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Königsforst Marathon 2026: Wenn der Wald schneller wird |
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Königsforst Marathon 2026: Wenn
der Wald schneller wird
Der Königsforst ist kein Ort
für große Gesten. Keine Hochhäuser, keine jubelnden Zuschauermassen an jeder
Ecke, kein urbaner Lärm. Und doch ist genau dieser Wald seit Jahren Bühne für
große Laufgeschichten. Am 15. März 2026 könnte ein neues Kapitel geschrieben
werden. Eines, in dem Rekorde fallen, Altersklassen neu sortiert werden und der
Begriff ?schnell? eine ganz eigene Bedeutung bekommt.
Wer einen Blick auf das
Starterfeld wirft, merkt schnell: Das ist mehr als ein gut besetzter
Landschaftslauf. Hier treffen Erfahrung, Ambition und außergewöhnliche Ausdauer
aufeinander. Vom Halbmarathon über den Marathon bis hin zum Ultramarathon stehen
Läuferinnen und Läufer an der Startlinie, die wissen, wie man Grenzen
verschiebt. Und einige von ihnen haben genau das wieder vor.
Der Königsforst-Marathon zählt
zu den ältesten Marathonveranstaltungen in Deutschland. Seit der ersten Stunde
bilden Halbmarathon und Marathon das sportliche Fundament. Eine Runde über 21,1
Kilometer für den Halbmarathon, zwei identische Runden für den Marathon. Dieses
einfache, klare Prinzip hat sich bewährt und prägt den Lauf bis heute. Der
Rundkurs selbst ist dabei nicht ganz traditionell. Seine Wegführung wurde im
Laufe der Jahre mehrfach angepasst, immer mit Blick auf Organisation, Sicherheit
und die besondere Umgebung.
Denn der Königsforst ist kein
gewöhnlicher Wald. Als Vogel- und FFH-Gebiet verlangt er Respekt und Rücksicht.
Wer hier läuft, bewegt sich durch einen sensiblen Naturraum, der Ruhe ausstrahlt
und gleichzeitig fordert. Genau diese Kombination macht die Strecke so
besonders. Der Untergrund, die sanften Wellen, die langen Passagen ohne äußere
Ablenkung. Der Wald wird nicht zur Kulisse, sondern zum Teil des Laufs.
Der Ultramarathon über 63,3
Kilometer kam erst 2021 hinzu. Er richtet sich gezielt an die Freunde der langen
Strecken und ergänzt das bestehende Konzept um eine dritte Runde durch den
Königsforst. Halbmarathon und Marathon bleiben das Herzstück der Veranstaltung,
der Ultra ist die konsequente Erweiterung für alle, die noch länger unterwegs
sein wollen.
Ultramarathon 63,3 Kilometer: Drei Runden, viel Erfahrung
Mit Streckenrekorden von 4:10
Stunden bei den Männern und 4:37 Stunden bei den Frauen ist die Latte hoch
gelegt. Und doch ist das Feld 2026 so besetzt, dass diese Marken erneut ins
Visier geraten. Allen voran David Schönherr, der aktuelle Streckenrekordler, der
den Königsforst wie kaum ein anderer kennt. Mit Max Kirschbaum steht ihm der
Deutsche Meister im 100-Kilometer-Lauf 2024 gegenüber, ein Athlet mit
ausgeprägter Tempohärte auf langen Distanzen. Daniel Bauer, Vorjahresvierter in
4:27 Stunden, gehört ebenfalls zum engsten Favoritenkreis.
Für zusätzliche Spannung sorgen
Läufer mit außergewöhnlicher Ultra-Erfahrung. Ralf Gundermann, Sieger der 230
Kilometer langen TorTour de Ruhr 2024, bringt extreme Ausdauer mit. Jimmy Balla,
Sieger des Köfo-Marathons 2024, wagt den Schritt auf die Ultra-Distanz und
dürfte für Aufmerksamkeit sorgen. Ralf Büscher steht als erster Starter der M70
für die besondere Altersklassenstärke dieser Veranstaltung.
Bei den Frauen zählen Mascha
Rondhuis als Vorjahreszweite sowie Sigrid Hoffmann und Dagmar Preuss zu den
prägenden Namen. Beide haben in ihren Altersklassen bereits Rekorde aufgestellt
und zeigen, dass konstante Leistung über Jahre möglich ist.
Marathon 42,2 Kilometer: Das Herzstück der Veranstaltung
Der Marathon bleibt der Kern
des Königsforst-Laufs. Zwei Runden durch den Wald, rhythmisch, fordernd und
ehrlich. Die Streckenrekorde von 2:24 Stunden bei den Männern und 2:53 Stunden
bei den Frauen zeigen, welches Tempo hier möglich ist.
Bei den Frauen ist das Feld
hochklassig besetzt. Martina Ottes geht als Titelverteidigerin an den Start.
Franziska Rennecke bringt eine persönliche Bestzeit von 2:49 Stunden mit, Anja
Kobs ist als Deutsche W45-Rekordlerin über 50 Kilometer eine feste Größe auf den
langen Distanzen. Susanne Schulze, zweitschnellste Läuferin der
Köfo-Alltime-Liste, zählt ebenso zu den Favoritinnen. Mit Sabine Heinrich steht
zudem eine bekannte Persönlichkeit an der Startlinie.
Bei den Männern versprechen
Oliver Baumert und Tobias Esselborn mit Bestzeiten von 2:42 und 2:41 Stunden ein
schnelles Rennen. Yannic Becker liegt bei 2:52 Stunden. In den Altersklassen
sorgen unter anderem Detlef Clever in der M60 mit einer AK-Bestzeit von 3:03
Stunden sowie Tom Fischel, AK-Rekordler im Ultramarathon, für sportliche
Qualität.
Halbmarathon 21,1 Kilometer: Eine Runde, große Leistungen
Der Halbmarathon über eine
Runde ist traditionell die Bühne für beeindruckende Altersklassenleistungen. Mit
Streckenrekorden von 66:40 Minuten bei den Männern und 77:57 Minuten bei den
Frauen ist auch hier hohes Tempo garantiert.
Besonders auffällig ist die
Vielzahl an Altersklassenrekordlern. Silke Schneider, Claudia Mordas, Ursula
Scheerbarth, Maria-Luise Kluge, Brigitte Nittel und Sandra Herbst haben in ihren
Klassen Maßstäbe gesetzt und sind teilweise in neue Altersklassen aufgerückt.
Damit sind neue Rekorde realistisch.
Bei den Männern gehören Michele
Andre Krüger mit einer Bestzeit von 1:15 Stunden und Thorsten Riepe mit 1:14
Stunden zu den schnellsten Gemeldeten. Burkhard Lennartz, vierfacher
Köfo-Marathon-Sieger, startet nun in der M55 und bringt enorme Erfahrung mit.
Sonderwertungen und Teamgeist
Auch abseits der
Einzelwertungen bietet der Königsforst-Marathon Besonderheiten. Die
Sonderwertung Bergische 126,6 Kilometer verbindet den Ultramarathon aus
Remscheid vom Oktober 2025 mit dem Ultra im Königsforst 2026. Zwei Läufe, zwei
Jahreszeiten, eine gemeinsame Wertung für echte Langstreckenspezialisten.
Die Teamwertung Family & Friends setzt auf Gemeinschaft. Freunde oder
Familien können ohne Verein gemeinsam starten. Gewertet wird die
Durchschnittszeit aller Teammitglieder, jede Einzelleistung zählt zusätzlich für
die Einzelwertung. Kreative Namen sind ausdrücklich erwünscht. Aktuell besonders
auffällig sind Warten auf Philipp, APRIS(S), Forstwärts, Gestiefelter
Muskelkater und Wir dachten es gibt Kuchen.
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Das Starterfeld ist noch nicht abgeschlossen. Weitere schnelle und besondere
Namen werden folgen. Schon jetzt steht fest: Der 15. März 2026 verspricht einen
Lauftag, an dem Tradition, Natur und sportlicher Ehrgeiz eng zusammenrücken. Der
Königsforst wird wieder zeigen, dass Geschwindigkeit auch leise sein kann.
www.koenigsforst-marathon.de |
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Foto: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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