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Detlev Ackermann

 
   
 
   
 
   
 
 

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Das leise Ende eines Traditionslaufs: Der Aggerlauf verabschiedet sich
 
 
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23.02.2026  

 
 

 
Das leise Ende eines Traditionslaufs: Der Aggerlauf verabschiedet sich
 

Es gibt Läufe, die sind mehr als nur ein Termin im Wettkampfkalender. Sie sind Treffpunkt, Ritual und ein Stück sportliche Heimat. Der Aggerlauf gehörte über Jahrzehnte genau in diese Kategorie. Nun endet diese Geschichte. Nach 40 Jahren sagt das Organisationsteam endgültig Abschied.

Ein Jubiläum und ein Abschied
 
Im Jahr 2025 durfte der Aggerlauf noch sein 40-jähriges Bestehen feiern. Ein Meilenstein für eine Veranstaltung, die Generationen von Läufern begleitet hat. Kurz darauf folgt jedoch die ernüchternde Nachricht: Der Lauf wird in Zukunft nicht mehr stattfinden. Grund dafür ist der zunehmende Personalmangel im Organisationsteam.
 
Die Verantwortlichen betonen, dass eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht nur am Veranstaltungstag selbst, sondern vor allem in der monatelangen Vorbereitung enorme Kräfte bindet. Planung, Genehmigungen, Streckenorganisation, Helfereinsatz, Zeitnahme und Logistik sind Aufgaben, die im Ehrenamt bewältigt werden müssen. Genau dort wird es zunehmend schwierig.
 
Ein Problem, das viele Läufe betrifft
 
Die Entwicklung ist kein Einzelfall. Viele traditionelle Volksläufe in Deutschland kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen. Studien und Berichte aus der Vereinslandschaft zeigen, dass es immer schwieriger wird, Ehrenamtliche zu gewinnen und langfristig zu binden. Gleichzeitig wächst der organisatorische Aufwand durch höhere Sicherheitsanforderungen und steigende Kosten. Für kleine bis mittlere Laufveranstaltungen wird das zunehmend zur Belastungsprobe.
 
Der Aggerlauf reiht sich damit in eine Reihe traditionsreicher Läufe ein, die in den letzten Jahren aus dem Kalender verschwunden sind. Der Verlust trifft vor allem die regionale Laufszene, denn solche Veranstaltungen sind oft wichtige Einstiegsmöglichkeiten für Freizeitläufer und Walker.
 
 
Ein Lauf, der von Menschen lebte
 
Was den Aggerlauf besonders machte, war weniger die Größe als vielmehr die Atmosphäre. Ob Kurzstrecke oder Langdistanz, ob ambitionierter Wettkampf oder entspannter Lauf entlang der Agger: Jeder Teilnehmer fand seinen Platz. Genau diese Mischung war es, die den Lauf über vier Jahrzehnte hinweg getragen hat.
 
Die Strecke rund um die Aggertalsperre im Oberbergischen Land zwischen Gummersbach, Bergneustadt und Meinerzhagen prägte den Charakter des Laufs. Die 10-Kilometer-Distanz führte fast um die gesamte Seenlandschaft. Der Halbmarathon absolvierte zwei Runden und führte zusätzlich um den Vorsatz Bruch, was naturnahe Wege und weite Ausblicke über das Wasser bescherte.
 
Das Organisationsteam betont in seiner Abschiedsbotschaft vor allem eines: Dankbarkeit. Dank an die vielen Helfer, die bei Sonnenschein ebenso wie bei Schnee oder Hagel an der Strecke standen, verpflegten, sicherten und anfeuerten. Dank an Sponsoren, die Jahr für Jahr mit Geld- und Sachspenden sowie persönlichem Einsatz unterstützten. Und nicht zuletzt Dank an die Läufer selbst. Denn ein Lauf lebt von denen, die an der Startlinie stehen.
 
 
Mehr als nur ein Rennen
 
Der Aggerlauf war für viele mehr als ein Wettkampf. Für einige war er der erste Startnummerlauf überhaupt. Für andere ein fester Termin im Jahresrhythmus. Für Vereine und Familien ein gemeinsamer sportlicher Höhepunkt. Gerade diese lokale Verankerung machte den Lauf so wertvoll.
 
Mit seinem Ende geht ein Stück regionaler Laufkultur verloren. Solche Veranstaltungen sind es, die den Breitensport tragen und Nachwuchs an den Laufsport heranführen. Ohne sie fehlen niedrigschwellige Wettkampfmöglichkeiten, gerade abseits der großen Stadtmarathons.
 
Ein Dank zum Abschied
 
Zum Schluss bleibt eine Botschaft, die im Sport selten laut ausgesprochen wird: Dankbarkeit. Das Organisationsteam verabschiedet sich mit einem klaren Blick zurück auf vier Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit und gemeinsamer Laufmomente. Der Tenor ist eindeutig: Jeder Läufer, jeder Walker, jeder Helfer hat den Aggerlauf zu etwas Besonderem gemacht.
 
Der letzte Zieleinlauf ist erfolgt. Die Erinnerungen bleiben.
 
 


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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Fotos: Detlev Ackermann, laufen-in-Koeln

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