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Beim uniper Düsseldorf-Marathon 2026 wurde der Halbmarathon zum Stimmungsbarometer, der Marathon zur Bühne für einen Rekordlauf und die Stadt selbst zum eigentlichen Star. Mehr Teilnehmer, mehr Raum, mehr Klang: Die zweite Auflage nach dem Neustart zeigte, wie viel Potenzial in diesem Lauf steckt.  Am Ende war es dieser blaue Teppich am Rhein, der alles bündelte: die schnellen Schritte der Profis, die schweren Beine der Freizeitläufer, den Stolz der Staffeln und den Lärm einer Stadt, die ihren Marathon wiedergefunden hat. Der uniper Düsseldorf-Marathon am 26. April 2026 war nicht nur ein Rennen über 42,195 Kilometer. Er war ein Signal. Nach dem Comeback 2025 hat Düsseldorf die Veranstaltung sichtbar größer gedacht: mehr als 23.000 Aktive über das gesamte Wochenende, rund 300.000 Zuschauer entlang der Strecke und ein Teilnehmerrekord für das größte jährliche Sportevent unter freiem Himmel in der Stadt. Ein Marathon, der wachsen durfte  Schon vor dem Start war klar, dass diese Ausgabe anders werden würde. Veranstalter D.SPORTS meldete vor dem Rennwochenende mehr als 5.000 Anmeldungen für den Marathon und rund 11.000 für den Halbmarathon. Der Halbmarathon war bereits vorab ausgebucht. Damit wurden in beiden Disziplinen neue Bestmarken für Düsseldorf erreicht.  Dieser Zuwachs war kein Zufall. Für 2026 hatten die Organisatoren die Veranstaltung größer aufgestellt. Dazu gehörte auch eine gemeinsame Finisher Area auf dem Burgplatz am Schlossturm, die den Zieleinlauf stärker bündeln und dem Rennen mehr Aufenthaltsqualität geben sollte. Start blieb das Joseph-Beuys-Ufer, das Ziel lag wieder an der Unteren Rheinwerft direkt am Rheinufer. Â
Halbmarathon: Das Heimspiel der Pfeiffers  Wer verstehen wollte, warum dieser Marathon emotional funktioniert, musste früh an der Strecke stehen. Um 8 Uhr gingen die Halbmarathonläufer auf die 21,0975 Kilometer, verteilt auf drei Startwellen. Der Halbmarathon war nicht nur der zahlenmäßig stärkste Wettbewerb, sondern auch der sportliche Auftakt des Tages.  Hendrik Pfeiffer gewann das Rennen der Männer, Esther Pfeiffer siegte bei den Frauen. Die elektronische Zeitmessung zeigte 1:04:04 Stunden für Hendrik Pfeiffer und 1:08:38 Stunden für Esther Pfeiffer. Besonders bemerkenswert: Hendrik Pfeiffer lief nur wenige Tage nach seiner persönlichen Marathonbestzeit in Boston in Düsseldorf erneut ganz vorn mit. Das Ehepaar sprach anschließend von einem echten Heimspiel und einer Strecke, auf der sie immer wieder ihre Namen gehört hätten.  Damit wurde der Halbmarathon zur emotionalen Hauptgeschichte des Vormittags. Während der Marathon oft als Königsdisziplin alle Aufmerksamkeit bindet, zeigte Düsseldorf, wie stark eine ausverkaufte 21,1-Kilometer-Distanz ein Event tragen kann. Für viele Teilnehmer ist der Halbmarathon der ideale Spagat: lang genug für echte Vorbereitung, kurz genug für ambitionierte Freizeitläufer, Teams, Wiedereinsteiger und schnelle Spezialisten. Simon Boch: Der Mann, auf den alle schauten und der früh ausstieg  Der deutsche Name, der im Marathonfeld vor dem Start sofort herausstach, war Simon Boch. Der Läufer von Düsseldorf Athletics ist Mitglied des Uniper D.RUNNING Teams und hatte über die Marathondistanz eine persönliche Bestzeit im Blick. Das war keine kleine Ansage. Boch steht bei World Athletics mit einer Marathon-Bestzeit von 2:08:55 Stunden, gelaufen am 7. Dezember 2025 in Valencia.  Düsseldorf sollte für ihn damit mehr werden als ein Start vor vertrauter Kulisse. Es war als Standorttest angelegt: Wie gut ist die Form? Wie trägt das Frühjahrstraining? Und wie mutig darf ein Läufer anlaufen, der bereits unter 2:09 Stunden geblieben ist und nun in einem Rennen steht, das nicht nur Stimmung, sondern auch Konkurrenz bietet?  Ganz ohne Fragezeichen ging Boch allerdings nicht in dieses Rennen. Seine Vorgeschichte war nicht frei von Rückschlägen: 2025 war bei ihm lange von Verletzungen geprägt, erst im Herbst meldete er sich mit dem Sieg bei der Deutschen 10-Kilometer-Meisterschaft und später mit seiner Bestzeit in Valencia eindrucksvoll zurück. Vor Düsseldorf war zudem bemerkenswert, dass der Marathon sein erster Wettkampf des Jahres 2026 sein sollte. Auf der Pressekonferenz deutete Boch an, ob er wieder vollständig fit sei, werde das Rennen zeigen. Genau diese Unsicherheit bekam am Renntag eine bittere Antwort. In der Ergebnisliste blieb für Boch ein DNF stehen. Er musste das Rennen frühzeitig beenden.  Gerade deshalb wurde Boch zu einer der offenen Geschichten dieses Düsseldorfer Marathons. Nicht, weil ein Ausstieg ungewöhnlich wäre, sondern weil er zeigt, wie schmal der Grat im Spitzensport ist: zwischen Bestzeitambition und Rennabbruch, zwischen Formaufbau und Tagesform, zwischen Plan und Körper. Für Düsseldorf fehlte damit ein deutscher Spitzenmoment im Marathon der Männer. Für Boch dürfte wichtiger sein, aus diesem Tag die richtige Konsequenz zu ziehen und gesund in den nächsten Aufbau zu gehen. Marathon: Ein russischer Rekord am Rhein  Dann kam der Marathon. Um 9.45 Uhr fiel der Startschuss für die 42,195 Kilometer. Sportlich setzte Dmitrii Nedelin das Ausrufezeichen des Tages. Der Russe gewann in 2:08:54 Stunden. Diese Zeit bedeutete einen neuen russischen Landesrekord, schneller als die bisherige Marke von Alexei Sokolow aus dem Jahr 2007. Zweiter wurde Samuel Kiplimo Naibei aus Kenia in 2:11:44 Stunden, Dritter Geoffrey Kimutai Koech in 2:12:01 Stunden.  Bei den Frauen gewann Tecla Jelimo Kibet aus Kenia. Ihre Siegerzeit wurde mit 2:25:15 Stunden angegeben. Beste Deutsche war Nina Reuter aus Frankfurt, die in persönlicher Bestzeit von 2:29:30 Stunden auf Platz fünf lief. Bester deutscher Mann war der Düsseldorfer Kevin Kranz in 2:25:06 Stunden auf Rang 14.  Besonders bemerkenswert war dabei die Geschichte hinter Nedelins Sieg. Er gehörte ursprünglich nicht zum eingeladenen Elitefeld. Er hatte sich ganz normal wie jeder andere Teilnehmer auch angemeldet und stand damit nicht als gesetzter Favorit im Mittelpunkt. Genau das gibt diesem Erfolg eine besondere Note. Es war kein durchinszenierter Elitelauf, sondern eine dieser Marathon-Geschichten, die erst unterwegs groß werden: ein Läufer, ein Kurs, ein perfekter Tag. Der Soundtrack der Stadt  Düsseldorf setzte 2026 konsequent auf sein Motto "Run to the Beat?. Entlang der Strecke sorgten 39 DJs für elektronische Musik und damit für den akustischen Rahmen des Rennens. Das war mehr als Dekoration. Gerade bei einem Stadtmarathon entscheidet Atmosphäre oft darüber, ob aus einer sportlichen Veranstaltung ein Erlebnis wird.  Die Strecke führte die Marathonläufer unter anderem vom Joseph-Beuys-Ufer Richtung Nordpark, über Golzheim zurück, vorbei an Kolpingplatz, Frankenplatz und Spichernplatz, weiter nach Pempelfort, über die Oberkasseler Brücke ins linksrheinische Stadtgebiet und zurück über zentrale Punkte wie die Königsallee und die Prinz-Georg-Straße Richtung Zoopark. Â
Der Tag, an dem Düsseldorf wieder Marathonstadt war  Der uniper Düsseldorf-Marathon ist noch nicht Berlin, Hamburg oder Frankfurt. Aber genau darin liegt sein Reiz. Düsseldorf baut gerade an einer eigenen Identität: rheinisch, urban, musikalisch, zugänglich. Die Veranstaltung wird seit dem Neustart von D.LIVE und D.SPORTS, beides städtische Tochterunternehmen, organisiert und durchgeführt. Auch Titelsponsor Uniper betont die Verbindung zur Stadt und die Bedeutung des Marathons als sportliches und gesellschaftliches Highlight.  Entscheidend ist: 2026 wirkte der Lauf nicht wie ein vorsichtiger Wiederaufbau, sondern wie ein Schritt nach vorn. Mehr Teilnehmer, ein ausgebuchter Halbmarathon, eine größere Finisher-Struktur, starke Siegerzeiten und ein Publikum, das die Strecke füllte. Der Marathon hatte mehr Raum bekommen. Und er hat ihn genutzt.  Der uniper Düsseldorf-Marathon 2026 hat gezeigt, dass diese Stadt wieder Marathon kann. Der Halbmarathon war voll, laut und emotional. Simon Boch blieb als offene Geschichte zurück. Dmitrii Nedelin wurde zum Überraschungssieger, der nicht aus dem Elitefeld kam und doch den größten sportlichen Moment des Tages setzte. Und Düsseldorf bekam einen Lauftag, der nicht nach Pflichtveranstaltung roch, sondern nach Zukunft.  Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf: "Mit dem neuen Teilnehmerrekord hat der Uniper Düsseldorf Marathon nach seinem erfolgreichen Comeback im vergangenen Jahr erneut Maßstäbe gesetzt. Die Begeisterung für dieses Event - insbesondere im Breitensport - erreicht immer mehr Menschen in unserer Stadt und im Umland. Der Rekord bestätigt eindrucksvoll, dass D.SPORTS und die Landeshauptstadt Düsseldorf mit ihrem Engagement und dem neuen Konzept den richtigen Weg eingeschlagen haben. Zugleich unterstreicht er die Leistungsfähigkeit Düsseldorfs bei der Ausrichtung von Großveranstaltungen und bekräftigt den Wunsch nach Olympia. Wir freuen uns schon jetzt darauf, wie sich diese Erfolgsgeschichte im Jahr 2027 fortsetzen wird.?  Michael Lewis, CEO Uniper: "Der Uniper Düsseldorf Marathon 2026 hat die erfolgreiche Geschichte aus dem vergangenen Jahr fortgeschrieben und war ein voller Erfolg. Düsseldorf hat unter Beweis gestellt, welche Energie, Begeisterung und Gemeinschaft in dieser Stadt stecken. Ein großer Dank gilt allen Läuferinnen und Läufern, den engagierten Helferinnen und Helfern sowie dem Organisationsteam, das dieses Event in dieser Form möglich gemacht hat. Als in Düsseldorf verwurzeltes Unternehmen freuen wir uns darüber, Teil dieses besonderen Tages gewesen zu sein und die Verbundenheit zur Stadt auf diese Weise zu leben.?  Sonja Oberem, Head of Running Events D.SPORTS: "Schon die Vorbereitung auf ein Event von der Größenordnung des Uniper Düsseldorf Marathon 2026 ist ein wahrer Marathon. Aber am Ende eines solchen Tages mit so vielen glücklichen Emotionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kann man einfach nur ein positives Fazit ziehen. Ein großer Dank geht an alle freiwilligen Helferinnen und Helfer, alle Partner und das gesamte D.RUNNING-Team sowie alle anderen Mitwirkenden bei D.SPORTS.?  Â
__________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Detlev Ackermann / D.SPORTS |