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Wintermärchen zum Abschied: Die Winterlaufserie der SG Bockenberg im Schnee |
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Wintermärchen zum Abschied:
Die Winterlaufserie der SG Bockenberg endet im
Schnee von Milchborntal
Wenn der Winter im Bergischen
Land noch einmal alles auffährt, was er an Kälte, Matsch und Höhenmetern zu
bieten hat, dann ist im Milchborntal traditionell Hochbetrieb. Dort, wo sich
sonst Spaziergänger und Ausflügler begegnen, gehört der Weg an drei Samstagen im
Winter den Läufern - bei der Winterlaufserie der SG Bockenberg.
In diesem Jahr stand dabei
nicht nur der sportliche Wettkampf im Mittelpunkt, sondern mit seiner mittlerweile auch ein Abschied:
Die Winterlaufserie war die letzte Veranstaltung, die der Verein in dieser Form
ausgerichtet hat. Entsprechend emotional war der dritte und letzte Lauf - und
entsprechend groß die Spannung auf die Entscheidung in den Serienwertungen.
Und als hätte der Winter selbst
gewusst, dass es ein besonderes Finale werden sollte, zeigte er sich von seiner
schönsten Seite: Eine frisch verschneite Landschaft, nicht zu viel und nicht zu
wenig Schnee, klare Luft und ein Milchborntal, das sich in eine traumhafte
Winterkulisse verwandelte. Bessere Bedingungen für einen würdigen Abschluss
hätte man sich kaum wünschen können.
Finale im Milchborntal: Laufen im Wintermärchen
Beim dritten Lauf herrschte
echte Winterlauf-Atmosphäre. Knirschender Schnee unter den Schuhen, weiß
gepuderte Bäume am Streckenrand und eine Ruhe, wie man sie nur an einem
Wintermorgen kennt. Trotz frostiger Temperaturen waren die Bedingungen nahezu
perfekt: griffiger Untergrund, klare Sicht und eine Landschaft wie aus dem
Bilderbuch.
Zum wiederholten Mal waren
zahlreiche Vertreter der LLG Nordpark Köln am Start und prägten das
Teilnehmerfeld ebenso wie der TV Refrath, der mit einer großen und vor allem
sportlich stark ambitionierten Mannschaft anreiste. Darüber hinaus standen auch
viele Stammgäste an der Startlinie Läuferinnen und Läufer, die gefühlt
seit Jahrzehnten immer wieder den Weg ins Milchborntal finden und für die die
Winterlaufserie ein fester Termin im Kalender ist. So etwa der älteste
Teilnehmer der diesjährigen Serie, Gerhard Krüger (M85), bei dem so mancher ins
Schwärmen geriet. Alte Geschichten wurden wach wie die von Oskar Altendorf
(M75), der gleich dreimal mit einem Lama zum Lauf erschien, oder von Helmut
Urbach, der über viele Jahre hinweg das Teilnehmerfeld prägte und für viele
untrennbar mit der Winterlaufserie verbunden bleibt. Gerade die Refrather
Athleten setzten mit ihren Spitzenzeiten immer wieder Ausrufezeichen auf beiden
Serien.
Als besonderes Zeichen des
Abschieds erhielt diesmal jeder Zieleinläufer eine Medaille. Sonst war diese
Auszeichnung ausschließlich den Serienfinishern vorbehalten. Eine kleine Geste
mit großer Wirkung.
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| Kai Willems |
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Lea van
Elten |
Die Entscheidung in der kurzen Serie
Gesamtsieger kurze Serie (5,2 + 6,3 + 7,1 km)
1. Kai Willems (TV Refrath) -
1:08:58 Stunden
2. Moritz von Kuk - 1:12:05 Stunden
3. Jan Schneider - 1:12:48 Stunden
Frauen: die drei Besten der kurzen Serie
1. Lea van Elten - 1:23:07
Stunden
2. Elena Görlich (TV Refrath) - 1:31:06 Stunden
3. Antje Severin-Fiedrich (PSV Wuppertal e.V.) - 1:39:52 Stunden
Kai Willems gewann alle drei Einzelläufe und ließ von Anfang an keinen Zweifel
daran, wer in diesem Winter das Maß der Dinge auf den kürzeren Distanzen war.
Dahinter überzeugte Nachwuchsläufer Moritz von Kuk mit bemerkenswerter Konstanz,
gefolgt von Jan Schneider, der sich ebenfalls in jedem Lauf auf dem Podium
behauptete.
Für Moritz wurde die Serie
zudem zu einer ganz besonderen Familiengeschichte: Sein Vater Carsten von Kuk
ist selbst seit vielen Jahren Stammgast der Winterlaufserie und konnte hier
bereits so manchen Sieg feiern. In diesem Winter aber zeigte der
Nachwuchsläufer, wie weit er sich bereits entwickelt hat und lief deutlich
vor seinem Vater ins Ziel. Ein Moment, der Papa Carsten mit Sicherheit stolz
gemacht haben dürfte. Bei den Frauen setzte sich Lea van Elten mit deutlichem
Vorsprung durch vor Elena Görlich und Antje Severin-Fiedrich, die in allen
drei Etappen zuverlässig punkteten.
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| Max
Kreitner |
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Nathalie
Hahn |
Die lange Serie: Klasse statt Masse
Gesamtsieger lange Serie (7,8 + 10,1 + 11,7 km)
1. Max Kreitner (TV Refrath) -
1:48:58 Stunden
2. Florian Will - 1:52:23 Stunden
3. Nils Kohlhof - 1:53:13 Stunden
Frauen: die drei Besten der langen Serie
1. Nathalie Hahn - 2:14:07
Stunden
2. Gina Purschke (Selbstläufer Altenahr) - 2:20:47 Stunden
3. Vera Hundsdörfer (SSF Bonn) - 2:24:49 Stunden
Max Kreitner legte bereits beim Auftakt über 7,8 Kilometer den Grundstein für
den Gesamtsieg und verteidigte seine Führung souverän über alle drei Läufe
hinweg. Florian Will und Nils Kohlhof folgten mit konstant starken Leistungen
und komplettierten ein hochklassiges Podium. In der Frauenwertung dominierte
Nathalie Hahn die lange Serie, gefolgt von Gina Purschke und Vera Hundsdörfer,
die sich mit starker Ausdauer und Konstanz in den Top 3 behaupteten. Für
Nathalie
Hahn wurde der Finaltag zudem zum kleinen Heimspiel: Im Start-Ziel-Bereich
hielten ihre Fans Schilder hoch mit der Aufschrift "Nicht lang Schnacken,
Bestzeit knacken" - und sie lieferte genau das ab.
Seriensieger von Anfang an vorne
Bemerkenswert: In beiden Serien
standen die späteren Gesamtsieger schon beim ersten Lauf ganz oben auf dem
Podium. Sowohl Kai Willems auf der kurzen Strecke als auch Max Kreitner auf der
langen Distanz gewannen alle drei Rennen. Und auch bei den Frauen setzten die
Siegerinnen früh die Maßstäbe: Lea van Elten dominierte die kurze Serie von
Beginn an, während Nathalie Hahn auf der langen Distanz von Lauf zu Lauf ihre
Spitzenposition untermauerte. Ein echtes Ausrufezeichen in einem starken
Teilnehmerfeld.
Emotionale Siegerehrung im Vereinsheim
Nach dem Zieleinlauf ging es
für viele nicht direkt nach Hause, sondern ins Vereinsheim der SG Bockenberg.
Dort wartete die traditionelle Siegerehrung - diesmal mit besonders viel
Applaus.
Bei Getränken und bester
Stimmung wurde jeder Serienfinisher einzeln nach vorne gerufen und mit einer
Urkunde ausgezeichnet. Anschließend sorgte eine große Tombola mit zahlreichen
Sachpreisen für strahlende Gesichter und einen stimmungsvollen Ausklang.
Ein Abschied - und vielleicht ein Neubeginn
Zum Abschied wurde es im
Vereinsheim noch einmal besonders emotional. Der Vereinsvorsitzende Hans-Georg
Bute nutzte die
Gelegenheit, um zwei Persönlichkeiten hervorzuheben, die die Winterlaufserie
über viele Jahre entscheidend geprägt haben: Christoph Babilas, der als
Hauptsportwart die Serie über lange Zeit leitete und organisierte, sowie Detlev
Ackermann, der die Veranstaltung seit mehr als zwanzig Jahren maßgeblich mit
betreute. Ohne ihr Engagement wäre die Winterlaufserie im Milchborntal nicht zu
dem geworden, was sie für so viele Läufer war.
Die SG Bockenberg nutzte den
Abend auch, um sich bei allen Helfern für ihren Einsatz und bei den Teilnehmern
für ihre langjährige Treue zu bedanken. Ohne dieses Engagement wäre die
Winterlaufserie im Milchborntal nie zu dem geworden, was sie war: ein fester
Bestandteil des regionalen Laufkalenders.
Ob und wie es weitergeht, ließ
der Verein offen. Doch zwischen den Zeilen klang an, dass es möglicherweise eine
Nachfolgeveranstaltung geben könnte - mit dem klaren Wunsch, den besonderen
Charakter der Serie zu bewahren.
Warum diese Serie so besonders war
Ein wesentlicher Grund für den
Erfolg der Winterlaufserie war ihre bewusst bodenständige Ausrichtung. Keine
überdimensionierte Eventkulisse, kein unnötiger Klimbim - dafür eine familiäre
Atmosphäre, kurze Wege, freundliche Helfer und ein Startgeld, das für alle
bezahlbar blieb. Genau das schätzten viele Teilnehmer: eine ehrliche
Laufveranstaltung, nicht überlaufen, ohne Gedränge, dafür mit viel Herz und Nähe
zum Sport.
Die Winterlaufserie der SG
Bockenberg verabschiedet sich so, wie sie viele Jahre lang war: familiär,
sportlich hochwertig und mit viel Herzblut organisiert. Wer dabei war, wird sich
nicht nur an schnelle Zeiten erinnern, sondern vor allem an dieses Wintermärchen
im Milchborntal.
Und vielleicht heißt es dort ja
irgendwann wieder: Start frei zur Winterlaufserie.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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