaren Rennverlauf unterstreicht. Auch bei den Frauen zeigte sich ein starkes Leistungsniveau. Die Italienerin Alessandra Alliney setzte sich in 40:44 Minuten durch. Dahinter lief Sarah Ohm von der SG Wenden in 41:55 Minuten auf Rang zwei. Beide bewiesen, dass auch auf schwierigem Untergrund schnelle Zeiten möglich sind, wenn Technik und Kraft zusammenspielen.
Der Halbmarathon als echter Härtetest Der Halbmarathon bildete wie gewohnt den krönenden Abschluss des Tages. Vier Runden standen auf dem Programm, und mit jeder Runde wurde der Untergrund anspruchsvoller. Schlamm sammelte sich auf den Wegen, Spurrillen wurden tiefer, der Abdruck unsicherer. Genau jene Bedingungen, die ein Rennen entscheiden können. Am besten kam Gabriel Kusserow mit diesen Verhältnissen zurecht. Er lief ein kontrolliertes, klug eingeteiltes Rennen und zeigte vor allem in den letzten Runden, wie gut er mit dem schwierigen Untergrund umgehen konnte. Nach 1:13:57 Stunden erreichte er als Sieger das Ziel und bestätigte damit seine starke Form.
Den zweiten Platz sicherte sich Ghafar Yusifi vom LC Euskirchen in 1:15:15 Stunden. Das Podium komplettierte der Triathlet Alexander Scharte vom MACH3 Köln mit 1:19:01 Stunden. Alle drei Athleten bewiesen, dass Ausdauer und Stabilität auf weichem Boden entscheidende Faktoren sind. Bei den Frauen dominierte Tanja Forsten das Rennen klar. Mit einer Zeit von 1:22:05 Stunden ließ sie der Konkurrenz keine Chance und gewann mit deutlichem Vorsprung von rund sieben Minuten. Larissa Wittkamp belegte in 1:29:03 Stunden den zweiten Platz. Rang drei ging an Claudia Maria Henneken, die nach 1:32:00 Stunden ins Ziel kam.
Mehr als nur ein Winterlauf Der dritte Lauf der Winterlaufserie des LSV Porz zeigte einmal mehr, warum diese Veranstaltung so beliebt ist. Sie fordert, sie verbindet und sie belohnt jene, die auch unter schwierigen Bedingungen dranbleiben. Schlammige Kurven, weicher Untergrund und wechselhafter Regen konnten der Stimmung keinen Abbruch tun. Im Gegenteil. Gerade diese Bedingungen machten den Reiz dieses Lauftages aus. Am Ende stand nicht nur die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl. Dankbarkeit gegenüber den Organisatoren, Respekt vor den Leistungen der Athleten und die Gewissheit, ein anspruchsvolles Projekt erfolgreich abgeschlossen zu haben. Als besondere Erinnerung durften sich alle Serienteilnehmer hinter der Ziellinie eine Auszeichnung abholen. Zur Wahl standen ein Pokal in Form eines Laufschuhs oder etwas Praktisches für den Trainingsalltag, ein Handtuch. Eine kleine Geste mit großer Symbolkraft für die Mühen eines ganzen Winters. "Danke für die tolle Organisation", hieß es von vielen Teilnehmern. Ein Kompliment, das man als Veranstalter gerne hört und das in diesem Fall mehr als verdient ist. Ein eingeschworener Kreis sorgt gemeinsam mit Helmut Urbach Jahr für Jahr dafür, dass die Läufe in Porz lebendig bleiben. Zum Schluss darf ein Detail nicht unerwähnt bleiben, das mittlerweile Kultstatus genießt. An allen drei Lauftagen gab es für kleines Geld frisch gegrillte Würste. Trotz des großen Andrangs kam es kaum zu Wartezeiten. Was bei anderen Veranstaltungen ein Kuchenbuffet ist, hat sich in Porz zu einer echten Qualitätswurst entwickelt, die fast schon einen eigenen Preis verdient hätte. Frisch zubereitet und mit viel Engagement vor Ort serviert, wurde sie für viele Teilnehmer zur kleinen, aber wohlverdienten Belohnung nach dem Lauf.
Wer an diesem Tag im Ziel stand, hatte mehr als nur Kilometer gesammelt. Er hatte sich den Winter erlaufen. Und genau das macht den besonderen Zauber der Winterlaufserie des LSV Porz aus.
Die Seriensieger der 41. Winterlaufserie Walking-Serie (3x 5 km) Nordic Walking
Walking
Mikro-Serie (3x 1 km)
Mini-Serie (3x 5 km)
Kleine-Serie (3x 10 km)
Große Serie (10+15+HM)
__________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Detlev Ackermann, laufen-in-Koeln |