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Rund um das Bayer‑Kreuz - Frühlingssonne, Rekordzahlen und schnelle Beine
 
 
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09.03.2026  

 
 

 
Frühlingssonne, Rekordzahlen und schnelle Beine
Leverkusen eröffnet die Straßenlaufsaison mit dem Klassiker "Rund um das Bayer-Kreuz"

 
Während sich die deutsche Laufelite im niedersächsischen Uelzen bei den Deutschen Meisterschaften über zehn Kilometer auf der Straße duellierte, wurde rund 250 Kilometer weiter westlich ebenfalls kräftig Tempo gemacht. In Leverkusen fiel beim traditionsreichen Straßenlauf "Rund um das Bayer-Kreuz" der inoffizielle Startschuss in die neue Straßenlaufsaison.
 
Und dieser Auftakt hätte kaum besser ausfallen können.
 
Dabei gab es im Vorfeld durchaus eine kleine Besonderheit im Terminkalender. 2024 wurden die Deutschen Meisterschaften im 10-Kilometer-Straßenlauf noch genau hier in Leverkusen ausgetragen. In diesem Jahr fand die Meisterschaft jedoch zeitgleich im niedersächsischen Uelzen statt. Die Terminüberschneidung mit dem traditionsreichen Bayerlauf wurde nicht überall mit Begeisterung aufgenommen. Auch Ditmar Grote vom ausrichtenden Verein SV Rosche 1921 in Uelzen wies darauf hin, dass der Leverkusener Lauf innerhalb der deutschen Laufszene einen hohen Stellenwert besitzt und regelmäßig viele ambitionierte Athleten anzieht. Dennoch wollte der Deutsche Leichtathletik-Verband die Meisterschaft unbedingt früh im Jahr austragen. Im dicht gefüllten Laufkalender erwies sich dieses Wochenende schließlich als der einzige freie Termin.
 
Am Weltfrauentag verwandelte sich der Chempark erneut in eine große Laufarena. Mehr als 3.500 Meldungen bedeuteten einen neuen Teilnehmerrekord bei der 44. Auflage der Veranstaltung. Für den Ausrichter, den TSV Bayer 04 Leverkusen, ist das ein eindrucksvoller Beleg für die ungebrochene Popularität dieses Frühjahrsklassikers. Der Lauf gehört seit vielen Jahren zu den ersten großen Straßenrennen im Rheinland und zieht sowohl leistungsorientierte Athleten als auch zahlreiche Freizeitläufer an.
 
Doch der Tag bot weit mehr als nur Zahlen. Wer am Sonntagmorgen entlang der Strecke unterwegs war, spürte sofort die besondere Atmosphäre dieses Rennens. Schon früh füllte sich der Startbereich an der Otto-Bayer-Straße. Läuferinnen und Läufer joggten sich ein, Schulmannschaften sammelten sich für ihre Staffeln, und im Zielbereich wurden die letzten Vorbereitungen getroffen.
 
Ein Klassiker mit besonderer Atmosphäre
 
Der Straßenlauf rund um das Bayer-Kreuz zählt seit Jahrzehnten zu den festen Größen im Laufkalender Nordrhein-Westfalens. Gelaufen wird rund um den Chempark in Leverkusen, mit Start und Ziel an der Otto-Bayer-Straße. Die Strecke gilt als flach und schnell, weshalb sie bei ambitionierten Läufern ebenso beliebt ist wie bei Freizeitathleten, die zu Beginn des Jahres eine erste Standortbestimmung suchen.
 
Viele Teilnehmer schätzen besonders die Mischung aus industrieller Kulisse und sportlicher Dynamik. Die Strecke führt durch das Gelände rund um den Chempark und bietet dennoch genügend Raum für Zuschauer und Unterstützer. Gerade im Zielbereich entsteht eine kompakte Atmosphäre, die an große Stadtläufe erinnert.
 
Auch 2026 zeigte sich der Lauf von seiner besten Seite. Frühlingshafte Temperaturen, Sonnenschein und kaum Wind sorgten für nahezu perfekte Bedingungen. Zuschauer säumten die Strecke, Familien feuerten ihre Kinder an und im Zielbereich herrschte durchgehend Betrieb, während ein Lauf nach dem anderen gestartet wurde.
 
Dass der Termin in diesem Jahr auf den Internationalen Frauentag fiel, verlieh der Veranstaltung eine zusätzliche Bedeutung. Viele Teilnehmerinnen nutzten den Anlass bewusst, um gemeinsam laufend ein Zeichen für Gleichberechtigung und die starke Präsenz von Frauen im Sport zu setzen. Gruppen starteten gemeinsam, einige trugen symbolische Farben oder Botschaften auf ihren Startnummern. Dadurch erhielt der Lauftag eine zusätzliche emotionale Dimension.
 
Laufen und Helfen
 
Neben sportlichen Leistungen spielte auch das soziale Engagement eine wichtige Rolle. In Kooperation mit der DKMS konnten sich Besucher als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Viele Teilnehmer nutzten diese Möglichkeit direkt im Anschluss an ihren Lauf.
 
Gerade bei großen Laufveranstaltungen zeigt sich immer wieder, wie stark Sport und gesellschaftliches Engagement miteinander verbunden sein können. Für viele Läufer gehört es längst dazu, nicht nur für eine persönliche Bestzeit zu starten, sondern auch für eine gute Sache. Die Aktion fand daher großen Zuspruch und unterstrich den gemeinschaftlichen Charakter der Veranstaltung.
 
Ein Programm für alle
 
Einer der Gründe für die anhaltende Beliebtheit der Veranstaltung ist das vielseitige Programm. Vom ambitionierten Straßenläufer bis zum Nachwuchssportler findet hier jeder seinen Platz an der Startlinie. Der Lauftag ist so aufgebaut, dass sich die Wettbewerbe über den gesamten Vormittag und frühen Nachmittag verteilen. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Wechsel aus Starts, Zieleinläufen und Siegerehrungen.
 
Auf dem Programm standen zahlreiche Wettbewerbe für unterschiedliche Leistungsniveaus. Der sportliche Kern der Veranstaltung waren die klassischen Straßenläufe über fünf und zehn Kilometer. Zusätzlich gab es einen eigenen Toplauf über zehn Kilometer, der speziell für Läufer mit Zielzeiten unter 40 Minuten gedacht war. Solche schnellen Felder sorgen regelmäßig für hohes Tempo und attraktive Zeiten.
 
Ergänzt wurde das Programm durch einen 2,5-Kilometer-Vereinslauf sowie einen 1,25-Kilometer-Schnupperlauf für junge Einsteiger. Ein besonderes Highlight war der sogenannte 6-Pfoten-Lauf, bei dem Läufer gemeinsam mit ihren Hunden an den Start gingen. Diese besondere Kategorie erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit und sorgt regelmäßig für viele Zuschauer entlang der Strecke.
 
Für besonders viel Stimmung sorgten außerdem die Schulstaffeln über drei Runden à 1,25 Kilometer. Lehrkräfte, Eltern und Freunde feuerten die Teams lautstark an, während im Wechselbereich die Staffelstäbe übergeben wurden. Die Begeisterung der jungen Läufer machte deutlich, welche Rolle solche Veranstaltungen für den Nachwuchs im Laufsport spielen.
 
Mensch und Hund eröffnen den Lauftag
 
Den Auftakt bildete traditionell der 6-Pfoten-Lauf über 2,5 Kilometer. Hier starteten Läufer gemeinsam mit ihren Vierbeinern. Schon vor dem Start war die Vorfreude groß. Viele Hunde warteten ungeduldig an der Startlinie, während ihre Besitzer letzte Vorbereitungen trafen.
 
Bei den Frauen setzte sich Anke Albert mit ihrem Hund in 8:18 Minuten durch. Schnellster Mann war Nicolas Mayntz, der nach 8:41 Minuten das Ziel erreichte.
 
Der Lauf bot nicht nur sportlichen Ehrgeiz, sondern auch viele unterhaltsame Momente. Einige Hunde sprinteten voller Energie los, andere hielten ein gleichmäßiges Tempo. Zuschauer entlang der Strecke reagierten mit Applaus und Lachen, wenn besonders motivierte Vierbeiner ihre Besitzer förmlich über die Strecke zogen.
 
Ein lockerer Einstieg, der sofort zeigte, wie breit der Straßenlauf aufgestellt ist. Leistungssport und Spaß an Bewegung stehen hier gleichberechtigt nebeneinander.
 
Schnelle Beine über fünf Kilometer
 
Im anschließenden 5-Kilometer-Rennen entwickelte sich früh ein hohes Tempo. Schon kurz nach dem Start bildete sich eine kleine Spitzengruppe, die das Rennen bestimmte.
 
Der Sieg ging an Leon Rofagha vom TSV Bayer 04 Leverkusen, der mit 14:10 Minuten eine starke Zeit auf die Straße brachte. Dahinter folgten Nick Hogervorst in 14:35 Minuten und Léo Fantini in 14:36 Minuten.
 
Der flache Kurs rund um den Chempark ist bekannt dafür, schnelle Zeiten zu ermöglichen. Viele Läufer nutzten das Rennen deshalb gezielt als Tempotest zu Beginn der Frühjahrsaison.
 
Bei den Frauen dominierten ebenfalls Athletinnen aus Leverkusen.
 
Lotte Meyberg gewann in 15:42 Minuten vor Katharina Pesendorfer mit 16:30 Minuten. Rang drei belegte Therese Schuhenn vom ASV Köln in 16:46 Minuten.
 
Gemeinsam mit Finja Faßbender sicherten sich Meyberg und Pesendorfer zudem den Mannschaftssieg. Für den TSV Bayer 04 war es damit ein erfolgreicher Auftritt beim Heimrennen.
 
Höhepunkt: der schnelle Zehnkilometerlauf
 
Der sportliche Höhepunkt folgte am Nachmittag mit dem 10-Kilometer-Rennen, das über mehrere Runden durch den Chempark führte. Viele Zuschauer hatten sich inzwischen entlang der Strecke versammelt und sorgten für zusätzliche Motivation.
 
Hier setzte sich Max Nores vom TSV Bayer 04 Leverkusen durch. Der 26-Jährige gewann in 29:01 Minuten und bestätigte damit seine starke Form. Erst eine Woche zuvor war er bei den Deutschen Hallenmeisterschaften über 3000 Meter auf Rang acht gelaufen.
 
Hinter ihm entwickelte sich ein enges Rennen.
 
Cas Kopmels erreichte das Ziel nach 29:06 Minuten, dicht gefolgt von Jona Bodirsky, der in 29:13 Minuten Rang drei belegte. Die drei schnellsten Läufer lagen damit innerhalb weniger Sekunden.
 
Bei den Frauen siegte Lara Kiene von der LG Hamm mit 32:08 Minuten. Auf den weiteren Podestplätzen folgten Lena Putters von Milers Colonia 2020 in 34:25 Minuten sowie Annasophie Drees vom TSV Bayer 04 Leverkusen mit 34:28 Minuten.
 
Auch in den weiteren Altersklassen wurden starke Leistungen gezeigt. Viele Teilnehmer nutzten die guten Bedingungen, um persönliche Bestzeiten anzugreifen.
 
Nachwuchs im Mittelpunkt
 
Besonders viel Applaus gab es für die jüngsten Teilnehmer. Gerade die Nachwuchsrennen sind für viele Zuschauer einer der emotionalsten Teile des Lauftages.
 
Im 1,25-Kilometer-Schnupperlauf standen Kinder bis zur Altersklasse U14 an der Startlinie. Marlena-Bianca Wendler gewann in 4:22 Minuten vor Lennox Dyck und Jan Klahr.
 
Auch im 2,5-Kilometer-Vereinslauf präsentierte sich der Nachwuchs stark. Hier siegte Vincent Muskat in 8:06 Minuten.
 
Für viele Kinder und Jugendliche ist ein solcher Wettbewerb der erste Kontakt mit einer größeren Laufveranstaltung. Nicht selten beginnt genau hier die Begeisterung für den Laufsport, aus der später eine langfristige sportliche Laufbahn entstehen kann.
 
Mehr als ein Rennen
 
Der Lauf "Rund um das Bayer-Kreuz" zeigt seit Jahrzehnten, wie vielfältig der Laufsport sein kann. Spitzensportler jagen schnelle Zeiten, Freizeitläufer genießen die Atmosphäre und Kinder erleben ihren ersten Wettkampf.
 
Diese Mischung macht den Reiz der Veranstaltung aus. Während auf der Strecke um Sekunden gekämpft wird, entstehen am Streckenrand Gespräche, Begegnungen und neue Laufpläne für das Jahr.
 
Gerade zu Beginn der Saison hat ein solcher Lauf eine besondere Bedeutung. Viele Athleten nutzen ihn als ersten Formtest, andere als motivierenden Einstieg nach den Wintermonaten. Für Vereine bietet sich zudem die Gelegenheit, gemeinsam in die neue Saison zu starten.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Foto: Jochen Baumhof

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