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Baumanns Rekord fällt - Abdilaahi unter 27 Minuten über 10.000 Meter
 
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31.03.2026 

 

 
Abdilaahi unter 27 Minuten über 10.000 Meter
Baumanns Rekord fällt
 
Es gibt Leistungen, die sind mehr als nur Zahlen. Sie sind ein Signal. Ein Aufbruch. Was sich in einer warmen Nacht im kalifornischen San Juan Capistrano abspielte, gehört genau in diese Kategorie. Mohamed Abdilaahi hat die 10.000 Meter neu definiert. Für sich. Für Deutschland.
 
Als Mohamed Abdilaahi die Ziellinie überquert, bleibt die Uhr bei 26:56,58 Minuten stehen. Unter 27 Minuten. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte. Damit unterbietet der 27-Jährige den fast 29 Jahre alten Rekord von Dieter Baumann deutlich, und das nicht knapp, sondern um fast 25 Sekunden. Nach 29 Jahren ist damit Baumanns Uralt-Rekord gefallen. Ein Lauf, der lange als unmöglich galt und nun Realität ist. Besonders beeindruckend: Abdilaahi lief das Rennen nahezu konstant auf Weltklasseniveau, ohne Einbruch auf den letzten Runden.
 
Die 10.000 Meter sind 25 Runden am Limit. Weltklasse bedeutet hier etwa 27 Minuten Laufzeit. Unter dieser Marke zu bleiben, heißt: konstant rund 64 Sekunden pro Runde. Das verlangt nicht nur physische Stärke, sondern eine außergewöhnliche Kombination aus Ausdauer, Effizienz und mentaler Kontrolle. Unter 27 Minuten läuft man nicht einfach. Man wächst in dieses Niveau hinein.
 
Abdilaahis Entwicklung kam nicht überraschend. Er hatte im Vorfeld selbst eine Zeit unter 27 Minuten angepeilt und traf sie nahezu punktgenau. Deutscher Rekord über 5.000 Meter, deutscher Rekord über 10 Kilometer auf der Straße, jetzt der nächste Schritt auf der Bahn. Hinzu kommen Trainingslager auf höchstem Niveau und ein internationales Umfeld, das genau auf solche Leistungen ausgerichtet ist. Dieser Lauf war kein Zufall, sondern die logische Konsequenz einer konsequenten Entwicklung. Bereits zuvor hatte er mit seinem deutschen Rekord über 10 Kilometer auf der Straße angedeutet, welches Potenzial in ihm steckt.
 
Deutschland war auf der Langstrecke lange Zuschauer. Abdilaahi zeigt, dass wieder Anschluss an die Weltspitze möglich ist. Er steht für eine neue Generation von Läufern, die international denkt, professionell arbeitet und den Anspruch hat, vorne mitzulaufen. Nicht irgendwann, sondern jetzt.
 
Eine Zeit unter 27 Minuten bringt Abdilaahi in eine neue Liga. Doch bei Weltmeisterschaften zählen keine Zeiten, sondern Platzierungen. Dort entscheiden Tempowechsel, Rennhärte und ein starker letzter Kilometer. Die entscheidende Frage lautet daher: Kann er diese Leistung auch unter taktischen Bedingungen abrufen?
 
26:56 Minuten sind mehr als ein Rekord. Sie sind ein Signal. Dass Grenzen verschiebbar sind und dass eine neue Generation bereit ist, sie zu verschieben. Vielleicht war dieser Lauf nicht der Höhepunkt, sondern der Anfang.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln