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DOSB: Sport und Bewegung fördern - Gesundheitskosten senken |
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DOSB: Sport und Bewegung fördern -
Gesundheitskosten senken
Angesichts der dramatisch
wachsenden Finanzierungslücke in der gesetzlichen Krankenversicherung fordert
der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), Sport und Bewegung als zentralen
Baustein einer wirksamen Präventions- und Gesundheitspolitik strukturell zu
stärken. Der organisierte Sport erreicht Millionen Menschen, wirkt präventiv
über alle Altersgruppen hinweg und kann einen entscheidenden Beitrag leisten,
Gesundheitskosten langfristig zu senken.
Die finanzielle Lage der
gesetzlichen Krankenversicherung spitzt sich dramatisch zu. Die Finanzkommission
Gesundheit des Bundesministeriums für Gesundheit beziffert die bestehende
Finanzierungslücke auf über 15 Milliarden Euro im Jahr 2027. Bis 2030 soll sie
auf mehr als 40 Milliarden Euro anwachsen. In der aktuellen Debatte um
Einsparungen und Strukturreformen fehlt aus Sicht des DOSB jedoch ein zentraler
strategischer Hebel: eine systematische Stärkung von Sport und Bewegung.
"Sport und Bewegung sind eines
der wirksamsten und zugleich kosteneffizientesten Präventionsprogramme, die wir
haben", sagt DOSB-Präsident Thomas Weikert. "Wenn wir die Gesundheitsausgaben
langfristig stabilisieren wollen, müssen wir jetzt systematisch in Bewegung
investieren - nicht irgendwann, sondern jetzt."
Bewegung senkt Kosten - und stärkt Gesundheit
Regelmäßige körperliche
Aktivität wirkt nachweislich präventiv gegen weit verbreitete
Zivilisationserkrankungen wie Adipositas, Diabetes Typ 2 sowie
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zugleich stärkt Bewegung die psychische Gesundheit,
verbessert Lebensqualität, Selbstbewusstsein und soziale Teilhabe und wirkt über
alle Altersgruppen hinweg.
Internationale Studien belegen
den gesundheitlichen und ökonomischen Nutzen von Bewegung eindeutig. Eine
gemeinsame Analyse von WHO und OECD zeigt, dass in Europa jährlich rund 8
Milliarden Euro Gesundheitskosten eingespart werden könnten, wenn alle Menschen
das empfohlene Mindestmaß an Bewegung erreichten. Gleichzeitig ließen sich
tausende vorzeitige Todesfälle vermeiden und Millionen Krankheitsfälle
verhindern.
Demgegenüber steht die hohe
Belastung durch Bewegungsmangel: Rund jede dritte Person in der EU erreicht
nicht das empfohlene Mindestmaß an Bewegung - mit erheblichen Folgen für
Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften.
"Bewegungsmangel kostet jedes
Jahr Milliarden. Prävention durch Sport ist keine freiwillige Zusatzleistung,
sondern eine gesundheitspolitische Notwendigkeit", so Weikert.
Der organisierte Sport erreicht Millionen Menschen
Der organisierte Sport ist die
größte zivilgesellschaftliche Bewegung Deutschlands und erreicht Menschen in
allen Lebensphasen. Rund 29,3 Millionen Mitgliedschaften in etwa 86.000
Sportvereinen zeigen die enorme Reichweite des Sports in Deutschland. Nahezu
jede dritte Person ist Mitglied in einem Sportverein, bei Kindern und
Jugendlichen ist es sogar etwa jede zweite.
Der Sportentwicklungsbericht
2023?2025 unterstreicht die zentrale gesellschaftliche Rolle der Vereine: Sie
schaffen niedrigschwellige, wohnortnahe Bewegungsangebote für alle Zielgruppen -
von Kindern über Berufstätige bis hin zu älteren Menschen - und leisten damit
einen unverzichtbaren Beitrag zu Gesundheit, Integration, Teilhabe und sozialem
Zusammenhalt.
Der organisierte Sport ist bereits Teil der Lösung
Der DOSB bringt Bewegung
gezielt in Gesundheitsförderung und Prävention ein. Mit dem Qualitätssiegel
SPORT PRO GESUNDHEIT stehen qualitätsgesicherte Präventionskurse in
Sportvereinen zur Verfügung. Das Rezept für Bewegung ermöglicht Ärztinnen und
Ärzten, Bewegung strukturiert zu empfehlen und Patientinnen und Patienten in
passende Angebote in Sportvereinen zu vermitteln. Über die Bewegungslandkarte
können Bürgerinnen und Bürger wohnortnah geeignete Sport- und Bewegungsangebote
in ihrer Nähe finden.
Diese Strukturen zeigen: Der
organisierte Sport ist nicht nur Teil der Lösung - er ist bereits heute ein
leistungsfähiger und flächendeckend wirksamer Partner für Prävention und
Gesundheitsförderung.
DOSB fordert politische Weichenstellungen
Vor dem Hintergrund weiter
steigender Gesundheitsausgaben sieht der DOSB dringenden Handlungsbedarf.
Prävention durch mehr Sport und Bewegung muss systematisch gestärkt und
verbindlich in der Gesundheitspolitik verankert werden.
Der DOSB fordert deshalb:
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eine
nationale Agenda für Bewegungsförderung, die Bund, Länder, Kommunen und
gesellschaftliche Partner mit klaren Verantwortlichkeiten und
verbindlichen Strukturen zusammenführt, |
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eine stärkere
Verankerung von Bewegungsförderung in allen relevanten Politikfeldern,
insbesondere in Gesundheit, Bildung, Verkehr, Stadtentwicklung und
Sport, |
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die
Verstetigung und Stärkung des Runden Tisches Bewegung und Gesundheit
beim Bundesgesundheitsministerium, |
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eine gezielte
Stärkung des "Rezepts für Bewegung", um Bewegung in der gesundheitlichen
Versorgung sichtbarer und leichter nutzbar zu machen, |
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den Aufbau
eines nationalen Kompetenzzentrums für Bewegungsförderung, das Maßnahmen
entwickelt, koordiniert, wissenschaftlich begleitet und evaluiert,
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sowie ein
nationales Gesundheitsziel "Bewegungsförderung" mit messbaren Zielen,
ausreichender Finanzierung und klaren Zuständigkeiten. |
"Wenn wir Sport und Bewegung als festen Bestandteil einer ganzheitlichen
Gesundheitsstrategie begreifen, gewinnen alle: die Menschen durch mehr
Lebensqualität und Gesundheit, die Gesellschaft durch mehr Zusammenhalt und das
Gesundheitssystem durch langfristige Entlastung", sagt Weikert.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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