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Detlev Ackermann

 
   
 
 

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17.04.2003  

 
 

Das letzte Wochenende im März ist ein ersehntes Datum für alle Läufer! Insbesondere die berufstätigen Ausdauersportler können nun wieder, dank der Zeitumstellung, abends im Hellen trainieren. Jeden Tag scheint die Sonne – wenn sie scheint – fast drei Minuten mehr. Eine Minute am Morgen, zwei Minuten am Abend. Bis zum 20. Juni, dann geht´s wieder abwärts. Doch bis dahin ist noch lange hin und danach ist es auch noch abends lange hell.

Kein Laufen im Dunkeln, kein Laufen bei kaltnassen Witterungsbedingungen. Denn die ersten warmen Sonnenstrahlen erfreuen das wintergeplagte Gemüt, behagliche Temperaturen lassen die Motivation auf läuferische Heldentaten steigen. Der Wonnemonat Mai folgt bald den „was-er-will-Monat“ April, der immer wieder zeigt, wie launisch die Witterungsbedingungen sein können und manches mal an unseren Nerven zehrt. All die Wetterkapriolen werden von gemütlichen Temperaturen begleitet und werden zunehmend weniger. Außerdem hat ein warmer Regenschauer, gerade im Mai und dann noch bei Tageslicht einen ganz anderen Charakter als im Januar/Februar, oder nicht? Mairegen soll sogar schön machen, sagt man. Kein Frostfrust und keine frostigen Finger, Zehen, Nase oder kalt durchnässten Kleider nach dem Lauftraining.

Das schönste jedoch ist es, alljährlich zu sehen wie es grünt, kreucht und fleucht. Vorgestern war doch der Baum, der Strauch oder die Blume noch ganz vorsichtig am knospen. Und nur zwei Tage später sieht vieles ganz anders aus, die Blüten, das Blattwerk ist aufgesprungen, entfaltet sich von Stunde zu Stunde. Das zarte, empfindlich wirkende Grün ist der wunderbarste Grünton, den die Farbpalette der Natur hervorbringt. Jedes Jahr erfreut es uns auf ein Neues, entzückt den sorgsamen Beobachter. Auch die Tierwelt erwacht. Da ist der Chor der Singvögel, die in einer fest abgestimmten Reihenfolge von der Dämmerung bis hin zum Vormittag, Nachmittag und Abend abwechselnd ihre Stimme zum Besten geben. Der Specht klopft die Insekten wach und hämmert so lange, bis auch der frühjahrsmüde Läufer aus den Federn kriecht.

Das schönste am Frühling ist aber die Ruhe, die man nun hat. Die innere Ruhe trotz Arbeit die Trainingseinheit doch ein wenig in den Abend zu schieben. Vorher kann der Einkauf mit mehr Ruhe erledigt werden, die Kinder bekommen noch eine kleine Aufmerksamkeit bevor es Richtung Bett geht, ein gemeinsames Abendessen - natürlich nicht zu viel und nicht zu schwer - bringt die Familie zusammen. Die Füße werden kurz noch einmal hoch gelegt und Sie regenerieren sich vom anstrengenden Arbeitstag. Danach können die Schnürsenkel fest gezogen werden und mit dem nötigen Abstand das Training absolviert werden. Aber etwas noch schöneres stellt alles in den Schatten. Es ist das unbeschreibliche Gefühl, bei den ersten warmen Temperaturen und Sonnenstrahlen das erste Mal im Jahr in kurzer Hose zu laufen. Spüren Sie den leichten, lauen Luftzug an den Beinen. Je schneller Sie laufen, desto intensiver wird das Gefühl und es ist das Gefühl wirklich frei zu sein. Läuferisch frei!

Nun kann die Saison starten! Es ist die Bewegungsfreiheit und das Gefühl von Unabhängigkeit, welches nur in kurzen Hosen aufkommt. Aber eine kurze Hose im Wald macht noch keinen Frühling! Seien Sie vorsichtig, wenn Sie die kurzen Laufutensilien aus dem Schrank suchen. Die Temperatur sollte die 15, oder besser 18 Grad-Marke übersteigen, wenn Sie ein erstes Mal in kurz laufen möchten. Die Muskeln werden nicht optimal erwärmt, das Verletzungsrisiko steigt und Sie müssen Ihr wahres, warmes Vergnügen in kurzer Hose zu laufen, ein wenig heraus schieben. Doch ich wünsche Ihnen viel Spass beim ersten Lauf in kurzer Hose und achten Sie bewusst auf all die kleinen, ständigen Veränderungen an Ihrer Laufstrecke, beobachten Sie Flora und Fauna.




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Autor und Copyright: cms Gesundheitsförderung und Sportdiagnostik, Köln

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