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DOSB: Sport und Bewegung fördern - Gesundheitskosten senken
 
 
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02.04.2026  

 
 

 
DOSB: Sport und Bewegung fördern - Gesundheitskosten senken

 
Angesichts der dramatisch wachsenden Finanzierungslücke in der gesetzlichen Krankenversicherung fordert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), Sport und Bewegung als zentralen Baustein einer wirksamen Präventions- und Gesundheitspolitik strukturell zu stärken. Der organisierte Sport erreicht Millionen Menschen, wirkt präventiv über alle Altersgruppen hinweg und kann einen entscheidenden Beitrag leisten, Gesundheitskosten langfristig zu senken.
 
Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung spitzt sich dramatisch zu. Die Finanzkommission Gesundheit des Bundesministeriums für Gesundheit beziffert die bestehende Finanzierungslücke auf über 15 Milliarden Euro im Jahr 2027. Bis 2030 soll sie auf mehr als 40 Milliarden Euro anwachsen. In der aktuellen Debatte um Einsparungen und Strukturreformen fehlt aus Sicht des DOSB jedoch ein zentraler strategischer Hebel: eine systematische Stärkung von Sport und Bewegung.
 
"Sport und Bewegung sind eines der wirksamsten und zugleich kosteneffizientesten Präventionsprogramme, die wir haben", sagt DOSB-Präsident Thomas Weikert. "Wenn wir die Gesundheitsausgaben langfristig stabilisieren wollen, müssen wir jetzt systematisch in Bewegung investieren - nicht irgendwann, sondern jetzt."
 
Bewegung senkt Kosten - und stärkt Gesundheit
 
Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt nachweislich präventiv gegen weit verbreitete Zivilisationserkrankungen wie Adipositas, Diabetes Typ 2 sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zugleich stärkt Bewegung die psychische Gesundheit, verbessert Lebensqualität, Selbstbewusstsein und soziale Teilhabe und wirkt über alle Altersgruppen hinweg.
 
Internationale Studien belegen den gesundheitlichen und ökonomischen Nutzen von Bewegung eindeutig. Eine gemeinsame Analyse von WHO und OECD zeigt, dass in Europa jährlich rund 8 Milliarden Euro Gesundheitskosten eingespart werden könnten, wenn alle Menschen das empfohlene Mindestmaß an Bewegung erreichten. Gleichzeitig ließen sich tausende vorzeitige Todesfälle vermeiden und Millionen Krankheitsfälle verhindern.
 
Demgegenüber steht die hohe Belastung durch Bewegungsmangel: Rund jede dritte Person in der EU erreicht nicht das empfohlene Mindestmaß an Bewegung - mit erheblichen Folgen für Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften.
 
"Bewegungsmangel kostet jedes Jahr Milliarden. Prävention durch Sport ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern eine gesundheitspolitische Notwendigkeit", so Weikert.
 
Der organisierte Sport erreicht Millionen Menschen
 
Der organisierte Sport ist die größte zivilgesellschaftliche Bewegung Deutschlands und erreicht Menschen in allen Lebensphasen. Rund 29,3 Millionen Mitgliedschaften in etwa 86.000 Sportvereinen zeigen die enorme Reichweite des Sports in Deutschland. Nahezu jede dritte Person ist Mitglied in einem Sportverein, bei Kindern und Jugendlichen ist es sogar etwa jede zweite.
 
Der Sportentwicklungsbericht 2023?2025 unterstreicht die zentrale gesellschaftliche Rolle der Vereine: Sie schaffen niedrigschwellige, wohnortnahe Bewegungsangebote für alle Zielgruppen - von Kindern über Berufstätige bis hin zu älteren Menschen - und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zu Gesundheit, Integration, Teilhabe und sozialem Zusammenhalt.
 
Der organisierte Sport ist bereits Teil der Lösung
 
Der DOSB bringt Bewegung gezielt in Gesundheitsförderung und Prävention ein. Mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT stehen qualitätsgesicherte Präventionskurse in Sportvereinen zur Verfügung. Das Rezept für Bewegung ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, Bewegung strukturiert zu empfehlen und Patientinnen und Patienten in passende Angebote in Sportvereinen zu vermitteln. Über die Bewegungslandkarte können Bürgerinnen und Bürger wohnortnah geeignete Sport- und Bewegungsangebote in ihrer Nähe finden.
 
Diese Strukturen zeigen: Der organisierte Sport ist nicht nur Teil der Lösung - er ist bereits heute ein leistungsfähiger und flächendeckend wirksamer Partner für Prävention und Gesundheitsförderung.
 
DOSB fordert politische Weichenstellungen
 
Vor dem Hintergrund weiter steigender Gesundheitsausgaben sieht der DOSB dringenden Handlungsbedarf. Prävention durch mehr Sport und Bewegung muss systematisch gestärkt und verbindlich in der Gesundheitspolitik verankert werden.
 
Der DOSB fordert deshalb:
 
- eine nationale Agenda für Bewegungsförderung, die Bund, Länder, Kommunen und gesellschaftliche Partner mit klaren Verantwortlichkeiten und verbindlichen Strukturen zusammenführt,
- eine stärkere Verankerung von Bewegungsförderung in allen relevanten Politikfeldern, insbesondere in Gesundheit, Bildung, Verkehr, Stadtentwicklung und Sport,
- die Verstetigung und Stärkung des Runden Tisches Bewegung und Gesundheit beim Bundesgesundheitsministerium,
- eine gezielte Stärkung des "Rezepts für Bewegung", um Bewegung in der gesundheitlichen Versorgung sichtbarer und leichter nutzbar zu machen,
- den Aufbau eines nationalen Kompetenzzentrums für Bewegungsförderung, das Maßnahmen entwickelt, koordiniert, wissenschaftlich begleitet und evaluiert,
- sowie ein nationales Gesundheitsziel "Bewegungsförderung" mit messbaren Zielen, ausreichender Finanzierung und klaren Zuständigkeiten.
  
"Wenn wir Sport und Bewegung als festen Bestandteil einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie begreifen, gewinnen alle: die Menschen durch mehr Lebensqualität und Gesundheit, die Gesellschaft durch mehr Zusammenhalt und das Gesundheitssystem durch langfristige Entlastung", sagt Weikert.


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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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