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Massive Kritik am Pink 5K in Köln: Wenn der Zieleinlauf zur Warteschlange wird
 
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25.10.2026 

 

 
Der Pink 5K sollte am Sonntag, 25. Oktober 2026, in Köln ein sportliches Zeichen gegen Brustkrebs setzen. Doch aus dem Teilnehmerkreis wird deutliche Kritik an der Organisation laut. Überfüllte Laufwege, unzureichende Umkleidemöglichkeiten und ein erheblicher Rückstau unmittelbar vor der Ziellinie sorgten für Unmut. Besonders brisant: Bereits eine Woche zuvor soll es bei derselben Veranstaltungsserie in Düsseldorf vergleichbare Probleme gegeben haben.
 
Fünf Kilometer laufen, gemeinsam etwas Gutes tun und dabei Menschen treffen, die sich für dieselbe Sache engagieren. Mit dieser Erwartung kamen am Sonntag zahlreiche Teilnehmende zum Decksteiner Weiher in Köln. Der Pink 5K verbindet sportliche Bewegung mit der Unterstützung von Menschen, die von Brustkrebs betroffen sind. Ein Konzept, das Menschen unabhängig von ihrem sportlichen Leistungsvermögen ansprechen soll.
 
Doch der sportliche Vormittag verlief nicht für alle so, wie sie es sich vorgestellt hatten. Aus dem Teilnehmerkreis kommt erhebliche Kritik an der Organisation. In einem öffentlich veröffentlichten Erfahrungsbericht werden überfüllte Wege, unzureichende Umkleidemöglichkeiten und Probleme mit der Zielverpflegung bemängelt. Besonders der Zieleinlauf sorgte für Verärgerung.
 
Dort bildete sich nach dem vorliegenden Bericht ein derart großer Rückstau, dass Läuferinnen und Läufer die Ziellinie nicht mehr ungehindert passieren konnten. Statt die letzten Meter laufend zurückzulegen, mussten sie sich anstellen, um überhaupt ins Ziel zu gelangen.
 
Ein Foto aus dem Teilnehmerkreis zeigt eine dicht gedrängte Menschenmenge unmittelbar am Zielbogen und verdeutlicht die Situation. Für eine professionell organisierte Laufveranstaltung wirft das erhebliche Fragen auf.
 
Zu viele Menschen auf zu wenig Platz?
 
Der Pink 5K war die vierte und letzte Station einer Veranstaltungsserie, die im September in Duisburg begonnen hatte. Weitere Läufe fanden in Dortmund und Düsseldorf statt. Veranstalter ist die GID-Projects GmbH & Co. KG aus Neuss. Die Serie unterstützt Brustkrebs Deutschland e.V., der die Veranstaltungen im Vorfeld öffentlich beworben hatte.
 
In Köln führte die etwa fünf Kilometer lange Strecke durch die Umgebung des Decksteiner Weihers. Gestartet wurde am Haus am See in Lindenthal. Der Start für die Läuferinnen und Läufer war auf 10:15 Uhr angesetzt, fünf Minuten später sollten die Walking-Teilnehmenden folgen.
 
Die Wege erwiesen sich nach den Schilderungen aus dem Teilnehmerkreis für das große Feld als zu schmal. Ein durchgehend flüssiges Laufen sei dadurch kaum möglich gewesen. Insbesondere wurde kritisiert, dass der Veranstalter auf ein sogenanntes Bottleneck-Startsystem verzichtet hatte.
 
Bei diesem Verfahren wird ein großes Teilnehmerfeld kontrolliert in kleineren Gruppen auf die Strecke geschickt. Dadurch lässt sich verhindern, dass zu viele Menschen gleichzeitig auf schmale Wege oder Engstellen treffen.
 
Gerade bei einer Veranstaltung auf überwiegend schmalen Parkwegen ist die Steuerung der Teilnehmerströme von entscheidender Bedeutung. Eine hohe Teilnehmerzahl ist schließlich keine unvorhersehbare Größe. Der Veranstalter kennt seine Anmeldezahlen und muss die Streckenführung sowie den Startablauf entsprechend planen.
 
Wenn die Ziellinie zum Nadelöhr wird
 
Besonders gravierend waren die geschilderten Zustände im Zielbereich. Während es bei größeren Laufveranstaltungen durchaus vorkommen kann, dass auf schmalen Streckenabschnitten das Tempo reduziert werden muss, sollte spätestens der Zieleinlauf ungehindert möglich sein.
 
In Köln war das nach dem vorliegenden Erfahrungsbericht nicht der Fall. Der Rückstau vor der Ziellinie war demnach so groß, dass sich die Teilnehmenden regelrecht anstellen mussten, um ihren Lauf beenden zu können.
 
Das veröffentlichte Foto vom Zielbereich zeigt eine große Menschenansammlung unter und vor dem Zielbogen. Die Aufnahme unterstreicht die Kritik an der räumlichen Situation.
 
Gerade bei einer Veranstaltung, die das gemeinsame Lauferlebnis in den Mittelpunkt stellt, ist ein solcher Ablauf besonders ärgerlich. Wer fünf Kilometer zurücklegt, möchte die Strecke schließlich auch laufend beenden können. Dafür braucht es weder eine offiziell vermessene Strecke noch einen leistungssportlichen Anspruch.
 
Ein ausreichend dimensionierter Zielbereich gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen einer Laufveranstaltung. Dass sich bereits vor der Ziellinie eine Warteschlange bildet, deutet auf erhebliche Probleme bei der Planung und Abwicklung hin. Von einem professionellen Veranstalter darf erwartet werden, dass er die Kapazitäten des Zielbereichs auf die zu erwartende Teilnehmerzahl abstimmt.
 
Zwei kleine Pavillons für ein großes Teilnehmerfeld
 
Auch abseits der Laufstrecke gab es Kritik. Für die große Zahl an Teilnehmenden sollen lediglich zwei kleine Pavillons zur Verfügung gestanden haben, die gleichzeitig als Umkleidemöglichkeit und zur Abgabe persönlicher Gegenstände dienten.
 
Gerade bei einer Veranstaltung Ende Oktober, wenn viele Läuferinnen und Läufer mit zusätzlicher Kleidung anreisen, gehören ausreichende Möglichkeiten zum Umziehen und zur Aufbewahrung persönlicher Gegenstände zu einer angemessenen Infrastruktur.
 
Enttäuschung gab es außerdem bei der Zielverpflegung. Das Angebot wird im Erfahrungsbericht zwar grundsätzlich ausdrücklich gelobt, allerdings sei bei der Ankunft im Ziel nur noch ein Bruchteil davon vorhanden gewesen.
 
Dabei hatte der Veranstalter in seiner Ausschreibung eine hochwertige Zielversorgung angekündigt. Zum Starterpaket gehörten außerdem eine Medaille, eine pinke Schleife, eine digitale Urkunde und eine Zeitmessung über Startnummerntransponder.
 
Wer eine Veranstaltung ausdrücklich auch für Laufanfänger und Walking-Teilnehmende anbietet, muss seine Versorgung entsprechend kalkulieren. Auch diejenigen, die länger für die Strecke benötigen, dürfen erwarten, dass die angekündigten Leistungen noch zur Verfügung stehen.
 
Rund 30 Euro Startgeld, davon fünf Euro Spende
 
Der Pink 5K ist ein Charitylauf, wird jedoch von einem gewerblichen Unternehmen organisiert. Damit unterscheidet er sich von vielen gemeinnützigen Laufveranstaltungen, die überwiegend durch ehrenamtliche Arbeit örtlicher Sportvereine getragen werden.
 
Die Startgebühren in Köln waren gestaffelt. Frühbucher zahlten 26,50 Euro, später stieg der Betrag auf 28,50 beziehungsweise 30,50 Euro. Eine Nachmeldung vor Ort kostete 35 Euro. In jeder Startgebühr waren nach Angaben des Veranstalters fünf Euro als Spende enthalten.
 
Bei einer regulären Anmeldung für 30,50 Euro entspricht der ausgewiesene Spendenanteil rund 16 Prozent des Startgeldes. Die verbleibenden 25,50 Euro dienen der Finanzierung der Veranstaltung und ihrer Leistungen. Welche Kosten tatsächlich entstanden und welcher wirtschaftliche Ertrag beim Veranstalter verblieb, ist nicht bekannt.
 
Die Höhe des Startgeldes ist deshalb durchaus ein Punkt, an dem sich die Kritik festmachen lässt. Wer rund 30 Euro für eine fünf Kilometer lange Veranstaltung bezahlt, darf eine funktionierende Organisation erwarten. Dazu gehören eine vernünftige Streckenführung, ausreichende Infrastruktur und ein Zielbereich, der den Teilnehmerandrang bewältigen kann.
 
Dass ein Teil des Startgeldes einem guten Zweck zugutekommt, ist ausdrücklich zu begrüßen. Es entbindet den Veranstalter jedoch nicht von seiner Verantwortung gegenüber den zahlenden Teilnehmenden.
 
Bereits in Düsseldorf die gleichen Probleme?
 
Besonders kritisch erscheint, dass die Schwierigkeiten offenbar kein Einzelfall gewesen sein könnten. Bereits eine Woche zuvor, am 18. Oktober, machte die Pink-5K-Tour in Düsseldorf Station.
 
In der anschließenden Diskussion über die Kölner Veranstaltung wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es in Düsseldorf bereits die gleichen Probleme gegeben habe. Der Hinweis stammt aus dem Umfeld des ursprünglichen Erfahrungsberichts. Damit stellt sich die Frage, weshalb die Erfahrungen aus dem vorherigen Lauf nicht genutzt wurden, um die Organisation in Köln zu verbessern.
 
Gerade bei einer Veranstaltungsserie sollte es selbstverständlich sein, erkannte Schwachstellen auszuwerten und bei den folgenden Läufen abzustellen. Erkenntnisse über überfüllte Strecken, zu kleine Zielbereiche oder eine unzureichende Infrastruktur lassen sich schließlich auch kurzfristig in die weitere Planung einbeziehen.
 
Wenn sich organisatorische Probleme bei aufeinanderfolgenden Veranstaltungen wiederholen, wirft das Fragen nach der Planung und dem Qualitätsmanagement auf. Eine Stellungnahme des Veranstalters zu den geschilderten Vorwürfen liegt bislang nicht vor.
 
Ein guter Zweck ist kein Freibrief
 
Mit dem Pink 5K soll Aufmerksamkeit für Brustkrebs geschaffen und die Arbeit von Brustkrebs Deutschland e.V. unterstützt werden. Die Idee, Menschen über gemeinsame Bewegung für ein gesellschaftlich wichtiges Thema zusammenzubringen, verdient Anerkennung.
 
Doch der gute Zweck darf nicht zum Freibrief für organisatorische Schwächen werden.
 
Ein Charitylauf muss keinen leistungssportlichen Anspruch erfüllen. Viele Teilnehmende möchten sich bewegen, gemeinsam etwas erleben und mit ihrem Startgeld ein sinnvolles Anliegen unterstützen. Gerade deshalb sollten die organisatorischen Rahmenbedingungen stimmen.
 
Der Veranstalter verkauft nicht nur einen Startplatz, sondern auch ein gemeinsames Lauferlebnis. Dazu gehört, dass die Teilnehmenden auf der Strecke ausreichend Platz finden, ihre persönlichen Gegenstände angemessen unterbringen können und am Ende tatsächlich laufend die Ziellinie erreichen.
 
Bemerkenswert ist, dass der Erfahrungsbericht trotz der deutlichen Kritik auch einen positiven Aspekt hervorhebt: das Wiedersehen mit Lauffreunden. Die Enttäuschung richtet sich also nicht gegen die Idee der Veranstaltung, sondern gegen deren Umsetzung.
 
Für den Veranstalter sollte die Kritik Anlass sein, die Organisation seiner Laufserie grundlegend zu überprüfen. Insbesondere die wiederholten Hinweise auf Probleme in Düsseldorf und Köln verlangen nach einer Erklärung.
 
Wer Menschen für einen guten Zweck zum Laufen bringt, übernimmt auch Verantwortung für die Rahmenbedingungen. Dass zahlende Teilnehmende am Ende vor der Ziellinie Schlange stehen müssen, sollte jedenfalls nicht dazugehören.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln