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Sommerlauf in Porz: Wenn der Sommer mitläuft  Sommer, Sonne, Laufen. Viel treffender lässt sich die 36. Auflage des Sommerlaufs des LSV Porz kaum beschreiben. Es war einer dieser Tage, an denen man schon am Morgen merkt: Das wird kein Lauf für Bestzeiten um jeden Preis. Während andernorts wegen der anhaltenden Hitze Läufe abgesagt oder Programme angepasst wurden, blieb man in Köln-Porz seiner Linie treu. Wer laufen wollte, konnte laufen. Wer bei diesen Temperaturen lieber verzichtete, hatte dafür ebenso gute Gründe.  Porz wäre nicht Porz, wenn ein heißer Junitag gleich alles durcheinanderbringen würde. Auf das Organisationsteam des LSV Porz um seinen 84-jährigen 1. Vorsitzenden Helmut Urbach ist seit Jahrzehnten Verlass. Diese Routine merkt man einer Veranstaltung an. Dort wird nicht lange geredet, dort wird vorbereitet, aufgebaut und angepackt. Trotzdem war auch diesem Vormittag anzumerken, dass es kein ganz normaler Wettkampftag werden würde.  Bei Temperaturen jenseits der Komfortzone geht es nicht um Heldentaten. Schon gar nicht bei einer Veranstaltung, bei der ambitionierte Straßenläuferinnen und Straßenläufer genauso am Start stehen wie Freizeitläufer, Walker und Kinder. Wer bei Hitze startet, sollte wissen, was er tut. Tempo rausnehmen, genug trinken, auf den Körper hören und im Zweifel rechtzeitig aussteigen. Das klingt banal, ist aber genau der Punkt. Dieser Sommerlauf war kein Tag für Selbstüberschätzung, sondern einer für Erfahrung, Vernunft und Freude am Laufen.  Auch organisatorisch hatte sich der LSV Porz auf die Bedingungen eingestellt. Auf dem 5-Kilometer-Rundkurs wurde eigens eine zweite Verpflegungsstelle eingerichtet. Gerade bei 28 Grad beim 5-Kilometer-Lauf und rund 32 Grad beim Start über zehn Kilometer war das mehr als ein nettes Extra. Es zeigte, dass die Hitze ernst genommen wurde. Nicht dramatisch, nicht übertrieben, sondern praktisch und sinnvoll. Â
Den Anfang machten die Walkerinnen und Walker über fünf Kilometer. 15 Teilnehmende gingen auf die Strecke, alle kamen ins Ziel. Danach gehörte die Bühne den Kindern. Auch beim 1-Kilometer-Lauf standen 15 junge Läuferinnen und Läufer am Start. Schnellster Junge war Levi Basten vom TSV Glessen in 3:52 Minuten. Bei den Mädchen gewann Hannah Löpmann von der DJK Montania Kürten in 4:23 Minuten.  Â
Als der 5-Kilometer-Lauf gestartet wurde, zeigte das Thermometer bereits 28 Grad. Für Ende Juni ist das nicht völlig ungewöhnlich, aber für schnelles Laufen ist es deutlich mehr als nur sommerlich warm. 46 Teilnehmende waren im Rennen, drei erreichten das Ziel nicht. Vorne entwickelte sich dennoch ein spannender Kampf. Niko Knülle von SSF Bonn Triathlon gewann in 18:10 Minuten, nur eine Sekunde vor Maximilian Ksyk vom ASV Sankt Augustin. Linus Hiersemann wurde in 18:55 Minuten Dritter.  Bei den Frauen setzte sich Ira Achenbach von der SG Wenden in starken 19:08 Minuten durch. Paula Frederike Böttcher vom GVG-Laufteam folgte in 20:27 Minuten auf Platz zwei. Dritte wurde Eva-Maria Neveling vom Run Squad CGN in 24:25 Minuten. Â
Noch anspruchsvoller wurde es beim 10-Kilometer-Lauf. Beim Start lagen die Temperaturen bereits bei rund 32 Grad. 27 Teilnehmende stellten sich dieser Aufgabe, vier von ihnen beendeten das Rennen nicht. Auch das gehört zur Wahrheit eines solchen Tages. Manchmal ist Aufhören keine Niederlage, sondern die bessere sportliche Entscheidung.  Vorne zeigte Jonathan Hoffmann vom LAZ Rhein-Sieg ein starkes und zugleich kontrolliertes Rennen. In 36:39 Minuten gewann er die zehn Kilometer vor Malte Hantsch von OFFTRACK, der nach 36:50 Minuten das Ziel erreichte. Michael Grysko komplettierte das Podium in 37:23 Minuten.  Bei den Frauen gewann Ascelina Hasberg in 43:46 Minuten. Platz zwei ging an Mariagrazia Biscardi aus Italien in 45:46 Minuten. Lysann Helms folgte als Dritte in 46:38 Minuten. Â
Die Zahl der Aufgaben zeigt, dass dieser Sommerlauf kein lockerer Spaziergang war. Drei DNF über fünf Kilometer, vier DNF über zehn Kilometer. Das sind keine Nebensächlichkeiten, sondern Hinweise darauf, wie fordernd die Bedingungen waren. Gleichzeitig kamen viele gut durch, weil sie offenbar genau das taten, was an einem solchen Tag zählt: nicht gegen die Hitze laufen, sondern mit ihr umgehen.  Rund um den Lauf blieb die Atmosphäre dennoch typisch Porz. Familiär, unkompliziert, bodenständig. Kein großes Spektakel, keine übertriebene Inszenierung, sondern eine Veranstaltung, die Volkslauf-Atmosphäre und sportlichen Straßenlauf auf angenehme Weise verbindet. Man kommt nach Porz, trifft bekannte Gesichter, schaut den Kindern zu, feuert die Schnelleren an und weiß hinterher ziemlich genau, was man getan hat. Â
Der 36. Sommerlauf des LSV Porz war damit mehr als nur ein weiterer Termin im Laufkalender. Er war auch ein kleiner Hinweis darauf, womit sich der Laufsport künftig häufiger beschäftigen muss. Heiße Tage werden nicht verschwinden. Für Veranstalter bedeutet das mehr Planung und manchmal schwierige Entscheidungen. Für Läuferinnen und Läufer bedeutet es, den eigenen Ehrgeiz besser einzuordnen.  Absagen können richtig sein. Startzeiten anzupassen kann richtig sein. Eine Veranstaltung durchzuführen kann ebenfalls vertretbar sein, wenn die Bedingungen beobachtet werden, die Organisation vorbereitet ist und die Teilnehmenden verantwortungsvoll mit sich umgehen.  Am Ende bleibt ein Lauf, der seinem Namen alle Ehre machte. Warm war es. Anspruchsvoll war es. Für manche vielleicht zu warm. Für andere genau die Art von Sommerlauf, die man nicht wegen Bestzeiten läuft, sondern weil sie in Erinnerung bleibt.  Porz hat wieder gezeigt, was diesen Lauf ausmacht: Verlässlichkeit, Routine und eine große Portion Laufsport aus Überzeugung. Oder einfacher gesagt: Sommerlauf in Porz. Genau so fühlt sich das an. __________________________________ Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln |