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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Süßes ist gesünder als erwartet - oder befürchtet!?
 
 
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21.04.2003  

 
 

Zwar ist die kalte Jahreszeit für viele in Vergessenheit geraten, aber der tägliche Blick in den Spiegel (Wo kommen denn die „Hüft-Reifen“ her?), aber auch der Heißhunger nach einer anstrengenden Trainingseinheit auf etwas Süßes unterstreicht oft das schlechte Gewissen. Die Frage stellt sich: „Dieser süße Kram kann doch nicht gesund sein!“ – Nun doch nicht?!
 
Nach neueren wissenschaftlichen Untersuchungen aus der USA und Europa besitzt vor allem Schokolade, zahlreiche Eigenschaften, welche die Gesundheit positiv beeinflussen soll. Das der Genuss von Schokolade das Wohlbefinden steigert, steht außer Frage und auch immer wieder hat es jeder selbst erlebt, dass sie aber vor Herzerkrankungen oder gar Krebs schützen soll, ist neu und wird der Gruppe der Flavonoiden zugeschrieben. Diese Art der sekundären Pflanzenstoffe, ihnen schreibt man seit längeren eine positive Wirkung auf verschiedene biologische Funktionen zu, sind in der Kakaobohne gefunden worden. Diese Ergebnisse wurden auf einem Symposium der American Association for the Advancement of Science (AAAS) vorgestellt.
 
In den Naturstoffen der Schokolade wurden von Chemikern früher schon einige Antioxidantien nachgewiesen. Diese besitzen eine Schutzfunktion für die Zellen, wobei es sich auf Schokolade in Ihrer ursprünglichen Form bezieht, weniger auf das verarbeitete Genussmittel in den Regalen der Supermärkte. Diese Schokoladenform hat mit der eigentlichen Kakaopflanze wenig gemeinsam, da sie mit zusätzlichen Fetten und Zucker vollgestopft ist und im Idealfall letztlich nur noch wenig gesunde, natürliche Inhaltsstoffe enthält. Wichtig für die Industrie ist der Geschmack. Der wird auf unserem Gaumen nur vom Fett und von Zucker bestimmt.
 
Einzig dunkle Schokoladensorten weisen noch einen hohen Anteil an Antioxidantien und Flavonoiden auf. Diese Substanzen sind ebenfalls für die mittlerweile bekannt gewordene gesunde Wirkung in Rotwein und Tee bekannt und schützen vor übermäßiger Zelloxidation. Nicht nur als gute Energiequelle ist dunkle Schokolade somit geeignet, sondern auch als kleiner Beitrag zur Gesundheit ist sie anzusehen bzw. nicht ganz so ungesund, wie lange angenommen. Der Grund liegt im Verarbeitungsprozess dunkler Schokolade. Sie enthält noch zahlreiche Inhaltsstoffe der ursprünglichen Kakaosamen. Insbesondere die sog. Blockschokolade, wie sie zum Backen verwendet wird, ist für die befürchteten Heißhungerattaken geeigneter als Milchschokolade. Sie besitzt höchstens die Hälfte der wertvollen Inhaltsstoffe, und vor allem: mehr zusätzliche ungesunde Fette.
 
Nach einer Studie der University of California an der Mars Ic. aus dem Jahre 1999 besagt, dass die in der Schokolade enthaltenen Antioxidantien sogar Aterienverkalkung vorbeugen könnten. Hierauf gab es jedoch Proteste von Seiten der Ernährungsspezialisten. Ciny Moore, Ernährungswissenschaftlerin der Cleveland Clinic Foundation, wies jene Wirkweise mit der Begründung zurück, da für die Palmitin-, Stearin- und Linolsäureglyceride der Kakaobutter kein positiver Effekt auf die Cholesterinwerte erwiesen sei.
 
Wenn die Schokoladenhersteller ihre Produkte in Zukunft als gesundheitsförderndes Mittel verkaufen, sollte man jedoch nachdenklich werden. Denn neben den hoch gelobten Flavonoiden und Polyphenolen enthält Schokolade eine ganze Menge Kalorien und vor allem Zucker. Ein gesteigertes Wohlbefinden wird langfristig nur dann einsetzen, wenn Figur und Zähne unter der Nascherei nicht zu leiden haben.




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Autor und Copyright: cms Gesundheitsförderung und Sportdiagnostik, Köln

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