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Zwischen Festungsmauern und Meeresbrandung: Laufen auf der Isola del Giglio
 
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27.07.2026 

 

 
Drei Distanzen, kräftige Anstiege und ein Zieleinlauf direkt am Strand: Bei der Giglio Island Running wird eine kleine Insel im Toskanischen Archipel zur großen Laufbühne. Wer hier am 11. Oktober startet, sollte neben Kondition auch genügend Aufmerksamkeit für seine Umgebung mitbringen. Denn bei diesem Rennen fällt es schwer, nur auf die Uhr zu schauen.
 
Schon die Anreise unterscheidet die Giglio Island Running von einem gewöhnlichen Straßenlauf. Vom toskanischen Hafen Porto Santo Stefano setzt die Fähre nach Giglio Porto über. Rund eine Stunde später liegt das Festland hinter den Teilnehmenden. Vor ihnen warten ein kleiner Hafen, dicht aneinandergereihte Häuser, das klare Wasser des Tyrrhenischen Meeres und eine Insel, die deutlich bergiger ist, als es ihre überschaubare Größe vermuten lässt.
 
Am 11. Oktober 2026 stehen bei der Giglio Island Running drei Distanzen zur Auswahl: 30 Kilometer, ein Halbmarathon und ein Lauf über elf Kilometer. Alle Wettbewerbe beginnen in Giglio Porto auf der Ostseite der Insel und enden in Giglio Campese im Westen. Dazwischen liegen lange Anstiege, schnelle Gefällestrecken, mediterrane Vegetation und immer wieder freie Blicke über das Meer.
 
Das Ziel befindet sich nicht auf einem Marktplatz oder in einem Stadion. Die letzten Meter führen direkt an den Strand von Giglio Campese.
 
Eine Insel, drei sehr unterschiedliche Orte
 
Die Isola del Giglio liegt rund 15 Kilometer vor der Küste der Toskana und gehört zum Toskanischen Archipel. Das Leben auf der Insel konzentriert sich vor allem auf drei Orte.
 
Giglio Porto ist der lebhafte Fährhafen und Ausgangspunkt der Laufstrecken. Giglio Castello liegt mehr als 400 Meter über dem Meer und wird von einer mittelalterlichen Festungsmauer umgeben. Giglio Campese befindet sich an der größten Bucht der Insel und ist mit seinem langen Strand das Ziel aller drei Wettbewerbe.
 
Diese drei Orte prägen auch den Charakter des Rennens. Wer am Hafen startet, läuft nicht lange am Wasser entlang. Bereits auf den ersten Kilometern geht es hinauf ins Inselinnere. Die Steigungen sind kein kurzer Vorgeschmack, sondern ein bestimmender Teil der Strecken.
 
30 Kilometer: einmal tief hinein in die Insel
 
Die längste Distanz ist für alle gedacht, die Giglio sportlich möglichst umfassend kennenlernen möchten. Von Giglio Porto führt der Kurs zunächst hinauf nach Giglio Castello. Hinter dem befestigten Bergdorf verläuft die Strecke weiter in Richtung Süden zum Leuchtturm von Capel Rosso.
 
Dort wird die Insel einsamer und ursprünglicher. Die Bebauung tritt zurück, die mediterrane Macchia reicht bis an die felsige Küste und der Blick öffnet sich über das Meer. Ständige Wechsel zwischen Anstiegen und Gefällestrecken sowie einige technisch anspruchsvollere Passagen verlangen eine gute Krafteinteilung.
 
Etwa 90 Prozent der 30 Kilometer werden auf Asphalt gelaufen. Hinzu kommen rund drei Kilometer auf unbefestigten Wegen. Damit bleibt der Wettbewerb zwar überwiegend ein Straßenlauf, erhält durch die Schotterabschnitte und das bewegte Gelände aber einen eigenen Charakter.
 
Auf dieser Strecke entscheidet nicht allein die Ausdauer. Wer die langen Anstiege zu offensiv angeht, wird das spätestens auf dem Rückweg nach Campese spüren. Ein kontrollierter Beginn dürfte sich mehr auszahlen als der Versuch, von Anfang an ein gleichmäßiges Kilometertempo durchzusetzen.
 
Halbmarathon: 585 Höhenmeter statt Bestzeitenkurs
 
Auch der Halbmarathon ist anspruchsvoller, als die Streckenlänge zunächst vermuten lässt. Schon der Aufstieg von Giglio Porto nach Giglio Castello bringt die Beine auf Betriebstemperatur. Danach führt der Kurs weiter in Richtung Capel Rosso. Wechselnde Steigungen und wellige Abschnitte verhindern, dass sich über längere Zeit ein gleichmäßiger Rhythmus einstellt.
 
Insgesamt kommen auf den 21 Kilometern rund 585 Höhenmeter zusammen. Zum Vergleich mit einem flachen Stadtlauf eignet sich diese Strecke deshalb kaum. Gefragt sind Geduld am Berg, ein ökonomischer Laufstil und die Fähigkeit, das Tempo an das Gelände anzupassen.
 
Nach dem Wendepunkt folgt schließlich die lange Passage hinunter nach Giglio Campese. Was zunächst nach einer willkommenen Erholung klingt, kann auf bereits beanspruchter Muskulatur zur nächsten Herausforderung werden. Gerade auf längeren Gefällestrecken müssen Oberschenkel und Knie deutlich mehr auffangen als in der Ebene.
 
Der Halbmarathon ist damit keine abgespeckte Variante der 30 Kilometer. Er ist ein eigenständiger, intensiver Wettbewerb, der bis zum Schluss Konzentration verlangt.

Elf Kilometer: kurz, aber nicht harmlos
 
Die kürzeste Wettkampfdistanz richtet sich an alle, die das besondere Inselerlebnis suchen, sich aber keinen Halbmarathon mit fast 600 Höhenmetern vornehmen möchten. Leicht ist die Strecke deshalb noch lange nicht.
 
Auch beim Lauf über elf Kilometer erfolgt der Start in Giglio Porto. Von dort führt der Weg hinauf nach Giglio Castello. Rund 330 Höhenmeter verteilen sich auf die Strecke. Damit wird bereits die erste Hälfte zu einer ernst zu nehmenden Aufgabe.
 
Nach dem höchsten Punkt ändert sich der Charakter des Rennens. Nun geht es hinunter nach Giglio Campese. Wer bergauf nicht überzogen hat, kann auf der zweiten Streckenhälfte noch einmal einen flüssigen Rhythmus finden. Gleichzeitig öffnet sich vor den Läufern einer der eindrucksvollsten Ausblicke der Insel.
 
Die elf Kilometer sind daher vor allem kürzer, aber keineswegs bequem. Sie bieten eine kompakte Mischung aus Berglauf, Straßenrennen und Küstenerlebnis.

Die letzten Meter gehören dem Strand
 
Unabhängig von der gewählten Distanz führt das Rennen nach Giglio Campese. Der Ort liegt an der Westküste der Insel und erstreckt sich entlang einer weiten Bucht. Ein historischer Wachturm, der vorgelagerte Felsen Faraglione und das offene Meer bilden die Kulisse für den Zieleinlauf.
 
Kurz vor dem Ende wechselt noch einmal der Untergrund. Nach Asphalt, Steigungen und langen Gefällestrecken laufen die Teilnehmenden direkt auf den Strand. Die Beine dürften sich dort längst bemerkbar machen. Dennoch ist es genau dieser letzte Abschnitt, der vielen besonders in Erinnerung bleiben dürfte.
 
Die Zielzeit gehört zum Wettkampf. Das Bild vom Meer unmittelbar hinter dem Ziel gehört zur Reise.

Mehr als ein Rennen für Erwachsene
 
Das Veranstaltungswochenende ist nicht ausschließlich auf die drei Hauptwettbewerbe ausgerichtet. Bereits am Samstag gehört die Strecke den Kindern. Bei der Kids Run können die jüngsten Teilnehmenden selbst aktiv werden und ihren eigenen Zieleinlauf erleben.
 
Am Sonntag stehen zusätzlich zwei Angebote für Begleitpersonen und Familien auf dem Programm. Bei einer geführten Wanderung über rund 13 Kilometer geht es über Inselwege, durch Pinienwälder und nach Giglio Castello. Wer die Umgebung lieber gemeinsam in etwas sportlicherer Form erkunden möchte, kann an der etwa zehn Kilometer langen Family Run teilnehmen.
 
Damit muss niemand den Renntag ausschließlich wartend im Ziel verbringen. Während die einen um Zeiten und Platzierungen laufen, entdecken die anderen die Insel auf einer eigenen Strecke. Spätestens in Giglio Campese treffen alle wieder zusammen.

Anreise und Unterkunft als Gesamtpaket
 
Für Gäste, die vom Festland anreisen, werden vergünstigte Pakete angeboten. Buchbar sind die Fährüberfahrt, eine Unterkunft oder eine Kombination aus Fähre und Übernachtung. Die Anmeldung zum Rennen ist in diesen Angeboten nicht enthalten und muss gesondert vorgenommen werden.
 
Die Pakete machen es leichter, den Lauf mit einem verlängerten Wochenende zu verbinden. Das bietet sich auf Giglio ohnehin an. Die Insel ist klein genug, um viele ihrer Orte und Buchten innerhalb weniger Tage zu erkunden. Gleichzeitig sorgen die steilen Straßen, Küstenwege und historischen Orte dafür, dass es auch nach dem Zieleinlauf noch einiges zu entdecken gibt.
 
Da die Zahl der Startplätze begrenzt ist, empfiehlt der Veranstalter eine frühzeitige Anmeldung.

Ein Rennen, bei dem die Uhr nicht alles bestimmt
 
Die Giglio Island Running ist kein Lauf für stur eingehaltene Kilometerzeiten. Zu unterschiedlich sind die Streckenabschnitte, zu lang die Anstiege und zu reizvoll die Umgebung. Wer hier startet, muss sein Rennen stärker nach Gefühl und Gelände gestalten als nach einer vorher ausgerechneten Durchgangszeit.
 
Natürlich bleibt es ein Wettkampf. Doch vielleicht lohnt es sich an diesem Tag, an der einen oder anderen Stelle kurz aus dem Tunnel herauszutreten. Den Kopf zu heben, das Meer wahrzunehmen und die Insel nicht nur unter den Laufschuhen vorbeiziehen zu lassen.
 
Manche Rennen bleiben wegen einer persönlichen Bestzeit in Erinnerung. Andere wegen einer steilen Straße, eines befestigten Bergdorfes oder der letzten Schritte durch den Sand.
 
Die Giglio Island Running hat gute Voraussetzungen, zur zweiten Kategorie zu gehören.

Giglio Island Running 2026 auf einen Blick
 
Termin: Sonntag, 11. Oktober 2026
Startort: Giglio Porto
Ziel: Strand von Giglio Campese
Wettbewerbe: 30 Kilometer, Halbmarathon und 11 Kilometer
Streckenprofil: anspruchsvoll und hügelig
Rahmenprogramm: Kids Run am Samstag sowie Family Run und geführtes Trekking am Sonntag
Reisepakete: Fähre, Unterkunft oder eine Kombination aus beidem
Hinweis: Die Startplätze sind begrenzt. Die Wettkampfanmeldung ist nicht Bestandteil der Reisepakete.
 
 
    www.mezzamaratonaisoladelgiglio.it


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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Foto: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln