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Überraschung in Hannover, Glanzlauf von Mayer
 
 
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13.04.2026  

 
 

Maru Thomas Kibet lief auf den letzten Kilometern noch ganz nach vorne

 
Maru Thomas Kibet überrascht Hannover, Domenika Mayer schreibt das Rennen groß

 
Es gibt Marathontage, die verlaufen nach Plan. Beim ADAC Marathon Hannover, in dessen Rahmen auch die Deutschen Marathon-Meisterschaften entschieden wurden, schien vieles auf einen klassischen Favoritentag hinzudeuten. Die Favoriten setzen sich durch, die Schlagzeilen stehen fast schon vor dem Start fest. Und dann gibt es jene Sonntage, an denen ein Rennen plötzlich eine andere Richtung nimmt, ein Außenseiter alle Berechnungen sprengt und eine Topläuferin dem Tag trotzdem ihren Stempel aufdrückt. Hannover 2026 war genau so ein Sonntag.
 
Auf den ersten Blick gehört die Überraschung des Tages Maru Thomas Kibet. Der Kenianer gewann den ADAC Marathon Hannover bei seinem ersten Start in Deutschland in 2:07:53 Stunden und verbesserte seine persönliche Bestzeit damit um mehr als neun Minuten. Noch wenige Kilometer vor dem Ziel sah es eher nach einem Sieg von Godwin Katakura aus Simbabwe aus, doch Kibet drehte das Rennen noch und setzte sich vor Katakura in 2:08:46 und Asnake Dubre aus Äthiopien in 2:10:22 durch.
 
Es war ein starker Siegerlauf. Aber es war nicht die Geschichte, über die in Hannover am meisten gesprochen wurde.
 

Domenika Mayer feierte einen großen Sieg in Hannover

 
Denn was Domenika Mayer an diesem Tag zeigte, war mehr als ein weiterer Erfolg. Es war ein Lauf, der in Erinnerung bleibt. Die Regensburgerin gewann in 2:21:26 Stunden, verbesserte ihren eigenen Streckenrekord von 2:23:50 klar und schob sich damit auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste. Schneller war in Deutschland bislang nur Irina Mikitenko mit ihrem Rekord von 2:19:19 Stunden aus dem Jahr 2008.
 
Schon bei Halbmarathon deutete sich an, dass Mayer in einer eigenen Liga unterwegs war. Nach 1:10:31 Stunden passierte sie die Marke, Fabienne Königstein folgte knapp eine Minute später in 1:11:25. Was zunächst wie ein ambitioniertes Meisterschaftsrennen wirkte, entwickelte sich schnell zu einem souveränen Sololauf an der Spitze. Mayer lief entschlossen, kontrolliert und mit jener Mischung aus Mut und Ruhe, die große Marathonleistungen auszeichnet. Erst auf den letzten zehn Kilometern verlor sie etwas Tempo, ohne dass ihr Auftritt an Glanz einbüßte.
 
Gerade das macht diese Leistung so eindrucksvoll. Mayer hatte im Vorfeld angekündigt, ihre Bestzeit deutlich verbessern zu wollen. In Hannover setzte sie dieses Vorhaben konsequent um. Im Ziel freute sie sich über Platz zwei in der deutschen Bestenliste, über ihren Meistertitel und über die Atmosphäre an der Strecke, die sie förmlich getragen habe.
 
Hinter ihr zeigte Fabienne Königstein ein starkes Rennen. Die Läuferin von Hannover 96 lief bei ihrem Heimauftritt 2:24:31 Stunden und blieb damit nur über ihrer Bestzeit aus Berlin. Nach einer verletzungsgeprägten Phase war das ein klares Signal. Königstein ging das Rennen mutig an, musste in der zweiten Hälfte aber dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Gerade darin lag die Qualität ihres Auftritts. Es war kein Rennen auf Sicherheit, sondern ein ehrlicher Versuch, um den Titel mitzulaufen. DM-Bronze ging an Katharina Saathoff, die in 2:30:52 Stunden ihre Bestzeit um mehr als drei Minuten steigerte.
 
 
Tom Thurley feierte den größten Erfolg seiner Karriere
 
Während Mayer das Rennen der Frauen früh prägte, blieb die Entscheidung bei den Männern in der deutschen Meisterschaft lange offen. Johannes Motschmann machte zunächst das Tempo, musste das Rennen nach rund 25 Kilometern jedoch vorzeitig beenden. Danach entwickelte sich ein Duell der Munich Athletics. Tom Thurley setzte sich nach der 30-Kilometer-Marke von Erik Hille ab und lief in 2:11:02 Stunden nicht nur zu Gold, sondern auch zu einer neuen persönlichen Bestzeit. Hille gewann Silber in 2:12:21, Bronze ging an Lorenz Baum in 2:16:38.
 
Für Thurley war dieser Titel mehr als ein weiterer Podestplatz. Nach Bronze und Silber in den vergangenen Jahren war nun der Sieg fällig. Hannover lieferte ihm genau diesen Moment. Dass er als Gesamtsechster ins Ziel kam, unterstreicht zugleich die Qualität des internationalen Feldes. Es zeigt aber auch, dass der deutsche Marathon in der Breite stärker geworden ist. Zeiten um 2:11 sind längst nicht mehr nur ordentlich, sie können Meistertitel bringen.
 
Und dann war da noch die Kulisse. 33.857 Aktive standen laut Veranstalter bei den verschiedenen Wettbewerben an der Startlinie. Hannover präsentierte sich damit nicht nur als Bühne für Spitzenleistungen, sondern auch als Laufereignis von beeindruckender Breite. Veranstalterin Stefanie Eichel sprach von einem fantastischen Lauffest und davon, dass sich Hannover einmal mehr als echte Run City gezeigt habe. Diesmal war das keine Floskel, sondern eine passende Beschreibung für einen Tag, an dem Leistungssport, deutsche Meisterschaften und Volkslaufstimmung perfekt zusammenfanden.
 
Was von diesem Sonntag bleibt, ist deshalb mehr als eine Ergebnisliste. Bei den Männern gewann mit Maru Thomas Kibet ein Athlet, den nicht jeder ganz oben erwartet hatte. Bei den Frauen lief Domenika Mayer in eine neue sportliche Dimension. Und mit Tom Thurley und Mayer bekamen die Deutschen Meisterschaften zwei Sieger, die ihre Titel mit Leistung und Haltung untermauerten.
 
Hannover hat damit einmal mehr gezeigt, warum der Marathon so fasziniert. Weil er Überraschungen zulässt. Weil er Größe sichtbar macht. Und weil er an Tagen wie diesem beides zugleich sein kann.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Fotos: Norbert Wilhelmi

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