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Rund um das Bayer‑Kreuz - Frühlingssonne, Rekordzahlen und schnelle Beine |
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Frühlingssonne, Rekordzahlen und schnelle Beine
Leverkusen eröffnet die Straßenlaufsaison mit dem Klassiker "Rund um das
Bayer-Kreuz"
Während sich die deutsche
Laufelite im niedersächsischen Uelzen bei den Deutschen Meisterschaften über
zehn Kilometer auf der Straße duellierte, wurde rund 250 Kilometer weiter
westlich ebenfalls kräftig Tempo gemacht. In Leverkusen fiel beim
traditionsreichen Straßenlauf "Rund um das Bayer-Kreuz" der inoffizielle
Startschuss in die neue Straßenlaufsaison.
Und dieser Auftakt hätte kaum
besser ausfallen können.
Dabei gab es im Vorfeld
durchaus eine kleine Besonderheit im Terminkalender. 2024 wurden die Deutschen
Meisterschaften im 10-Kilometer-Straßenlauf noch genau hier in Leverkusen
ausgetragen. In diesem Jahr fand die Meisterschaft jedoch zeitgleich im
niedersächsischen Uelzen statt. Die Terminüberschneidung mit dem
traditionsreichen Bayerlauf wurde nicht überall mit Begeisterung aufgenommen.
Auch Ditmar Grote vom ausrichtenden Verein SV Rosche 1921 in Uelzen wies darauf
hin, dass der Leverkusener Lauf innerhalb der deutschen Laufszene einen hohen
Stellenwert besitzt und regelmäßig viele ambitionierte Athleten anzieht. Dennoch
wollte der Deutsche Leichtathletik-Verband die Meisterschaft unbedingt früh im
Jahr austragen. Im dicht gefüllten Laufkalender erwies sich dieses Wochenende
schließlich als der einzige freie Termin.
Am Weltfrauentag verwandelte
sich der Chempark erneut in eine große Laufarena. Mehr als 3.500 Meldungen
bedeuteten einen neuen Teilnehmerrekord bei der 44. Auflage der Veranstaltung.
Für den Ausrichter, den TSV Bayer 04 Leverkusen, ist das ein eindrucksvoller
Beleg für die ungebrochene Popularität dieses Frühjahrsklassikers. Der Lauf
gehört seit vielen Jahren zu den ersten großen Straßenrennen im Rheinland und
zieht sowohl leistungsorientierte Athleten als auch zahlreiche Freizeitläufer
an.
Doch der Tag bot weit mehr als
nur Zahlen. Wer am Sonntagmorgen entlang der Strecke unterwegs war, spürte
sofort die besondere Atmosphäre dieses Rennens. Schon früh füllte sich der
Startbereich an der Otto-Bayer-Straße. Läuferinnen und Läufer joggten sich ein,
Schulmannschaften sammelten sich für ihre Staffeln, und im Zielbereich wurden
die letzten Vorbereitungen getroffen.
Ein Klassiker mit besonderer Atmosphäre
Der Straßenlauf rund um das
Bayer-Kreuz zählt seit Jahrzehnten zu den festen Größen im Laufkalender
Nordrhein-Westfalens. Gelaufen wird rund um den Chempark in Leverkusen, mit
Start und Ziel an der Otto-Bayer-Straße. Die Strecke gilt als flach und schnell,
weshalb sie bei ambitionierten Läufern ebenso beliebt ist wie bei
Freizeitathleten, die zu Beginn des Jahres eine erste Standortbestimmung suchen.
Viele Teilnehmer schätzen
besonders die Mischung aus industrieller Kulisse und sportlicher Dynamik. Die
Strecke führt durch das Gelände rund um den Chempark und bietet dennoch genügend
Raum für Zuschauer und Unterstützer. Gerade im Zielbereich entsteht eine
kompakte Atmosphäre, die an große Stadtläufe erinnert.
Auch 2026 zeigte sich der Lauf
von seiner besten Seite. Frühlingshafte Temperaturen, Sonnenschein und kaum Wind
sorgten für nahezu perfekte Bedingungen. Zuschauer säumten die Strecke, Familien
feuerten ihre Kinder an und im Zielbereich herrschte durchgehend Betrieb,
während ein Lauf nach dem anderen gestartet wurde.
Dass der Termin in diesem Jahr
auf den Internationalen Frauentag fiel, verlieh der Veranstaltung eine
zusätzliche Bedeutung. Viele Teilnehmerinnen nutzten den Anlass bewusst, um
gemeinsam laufend ein Zeichen für Gleichberechtigung und die starke Präsenz von
Frauen im Sport zu setzen. Gruppen starteten gemeinsam, einige trugen
symbolische Farben oder Botschaften auf ihren Startnummern. Dadurch erhielt der
Lauftag eine zusätzliche emotionale Dimension.
Laufen und Helfen
Neben sportlichen Leistungen
spielte auch das soziale Engagement eine wichtige Rolle. In Kooperation mit der
DKMS konnten sich Besucher als potenzielle Stammzellenspender registrieren
lassen. Viele Teilnehmer nutzten diese Möglichkeit direkt im Anschluss an ihren
Lauf.
Gerade bei großen
Laufveranstaltungen zeigt sich immer wieder, wie stark Sport und
gesellschaftliches Engagement miteinander verbunden sein können. Für viele
Läufer gehört es längst dazu, nicht nur für eine persönliche Bestzeit zu
starten, sondern auch für eine gute Sache. Die Aktion fand daher großen Zuspruch
und unterstrich den gemeinschaftlichen Charakter der Veranstaltung.
Ein Programm für alle
Einer der Gründe für die
anhaltende Beliebtheit der Veranstaltung ist das vielseitige Programm. Vom
ambitionierten Straßenläufer bis zum Nachwuchssportler findet hier jeder seinen
Platz an der Startlinie. Der Lauftag ist so aufgebaut, dass sich die Wettbewerbe
über den gesamten Vormittag und frühen Nachmittag verteilen. Dadurch entsteht
ein kontinuierlicher Wechsel aus Starts, Zieleinläufen und Siegerehrungen.
Auf dem Programm standen
zahlreiche Wettbewerbe für unterschiedliche Leistungsniveaus. Der sportliche
Kern der Veranstaltung waren die klassischen Straßenläufe über fünf und zehn
Kilometer. Zusätzlich gab es einen eigenen Toplauf über zehn Kilometer, der
speziell für Läufer mit Zielzeiten unter 40 Minuten gedacht war. Solche
schnellen Felder sorgen regelmäßig für hohes Tempo und attraktive Zeiten.
Ergänzt wurde das Programm
durch einen 2,5-Kilometer-Vereinslauf sowie einen 1,25-Kilometer-Schnupperlauf
für junge Einsteiger. Ein besonderes Highlight war der sogenannte 6-Pfoten-Lauf,
bei dem Läufer gemeinsam mit ihren Hunden an den Start gingen. Diese besondere
Kategorie erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit und sorgt
regelmäßig für viele Zuschauer entlang der Strecke.
Für besonders viel Stimmung
sorgten außerdem die Schulstaffeln über drei Runden à 1,25 Kilometer.
Lehrkräfte, Eltern und Freunde feuerten die Teams lautstark an, während im
Wechselbereich die Staffelstäbe übergeben wurden. Die Begeisterung der jungen
Läufer machte deutlich, welche Rolle solche Veranstaltungen für den Nachwuchs im
Laufsport spielen.
Mensch und Hund eröffnen den Lauftag
Den Auftakt bildete
traditionell der 6-Pfoten-Lauf über 2,5 Kilometer. Hier starteten Läufer
gemeinsam mit ihren Vierbeinern. Schon vor dem Start war die Vorfreude groß.
Viele Hunde warteten ungeduldig an der Startlinie, während ihre Besitzer letzte
Vorbereitungen trafen.
Bei den Frauen setzte sich Anke
Albert mit ihrem Hund in 8:18 Minuten durch. Schnellster Mann war Nicolas Mayntz,
der nach 8:41 Minuten das Ziel erreichte.
Der Lauf bot nicht nur
sportlichen Ehrgeiz, sondern auch viele unterhaltsame Momente. Einige Hunde
sprinteten voller Energie los, andere hielten ein gleichmäßiges Tempo. Zuschauer
entlang der Strecke reagierten mit Applaus und Lachen, wenn besonders motivierte
Vierbeiner ihre Besitzer förmlich über die Strecke zogen.
Ein lockerer Einstieg, der
sofort zeigte, wie breit der Straßenlauf aufgestellt ist. Leistungssport und
Spaß an Bewegung stehen hier gleichberechtigt nebeneinander.
Schnelle Beine über fünf Kilometer
Im anschließenden
5-Kilometer-Rennen entwickelte sich früh ein hohes Tempo. Schon kurz nach dem
Start bildete sich eine kleine Spitzengruppe, die das Rennen bestimmte.
Der Sieg ging an Leon Rofagha
vom TSV Bayer 04 Leverkusen, der mit 14:10 Minuten eine starke Zeit auf die
Straße brachte. Dahinter folgten Nick Hogervorst in 14:35 Minuten und Léo
Fantini in 14:36 Minuten.
Der flache Kurs rund um den
Chempark ist bekannt dafür, schnelle Zeiten zu ermöglichen. Viele Läufer nutzten
das Rennen deshalb gezielt als Tempotest zu Beginn der Frühjahrsaison.
Bei den Frauen dominierten
ebenfalls Athletinnen aus Leverkusen.
Lotte Meyberg gewann in 15:42
Minuten vor Katharina Pesendorfer mit 16:30 Minuten. Rang drei belegte Therese
Schuhenn vom ASV Köln in 16:46 Minuten.
Gemeinsam mit Finja Faßbender
sicherten sich Meyberg und Pesendorfer zudem den Mannschaftssieg. Für den TSV
Bayer 04 war es damit ein erfolgreicher Auftritt beim Heimrennen.
Höhepunkt: der schnelle Zehnkilometerlauf
Der sportliche Höhepunkt folgte
am Nachmittag mit dem 10-Kilometer-Rennen, das über mehrere Runden durch den Chempark führte. Viele Zuschauer hatten sich inzwischen entlang der Strecke
versammelt und sorgten für zusätzliche Motivation.
Hier setzte sich Max Nores vom
TSV Bayer 04 Leverkusen durch. Der 26-Jährige gewann in 29:01 Minuten und
bestätigte damit seine starke Form. Erst eine Woche zuvor war er bei den
Deutschen Hallenmeisterschaften über 3000 Meter auf Rang acht gelaufen.
Hinter ihm entwickelte sich ein
enges Rennen.
Cas Kopmels erreichte das Ziel
nach 29:06 Minuten, dicht gefolgt von Jona Bodirsky, der in 29:13 Minuten Rang
drei belegte. Die drei schnellsten Läufer lagen damit innerhalb weniger
Sekunden.
Bei den Frauen siegte Lara
Kiene von der LG Hamm mit 32:08 Minuten. Auf den weiteren Podestplätzen folgten
Lena Putters von Milers Colonia 2020 in 34:25 Minuten sowie Annasophie Drees vom
TSV Bayer 04 Leverkusen mit 34:28 Minuten.
Auch in den weiteren
Altersklassen wurden starke Leistungen gezeigt. Viele Teilnehmer nutzten die
guten Bedingungen, um persönliche Bestzeiten anzugreifen.
Nachwuchs im Mittelpunkt
Besonders viel Applaus gab es
für die jüngsten Teilnehmer. Gerade die Nachwuchsrennen sind für viele Zuschauer
einer der emotionalsten Teile des Lauftages.
Im 1,25-Kilometer-Schnupperlauf
standen Kinder bis zur Altersklasse U14 an der Startlinie. Marlena-Bianca Wendler gewann in 4:22 Minuten vor Lennox Dyck und Jan Klahr.
Auch im
2,5-Kilometer-Vereinslauf präsentierte sich der Nachwuchs stark. Hier siegte
Vincent Muskat in 8:06 Minuten.
Für viele Kinder und
Jugendliche ist ein solcher Wettbewerb der erste Kontakt mit einer größeren
Laufveranstaltung. Nicht selten beginnt genau hier die Begeisterung für den
Laufsport, aus der später eine langfristige sportliche Laufbahn entstehen kann.
Mehr als ein Rennen
Der Lauf "Rund um das
Bayer-Kreuz" zeigt seit Jahrzehnten, wie vielfältig der Laufsport sein kann.
Spitzensportler jagen schnelle Zeiten, Freizeitläufer genießen die Atmosphäre
und Kinder erleben ihren ersten Wettkampf.
Diese Mischung macht den Reiz
der Veranstaltung aus. Während auf der Strecke um Sekunden gekämpft wird,
entstehen am Streckenrand Gespräche, Begegnungen und neue Laufpläne für das
Jahr.
Gerade zu Beginn der Saison hat
ein solcher Lauf eine besondere Bedeutung. Viele Athleten nutzen ihn als ersten
Formtest, andere als motivierenden Einstieg nach den Wintermonaten. Für Vereine
bietet sich zudem die Gelegenheit, gemeinsam in die neue Saison zu starten.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Foto: Jochen Baumhof
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