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AdenauerRun in Köln: Wenn Stadtgeschichte ins Laufen kommt  Am Ende sind es oft nicht die schnellsten Kilometer, die in Erinnerung bleiben. Manchmal ist es der Blick auf eine Brücke, ein Platz, ein Stück Rhein, ein Name an einer Fassade. Köln ist voll solcher Spuren. Am 31. Mai 2026 sollen sie laufend neu entdeckt werden. Dann veranstaltet die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit dem Community Club OFFTRACK Cologne den #AdenauerRun, einen rund zehn Kilometer langen Lauf quer durch Köln.  Der Anlass ist das Jubiläumsjahr zum 150. Geburtstag Konrad Adenauers. Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln geboren. Bevor er 1949 erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wurde, prägte er seine Heimatstadt als Oberbürgermeister von 1917 bis 1933. Genau diese Kölner Jahre stehen beim AdenauerRun im Mittelpunkt. Der Lauf verbindet Bewegung, Community und Stadtgeschichte. Es geht nicht um Bestzeiten, nicht um Ranglisten, nicht um Startnummernromantik. Es geht darum, eine Stadt im Laufschritt zu lesen. Ein Lauf durch Köln und durch ein Stück Stadtgeschichte  Der AdenauerRun startet um 10 Uhr mit einer Begrüßung am Brüsseler Platz in der Kölner Innenstadt. Von dort führt die Route über etwa zehn Kilometer Richtung Rhein, über die Severinsbrücke und weiter zum Ziel am Funk Magazine. Die Konrad-Adenauer-Stiftung bewirbt den Lauf mit dem Gedanken, die Kölner Brücken einmal in "Adenauer-Grün" zu sehen. Das ist mehr als ein nettes Bild. Gerade die Brücken, der Rhein, die Wege durch die Stadt und die Verbindung der Veedel erzählen viel über Kölns Entwicklung zur modernen Großstadt.  Dass ausgerechnet ein Lauf diese Geschichte aufgreift, passt erstaunlich gut. Laufen ist eine der direktesten Formen, eine Stadt zu erleben. Wer durch Köln läuft, spürt Übergänge: vom Platz ans Wasser, von der Innenstadt auf die Brücke, von der Alltagsszene in die historische Erzählung. Beim AdenauerRun wird daraus ein bewusst gesetzter Rahmen. Die Strecke wird zur Einladung, nicht nur Kilometer zu sammeln, sondern genauer hinzusehen. Adenauer als Kölner Modernisierer  Konrad Adenauer wird in der öffentlichen Erinnerung häufig zuerst als erster Bundeskanzler gesehen. Für Köln beginnt seine Bedeutung jedoch deutlich früher. Als Oberbürgermeister führte er die Stadt durch schwierige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, durch Besatzungszeit, politische Umbrüche und wirtschaftliche Unsicherheit. Gleichzeitig setzte er auf Modernisierung, Infrastruktur und langfristige Stadtentwicklung.  Viele Spuren dieser Zeit sind bis heute sichtbar oder wirken in der Stadtgeschichte nach. Die Konrad-Adenauer-Stiftung nennt die Messe in Deutz, den damaligen Flughafen in Butzweiler, den Niehler Hafen, die Ansiedlung der Ford-Werke, Brückenbau und Wohnungsbau, die Autobahn nach Bonn, den Grüngürtel, die Wiedereröffnung der Universität zu Köln, den WDR und das Müngersdorfer Stadion. Es ist eine Liste, die zeigt, wie breit Adenauers Kölner Wirken angelegt war: Verkehr, Wirtschaft, Bildung, Medien, Sport, Stadtgrün und Wohnen.  Aus sportlicher Sicht ist bemerkenswert, wie viele dieser Projekte bis heute mit Bewegung, Wegen und öffentlichem Raum verbunden sind. Der Grüngürtel ist längst eine der wichtigsten Laufachsen der Stadt. Das Müngersdorfer Stadion steht für Kölner Sportgeschichte. Die Brücken verbinden nicht nur Stadtteile, sondern auch Laufstrecken, Trainingsrunden und Perspektiven auf die Stadt. Wer in Köln trainiert, kennt diese Orte nicht aus Akten, sondern aus den eigenen Beinen. Â
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__________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln |