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Ringer und Pfeiffer dominieren die Halbmarathon-DM in Frankfurt
 
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23.03.2026 

 

Deutscher Meister im HM 2026: Richard Ringer
 
NĂ€chstes Kapitel der Straßen-DM:
Ringer und Pfeiffer holen sich in Frankfurt die Halbmarathon-Titel
 

Der Atem steht in kleinen Wolken ĂŒber dem Startblock, als die ersten Schritte auf dem Asphalt knirschen. Ein leises Rascheln, das Summen der Menge, dann fĂ€llt der Startschuss - und Frankfurt setzt sich in Bewegung.
 
Vor dem Deutsche Bank Park schiebt sich ein dichtes Feld nach vorne, Schritt fĂŒr Schritt, Tempo fĂŒr Tempo. 10.553 LĂ€uferinnen und LĂ€ufer sind es an diesem Morgen, so viele wie nie zuvor. Zwischen ihnen: ambitionierte HobbylĂ€ufer, erfahrene StraßenkĂ€mpfer ? und mittendrin die besten deutschen HalbmarathonlĂ€ufer, die um Titel kĂ€mpfen.
 
Denn dieser 22. MĂ€rz 2026 ist mehr als ein großer Lauftag. Es ist die BĂŒhne der Deutschen Meisterschaften, ein Formtest im FrĂŒhjahr ? und ein Rennen, das zeigt, wer in dieser Saison den Ton angeben kann.
 
Und zwei Namen stehen am Ende ĂŒber allem: Richard Ringer und Esther Pfeiffer.
 
Richard Ringer: Der Mann fĂŒr die zweite HĂ€lfte
 
Es ist ein Rennen, das viel ĂŒber Erfahrung erzĂ€hlt. Richard Ringer lĂ€uft nicht los wie ein Sprinter, er entwickelt sein Rennen. Der 37-JĂ€hrige bleibt zunĂ€chst kontrolliert, beobachtet, wartet. Dann, nach der HĂ€lfte, verschiebt er die Dynamik.
 
Was folgt, ist eine Demonstration von Rennintelligenz. Schritt fĂŒr Schritt distanziert er die Konkurrenz und lĂ€uft nach 63:26 Minuten souverĂ€n zum deutschen Meistertitel.
 
Dieser Sieg kommt nicht aus dem Nichts. Valencia, Dubai, Frankfurt. Drei Rennen, drei starke Auftritte. Bereits im Februar hatte Ringer in Dubai mit 61:07 Minuten die EM-Norm erfĂŒllt. Seine Entwicklung in diesem Jahr wirkt konsequent und zielgerichtet.
 
Tom Thurley sichert sich in 64:24 Minuten Silber, Lars Franken holt Bronze und gleichzeitig den U23-Titel. Doch im Fokus steht Ringer. Ein Athlet, der weiß, wann ein Rennen beginnt und wann es entschieden wird.

Esther Pfeiffer: Titelverteidigung mit Tempo und Teamwork
 
Auch bei den Frauen gibt es keine Zweifel an der Siegerin. Esther Pfeiffer lĂ€uft von Beginn an kontrolliert an der Spitze. Immer an ihrer Seite: ihr Mann Hendrik Pfeiffer, der als Tempomacher agiert und eigene Ambitionen zurĂŒckstellt.
 
Diese Konstellation zahlt sich aus. Pfeiffer gewinnt in 70:39 Minuten und verteidigt damit ihren DM-Titel eindrucksvoll.
 
Was auffĂ€llt: ihre SouverĂ€nitĂ€t. Kein Einbruch, kein taktisches Zögern. Stattdessen ein gleichmĂ€ĂŸiges, starkes Rennen. Antonia Schiel folgt mit 1:11:08 Stunden auf Rang zwei, Nina Reuter wird Dritte.
 
WĂ€hrend Konkurrentin Domenika Mayer parallel in Dresden ĂŒber 10 Kilometer startet, nutzt Pfeiffer Frankfurt als BĂŒhne und als Formtest.

Rekorde, Resonanz und ein Rennen im Aufwind
 
Frankfurt ĂŒberzeugt nicht nur sportlich. Auch die Veranstaltung selbst wĂ€chst weiter.
 
Mit 10.553 Finishern wird ein neuer Teilnehmerrekord erreicht. Bereits 2025 war das Rennen innerhalb von 12 Stunden ausgebucht. Die Bedingungen: kĂŒhl im Startbereich, sonnig im Rennverlauf. Nahezu ideal.
 
Die Integration der Deutschen Meisterschaften hebt das Niveau zusĂ€tzlich. AuffĂ€llig ist, wie eng nationale Spitze und Gesamtfeld zusammenrĂŒcken. Viele Top-Platzierungen der Meisterschaft spiegeln sich im Gesamteinlauf wider.
 
Das zeigt: Der deutsche Halbmarathon erlebt eine Phase der Verdichtung. Die Leistungsdichte steigt, die Rennen werden taktischer und schneller.

Mehr als ein Titel: Ein Blick Richtung FrĂŒhjahr
 
Frankfurt war ein Höhepunkt. Aber keiner, der fĂŒr sich allein steht.
 
FĂŒr Richard Ringer ist der Blick bereits auf den Marathon gerichtet. Boston wartet. FĂŒr Esther Pfeiffer folgt nur eine Woche spĂ€ter der Berliner Halbmarathon mit klaren Ambitionen auf eine neue Bestzeit.
 
Und genau hier liegt die eigentliche Spannung dieser Veranstaltung.
 
Frankfurt ist nicht das Finale. Es ist der Auftakt.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln