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Breite Unterstützung für Olympia-Bewerbung in NRW |
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Quelle-Daten: Infratest |
Olympia vor der Haustür?
Warum Nordrhein-Westfalen gerade jetzt vom großen Traum träumt
Stellen wir uns einen Sommer
vor, der nach Sonnencreme, Asphalt und Adrenalin riecht. Straßen, die sonst
Pendler tragen, werden zur Laufbahn. Stadien, in denen am Wochenende
Regionalliga gespielt wird, vibrieren plötzlich im olympischen Takt. Und
mittendrin: Nordrhein-Westfalen. Kein ferner Gedanke mehr - sondern eine
realistische Option.
Genau dieses Gefühl spiegelt
sich auch in der aktuellen Umfrage wider, auf die sich dieser Beitrag bezieht.
Sie zeigt: Die Idee von Olympischen Sommerspielen in NRW ist längst kein
Luftschloss mehr.
Ein Stimmungsbild, das aufhorchen lässt
Eine repräsentative Umfrage vom
Meinungsforschungsinstitut Infratest im Auftrag des WDR zeigt, 57 Prozent der Menschen in
Nordrhein-Westfalen bewerten die Olympia-Bewerbung eher gut, nur 30 Prozent
stehen ihr eher kritisch gegenüber. Ein klarer Vorsprung - und das nicht zum
ersten Mal. Schon im Juni 2025 lag die Zustimmung auf ähnlich hohem Niveau. Die
Begeisterung ist also keine Momentaufnahme, sondern hält an.
Besonders deutlich fällt der
Zuspruch bei den Unter-50-Jährigen aus: 63 Prozent befürworten die Bewerbung,
nur 22 Prozent lehnen sie ab. In der Altersgruppe über 50 ist das Bild etwas
zurückhaltender, aber weiterhin positiv: 52 Prozent pro, 37 Prozent contra.
Das ist bemerkenswert. Denn
Großereignisse wie Olympische Spiele werden oft mit Skepsis betrachtet - zu
teuer, zu aufwendig, zu groß. In NRW scheint diese Sorge zwar vorhanden, aber
sie überwiegt nicht.
Natürlich gibt es kritische
Stimmen. 30 Prozent lehnen die Bewerbung ab. Das ist kein Randphänomen, sondern
ein wichtiger Teil der Diskussion. Fragen nach Kosten, Nachhaltigkeit und
langfristigem Nutzen müssen beantwortet werden - transparent und ehrlich.
Doch genau hier liegt die
Chance der NRW-Bewerbung: Sie kann zeigen, dass Olympische Spiele im 21.
Jahrhundert anders gedacht werden können. Regional verteilt, ressourcenschonend,
mit echtem Mehrwert für den Alltagssport.
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Die Visualisierung veranschaulicht, wie ein zunächst temporär genutztes
Olympiastadion in Köln nach den Spielen in ein Wohnquartier umgewandelt
werden könnte. Copyright: planquadrat Elfers Geskes Krämer |
Die
Bewerbung: Mehr als nur ein Großevent
Die Bewerbung versteht sich
ausdrücklich als integrativer und nachhaltiger Ansatz. Die Stadt Köln ist als ?Leading
City? vorgesehen, in der unter anderem das zentrale Olympische Dorf und das
Leichtathletikstadion errichtet werden sollen, während andere Sportarten in
verschiedenen Kommunen stattfinden könnten. Dieses Modell soll bestehen bleiben,
und es bedeutet, dass neben Leichtathletik auch Schwimmwettbewerbe,
Fußballspiele oder Hockeypartien an unterschiedlichen Orten verteilt werden.
Am 19. April 2026 können die
Stimmberechtigten in den 17 beteiligten Kommunen per Ratsbürgerentscheid ihre
Meinung kundtun. Das ist eine Form direkter Demokratie, bei der die Menschen
ausdrücklich darüber entscheiden, ob sich ihre Stadt, ihre Kommune an der
Bewerbung beteiligen soll. Berechtigt zu dieser Entscheidung sind alle
EU-Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren, die mindestens drei Monate in der
jeweiligen Kommune leben. Der Bürgerentscheid findet ausschließlich per
Briefwahl statt, und die Entscheidung soll dann darüber bestimmen, ob
Nordrhein-Westfalen offiziell beim Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) als
deutscher Bewerber für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 gemeldet
wird.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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