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Paris-Marathon: Wasser nur noch zum Selbstzapfen
 
 
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13.04.2026  

 
 

 
Paris-Marathon: Wasser nur noch zum Selbstzapfen - nachhaltige Idee, gemischte Reaktionen

 
Der Paris-Marathon hat in diesem Jahr nicht nur sportlich für Aufmerksamkeit gesorgt, sondern auch mit einer organisatorischen Neuerung: An den Verpflegungsstellen gab es keine klassischen Einwegbecher und keine Wasserflaschen mehr. Stattdessen mussten die Teilnehmer einen eigenen Behälter mitführen - etwa eine Soft Flask, einen Faltbecher oder ein anderes Trinkgefäß - und diesen an den Stationen auffüllen lassen oder selbst befüllen.
 
Mit diesem Schritt wollte der Veranstalter vor allem ein Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit setzen. Weniger Müll, weniger Einwegplastik, ein moderneres Konzept - die Stoßrichtung ist klar. In Zeiten, in denen auch große Laufveranstaltungen stärker auf Umweltaspekte achten, passt diese Entscheidung durchaus in den Trend. Der Paris-Marathon positioniert sich damit als Rennen, das nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch neue Wege gehen will.
 
Ganz so einfach, wie es auf dem Papier klingt, ist die Sache allerdings nicht. Denn für viele Läufer ist die Verpflegung im Rennen ein sensibler Punkt. Wer auf Tempo läuft, möchte an einer Station möglichst wenig Zeit verlieren, den Rhythmus nicht unterbrechen und ohne zusätzlichen Aufwand trinken können. Genau hier setzte die Kritik an. Schon vor dem Start wurde diskutiert, ob das neue System wirklich für alle Teilnehmer praktikabel ist. Vor allem die Frage nach der Fairness spielte eine Rolle: Wer gut vorbereitet ist und das passende Equipment dabeihat, kommt mit dem System eher zurecht. Wer damit weniger Erfahrung hat, könnte dagegen Nachteile haben.
 
Hinzu kommt, dass das Konzept offenbar nicht für alle Teilnehmer identisch umgesetzt wurde. Für schnellere Läufer mit einer angepeilten Zielzeit von unter 2:50 Stunden gab es Berichten zufolge ein Sondermodell mit vorgefüllten wiederverwendbaren Flaschen. Das zeigt, dass selbst der Veranstalter anerkannt hat, dass die Wasseraufnahme im Spitzen- und Ambitionsbereich besonders sensibel ist.
 
Wie kam die Neuerung nach dem Rennen an? Die ersten Reaktionen fallen gemischt aus. Einige Teilnehmer berichteten, das System habe ordentlich funktioniert. Wer vorbereitet gewesen sei und das richtige Trinkgefäß dabeihatte, sei gut durchgekommen. Andere Läufer bewerteten die Lösung deutlich kritischer. Sie schilderten, dass das Auffüllen Zeit koste, Wasser verschüttet werde und der eigene Laufrhythmus leide. Gerade bei einem Marathon, bei dem jede Kleinigkeit über Wohlbefinden und Leistung entscheiden kann, wird aus einer gut gemeinten ökologischen Maßnahme schnell ein praktisches Problem.
 
Damit steht der Paris-Marathon exemplarisch für ein Thema, das viele Veranstalter in den kommenden Jahren beschäftigen dürfte: Wie lassen sich Nachhaltigkeit und Teilnehmerfreundlichkeit sinnvoll miteinander verbinden? Der Verzicht auf Einwegmaterial ist zweifellos ein nachvollziehbares Ziel. Gleichzeitig zeigt die Diskussion, dass Veränderungen an den Verpflegungsstationen besonders sorgfältig geplant werden müssen. Denn was ökologisch sinnvoll ist, muss im Renngeschehen noch lange nicht reibungslos funktionieren.
 
Unterm Strich bleibt ein spannender, aber umstrittener Vorstoß. Der Paris-Marathon hat mit seinem neuen Verpflegungskonzept ein deutliches Signal gesetzt. Ob daraus ein Modell für andere große City-Marathons wird, dürfte auch davon abhängen, wie die Rückmeldungen der Teilnehmer in den nächsten Tagen und Wochen ausfallen - und ob es gelingt, Nachhaltigkeit mit einem fairen und flüssigen Ablauf für das gesamte Feld zu verbinden.
 


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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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