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Drei Zinnen Alpine Run 2026: Kariuki trifft auf starke italienische Konkurrenz
 
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10.09.2026 

 

 
17,9 Kilometer, 1.354 Höhenmeter und ein Ziel auf 2.405 Metern: Beim 29. Südtirol Drei Zinnen Alpine Run wartet am Samstag nicht nur eine der spektakulärsten Berglaufstrecken der Alpen. Auch das Teilnehmerfeld verspricht einen offenen Kampf um die Podestplätze. Titelverteidiger Elija Kamau Kariuki geht als Favorit ins Rennen, doch die italienische Konkurrenz ist so stark besetzt wie lange nicht.
 
Wenn am Samstagmorgen um 9 Uhr vor dem Haus Sexten der Startschuss fällt, beginnt der Südtirol Drei Zinnen Alpine Run zunächst vergleichsweise unspektakulär. Doch lange bleibt es nicht dabei. Vom Talboden in Sexten zieht sich die Strecke auf 17,9 Kilometern immer weiter hinein in die Sextner Dolomiten. Bis zum Ziel an der Dreizinnenhütte sammeln die Läufer 1.354 Höhenmeter. Der höchste Punkt der Strecke liegt am Büllelejoch, ehe es oberhalb der Bödenseen in Richtung der Drei Zinnen geht. Die Zahlen allein beschreiben allerdings nur einen Teil dessen, was die 29. Auflage ausmacht. Das Fischleintal, die Passage zur Zsigmondyhütte und der anschließende Aufstieg Richtung Büllelejoch verwandeln einen ohnehin anspruchsvollen Berglauf zunehmend in ein hochalpines Rennen. Wer hier um den Sieg kämpfen will, braucht mehr als reine Kletterstärke. Tempowechsel, laufbare Abschnitte und technisch anspruchsvolleres Gelände verlangen ein deutlich breiteres Repertoire. Das Ziel liegt schließlich auf 2.405 Metern unmittelbar gegenüber den Drei Zinnen.
 
Kariuki kommt als Titelverteidiger und in starker Form
 
Der Mann, an dem sich die Konkurrenz orientieren dürfte, heißt erneut Elija Kamau Kariuki. Der 27 Jahre alte Kenianer vom Team Run2gether On Trail schrieb vor einem Jahr Renngeschichte. In 1:30:41 Stunden gewann er als erster Kenianer überhaupt den Drei Zinnen Alpine Run. Tiziano Moia kam nur 39 Sekunden später ins Ziel, James Thuo Irungu machte als Dritter das starke kenianische Ergebnis komplett. Rund 800 Läufer aus 25 Nationen waren damals in Sexten gestartet. Dass Kariukis Sieg keine Eintagsfliege war, hat er 2026 mehrfach gezeigt. Beim zum Mountain Running World Cup gehörenden Grossglockner Mountain Run wurde er Dritter. In Briançon lief er sowohl im Uphill-Rennen als auch einen Tag später im Classic Up & Down auf Rang drei. Noch am vergangenen Wochenende mischte er bei der Trofeo Nasego vorne mit. Seine Saison erklärt, warum er auch an den Drei Zinnen als erster Anwärter auf den Sieg gehandelt wird. Allerdings kennt Tiziano Moia inzwischen sehr genau, wie knapp Kariuki zu schlagen sein kann. Nach Rang zwei in Sexten 2025 lag der Italiener im Juli am Großglockner als Vierter gerade einmal zwölf Sekunden hinter dem Kenianer. Für Moia bietet sich am Samstag damit die nächste Gelegenheit zur Revanche. Und der Kreis der Kandidaten ist deutlich größer. Alberto Vender kehrt zurück, der bereits 2020 Zweiter beim Drei Zinnen Alpine Run wurde. Filippo Barizza kommt als Sieger von 2024. Allerdings lohnt bei diesem Ergebnis ein genauer Blick: Wegen winterlicher Bedingungen konnte vor zwei Jahren nicht auf der Originalstrecke bis zur Dreizinnenhütte gelaufen werden. Das Rennen führte damals über eine auf 9,8 Kilometer verkürzte Alternativroute zur Bergstation des Helmjets. Barizza setzte sich dort vor dem Deutschen David Reichl durch. Beide stehen nun wieder am Start. Dazu kommen Davide Bottarelli, Lorenzo Cagnati und Samuel Demetz. Bei Cagnati ist der häufig verwendete Titel „Europameister“ etwas genauer einzuordnen: Der Italiener gehörte im Juni in Kamnik zur italienischen Mannschaft, die im Mountain Classic den Europameistertitel im Team gewann. Individuell belegte er Rang 16. Demetz wiederum hat in Sexten bereits in diesem Jahr gewonnen. Im Februar entschied er die Premiere des Drei Zinnen Winter Night Run über 13 Kilometer für sich.
 
Auch Lokalmatador Martin Hackhofer gehört zum Feld. Hinzu kommen Emanuele und Maximilian Franceschini sowie die Österreicher Wendelin Mörtendorfer, Daniel Peer und Hans-Peter Innerhofer. Damit dürfte es hinter den absoluten Favoriten ebenfalls eng werden.
 
Kenianischer Angriff auch bei den Frauen
 
Bei den Frauen ist die Ausgangslage noch schwerer vorherzusagen. Die Siegerin des vergangenen Jahres, Sara Bottarelli, wird in der aktuellen Favoritenliste des Veranstalters nicht genannt. Dafür stehen mit Gloria Chebet und Miriam Chepkirui zwei Kenianerinnen am Start, deren Ergebnisse der vergangenen Monate aufhorchen lassen.
 
Beim Grossglockner Mountain Run lief Chebet im Juli auf Rang drei, Chepkirui wurde Vierte. Anfang September bestätigten beide ihre Form bei der hochklassig besetzten Trofeo Nasego. Im Classic Up & Down wurde Chepkirui Dritte, Chebet Fünfte. Bereits im Juli hatten sie in Briançon gemeinsam mit Ruth Gitonga für ein komplett kenianisches Podium im World Cup gesorgt: Chebet wurde Zweite, Chepkirui Dritte. Einen genaueren Blick verdient aber auch Anna Hofer. Die 2005 geborene Südtirolerin vom Sportclub Meran gehört trotz ihres jungen Alters längst zum italienischen Berglauf-Aufgebot. Im Frühjahr gewann sie die Gesamtwertung des NORTEC SkySnow Running Cup, im Juli siegte sie beim 18-Kilometer-Rennen des Giir di Mont. Auch im Aufgebot für die Off-Road-Europameisterschaften 2026 stand sie. Caterina Stenta bringt dagegen einen ungewöhnlichen sportlichen Hintergrund mit. Die Triestinerin wurde viermal italienische Meisterin im Stand-up-Paddling und gewann in dieser Sportart auch WM-Medaillen, bevor der Berglauf zunehmend zu ihrer zweiten sportlichen Heimat wurde. Neben ihr starten die Südtiroler Langläuferin Julia Kuen und Severine Petersen. Die Deutsche kennt den Weg zur Dreizinnenhütte bestens: 2025 wurde sie in 1:55:47 Stunden Dritte hinter Sara Bottarelli und Agnes Tschurtschenthaler. Tschurtschenthaler gehört ohnehin zu den prägenden Namen dieses Rennens und stand im vergangenen Jahr als Zweite erneut auf dem Podium. Aus der Region kommen weitere Herausforderinnen. Lena Zingerle gewann im Februar den ersten Drei Zinnen Winter Night Run, außerdem treten Katia Plazzotta und Arianna Del Pino an. Letztere schaffte es im Juli beim stark besetzten Grossglockner Mountain Run in die Top Ten.
 
Sechs Läufer sind seit 1998 immer dabei
 
Bei einem Rennen mit fast drei Jahrzehnten Geschichte richtet sich der Blick aber nicht nur auf diejenigen, die am Samstag zuerst an der Dreizinnenhütte eintreffen. Einen bemerkenswerten Teil dieser Geschichte tragen einige Teilnehmer inzwischen selbst mit sich.
 
Seit der ersten Austragung 1998 haben Filippo Barizza, Adriano Grion, Robert Amhof, Markus Innerbichler, Georg Trenker und Giuseppe Ventura nach Angaben des Veranstalters keine einzige Ausgabe ausgelassen. Barizza verbindet dabei Ausdauer über Jahrzehnte mit sportlicher Klasse. 2024 gelang ihm schließlich sogar der Gesamtsieg.
 
Das Organisationskomitee des ALV Sextner Dolomiten um Präsident Alfred Prenn arbeitet in den letzten Tagen vor dem Rennen vor allem an der Streckenmarkierung und den organisatorischen Details. Helfer, Begleitpersonen und Zuschauer werden entlang des Kurses und im Zielbereich erwartet. Jeder Teilnehmer erhält ein Startpaket, jeder erfolgreiche Finisher die Medaille des 29. Drei Zinnen Alpine Runs. Das Reglement sieht maximal 1.000 Starter vor. Wer noch kurzfristig dabei sein möchte, hat nur noch wenig Zeit. Die Online-Anmeldung läuft am Donnerstag, 10. September, um 20 Uhr aus. In der letzten Preisstufe kostet der Startplatz 97 Euro. Danach sind Nachmeldungen nur noch vor Ort möglich. Am Sonntag gehört das Gelände dann dem Nachwuchs. Beim Mini Drei Zinnen Alpine Run können Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre antreten. Je nach Altersklasse reichen die Strecken von 300 bis 1.500 Metern, Start ist um 11 Uhr. Sportvereine, die mehr als acht Kinder anmelden möchten, können über die Organisation unter info@dreizinnenlauf.com einen Rabatt erhalten. Am Samstag geht es jedoch zunächst um die Frage, wer nach 17,9 Kilometern die letzten Meter vor der Dreizinnenhütte als Erster erreicht. Kariuki hat dort vor einem Jahr Geschichte geschrieben. Diesmal kennt ihn jeder. Und mit Moia, Vender, Barizza sowie einer Reihe starker Italiener und internationaler Bergläufer wartet eine Konkurrenz, die genau weiß, wen sie auf dem Weg hinauf zu den Drei Zinnen schlagen muss.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln