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Wenn zu viel Regeneration den Trainingseffekt bremst |
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Warum entzündungshemmende Supplements nicht immer die beste Wahl für Läufer
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Nach einem harten
Intervalltraining oder einem langen Lauf ist das Gefühl vielen vertraut: Die
Beine sind schwer, die Muskulatur meldet sich und der Körper signalisiert, dass
er gearbeitet hat. Genau in diesem Moment greifen viele Sportler zu
entzündungshemmenden Nahrungsergänzungsmitteln. Kurkuma, hochdosiertes Vitamin
C, Vitamin E oder andere Antioxidantien gelten als Helfer für eine schnellere
Regeneration.
Doch was zunächst logisch
klingt, hat einen Haken. Ausgerechnet die Prozesse, die viele Athleten möglichst
schnell unterdrücken wollen, sind oft ein wichtiger Teil der Trainingsanpassung.
Entzündungen sind nicht immer der Feind
Wer das Wort Entzündung hört,
denkt meist an etwas Negatives. Im Sport sieht die Sache jedoch differenzierter
aus. Während eines Trainings entstehen winzige Schäden in den Muskelfasern.
Gleichzeitig werden freie Radikale gebildet und Entzündungsprozesse angestoßen.
Diese Reaktionen sind kein
Fehler des Körpers. Sie sind vielmehr ein Signal, das Anpassungsprozesse
auslöst. Der Organismus reagiert darauf, indem er Muskeln stärkt, neue
Mitochondrien bildet und seine Leistungsfähigkeit verbessert. Genau deshalb wird
man durch Training schneller, stärker oder ausdauernder.
Der Körper lernt durch Stress
Sportwissenschaftler sprechen
häufig vom Prinzip der Superkompensation. Der Körper erhält einen Trainingsreiz,
wird zunächst belastet und baut anschließend seine Leistungsfähigkeit über das
ursprüngliche Niveau hinaus auf.
Dafür benötigt er jedoch die
entsprechenden Signale. Werden diese durch hochdosierte Antioxidantien oder
entzündungshemmende Präparate zu stark abgeschwächt, kann die gewünschte
Anpassung geringer ausfallen. Mehrere Studien zeigen, dass insbesondere hohe
Mengen der Vitamine C und E bestimmte zelluläre Anpassungen an Ausdauertraining
abschwächen können. Betroffen sind unter anderem die Bildung neuer Mitochondrien
und wichtige Signalwege für die Ausdauerleistung.
Weniger Muskelkater, aber auch weniger Fortschritt?
Die Vorstellung ist verlockend:
weniger Muskelkater, schnellere Erholung und trotzdem die gleichen
Leistungszuwächse. Genau das lässt sich wissenschaftlich bislang nicht eindeutig
belegen.
Mehrere Übersichtsarbeiten
kommen vielmehr zu dem Schluss, dass hochdosierte Antioxidantien zwar teilweise
Marker für oxidativen Stress reduzieren können, gleichzeitig aber wichtige
Anpassungsprozesse an Kraft- und Ausdauertraining beeinträchtigen könnten. Ein
klarer Leistungsvorteil durch die Einnahme wurde dagegen bislang nicht
nachgewiesen.
Was bedeutet das für Läufer?
Für die meisten Freizeitläufer
lautet die gute Nachricht: Der Körper besitzt ein ausgeklügeltes eigenes
Schutzsystem. Wer sich ausgewogen ernährt und ausreichend Obst, Gemüse und
andere natürliche Lebensmittel konsumiert, nimmt in der Regel genügend
Antioxidantien auf.
Problematisch werden eher
dauerhaft hohe Dosierungen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Gerade wer
trainiert, um langfristig leistungsfähiger zu werden, sollte nicht jeden
Trainingsreiz sofort "wegregenerieren".
Es gibt Ausnahmen
Natürlich gibt es Situationen,
in denen eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein kann. Dazu gehören
nachgewiesene Mangelzustände, Phasen mit extrem hoher Belastung, Trainingslager
oder eine medizinische Empfehlung. Auch bei Wettkämpfen mit mehreren Belastungen
innerhalb kurzer Zeit kann eine schnellere Regeneration wichtiger sein als ein
maximaler Trainingseffekt.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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