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ASV Köln Nachtlauf - Wenn Köln nach dem Regen leuchtet
 
 
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14.05.2026  

 
 

Start und Ziel am Kölner Tanzbrunnen
 
Wenn Köln nach dem Regen leuchtet

 
Beim 23. ASV Köln Nachtlauf passte am Ende fast alles zusammen: eine optimierte Strecke, ein stimmungsvoller Abend am Rhein und ein Wetter, das kurz vor dem Start doch noch ein Einsehen hatte.
 
Es gibt Laufabende, bei denen schon Tage vorher alles nach Ausrede klingt. Regen in der Vorhersage, kühle Luft, graue Wolken über Köln. Wer sich am Mittwochabend auf den Weg zum ASV Köln Nachtlauf machte, musste also erst einmal eine kleine mentale Hürde nehmen. Doch genau darin liegt oft der Reiz solcher Veranstaltungen: Man hadert kurz mit sich selbst und wird später daran erinnert, warum es fast immer richtig ist, trotzdem loszugehen.
 
Am Tanzbrunnen wurde daraus ein Abend, der besser kaum hätte getimt sein können. Der letzte Schauer zog rechtzeitig vor dem Start durch. Zurück blieb klare, frisch gewaschene Luft, wie sie nach einem Regentag manchmal fast ideal für schnelle Beine ist. Nicht warm, nicht schwül, nicht stickig. Für einen Laufabend am Rhein waren das nahezu perfekte Bedingungen.
  
Gemeinsames Warm-up vor dem Start
 
Der ASV Köln richtete seinen Nachtlauf in diesem Jahr zum 23. Mal aus. Traditionell fand die Veranstaltung am Abend vor Christi Himmelfahrt statt, was wieder zu jenem besonderen Charakter passte, der diesen Lauf seit Jahren ausmacht. Kurz vor dem Start brachte ein gemeinsames Warm-up zusätzlich Bewegung in das Teilnehmerfeld und stimmte die Läufer auf den Abend ein. Um 21.15 Uhr ging es schließlich am Tanzbrunnen auf die Strecke. Von dort aus konnten die Teilnehmer eine Runde über 5 Kilometer oder zwei Runden über 10 Kilometer laufen.
 

Eine gut gesicherte Streckenführung und immer wieder Zuschauer am Rand gaben dem Lauf den passenden Rahmen

 
Auch sportlich und organisatorisch hatte der Abend eine wichtige Verbesserung zu bieten. Im vergangenen Jahr mussten die Teilnehmer an der Nordseite der Hohenzollernbrücke noch über ein Treppengerüst. Das war für viele ein spürbarer Bruch im Laufrhythmus. Diesmal führte der Weg ohne Stufen über die Serpentine zum Heinrich-Böll-Platz hinauf. Der Rennverlauf wurde dadurch deutlich flüssiger und für einen Straßenlauf wesentlich harmonischer.
  

Am Rheinufer entlang, mit Blick auf Kölner Dom und Hohenzollernbrücke

 
Die Kulisse blieb das große Pfund des Nachtlaufs. Vom Tanzbrunnen ging es am rechten Rheinufer entlang, mit Blick auf Dom, Altstadt und die Lichter der Stadt. Danach führte die Strecke über die Deutzer Brücke, weiter am linksrheinischen Ufer entlang und schließlich über die Hohenzollernbrücke zurück auf die Deutzer Seite. Vor dem Ziel am Tanzbrunnen wartete noch eine kleine Wendeschleife, die die ausgeschriebene Streckenlänge sicherstellte.
 
Wer Köln kennt, weiß: Diese Strecke lebt nicht nur vom Sport. Sie lebt von der Stadt. Sambagruppen sorgten für Stimmung, Altstadtbesucher wurden zu spontanen Zuschauern, und auf den Brücken mischte sich Wettkampfanspannung mit Panorama. Insgesamt erreichten 2.128 Finisher das Ziel und gaben dem Abend damit auch zahlenmäßig ein starkes Gewicht. Der Nachtlauf ist deshalb mehr als ein schneller 5er oder 10er. Er ist ein Stadterlebnis in Laufschuhen.
 
Vorne war die Entscheidung über 10 Kilometer früh angelegt. Imad Annaji vom ASV Köln setzte sich schnell ab. Etwas versetzt folgte zunächst Jan Kreitner vom KTT 01, der jedoch nur die 5-Kilometer-Distanz absolvierte. Damit wurde Annajis Vorsprung auf die eigentlichen 10-Kilometer-Verfolger immer größer. Dass der Athlet aus der Trainingsgruppe von Jonas Fischer an diesem Abend eine entscheidende Rolle spielen würde, war keine Überraschung. Seine Stärke liegt auf der Langstrecke, seine Halbmarathon-Bestzeit steht bei 1:05:47 Stunde.
 

In der ersten Runde: Jan Kreitner führt die 5 km Wertung an

 
Nach 32:39 Minuten erreichte Annaji das Ziel. Dahinter folgte Florian Harkämper vom TuS Köln rrh. in 35:00 Minuten. Platz drei ging an Simon Scheel vom SRL Triathlon Koblenz in 35:55 Minuten. Es war ein klares Rennen an der Spitze, aber zugleich ein Lauf, der dahinter viele eigene Geschichten schrieb: persönliche Bestzeiten, geglückte Comebacks, Vereinsgruppen, Firmenläufer und Teilnehmer, die einfach diesen besonderen Abend am Rhein genießen wollten.
 
Bei den Frauen setzte sich Nora Schmitz vom LC Euskirchen überzeugend durch. Mit 38:46 Minuten lief sie souverän zum Sieg und ließ keinen Zweifel daran, wer an diesem Abend das stärkste Rennen zeigte. Marlene Stallmann belegte in 40:18 Minuten den zweiten Platz. Fabienne Maus vom TSV Solingen komplettierte das Podium in 41:42 Minuten.
 
3 km bzw. 8 km sind geschafft, es geht zurücke über die Hohenzollernbrücke
  
Auch über 5 Kilometer gab es starke Zeiten. Jan Kreitner gewann die Männerwertung in 17:11 Minuten. Bei den Frauen setzte sich Monja Christmann in 19:03 Minuten durch. Gerade diese Kurzdistanz passt gut zum Konzept des Nachtlaufs: Wer schnell laufen will, bekommt eine attraktive Bühne. Wer sich noch nicht an 10 Kilometer wagen möchte, bleibt trotzdem Teil derselben großen Nachtlaufatmosphäre.
 
Am Ende stand über dem Abend vor allem ein Gefühl: Es war richtig, sich vom Regen nicht abschrecken zu lassen. Der ASV Köln hatte an der Strecke gearbeitet, das Wetter spielte im entscheidenden Moment mit, und Köln lieferte die Kulisse. Manchmal braucht ein guter Lauf nicht mehr als eine funktionierende Strecke, Menschen, die Stimmung machen, und diesen Moment nach dem Zieleinlauf, wenn aus anfänglichem Zweifel ein breites Grinsen wird. Genau dafür gibt es den ASV Köln Nachtlauf.
 
Start- und Zielbereich aus besonderer Perspektive: Der ASV Köln Nachtlauf verwandelte den Tanzbrunnen nach dem Regen in eine stimmungsvolle Bühne für Läufer und Zuschauer.


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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Fotos: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln

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