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ASV Köln Nachtlauf - Wenn Köln nach dem Regen leuchtet |
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| Start und
Ziel am Kölner Tanzbrunnen |
Wenn Köln nach dem Regen leuchtet
Beim 23. ASV Köln Nachtlauf
passte am Ende fast alles zusammen: eine optimierte Strecke, ein stimmungsvoller
Abend am Rhein und ein Wetter, das kurz vor dem Start doch noch ein Einsehen
hatte.
Es gibt Laufabende, bei denen
schon Tage vorher alles nach Ausrede klingt. Regen in der Vorhersage, kühle
Luft, graue Wolken über Köln. Wer sich am Mittwochabend auf den Weg zum ASV Köln
Nachtlauf machte, musste also erst einmal eine kleine mentale Hürde nehmen. Doch
genau darin liegt oft der Reiz solcher Veranstaltungen: Man hadert kurz mit sich
selbst und wird später daran erinnert, warum es fast immer richtig ist, trotzdem
loszugehen.
Am Tanzbrunnen wurde daraus ein
Abend, der besser kaum hätte getimt sein können. Der letzte Schauer zog
rechtzeitig vor dem Start durch. Zurück blieb klare, frisch gewaschene Luft, wie
sie nach einem Regentag manchmal fast ideal für schnelle Beine ist. Nicht warm,
nicht schwül, nicht stickig. Für einen Laufabend am Rhein waren das nahezu
perfekte Bedingungen.
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| Gemeinsames
Warm-up vor dem Start |
Der ASV Köln richtete seinen Nachtlauf in diesem Jahr zum 23. Mal aus.
Traditionell fand die Veranstaltung am Abend vor Christi Himmelfahrt statt, was
wieder zu jenem besonderen Charakter passte, der diesen Lauf seit Jahren
ausmacht. Kurz vor dem Start brachte ein gemeinsames Warm-up zusätzlich Bewegung
in das Teilnehmerfeld und stimmte die Läufer auf den Abend ein. Um 21.15 Uhr
ging es schließlich am Tanzbrunnen auf die Strecke. Von dort aus konnten die
Teilnehmer eine Runde über 5 Kilometer oder zwei Runden über 10 Kilometer
laufen.
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Eine gut
gesicherte Streckenführung und immer wieder Zuschauer am Rand gaben dem
Lauf den passenden Rahmen |
Auch sportlich und
organisatorisch hatte der Abend eine wichtige Verbesserung zu bieten. Im
vergangenen Jahr mussten die Teilnehmer an der Nordseite der Hohenzollernbrücke
noch über ein Treppengerüst. Das war für viele ein spürbarer Bruch im
Laufrhythmus. Diesmal führte der Weg ohne Stufen über die Serpentine zum
Heinrich-Böll-Platz hinauf. Der Rennverlauf wurde dadurch deutlich flüssiger und
für einen Straßenlauf wesentlich harmonischer.
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Am Rheinufer entlang, mit
Blick auf Kölner Dom und Hohenzollernbrücke |
Die Kulisse blieb das große
Pfund des Nachtlaufs. Vom Tanzbrunnen ging es am rechten Rheinufer entlang, mit
Blick auf Dom, Altstadt und die Lichter der Stadt. Danach führte die Strecke
über die Deutzer Brücke, weiter am linksrheinischen Ufer entlang und schließlich
über die Hohenzollernbrücke zurück auf die Deutzer Seite. Vor dem Ziel am
Tanzbrunnen wartete noch eine kleine Wendeschleife, die die ausgeschriebene
Streckenlänge sicherstellte.
Wer Köln kennt, weiß: Diese
Strecke lebt nicht nur vom Sport. Sie lebt von der Stadt. Sambagruppen sorgten
für Stimmung, Altstadtbesucher wurden zu spontanen Zuschauern, und auf den
Brücken mischte sich Wettkampfanspannung mit Panorama. Insgesamt erreichten
2.128 Finisher das Ziel und gaben dem Abend damit auch zahlenmäßig ein starkes
Gewicht. Der Nachtlauf ist deshalb mehr als ein schneller 5er oder 10er. Er ist
ein Stadterlebnis in Laufschuhen.
Vorne war die Entscheidung über
10 Kilometer früh angelegt. Imad Annaji vom ASV Köln setzte sich schnell ab.
Etwas versetzt folgte zunächst Jan Kreitner vom KTT 01, der jedoch nur die
5-Kilometer-Distanz absolvierte. Damit wurde Annajis Vorsprung auf die
eigentlichen 10-Kilometer-Verfolger immer größer. Dass der Athlet aus der
Trainingsgruppe von Jonas Fischer an diesem Abend eine entscheidende Rolle
spielen würde, war keine Überraschung. Seine Stärke liegt auf der Langstrecke,
seine Halbmarathon-Bestzeit steht bei 1:05:47 Stunde.
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In der ersten Runde: Jan Kreitner
führt die 5 km Wertung an |
Nach 32:39 Minuten erreichte
Annaji das Ziel. Dahinter folgte Florian Harkämper vom TuS Köln rrh. in 35:00
Minuten. Platz drei ging an Simon Scheel vom SRL Triathlon Koblenz in 35:55
Minuten. Es war ein klares Rennen an der Spitze, aber zugleich ein Lauf, der
dahinter viele eigene Geschichten schrieb: persönliche Bestzeiten, geglückte
Comebacks, Vereinsgruppen, Firmenläufer und Teilnehmer, die einfach diesen
besonderen Abend am Rhein genießen wollten.
Bei den Frauen setzte sich Nora
Schmitz vom LC Euskirchen überzeugend durch. Mit 38:46 Minuten lief sie souverän
zum Sieg und ließ keinen Zweifel daran, wer an diesem Abend das stärkste Rennen
zeigte. Marlene Stallmann belegte in 40:18 Minuten den zweiten Platz. Fabienne
Maus vom TSV Solingen komplettierte das Podium in 41:42 Minuten.
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| 3 km bzw. 8
km sind geschafft, es geht zurücke über die Hohenzollernbrücke |
Auch über 5 Kilometer gab es starke Zeiten. Jan Kreitner gewann die
Männerwertung in 17:11 Minuten. Bei den Frauen setzte sich Monja Christmann in
19:03 Minuten durch. Gerade diese Kurzdistanz passt gut zum Konzept des
Nachtlaufs: Wer schnell laufen will, bekommt eine attraktive Bühne. Wer sich
noch nicht an 10 Kilometer wagen möchte, bleibt trotzdem Teil derselben großen
Nachtlaufatmosphäre.
Am Ende stand über dem Abend
vor allem ein Gefühl: Es war richtig, sich vom Regen nicht abschrecken zu
lassen. Der ASV Köln hatte an der Strecke gearbeitet, das Wetter spielte im
entscheidenden Moment mit, und Köln lieferte die Kulisse. Manchmal braucht ein
guter Lauf nicht mehr als eine funktionierende Strecke, Menschen, die Stimmung
machen, und diesen Moment nach dem Zieleinlauf, wenn aus anfänglichem Zweifel
ein breites Grinsen wird. Genau dafür gibt es den ASV Köln Nachtlauf.
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| Start- und Zielbereich aus
besonderer Perspektive: Der ASV Köln Nachtlauf verwandelte den
Tanzbrunnen nach dem Regen in eine stimmungsvolle Bühne für Läufer und
Zuschauer. |
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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