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Silvesterlauf Köln: Wenn das Laufjahr mit Gänsehaut endet |
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10km-Hauptlauf |
Silvesterlauf Köln: Wenn das Laufjahr mit Gänsehaut endet
Jonathan Dahlke läuft mit 29:47 Minuten auf 10-km neuen Streckenrekord
Der 31. Dezember ist in vielen
Städten fest im Laufkalender verankert. Während andere bereits an Raclette und
Feuerwerk denken, schnüren Tausende noch einmal die Laufschuhe. In Köln gehört
der Silvesterlauf seit Jahrzehnten zu diesem besonderen Übergang zwischen altem
und neuem Jahr. 2025 fiel zum 49. Mal der Startschuss, und erneut zeigte sich,
warum diese Veranstaltung weit mehr ist als ein sportlicher Jahresabschluss.
Schon am Vormittag lag eine
besondere Spannung über dem Stadion und der angrenzenden Heide. Der
Silvesterlauf war klar strukturiert und bot für jede Alters- und Leistungsklasse
den passenden Rahmen. Die Mischung aus Wettkampf, Vorfreude und Jahresrückblick
war förmlich spürbar. Den Auftakt machte traditionell der Nachwuchs. Der 950
Meter lange Schülerlauf für die Jahrgänge 2014 bis 2020 führte über eine Runde
im Stadionbereich. Angefeuert von Eltern, Trainern und Zuschauern sorgten die
jungen Läufer früh für emotionale Momente auf den Rängen. Danach gehörte die
Bühne den Erwachsenen. Über fünf Kilometer standen zwei Runden auf dem Programm.
Hier setzten sich Eliah Rieck vom LAZ Rhein-Sieg in starken 15:14 Minuten sowie
Anneke Vortmeier vom ASV Duisburg in 16:17 Minuten durch, ehe der Hauptlauf über
zehn Kilometer folgte, der über drei Runden durch Stadion und Heide führte.
Zunächst den 5-Kilometer-Läufern, ehe sich das Feld für den 10-Kilometer-Lauf
sortierte. Dieser wurde in zwei Läufe aufgeteilt. Um 12:00 Uhr starteten die
ambitionierten Läufer mit einer angestrebten Zielzeit von unter 51 Minuten. Eine
Stunde später, um 13:00 Uhr, folgte der zweite Lauf für alle, die sich etwas
mehr Zeit nahmen. Gerade dieser Modus macht den Kölner Silvesterlauf so beliebt,
weil hier vom ambitionierten Freizeitläufer bis hin zur nationalen Spitze alle
ihren Platz finden.
Für die 49. Auflage hatte der
Gastgeber TuS Köln rrh. an der Strecke noch einmal nachjustiert. Eine
Veränderung, die vor allem im Startbereich sofort spürbar war. Die Starts über 5
und 10 Kilometer wurden aus dem Stadion hinaus auf den Günter-Cuxdorf-Weg
verlegt, direkt hinein in Richtung Heide. Das entzerrte die ersten Meter
deutlich und nahm dem Feld die enge Rampe sowie das schmale Stadiontor.
Besonders der 10-Kilometer-Rundkurs profitierte zusätzlich von einer leichten
Glättung, da die Strecke nun komplett außen herumführte. Kleine Anpassungen mit
großer Wirkung, die für einen flüssigeren Rhythmus sorgten.
Der sportliche Höhepunkt folgte
mit dem Top-Lauf über 10 Kilometer. Hier richtet sich der Blick jedes Jahr auf
die Uhr und auf die Frage, wie schnell es diesmal wirklich wird. Dass es ein
besonderer Tag werden könnte, zeichnete sich früh ab. Jonathan Dahlke vom TSV
Bayer 04 Leverkusen übernahm direkt nach dem Start die Führung. Schon auf den
ersten Metern setzte er sich von seinen Verfolgern Hagen Bierlich und Florian
Harkämper ab und vergrößerte den Abstand Runde für Runde. Spätestens nach der
ersten Runde wurde deutlich, dass Dahlke nicht nur den Tagessieg fest im Blick
hatte, sondern auch ein neuer Streckenrekord in greifbare Nähe rückte.
Mit jedem Durchlauf durchs
Stadion wuchs die Spannung auf den Rängen. Als Dahlke nach der dritten Runde auf
die Schlussgerade einbog, erhob sich das Publikum. 29:47 Minuten zeigte die Uhr
beim Überqueren der Ziellinie. Ein neuer Streckenrekord, verbessert um 14
Sekunden. Damit pulverisierte Dahlke seinen eigenen Streckenrekord eindrucksvoll
und setzte einen Moment, der dem Laufjahr 2025 einen würdigen Schlusspunkt gab.
Seine Verfolger benötigten Geduld und Ausdauer. Erst 3:15 Minuten später lief
Hagen Bierlich vom Kölner Laufteam in starken 33:02 Minuten als Zweiter ins
Ziel. Platz drei ging an Florian Harkämper vom TuS Köln rrh., der nahezu
zeitgleich mit Julius Oettinger vom TuS Eversten einlief.
Auch bei den Frauen war früh
klar, dass sich ein einsames Rennen entwickeln würde. Der Streckenrekord aus dem
Jahr 2021 blieb zwar unangetastet, doch an der Spitze ließ Vera Coutellier
keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit. Die ehemalige ASV-Köln-Läuferin,
inzwischen für Cologne Athletics startend, dominierte das Feld und siegte in
34:51 Minuten. Mit deutlichem Abstand folgte Jouline Eckl vom TuS Köln rrh., die
sich in 36:14 Minuten den zweiten Platz sicherte. Rang drei ging an Nadja Gaus,
die in 38:17 Minuten für Bunter ? Der Kölner Laufladen ins Ziel lief.
Die nackten Zahlen
unterstreichen die Bedeutung des Silvesterlaufs. 820 Läufer nahmen die 10
Kilometer in Angriff. Über 5 Kilometer waren es 513 Teilnehmer, dazu kamen 121
Nachwuchsläufer im Schülerlauf. Insgesamt überquerten 1.454 Finisher die
Ziellinie, Staffeln noch nicht mitgerechnet. Doch diese Zahlen erzählen nur
einen Teil der Geschichte.
Viel entscheidender ist das
Gefühl, mit dem die Läufer das Stadion verlassen. Der Silvesterlauf in Köln ist
kein reines Rennen gegen die Uhr. Er ist ein gemeinsamer Abschluss, ein letztes
Innehalten vor dem Jahreswechsel und für viele der Startpunkt neuer Ziele. Wenn
am Ende des Tages die Laufschuhe ausgezogen werden und der Blick Richtung neues
Jahr geht, bleibt vor allem eines hängen: der Wunsch, im nächsten Dezember
wieder dabei zu sein. Dazu passte auch der letzte, liebgewonnene Akzent im Ziel,
denn alle Finisher wurden dort mit einer frischen Neujahrsbrezel empfangen.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Foto: Svenja Brand
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