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Leverkusen läuft Rekord: EVL-HalbMarathon 2026 setzt ein starkes Zeichen
 
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14.06.2026 

 

Die Sieger des Halbmarathon 2026: Esther Pfeiffer und Jonny Dahlke

 
Leverkusen läuft Rekord: EVL-HalbMarathon 2026 setzt ein starkes Zeichen
 

Es gibt Lauftage, die beginnen nicht erst mit dem Startschuss. Sie beginnen mit dem ersten Klirren der Absperrgitter, mit den Helfern an den Verpflegungsstellen, mit den ersten Sporttaschen auf der Bismarckstraße und mit dieser besonderen Spannung, die über einer Stadt liegt, wenn sie für ein paar Stunden dem Laufsport gehört.
 
Am Sonntag war Leverkusen wieder genau dieser Ort. Der 24. EVL-HalbMarathon wurde zum bislang größten Leverkusener Halbmarathon. Rund 6.000 Menschen gingen insgesamt an den Start, etwa 3.300 Teilnehmer nahmen die 21,1 Kilometer lange Hauptdistanz in Angriff. Es war ein Rekordtag, aber keiner, der sich nur über Zahlen erklären lässt. Denn dieser Lauf lebt von seiner Mischung aus Spitzensport, Breitensport, Stadtfest und persönlicher Herausforderung.
 
Auch das Wetter spielte mit. Nach den Regenfällen der Vortage war die Luft spürbar frisch und klar, die Temperaturen blieben angenehm, dazu lag eine geschlossene Wolkendecke über der Stadt. Für Zuschauer war es vielleicht kein klassischer Sommertag, für Läufer aber waren es nahezu ideale Bedingungen: wenig Hitze, keine pralle Sonne und eine saubere Luft, die den Rekordtag zusätzlich begünstigte.

Start und Ziel lagen erneut auf der Bismarckstraße zwischen Ostermann-Arena und BayArena. Schon dieser Ort gibt der Veranstaltung ihren besonderen Charakter. Der EVL-HalbMarathon ist kein Lauf, der irgendwo am Rand der Stadt stattfindet. Er führt mitten hinein in Leverkusen, durch bekannte Straßen, an markanten Orten vorbei und mit einem der spektakulärsten Streckenmomente, den ein Stadtlauf in der Region zu bieten hat: dem Durchlauf durch die BayArena.

Sportlich begann der Halbmarathon mit einem klaren Ausrufezeichen. Jonny Dahlke vom TSV Bayer 04 Leverkusen ging mit der Startnummer 1 ins Rennen. Nicht ohne Grund: Er hatte den EVL-HalbMarathon bereits im Vorjahr gewonnen, damals ebenfalls im direkten Duell gegen Hendrik Pfeiffer. 2026 war Dahlke damit nicht der Überraschungsmann, sondern Titelverteidiger und Herausforderer zugleich. Einer, der wusste, dass alle auf ihn schauen würden.

Unmittelbar nach dem Startschuss übernahm Dahlke die Führung. Schon auf den ersten hundert Metern wurde die Lücke zu Pfeiffer größer. Was wie ein vorsichtiges Abtasten hätte beginnen können, war schnell eine klare Ansage: Dahlke wollte dieses Rennen nicht taktisch verwalten, sondern vom ersten Meter an bestimmen.
 

Jonny Dahlke

 
Am Ende lief Dahlke in 1:04:42 Stunden als Sieger ins Ziel. Damit wiederholte er seinen Vorjahreserfolg und bestätigte eindrucksvoll, dass der Leverkusener Halbmarathon für ihn inzwischen mehr ist als nur ein Heimrennen. Für den Langstreckenläufer des TSV Bayer 04 Leverkusen war es ein Sieg mit Ansage, vor heimischem Publikum, mit der Startnummer 1 auf der Brust und erneut gegen einen der bekanntesten deutschen Marathonläufer.

Hinter Dahlke folgte Alois Ebel von Milers Colonia 2020 in 1:11:48 Stunden auf Rang zwei. Dritter wurde David Sudowé vom Team Essen 99 in 1:14:10 Stunden. Hendrik Pfeiffer, der prominenteste Name im Feld, wurde Vierter. Der Olympiateilnehmer war als großer Name in dieses Duell gegangen, musste Dahlke aber wie schon im Vorjahr ziehen lassen. Am Ende lief er gemeinsam mit seiner Frau Esther Pfeiffer. Beim Zieleinlauf wählte er den Nebenzielkanal und überließ ihr bewusst den großen Auftritt. Es war eine kleine Szene, aber eine, die hängen bleibt. Spitzensport kann hart sein, manchmal auch gnadenlos. An diesem Vormittag zeigte er auch eine andere Seite.
 

Esther Pfeiffer

 
Denn bei den Frauen war Esther Pfeiffer die überragende Läuferin. Die Athletin von Düsseldorf Athletics gewann in 1:14:10 Stunden und bestätigte damit ihre Rolle als eine der stärksten deutschen Straßenläuferinnen. Pfeiffer zählt seit Jahren zur nationalen Spitze, wurde mehrfach deutsche Meisterin und hat sich besonders auf den längeren Straßenstrecken einen Namen gemacht. In Leverkusen lief sie souverän zum Sieg und setzte dem gemeinsamen Auftritt mit Hendrik Pfeiffer einen sportlich starken Schlusspunkt auf.

Auf Rang zwei folgte Chiara Hoffmann vom TV Refrath in 1:17:18 Stunden. Auch sie ist in der regionalen Laufszene längst keine Unbekannte und steht für die starke Arbeit eines Vereins, der seit Jahren immer wieder schnelle Straßenläufer hervorbringt. Dritte wurde Nadja Gaus von Bunert, Der Kölner Laufladen, in 1:20:19 Stunden. Damit war das Frauenpodium nicht nur schnell, sondern auch stark regional geprägt.

Doch der EVL-HalbMarathon ist längst mehr als das Rennen über 21,1 Kilometer. Bereits im Vorfeld sorgten die Kinderläufe für Bewegung und Stimmung. Gerade diese Läufe zeigen, wo Begeisterung beginnt: nicht bei Bestzeiten, nicht bei Platzierungen, sondern bei der Freude, eine Startnummer zu tragen und ins Ziel zu laufen.
 
Daneben standen auch der 5-km-Lauf und der EVL-10er auf dem Programm. Der 5-km-Lauf startete nach dem Halbmarathon auf der Bismarckstraße. Die Strecke folgte zunächst dem Beginn der Halbmarathonstrecke, bog dann aber in Richtung Arena ab und führte anschließend zurück ins Ziel. Der 10-km-Lauf hatte einen besonderen Charakter: Er startete zehn Kilometer vor der Ziellinie und führte über die letzten zehn Kilometer der Halbmarathonstrecke. Damit bekamen auch die Teilnehmer auf der kürzeren Distanz einen echten Eindruck vom großen Rundkurs.
 

Jonas Humke und Pauline Meyer


Auch sportlich wurde auf diesen Distanzen einiges geboten. Beim EVL-10er setzte sich Jonas Humke vom TSV Bayer 04 Leverkusen in 30:53 Minuten durch. Der 1996 geborene Langstreckenläufer ist auf Bahn und Straße seit Jahren stark unterwegs und gehörte bereits 2023 zum erfolgreichen Leverkusener Team, das bei den Deutschen Meisterschaften über 10 Kilometer den Mannschaftstitel verteidigte. Hinter Humke wurde es eng: Tommy Stelzer vom TV Refrath belegte in 33:48 Minuten Rang zwei, nur eine Sekunde vor seinem Vereinskollegen Kai Willems, der in 33:49 Minuten Dritter wurde.

Bei den Frauen gewann Pauline Meyer vom TSV Bayer 04 Leverkusen in 34:44 Minuten. Meyer kommt ursprünglich stärker von den Mittelstrecken, hat sich aber längst auch auf den längeren Strecken etabliert. 2025 gehörte sie zum Leverkusener Frauentrio, das bei den Deutschen Meisterschaften über 10 Kilometer Mannschaftsgold gewann. Zweite wurde Marleen Ranftler in 41:19 Minuten, Rang drei ging an Lucia Faymonville in 41:33 Minuten.

Über fünf Kilometer gewann Till Oke Weiß in 16:18 Minuten. Der U20-Läufer der LG Region Karlsruhe gehört zu den jungen Athleten, die nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Bahn auffallen. Erst im Frühjahr 2026 erfüllte er über 1.500 Meter die Norm für die U20-DM. Zweiter wurde Oscar Pablo Thies in 16:23 Minuten, Rang drei ging an Simon Büttgen vom TSV Bayer 04 Leverkusen in 16:44 Minuten.

Bei den Frauen setzte sich Lisa Memouna Kerp vom Team flott e.V. in 18:02 Minuten durch. Die 1992 geborene Läuferin ist besonders auf den längeren Straßenstrecken bis hin zum Halbmarathon aktiv und brachte in Leverkusen ihre Ausdauerstärke auch auf die kurze Distanz. Zweite wurde Emie Lotta Berger vom TSV Bayer 04 Leverkusen in 18:30 Minuten. Die junge Mittelstreckenläuferin zählt zu den auffälligen Talenten des Vereins, war bereits deutsche Nachwuchsmeisterin und erfüllte 2023 über 1.500 Meter die Norm für die U20-Europameisterschaften. Rang drei ging an Jennifer Igwe in 19:27 Minuten.
 
Medaillen für die Finisher

Gerade diese Vielfalt macht den EVL-HalbMarathon so wertvoll. Für die einen ist der Halbmarathon der große Saisonhöhepunkt. Für andere sind fünf Kilometer der Einstieg in den Laufsport. Wieder andere nutzen zehn Kilometer als schnellen Formtest. Dazu kommen Firmen, Vereine, Familien, Kinder und Zuschauer. So entsteht ein Lauftag, der nicht nur für eine kleine sportliche Elite funktioniert, sondern für eine ganze Stadt.

Die Strecke selbst bleibt mit rund 137 Höhenmetern anspruchsvoll genug, um Respekt zu verlangen. Besonders der Sauerberg gehört zu den Stellen, an denen der Rhythmus kurz bricht und der Puls steigt. Rund 100 Meter, etwa zehn Höhenmeter, bei Kilometer 6,5 des Halbmarathons. Für Zuschauer mag das unspektakulär klingen. Für Läufer ist es genau der Abschnitt, an dem man merkt, ob man sein Tempo wirklich im Griff hat. Die Bergwertung gibt diesem Punkt zusätzlich Gewicht und macht aus einem kurzen Anstieg ein eigenes kleines Rennen im Rennen.

Am Ende war dieser EVL-HalbMarathon ein Rekordlauf, aber keiner, der sich auf seine Teilnehmerzahl reduzieren lässt. Leverkusen hat an diesem Sonntag gezeigt, was ein gut verankerter Stadtlauf leisten kann. Er kann sportlich hochwertig sein, ohne seine Breite zu verlieren. Er kann groß werden, ohne unpersönlich zu wirken. Und er kann Geschichten schreiben, die weit über Ergebnislisten hinausgehen.

Jonny Dahlke lieferte vorne ein starkes Rennen. Esther Pfeiffer setzte bei den Frauen das sportliche Glanzlicht. Jonas Humke, Pauline Meyer, Till Oke Weiß und Lisa Memouna Kerp machten deutlich, dass auch die kürzeren Distanzen stark besetzt waren. Hendrik Pfeiffer schenkte seiner Frau im Ziel die Bühne. Und Tausende andere Teilnehmer liefen ihre ganz eigenen Geschichten.

Genau daraus entsteht die Kraft eines solchen Lauftages. Nicht aus einer einzelnen Siegerzeit, nicht aus einem einzelnen Rekord, sondern aus der Summe all dieser Schritte durch eine Stadt, die für ein paar Stunden ganz dem Laufen gehörte.
 

Team Pfeiffer vor dem Start: ein Kuss, ein Lächeln und dann 21,1 Kilometer Arbeit



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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Fotos: Irene Bendhiba / Detlev Ackermann für Laufen-in-Koeln