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Weseler Hülskens Marathon eröffnete das Marathonjahr |
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Marathon 2026 |
Frost, Herz und ein Marathon mit besonderem Vorzeichen
Der 4. Weseler Hülskens Marathon eröffnet das Marathonjahr
Drei Grad, ein strammer
Südwestwind und vereinzelte Schneeschauer: Der 4. Weseler Hülskens Marathon
zeigte sich am vergangenen Sonntag von seiner winterlichen Seite - und war damit
genau der richtige Ort für den ersten Marathon des Jahres. Wer hier an den Start
ging, suchte keine perfekten Bedingungen, sondern einen ehrlichen Formtest zum
Auftakt der neuen Saison.
Schon im Vorfeld war spürbar,
dass dieser Lauf mehr sein würde als nur ein weiterer Termin im Kalender. Früh
im Jahr, fernab klassischer Frühjahrsmarathons, verlangte der Rundkurs um den
Auesee den Teilnehmenden eine bewusste Entscheidung ab. Und genau das machte den
Reiz aus - für ambitionierte Einzelstarter ebenso wie für Staffelteams,
Debütanten und Routiniers.
"Wir sind froh, dass wir wieder
so vielen Menschen positive Emotionen gebracht haben", sagte ein sichtlich
bewegter Christopher Kloß, Vorsitzender der ausrichtenden Lauffreunde HADI
Wesel, nach dem letzten Zieleinlauf. 1.261 Läuferinnen und Läufer gingen in
Marathon, Halbmarathon sowie den jeweiligen Staffelwettbewerben an den Start -
und sorgten für einen langen, intensiven und stimmungsvollen Lauftag.
Rundkurs mit Charakter und Gegenwind
Der flache Rundkurs um den
Auesee gilt als schnell, zeigte sich an diesem Tag jedoch von seiner
anspruchsvollen Seite. Besonders der gut zwei Kilometer lange Abschnitt über den
Auedamm und die Rheinwardt wurde durch den Gegenwind zur Geduldsprobe. Dazu kam
eine leichte Schneeschicht, die den Untergrund stellenweise rutschig machte.
Nach dem verregneten Vorjahr blieb es diesmal zwar weitgehend trocken - einfach
war es trotzdem nicht.
Favoriten, frühe Entscheidungen und ein Bürgermeister am Start
Pünktlich um 9:30 Uhr wurden
240 Marathonläufer auf die Strecke geschickt, eine Viertelstunde später folgten
770 Halbmarathonstarter. Wesels Bürgermeister Rainer Benien übernahm beide
Starts - wenige Stunden nachdem er selbst erst über schneebedeckte Straßen aus
dem Weihnachtsurlaub auf der Insel Föhr zurückgekehrt war.
Schon bei der ersten
Durchquerung des Auestadions zeichnete sich ab, dass die Favoriten keine Zweifel
aufkommen lassen wollten. Bei den Marathonherren setzte sich früh Timo Schaffeld
aus Oberhausen an die Spitze, bei den Damen übernahm Stephanie Breitkreutz vom
ASV Duisburg das Kommando. Im Halbmarathon lieferten sich Luca Fröhling und
Malte Stockhausen zunächst ein Rennen auf Augenhöhe.
Rekordpläne, Vernunft und ein starkes Zeichen
Mit besonderer Spannung war die
Teilnahme der niederländischen Profi-Triathletin Yvonne van Vlerken erwartet
worden. Sie hatte angekündigt, im Marathon einen neuen niederländischen
Altersklassenrekord in der W45 aufstellen zu wollen. Doch Wind, Kälte und der
stellenweise rutschige Untergrund luden nicht zur Rekordjagd ein. Van Vlerken
entschied sich kurzfristig für den Halbmarathon - eine kluge Entscheidung.
Auch über die kürzere Distanz
zeigte sie ihre Klasse eindrucksvoll: Nach rund 1:19 Stunden überquerte sie die
Ziellinie und belegte Platz fünf in der Gesamtwertung der Frauen. Ein Rekord
blieb aus, ein starkes sportliches Ausrufezeichen zum Jahresbeginn setzte sie
dennoch.
Staffeln, Stadionstimmung und viele kleine Geschichten
Besonders lebendig wurde es im
Auestadion, wo die Wechselzonen der Staffelwettbewerbe lagen. 20 Marathon- und
63 Halbmarathonstaffeln sorgten hier für ständige Positionswechsel und viel
Applaus. "Staffeln sind immer spannend, weil sich die Führungspositionen schnell
ändern können", brachte es Veranstalter Kloß auf den Punkt.
Ein Blickfang waren erneut
Alexandra Widera und Finja Waldermann von der HSG Alpen-Rheinberg - im Vorjahr
als "Covergirls" auf Flyern und Plakaten präsent, nun bei ihrem zweiten Marathon
erneut unter der Vier-Stunden-Marke. Ebenso bemerkenswert: Zwei Feuerwehrmänner
der Berufsfeuerwehr Wesel bewältigten den Halbmarathon in kompletter
Einsatzuniform mit 16 Kilogramm Atemschutzgerät auf dem Rücken.
Für Schmunzeln sorgte Polizist
Martin Markgraf, der seine Staffelrunde kurzerhand in Jeans absolvierte. Seine
Begründung: Bei einer Verfolgung im Dienst ziehe er schließlich auch keine
Laufhose an.
Schnelle Zeiten trotz schwieriger Bedingungen
Sportlich setzte besonders der
Halbmarathon ein Ausrufezeichen. Malte Stockhausen stürmte unter lautem Applaus
als Erster ins Auestadion und gewann in **1:10:24 Stunden** vor Luca Fröhling
(1:13:45) und Jonas Schmitz.
Bei den Frauen siegte Yvonne
van Vlerken, die trotz der Bedingungen ihren eigenen Streckenrekord unterbot.
Lokalmatadorin Carina Hubbert folgte auf Rang zwei und zeigte sich anschließend
hochzufrieden.
Im Marathon dominierten die
Favoriten: Timo Schaffeld gewann bei den Herren in 2:33 Stunden, Stephanie
Breitkreutz siegte bei den Damen in 2:59:41 Stunden mit deutlichem Vorsprung.
Auch die Marathonstaffel des "Another Running Club" setzte mit 2:44:49 Stunden
ein sportliches Highlight.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Foto: top-top.de
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