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Ringer und Pfeiffer dominieren die Halbmarathon-DM in Frankfurt |
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Meister im HM 2026: Richard Ringer |
Nächstes Kapitel der Straßen-DM:
Ringer und Pfeiffer holen sich in Frankfurt die
Halbmarathon-Titel
Der Atem steht in kleinen
Wolken über dem Startblock, als die ersten Schritte auf dem Asphalt knirschen.
Ein leises Rascheln, das Summen der Menge, dann fällt der Startschuss - und
Frankfurt setzt sich in Bewegung.
Vor dem Deutsche Bank Park
schiebt sich ein dichtes Feld nach vorne, Schritt für Schritt, Tempo für Tempo.
10.553 Läuferinnen und Läufer sind es an diesem Morgen, so viele wie nie zuvor.
Zwischen ihnen: ambitionierte Hobbyläufer, erfahrene Straßenkämpfer ? und
mittendrin die besten deutschen Halbmarathonläufer, die um Titel kämpfen.
Denn dieser 22. März 2026 ist
mehr als ein großer Lauftag. Es ist die Bühne der Deutschen Meisterschaften, ein
Formtest im Frühjahr ? und ein Rennen, das zeigt, wer in dieser Saison den Ton
angeben kann.
Und zwei Namen stehen am Ende
über allem: Richard Ringer und Esther Pfeiffer.
Richard Ringer: Der Mann für die zweite Hälfte
Es ist ein Rennen, das viel
über Erfahrung erzählt. Richard Ringer läuft nicht los wie ein Sprinter, er
entwickelt sein Rennen. Der 37-Jährige bleibt zunächst kontrolliert, beobachtet,
wartet. Dann, nach der Hälfte, verschiebt er die Dynamik.
Was folgt, ist eine
Demonstration von Rennintelligenz. Schritt für Schritt distanziert er die
Konkurrenz und läuft nach 63:26 Minuten souverän zum deutschen Meistertitel.
Dieser Sieg kommt nicht aus dem
Nichts. Valencia, Dubai, Frankfurt. Drei Rennen, drei starke Auftritte. Bereits
im Februar hatte Ringer in Dubai mit 61:07 Minuten die EM-Norm erfüllt. Seine
Entwicklung in diesem Jahr wirkt konsequent und zielgerichtet.
Tom Thurley sichert sich in
64:24 Minuten Silber, Lars Franken holt Bronze und gleichzeitig den U23-Titel.
Doch im Fokus steht Ringer. Ein Athlet, der weiß, wann ein Rennen beginnt und
wann es entschieden wird.
Esther Pfeiffer: Titelverteidigung mit Tempo und Teamwork
Auch bei den Frauen gibt es
keine Zweifel an der Siegerin. Esther Pfeiffer läuft von Beginn an kontrolliert
an der Spitze. Immer an ihrer Seite: ihr Mann Hendrik Pfeiffer, der als
Tempomacher agiert und eigene Ambitionen zurückstellt.
Diese Konstellation zahlt sich
aus. Pfeiffer gewinnt in 70:39 Minuten und verteidigt damit ihren DM-Titel
eindrucksvoll.
Was auffällt: ihre
Souveränität. Kein Einbruch, kein taktisches Zögern. Stattdessen ein
gleichmäßiges, starkes Rennen. Antonia Schiel folgt mit 1:11:08 Stunden auf Rang
zwei, Nina Reuter wird Dritte.
Während Konkurrentin Domenika
Mayer parallel in Dresden über 10 Kilometer startet, nutzt Pfeiffer Frankfurt
als Bühne und als Formtest.
Rekorde, Resonanz und ein Rennen im Aufwind
Frankfurt überzeugt nicht nur
sportlich. Auch die Veranstaltung selbst wächst weiter.
Mit 10.553 Finishern wird ein
neuer Teilnehmerrekord erreicht. Bereits 2025 war das Rennen innerhalb von 12
Stunden ausgebucht. Die Bedingungen: kühl im Startbereich, sonnig im
Rennverlauf. Nahezu ideal.
Die Integration der Deutschen
Meisterschaften hebt das Niveau zusätzlich. Auffällig ist, wie eng nationale
Spitze und Gesamtfeld zusammenrücken. Viele Top-Platzierungen der Meisterschaft
spiegeln sich im Gesamteinlauf wider.
Das zeigt: Der deutsche
Halbmarathon erlebt eine Phase der Verdichtung. Die Leistungsdichte steigt, die
Rennen werden taktischer und schneller.
Mehr als ein Titel: Ein Blick Richtung Frühjahr
Frankfurt war ein Höhepunkt.
Aber keiner, der für sich allein steht.
Für Richard Ringer ist der
Blick bereits auf den Marathon gerichtet. Boston wartet. Für Esther Pfeiffer
folgt nur eine Woche später der Berliner Halbmarathon mit klaren Ambitionen auf
eine neue Bestzeit.
Und genau hier liegt die
eigentliche Spannung dieser Veranstaltung.
Frankfurt ist nicht das Finale.
Es ist der Auftakt.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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