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Kampf gegen marode Sportstätten: NRW investiert Milliarden in den Breitensport |
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Kampf gegen marode Sportstätten: NRW investiert Milliarden in den Breitensport
Der alte Tartanbelag ist
rissig. In der Umkleide tropft Wasser von der Decke. Das Flutlicht funktioniert
nur noch teilweise, weil die Technik veraltet ist und die Energiekosten steigen.
Viele Sportvereine in Nordrhein-Westfalen kennen solche Bilder seit Jahren. Oft
wird improvisiert, repariert und mit viel Ehrenamt versucht, den
Trainingsbetrieb am Laufen zu halten.
Jetzt soll sich genau das ändern.
Mit der sogenannten
"NRW-Sportmilliarde" startet Nordrhein-Westfalen das größte Sportförderprogramm
seiner Geschichte. Rund eine Milliarde Euro sollen in den kommenden Jahren in
den Sport fließen. Allein 600 Millionen Euro werden über das neue
NRW-Infrastrukturgesetz 2025 bis 2036 direkt für Sportstätten bereitgestellt.
200 Millionen Euro davon sind speziell für Sportvereine vorgesehen. Weitere 200
Millionen gehen an Schwimmbäder und noch einmal 200 Millionen an kommunale
Sportstätten.
Für den Sport in
Nordrhein-Westfalen könnte das ein Wendepunkt sein.
Ein Kraftakt gegen den Sanierungsstau
Der Investitionsstau im
deutschen Breitensport ist seit Jahren ein zentrales Problem. Marode Hallen,
sanierungsbedürftige Vereinsheime und veraltete Sportanlagen gehören vielerorts
zum Alltag. Gleichzeitig wächst die Bedeutung des Sports für Gesundheit,
Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Genau dort setzt das neue
Förderprogramm an. Im Mittelpunkt stehen die Modernisierung, Sanierung und der
Neubau vereinseigener Sportstätten. Förderfähig sind unter anderem Sportplätze,
Hallen, Vereinsheime, Beleuchtungssysteme und multifunktionale Trainingsflächen.
Andrea Milz, seit 2017
Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in der Düsseldorfer Staatskanzlei,
spricht von einem "starken Zeichen für den Breitensport und das Ehrenamt".
"Mit der NRW-Sportmilliarde
setzen wir ein starkes Zeichen für den Breitensport und das Ehrenamt. Damit geht
das Land entschlossen gegen die bestehenden Sanierungsherausforderungen vor und
schafft nachhaltige Rahmenbedingungen für mehr Bewegung, Gesundheit und
gesellschaftlichen Zusammenhalt", erklärte Milz bei der Vorstellung des
Programms am 5. Mai 2026 in Düsseldorf.
Gleichzeitig betonte sie die
Bedeutung moderner Sportstätten für alle Altersgruppen. Im "Sportland Nummer 1"
müsse es attraktive Bedingungen geben, damit Menschen sich bewegen und
engagieren können.
Das Erfolgsmodell wird fortgesetzt
Dass solche Förderprogramme
Wirkung entfalten können, hat Nordrhein-Westfalen bereits gezeigt. Das
Vorgängerprogramm "Moderne Sportstätte 2022" gilt innerhalb des organisierten
Sports als großer Erfolg. Zahlreiche Vereine konnten erstmals seit Jahrzehnten
umfangreiche Sanierungen umsetzen.
Nun soll konsequent daran
angeknüpft werden.
Gemeinsam mit dem Präsidenten
des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Stefan Klett, und der
Vorstandsvorsitzenden der NRW.BANK, Gabriela Pantring, stellte Andrea Milz das
neue Verfahren für den ersten Programmaufruf vor.
Stefan Klett sieht darin ein
wichtiges Signal für den Breitensport.
"Die Landesregierung hat ihr
Versprechen gehalten", sagte der LSB-Präsident. Zeitgleich mit der Bewerbung um
Olympische und Paralympische Spiele in KölnRheinRuhr werde die Förderung des
Breitensports konsequent ausgebaut. Das neue Förderprogramm sei ein wichtiger
Baustein, um den hohen Sanierungsstau bei vereinseigenen und kommunalen
Sportanlagen zu reduzieren.
Gleichzeitig machte Klett
deutlich, dass auch die Kommunen gefordert bleiben. Entscheidend sei, dass die
Landesmittel durch zusätzliche Förderungen der Städte und Gemeinden ergänzt
werden.
Moderne Sportstätten als Orte der Gemeinschaft
Für viele Vereine geht es
längst um mehr als nur neue Dächer oder moderne Umkleiden. Sportanlagen sind
soziale Treffpunkte. Hier entstehen Gemeinschaft, Integration und ehrenamtliches
Engagement.
Diesen gesellschaftlichen
Aspekt hob auch Gabriela Pantring hervor. Die Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK
betonte, moderne Sportstätten seien eine wichtige Grundlage für Gemeinschaft und
erfolgreiche Integration. Ziel sei es nun, Fördermittel schnell und effizient
dort zu platzieren, wo sie tatsächlich gebraucht werden.
Die NRW.BANK soll dabei helfen,
dass aus Förderzusagen möglichst zügig konkrete Projekte vor Ort entstehen.
So läuft das Verfahren ab
Wie bereits beim
Vorgängerprogramm erfolgt das Interessenbekundungsverfahren über das
Förderportal des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen.
Die Zeitschiene für den ersten
Programmaufruf steht bereits fest:
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ab sofort:
Abstimmungsprozesse zwischen Sportvereinen sowie Stadt und
Gemeindesportverbänden beziehungsweise Kreis und Stadtsportbünden |
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ab 18. Mai
2026: Informationsveranstaltungen für Sportvereine per Videokonferenz |
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ab 1. Juni
2026: Freischaltung des Moduls "Moderne Sportstätte Nordrhein-Westfalen"
im Förderportal des Landessportbundes NRW |
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ab 1.
September 2026: Freischaltung des Moduls "förderplan.web" zur
Antragstellung |
Nach Angaben der Landesregierung soll das Verfahren möglichst schlank und
transparent gestaltet werden, damit die Fördermittel schnell in konkrete
Projekte vor Ort fließen können.
Olympia als Rückenwind für den Breitensport
Die milliardenschwere
Sportoffensive steht auch im Zusammenhang mit der Bewerbung von KölnRheinRuhr um
Olympische und Paralympische Spiele. Nordrhein-Westfalen möchte sich als
moderner Sportstandort präsentieren und gleichzeitig gezielt den Breitensport
stärken.
Die Landesregierung verfolgt
dabei das Ziel, sportliche Aktivität, gesellschaftliche Teilhabe und
Lebensqualität in allen Regionen des Landes zu fördern.
Bemerkenswert ist vor allem die
Größenordnung der Investitionen. Zusätzlich zu den Landesmitteln sollen
erhebliche Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes in den Sport fließen. Nach
Angaben der Landesregierung ist dieses Vorgehen bundesweit einmalig.
Darüber hinaus rechnet
Nordrhein-Westfalen in den kommenden fünf Jahren mit weiteren rund 375 Millionen
Euro aus den Gemeindefinanzierungsgesetzen über die sogenannte Sportpauschale
für Kommunen. Hinzu kommen laufende Investitionen in bedeutende Sportstätten mit
jährlich fast 20 Millionen Euro.
Mehr als ein Infrastrukturprogramm
Sportvereine sind heute weit
mehr als Orte für Training und Wettkampf. Sie fördern Gesundheit, schaffen
soziale Kontakte und leisten wichtige Integrationsarbeit.
Doch all das funktioniert nur
mit einer Infrastruktur, die den modernen Anforderungen gerecht wird.
Eine sanierte Sporthalle
verbessert die Bedingungen für Schul und Vereinssport. Moderne Anlagen schaffen
bessere Trainingsmöglichkeiten, erleichtern die Nachwuchsarbeit und ermöglichen
mehr Teilhabe. Vereinsheime werden zu Orten der Begegnung.
Die NRW-Sportmilliarde ist
deshalb weit mehr als ein klassisches Bauprogramm. Sie ist ein politisches
Signal dafür, welchen Stellenwert Sport und Ehrenamt künftig haben sollen.
Ob die Offensive langfristig
den erhofften Effekt bringt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Klar
ist jedoch schon jetzt: Selten zuvor wurde in Nordrhein-Westfalen so umfassend
in den Breitensport investiert.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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