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Nie zu alt zum Laufen - Warum Joggen ein Leben lang Sinn macht
 
 
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15.01.2026  

 
 


Nie zu alt zum Laufen - Warum Joggen ein Leben lang Sinn macht

 
Joggen ist für viele Menschen mehr als ein Hobby: Es ist Lebensgefühl, tägliche Balance, Gesundheitstraining und Zeit nur für sich selbst. Für manche ist es der Start in den Tag, für andere der Ausgleich nach der Arbeit - für viele der rote Faden durch ein bewegtes Leben. Gleichzeitig hält sich hartnäckig das Vorurteil, irgendwann müsse man mit dem Joggen aufhören - spätestens ab 50, 60 oder 70. Doch was sagt die Wissenschaft wirklich?
 
Die Antwort ist eindeutig: Es gibt kein Alter, ab dem Joggen grundsätzlich zu vermeiden wäre. Vielmehr zeigen Studien und jahrzehntelange Erfahrung aus dem Laufsport, dass regelmäßiges Laufen bis ins hohe Alter hinein positive Effekte auf Herz, Kreislauf, Knochen, Muskulatur und Stoffwechsel hat. Entscheidend ist nicht, wie alt jemand ist, sondern wie er trainiert, wie er sich erholt und wie bewusst er mit seinem Körper umgeht.
 
Wer läuft, investiert in seine Gesundheit - heute und für die kommenden Jahre. Und genau deshalb ist Joggen eine der nachhaltigsten Sportarten überhaupt.
 
Der Mythos vom "zu alten Läufer"
 
Noch immer wird Joggen häufig als Sport für Jüngere betrachtet. Die Belastung für Gelenke und Sehnen scheint vielen zu hoch, das Verletzungsrisiko zu groß. Gerade Menschen, die selbst nie gelaufen sind, warnen gern vor angeblichen Gefahren - oft ohne sportmedizinische Grundlage.
 
Doch moderne Sportmedizin und Trainingswissenschaft widersprechen diesem Bild deutlich. Gelenkknorpel ist belastbar und anpassungsfähig. Richtig dosiertes Lauftraining kann sogar dazu beitragen, die Gelenkfunktion zu erhalten und Arthrose vorzubeugen. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Art des Trainings, die Wahl der Intensität und eine saubere Technik.
 
Zahlreiche Beispiele aus dem Masters-Sport zeigen, dass Menschen jenseits der 60, 70 oder sogar 80 Jahre noch regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen - teilweise mit Leistungen, die weit über dem Durchschnitt jüngerer Freizeitläufer liegen. Altersklassenläufe bei Marathons und Volksläufen belegen eindrucksvoll: Leistungsfähigkeit kennt kein Verfallsdatum.
 
Was sich mit dem Alter verändert - und warum das kein Nachteil sein muss
 
Natürlich verändert sich der Körper im Laufe der Jahre. Die maximale Sauerstoffaufnahme sinkt, die Muskelmasse nimmt langsam ab, die Regeneration dauert länger, die Beweglichkeit lässt nach. Doch diese Prozesse sind kein Grund, mit dem Laufen aufzuhören - im Gegenteil.
 
Gerade regelmäßiges Ausdauertraining verlangsamt viele Alterungsprozesse deutlich. Studien zeigen, dass Lauftraining:
 
- die Herz-Kreislauf-Leistung verbessert
- die Knochendichte stabilisiert
- den Blutzuckerstoffwechsel reguliert
- den Fettstoffwechsel optimiert
- das Immunsystem stärkt
- kognitive Leistungsfähigkeit erhält
 
Viele Läufer berichten zudem, dass sie mit zunehmendem Alter bewusster, ökonomischer und oft auch entspannter trainieren. Der Fokus verschiebt sich: weg vom reinen Tempodruck, hin zu Konstanz, Technik und Körpergefühl. Dieser Perspektivwechsel wirkt sich positiv auf Leistungsfähigkeit, Motivation und Verletzungsanfälligkeit aus.
 
Spät anfangen? Kein Problem.
 
Auch wer erst mit 40, 50 oder 60 Jahren mit dem Joggen beginnt, profitiert erheblich. Untersuchungen zeigen, dass bereits moderate Umfänge von 60 bis 90 Minuten pro Woche ausreichen, um die Lebenserwartung messbar zu erhöhen und das biologische Alter zu senken.
 
Der Körper reagiert selbst im höheren Lebensalter erstaunlich schnell auf Trainingsreize. Herz, Lunge, Muskulatur und Stoffwechsel passen sich an - oft innerhalb weniger Monate. Viele Einsteiger berichten schon nach kurzer Zeit von besserem Schlaf, höherer Belastbarkeit im Alltag, sinkendem Blutdruck und einem insgesamt gesteigerten Wohlbefinden.
 
Entscheidend ist ein behutsamer Einstieg: Wer sich Zeit gibt, Fortschritte zulässt und den Körper nicht überfordert, kann auch im fortgeschrittenen Alter noch eine stabile und leistungsfähige Laufbasis aufbauen.
 
Alter bedeutet Anpassung, nicht Verzicht
 
Der wichtigste Unterschied zum Training in jungen Jahren liegt nicht in der Fähigkeit, sondern in der Herangehensweise. Während früher vielleicht noch jede Einheit maximal hart absolviert wurde, rücken heute Ausgewogenheit, Regeneration und Prävention stärker in den Vordergrund.

Erfolgreiche Läuferinnen und Läufer im fortgeschrittenen Alter setzen auf:

* längere Regenerationsphasen
* geringere, aber konstante Umfänge
* gezieltes Kraft- und Stabilisationstraining
* Mobilitäts- und Beweglichkeitsübungen
* abwechslungsreiche Belastungsformen wie Radfahren oder Schwimmen

Das Ziel ist nicht mehr zwangsläufig die neue Bestzeit, sondern nachhaltige Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Lebensqualität. Wer über Jahrzehnte laufen möchte, trainiert nicht härter - sondern klüger.
 
Warum Laufen im Alter besonders wertvoll ist
 
Joggen wirkt wie ein biologisches Anti-Aging-Programm. Regelmäßiges Ausdauertraining senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Osteoporose und Depressionen. Gleichzeitig verbessert es die Durchblutung des Gehirns, fördert die Neubildung von Nervenzellen und unterstützt die geistige Leistungsfähigkeit.
 
Darüber hinaus hat Laufen einen starken mentalen Effekt: Bewegung in der Natur, klare Strukturen im Alltag und das Erleben von Fortschritt wirken stabilisierend auf Psyche und Wohlbefinden. Viele ältere Läufer berichten, dass das Laufen ihnen nicht nur körperliche Fitness schenkt, sondern auch Selbstvertrauen, Lebensfreude und soziale Kontakte.
 
Gemeinsame Trainingsrunden, Lauftreffs und Wettkämpfe schaffen Gemeinschaft - und oft Freundschaften, die weit über den Sport hinausgehen.
 
Praxis-Tipps für Laufende ab 40, 50 oder 60
 
Langsam starten - Ein behutsamer Einstieg mit Geh-Lauf-Intervallen reduziert das Verletzungsrisiko deutlich und schafft eine stabile Basis.
 
Regeneration einplanen - Erholung ist Training. Ruhetage sind kein Zeichen von Schwäche, sondern Voraussetzung für Fortschritt und langfristige Belastbarkeit.
 
Krafttraining ergänzen - Zwei kurze Einheiten pro Woche reichen aus, um Muskulatur, Sehnen und Knochen nachhaltig zu stärken und die Laufökonomie zu verbessern.
 
Beweglichkeit pflegen - Mobilitätsübungen für Hüfte, Sprunggelenke und Wirbelsäule erhalten den Bewegungsumfang und beugen Fehlbelastungen vor.
 
Auf den Körper hören - Schmerzen sind kein Trainingsreiz. Anpassungen im Trainingsplan gehören zur Routine - nicht zum Scheitern.
 
 
    Alter ist kein Limit
 
Die Frage "Ab welchem Alter ist man zu alt zum Joggen?" lässt sich heute klar beantworten: Es gibt keine Altersgrenze.
 
Joggen ist eine der wirkungsvollsten Bewegungsformen für ein gesundes, aktives Leben - und das vom jungen Erwachsenenalter bis weit über das Rentenalter hinaus. Entscheidend sind nicht die Jahre im Pass, sondern die Freude an Bewegung, ein kluges Training und der Wille, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun.
 
Oder anders gesagt: Wer laufen kann, ist jung genug.




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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