|
Duisburg läuft: Der Rhein-Ruhr-Marathon will 2026 die Stadt in Bewegung setzen  Am Sonntag, 10. Mai, gehört Duisburg wieder den Läufern, Skatern, Handbikern, Familien, Fans, Vereinen und Helfern. Dann startet der 43. schauinsland-reisen Rhein-Ruhr-Marathon, und vieles spricht dafür, dass diese Ausgabe mehr wird als ein sportlicher Klassiker im Ruhrgebiet. Es geht um schnelle Zeiten, um Debüts auf der Marathonstrecke, um ein internationales Teilnehmerfeld, um einen Weltrekordversuch mit Joey Kelly und um jenes Gefühl, das die Organisatoren inzwischen selbstbewusst das "Duisburg-Gefühl" nennen.  Der Rhein-Ruhr-Marathon gehört zu den traditionsreichsten Stadtmarathons Deutschlands. Seit 1981 bewegt der Lauf Duisburg und zählt gemeinsam mit Berlin und Frankfurt zu den dienstältesten City-Marathons des Landes. Was damals als mutige Idee begann, ist heute ein fester Termin im Laufkalender. Der Reiz liegt nicht im Glanz großer Weltrekordjagden wie in Berlin, sondern in einer bodenständigen Mischung aus Sport, Stadtfest, Vereinskraft und ehrlicher Marathonatmosphäre.  Gestartet wird am Sonntagmorgen auf der Kruppstraße im Sportpark Duisburg. Um 8 Uhr gehen Inliner und Handbiker auf die Strecke, um 8.30 Uhr folgt der Marathon. Um 10 Uhr starten Halbmarathon und Halbmarathon-Staffeln. Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link schickt die Marathonläufer auf die 42,195 Kilometer. Das Ziel liegt wie gewohnt in der schauinsland-reisen-Arena. Dort werden die ersten Inliner ab etwa 9.15 Uhr erwartet, die Handbiker kurz danach, die Marathonsieger gegen 10.55 Uhr und die schnellsten Frauen ab etwa 11.25 Uhr. Der Zieleinlauf in der Arena gilt als eines der Markenzeichen des Rennens. Die offizielle Veranstaltungsseite wirbt mit einer flachen Strecke, guten Chancen auf schnelle Zeiten, zahlreichen Sambabands, begeisterten Zuschauern und einem Finish, das Gänsehaut verspricht.  Schon vor dem Start steht fest: Duisburg steuert auf einen Teilnehmerrekord zu. Für die Wettbewerbe am Marathon-Sonntag liegen 6.089 Meldungen vor. Dazu kommen 3.300 Kinder und Jugendliche beim AOK-Schulmarathon, der bereits am Freitag stattfindet. Insgesamt sind damit 9.395 Teilnehmer gemeldet. Die bisherige Bestmarke von rund 7.700 Startern aus dem Vorjahr ist bereits übertroffen. Da in den letzten Tagen erfahrungsgemäß noch mehrere Hundert Nachmeldungen eingehen, ist sogar die Marke von 10.000 Teilnehmern möglich.  Besonders stark wächst der Halbmarathon. 4.120 Läufer haben sich für die 21,1 Kilometer entschieden, nach 3.408 im Vorjahr. Für den Marathon sind 1.368
 Auffällig ist die große Zahl der Marathon-Neulinge. Etwa die Hälfte der Starter auf der klassischen Distanz läuft in Duisburg zum ersten Mal einen Marathon. Das ist mehr als eine statistische Randnotiz. Wer seinen ersten Marathon läuft, sucht nicht nur eine Strecke, sondern ein Versprechen: gute Organisation, verlässliche Versorgung, Stimmung am Rand und ein Ziel, das trägt, wenn die Beine schwer werden. Genau hier hat Duisburg über Jahre Vertrauen aufgebaut.  International wird es ebenfalls. Teilnehmer aus 61 Nationen stehen in den Startlisten, darunter Starter aus Ägypten, Brasilien, China, Frankreich, Indien, Japan, Kanada, Mexiko, Nigeria, Österreich, Polen, Südkorea, Taiwan, der Türkei, den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und Vietnam. Ein Stadtmarathon im Ruhrgebiet wird damit für einen Tag zu einem globalen Lauftreff.  Der emotionalste Programmpunkt könnte der Weltrekordversuch mit Joey Kelly werden. Der Ausdauersportler und Abenteurer ist 2026 das Gesicht des schauinsland-reisen Rhein-Ruhr-Marathons. Geplant ist ein besonderer Laufmoment: 42 Läufer aus 42 Nationen sollen gemeinsam mit Kelly unterwegs sein und die Ziellinie in der schauinsland-reisen-Arena überqueren. Die Aktion verbindet sportliche Herausforderung mit internationaler Symbolik und ist zugleich an den RTL-Spendenmarathon gekoppelt. Auch die Kindernothilfe plant eine eigene Aktion. Die Sparkasse Duisburg nutzt den Marathon für eine Initiative zugunsten Duisburger Vereine. Als Charity-Partner ist erneut der Zoo Duisburg dabei; Stadtsportbund Duisburg und LC Duisburg spenden 50 Cent pro Starter.  Sportlich richtet sich der Blick zuerst auf Berno Hildebrand. Der Bonner mit Duisburger Wurzeln gewann den Marathon in den vergangenen beiden Jahren und will nun das Triple. Herausfordern wollen ihn Lars Derksen von Milers Colonia 2020 und Jan Neuens vom ASV Duisburg. Die ganz große deutsche Spitze ist nicht geschlossen vertreten, doch gerade Duisburg hat oft gezeigt, dass Rennen nicht nur auf dem Papier entschieden werden. Manchmal taucht vorne ein Name auf, den vorher kaum jemand auf der Rechnung hatte. Der Streckenrekord der Männer steht seit 1989 bei 2:14:33 Stunden, gelaufen von Tibor Baier aus Ungarn.  Bei den Frauen verspricht das Rennen besondere Spannung. Stephanie Breitkreuz vom ASV Duisburg, Siegerin von 2025, trifft auf Katharina Wehr, die den Marathon 2022, 2023 und 2024 gewann und im vergangenen Jahr Zweite wurde. Dazu kommen Doris Kluge-Schöpp von den Freien Schwimmern Duisburg, Siegerin der Winterlaufserie, sowie Pauline Claessen. Der Streckenrekord liegt bei 2:35:09 Stunden, aufgestellt 1989 von Irina Bogacheva.  Im Halbmarathon ist Simon Bong der Mann, an dem sich das Feld orientieren wird. Der Hamburger gewann in Duisburg bereits 2022, 2024 und 2025. Mit Simon Dahl, Renee Bongers und Lukas Ehrentraut stehen jedoch Läufer an der Startlinie, die alle Zeiten unter 1:10 Stunden laufen können. Der Streckenrekord liegt bei 1:05:06 Stunden von Oliver Minzlaff aus dem Jahr 2004. Bei den Frauen ist kein klares Drehbuch geschrieben. Linda Meier, Mila Primke und Angelika Ax stehen für ein offenes Rennen, in dem Tagesform, Renneinteilung und Mut zur richtigen Attacke entscheiden können. Der Streckenrekord der Frauen wurde 2025 von Cara Zollenkopf auf 1:15:16 Stunden verbessert.  Auch die Inliner bringen sportliche Klasse nach Duisburg. Bei den Männern zählen Bastidas Rodriguez, Fabio Vanes, Timo Lehnertz, Karsten Wilke, Stefen Siepker und Ralf Jording zu den prägenden Namen. Bastidas Rodriguez reist aus Berlin an und will den Inline-Marathon zum fünften Mal gewinnen. Bei den Frauen führen Bianca Fliesenberg, Elaine Bosman, Laura Sopalla und Katharina Sowa das Feld an. Die Streckenrekorde stehen bei 1:05:54 Stunden durch Dr. Jordi Harink aus den Niederlanden und 1:12:12 Stunden durch Frederike Gehring. Ein Eliterennen der Handbiker gibt es in diesem Jahr nicht. Als besondere Teilnehmer sind Michel Descombes und Thomas Eller vom GTSV Essen gemeldet.  Der Kurs bleibt unverändert. Die Strecke führt quer durch Duisburg, ist flach und schnell und bietet auf 42,195 Kilometern alle 1000 Meter Kilometerschilder. Alle fünf Kilometer stehen Uhren für die Zwischenzeiten. Zusätzlich gibt es weitere Zwischenzeitmatten. Für die Halbmarathon-Staffel liegen die Wechselpunkte bei Kilometer 5 in der Innenstadt an der Steinschen Gasse, bei Kilometer 10 in Wanheimerort an der Düsseldorfer Straße und bei Kilometer 16 in Großenbaum an der Gesamtschule Süd. Vor dem Feld fährt ein Führungsfahrzeug mit Uhr, gestellt von Autopartner Brüggemann TS. Die Marathonspitze bei Männern und Frauen sowie die Handbiker werden zusätzlich von Fahrradteams des RRC Duisburg begleitet. Private Fahrradbegleitung ist ausdrücklich untersagt.  Was Duisburg besonders macht, zeigt sich nicht nur vorne im Rennen. 18 Versorgungsstände inklusive Ziel sichern Marathon und Halbmarathon ab. Dort gibt es Leitungswasser, isotonische Getränke von Rheinfels Quellen, Sinalco Cola und Bio-Bananen. Im Ziel warten stilles Wasser, Apfelschorle, Sinalco Cola, König-Pils und an einer Extrastation Benediktiner Alkoholfrei. Alle Finisher erhalten Medaille und Finisher-Shirt, Frauen zusätzlich eine Rose. Das adidas-Finisher-Shirt ist beim Marathon nicht nur ein Extra, sondern Teil des Startgeldes.  Dass all das funktioniert, liegt an einer großen Helferstruktur. Rund 2.000 Helfer und Sicherheitskräfte sind am Marathontag im Einsatz, darunter mehr als 150 Freiwillige des LC Duisburg. Etwa 465 Streckenposten aus Duisburger Sportvereinen und qualifizierten Sicherheitsdiensten sichern die Strecke. Der Sanitätsdienst wird vom Johanniter Hilfsdienst koordiniert, ergänzt durch mobile Einheiten auf der Strecke. Für Läufer, die aussteigen müssen, wird ein Pendeldienst eingerichtet. Im Zielbereich gibt es zudem kostenlose physiotherapeutische Betreuung und Massagen durch das Ambulante Reha-Zentrum Duisburg in Kooperation mit der Hochschule für Physiotherapie in Bochum.  Für die Starter beginnt das Marathonwochenende bereits am Samstag. Die Startunterlagen werden in der Business Lounge der schauinsland-reisen-Arena ausgegeben, am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag ab 6 Uhr. In den Startbeuteln liegen unter anderem Eintrittsgutscheine für die Niederrhein Therme, Rabattgutscheine von Wellnest, Produktproben von Sebamed und Gels von Kräuterhaus St. Bernhard. Weitere Informationen zum Ablauf, zur Pasta-Party, zur Strecke und zum Shuttle-Service erhalten die Starter über das digitale Starter-Kit.  Die Pasta-Party findet am Samstag, 9. Mai, in der Pape-Loge der Arena statt. Dort können sich Teilnehmer mit Nudelgerichten für 5,90 bis 10,50 Euro auf den Wettkampf vorbereiten. Wer kurzfristig noch starten möchte, kann sich bis eine Stunde vor dem jeweiligen Start nachmelden. Die Gebühren betragen 95 Euro für den Marathon, 70 Euro für den Halbmarathon und 140 Euro für die Staffel.  Auch beim Service setzt Duisburg auf praktische Lösungen. Die Zeitmessung erfolgt über den Mika-Tag in der Startnummer. Staffeln erhalten Staffelstäbe mit integrierter Zeitmessung. Freunde und Familie können Teilnehmer per Live-Tracking in der Rhein-Ruhr-Marathon-App verfolgen, sofern die App beim Überqueren der Startlinie gestartet wird. Kurz nach dem Lauf können Ergebnisurkunden online heruntergeladen werden. Dazu kommen Foto-Service über Go for it, Selfiewand, Regenerationsschwimmen im Schwimmstadion, kostenloser Gravurservice durch Pokale Petersen und ein kostenloses VRR-Ticket für angemeldete Teilnehmer.  Rund um die Arena entsteht ein Rahmenprogramm, das auch Zuschauer und Familien einbindet. Auf der Marathon-Plaza an der Klönnewiese gibt es Gastronomie von Mezzomar, den Kuchenstand des LC Duisburg, einen zentralen Informationsstand des Stadtsportbundes, den Gravurservice, Informationsstände, eine Autoausstellung von Mitsubishi und Great Wall Motors sowie ein Kinderprogramm mit der Sportjugend Duisburg und Kattas-Welt. In der Arena findet eine Marathonmesse statt. Mit dabei sind Lauf-Sport-Bunert, Mizuno, Karhu, Bauerfeind, Adidas, Zion, Jendruschka, GID, Haroldino sowie Veranstalter anderer Läufe aus Essen, Monschau, Münster, von der Deutschen Weinstraße und von German Road Races.  Auf der Strecke wird Duisburg laut. Bürgerfeste in Buchholz und Wedau, DJ Du-Disco beim DSV 1900, Wuttke Sound & Light am Altenbrucher Damm und insgesamt 18 Sambabands sorgen dafür, dass der Marathon nicht nur an den Beinen, sondern auch im Kopf entschieden wird. Gerade auf den schweren Kilometern nach 30 kann Musik den Unterschied machen zwischen Grübeln und Weiterlaufen. Moderiert wird am Start und in der Arena von Andreas Menz und Marc Böhme. Auf der Marathonstrecke ist Bülent Akcen im Einsatz, bei den Inlinern Dieter Winnig, beim Halbmarathon Matthias Tilgner und in Buchholz Dominik Deter.  Die Zuschauer haben im Bereich der Nord- und Osttribüne freien Eintritt. Der letzte Kilometer wird zusätzlich markiert: Ein aufblasbarer Bogen der König-Brauerei steht einen Kilometer vor dem Ziel, dort signalisiert der "rote Teufelslappen?, dass es nun wirklich nicht mehr weit ist. Danach führt der Weg über Kalkweg, Friedrich-Alfred-Allee und Margaretenstraße am Schwimmstadion vorbei durch das Nord-West-Tor in die Arena. Im Einlauftunnel wartet der Disco-Tunnel mit Licht, Musik und dem letzten Energieschub.  Ein Stadtmarathon dieser Größe bringt Einschränkungen mit sich. Die komplette Strecke ist ab 7 Uhr gesperrt. Anders als in den Vorjahren sind Querungen in Läuferlücken nicht mehr möglich. Die Sperrung wird erst aufgehoben, wenn der letzte Läufer und die Servicefahrzeuge den jeweiligen Abschnitt passiert haben. Die Rheinhausener Brücke ist etwa von 7 bis 13.30 Uhr voll gesperrt, die Homberger Rheinbrücke von 7 bis 13 Uhr nur in Fahrtrichtung Homberg befahrbar, die Anschlussstelle Großenbaum der A 59 ist voll gesperrt. Wegen Bauarbeiten am Karl-Lehr-Brückenzug ist Ruhrort am Vormittag nur über Umwege erreichbar. Für Fragen zu Sperrungen ist die Hotline 0203 3000 825 eingerichtet, erreichbar am 8. und 9. Mai von 9 bis 16 Uhr sowie am 10. Mai von 8 bis 13 Uhr. Als kleine Entschärfung für den Marathonverkehr wurden 81 Schlaglöcher auf der Strecke durch die Wirtschaftsbetriebe Duisburg gefüllt.  Parkmöglichkeiten gibt es im Bereich der MSV-Arena auf den Parkplätzen P1 bis P5. Zusätzlich steht der Parkplatz von DB Schenker auf der Masurenallee zur Verfügung. Die DVG setzt wieder den Marathon-Express ein. Für Teilnehmer gibt es Umkleidebereiche an mehreren Standorten, darunter Leichtathletikstadion, FC Taxi, Schwimmstadion und das Bundesleistungszentrum Kanu an der Regattabahn. Auf der Eventfläche an der Bertaallee steht ein großes Garderobenzelt für Kleiderbeutel.  Das Wetter könnte sportlich eine wichtige Rolle spielen. Für den Sonntag sind wolkige Bedingungen und laufgeeignete Temperaturen im Bereich von 10 bis 13 Grad im Gespräch. Das wäre nahezu ideales Marathonwetter. Kurz vor dem Start lohnt sich dennoch ein letzter Blick auf die aktuelle Prognose, denn im Mai kann auch Duisburg schnell wärmer werden als geplant.  Am Ende erzählt dieser Marathon mehr als eine Ergebnisliste. Er erzählt von einer Stadt, die ihre Straßen für den Sport öffnet, von Vereinen, die Verpflegungsstände betreuen, von Helfern, die früh am Morgen Absperrungen sichern, von Familien, die an der Strecke warten, und von Läufern, die sich selbst etwas beweisen wollen. Wer vorne um den Sieg läuft, bekommt in Duisburg seine Bühne. Wer fünf Stunden später gegen den Mann mit dem Hammer kämpft, bekommt sie ebenfalls.  Genau darin liegt die Stärke des Rhein-Ruhr-Marathons. Er ist schnell genug für Bestzeiten, groß genug für Rekorde und gleichzeitig nahbar genug für den ersten Marathon. Wenn am Sonntag die letzten Meter durch den Disco-Tunnel führen und die Arena näherkommt, wird aus einem langen Lauf ein Moment, der bleibt. Duisburg läuft, und diesmal könnte die ganze Stadt mitziehen. __________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Foto: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln |