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Covid-19-Folgen bei Sportlerinnen und Sportlern
 
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21.05.2020 

 

Kaderuntersuchung im Institut f√ľr Kreislaufforschung und Sportmedizin
 
Neue Studie untersucht Auswirkungen einer √ľberstandenen Covid-19-Infektion bei Athlet*innen
 
Ein neues Studienprojekt des Instituts f√ľr Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule K√∂ln untersucht die kurz- und langfristigen Auswirkungen einer √ľberstandenen Covid-19-Infektion auf das kardiopulmonale System und die k√∂rperliche Leistungsf√§higkeit von Kaderathletinnen und -athleten.
 
In Zusammenarbeit mit dem Olympiast√ľtzpunkt NRW/Rheinland soll ab Juni im Rahmen der sportmedizinischen Kaderuntersuchungen zur Sporttauglichkeit routinem√§√üig der Covid-19-Antik√∂rperstatus der Athletinnen und Athleten erhoben werden. Diese Untersuchung erfolgt zum Nachweis bzw. Ausschluss einer bereits √ľberstandenen ? also nicht mehr akuten ? Infektion mit dem neuartigen Covid-19-Virus.
 
Vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, wonach Covid-19 in bestimmten F√§llen als eine systemische Erkrankung verl√§uft, die verschiedene Organsysteme erfassen kann, werden die positiv getesteten Sportler*innen dann in regelm√§√üigen Abst√§nden hinsichtlich der Entwicklung ihrer k√∂rperlichen Leistungsf√§higkeit sowie ihres kardiopulmonalen, metabolischen und immunologischen Status im L√§ngsschnitt untersucht. Hinsichtlich der pulmonalen Parameter erfolgt eine besonders differenzierte Funktionsdiagnostik in Kooperation mit Prof. Dr. Wolfram Windisch, Leiter der Abteilung f√ľr Pneumologie, St√§dtische Kliniken K√∂ln-Merheim.
 
"Wir m√∂chten damit unserer √§rztlichen Verantwortung f√ľr die von uns betreuten Athletinnen und Athleten gerecht werden", sagt Univ.-Prof. Dr. Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts f√ľr Kreislaufforschung und Sportmedizin, welches als lizenziertes Untersuchungszentrum des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Kaderuntersuchungen durchf√ľhrt. "Aufgrund des speziellen Patientenkollektivs k√∂nnen wir gleichzeitig wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse √ľber Covid-19 gewinnen, die f√ľr die Gesamtgesellschaft relevant sind. Wir k√∂nnen bei Athletinnen und Athleten, die an die Grenzen ihrer k√∂rperlichen Leistungsf√§higkeit gehen, wie durch ein Brennglas beobachten, ob und welche medizinischen Folgen bei Covid-19 auftreten k√∂nnen", so der Internist und Sportmediziner.
 
Zum Einsatz kommen dabei unter anderem die Spiroergometrie sowie die Echokardiographie, mit der die Belastbarkeit der Lunge und des Herzkreislaufsystems der Athlet*innen √ľberpr√ľft wird. Zus√§tzlich zum EKG (Elektrokardiogramm) und zur Atemt√§tigkeit wird die F√§higkeit der Lungen, Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid abzuatmen, unter k√∂rperlicher Belastung gemessen. Dabei ist die sogenannte Diffusionskapazit√§t der Lungen von gro√üem Interesse, da es im Zuge einer Covid-19-Erkrankung besonders h√§ufig zu subtilen strukturellen und funktionellen Ver√§nderungen der feinen Lungenalveolen kommen kann. Erg√§nzend soll Hinweisen nachgegangen werden, wonach der neuartige Coronavirus auch den Herzmuskel befallen und sch√§digen kann. Erg√§nzt wird das umfangreiche Untersuchungsspektrum durch Untersuchungen zum immunologischen Status der Athlet*innen.
 
Derzeit werden im Institut jährlich rund 900 Sportlerinnen und Sportler untersucht. Die Testungen sind zunächst bis zu den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2021 geplant.



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Autor und Copyright: Deutsche Sporthochschule Köln
Foto: Jens Wenzel