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Leverkusen läuft Rekord: EVL-HalbMarathon 2026 setzt ein starkes Zeichen |
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Die Sieger
des Halbmarathon 2026: Esther Pfeiffer und Jonny Dahlke |
Leverkusen läuft Rekord: EVL-HalbMarathon 2026 setzt ein starkes Zeichen
Es gibt Lauftage, die beginnen
nicht erst mit dem Startschuss. Sie beginnen mit dem ersten Klirren der
Absperrgitter, mit den Helfern an den Verpflegungsstellen, mit den ersten
Sporttaschen auf der Bismarckstraße und mit dieser besonderen Spannung, die über
einer Stadt liegt, wenn sie für ein paar Stunden dem Laufsport gehört.
Am Sonntag war Leverkusen
wieder genau dieser Ort. Der 24. EVL-HalbMarathon wurde zum bislang größten
Leverkusener Halbmarathon. Rund 6.000 Menschen gingen insgesamt an den Start,
etwa 3.300 Teilnehmer nahmen die 21,1 Kilometer lange Hauptdistanz in Angriff.
Es war ein Rekordtag, aber keiner, der sich nur über Zahlen erklären lässt. Denn
dieser Lauf lebt von seiner Mischung aus Spitzensport, Breitensport, Stadtfest
und persönlicher Herausforderung.
Auch das Wetter spielte mit.
Nach den Regenfällen der Vortage war die Luft spürbar frisch und klar, die
Temperaturen blieben angenehm, dazu lag eine geschlossene Wolkendecke über der
Stadt. Für Zuschauer war es vielleicht kein klassischer Sommertag, für Läufer
aber waren es nahezu ideale Bedingungen: wenig Hitze, keine pralle Sonne und
eine saubere Luft, die den Rekordtag zusätzlich begünstigte.
Start und Ziel lagen erneut auf
der Bismarckstraße zwischen Ostermann-Arena und BayArena. Schon dieser Ort gibt
der Veranstaltung ihren besonderen Charakter. Der EVL-HalbMarathon ist kein
Lauf, der irgendwo am Rand der Stadt stattfindet. Er führt mitten hinein in
Leverkusen, durch bekannte Straßen, an markanten Orten vorbei und mit einem der
spektakulärsten Streckenmomente, den ein Stadtlauf in der Region zu bieten hat:
dem Durchlauf durch die BayArena.
Sportlich begann der
Halbmarathon mit einem klaren Ausrufezeichen. Jonny Dahlke vom TSV Bayer 04
Leverkusen ging mit der Startnummer 1 ins Rennen. Nicht ohne Grund: Er hatte den
EVL-HalbMarathon bereits im Vorjahr gewonnen, damals ebenfalls im direkten Duell
gegen Hendrik Pfeiffer. 2026 war Dahlke damit nicht der Überraschungsmann,
sondern Titelverteidiger und Herausforderer zugleich. Einer, der wusste, dass
alle auf ihn schauen würden.
Unmittelbar nach dem
Startschuss übernahm Dahlke die Führung. Schon auf den ersten hundert Metern
wurde die Lücke zu Pfeiffer größer. Was wie ein vorsichtiges Abtasten hätte
beginnen können, war schnell eine klare Ansage: Dahlke wollte dieses Rennen
nicht taktisch verwalten, sondern vom ersten Meter an bestimmen.
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Jonny Dahlke |
Am Ende lief Dahlke in 1:04:42
Stunden als Sieger ins Ziel. Damit wiederholte er seinen Vorjahreserfolg und
bestätigte eindrucksvoll, dass der Leverkusener Halbmarathon für ihn inzwischen
mehr ist als nur ein Heimrennen. Für den Langstreckenläufer des TSV Bayer 04
Leverkusen war es ein Sieg mit Ansage, vor heimischem Publikum, mit der
Startnummer 1 auf der Brust und erneut gegen einen der bekanntesten deutschen
Marathonläufer.
Hinter Dahlke folgte Alois Ebel
von Milers Colonia 2020 in 1:11:48 Stunden auf Rang zwei. Dritter wurde David
Sudowé vom Team Essen 99 in 1:14:10 Stunden. Hendrik Pfeiffer, der prominenteste
Name im Feld, wurde Vierter. Der Olympiateilnehmer war als großer Name in dieses
Duell gegangen, musste Dahlke aber wie schon im Vorjahr ziehen lassen. Am Ende
lief er gemeinsam mit seiner Frau Esther Pfeiffer. Beim Zieleinlauf wählte er
den Nebenzielkanal und überließ ihr bewusst den großen Auftritt. Es war eine
kleine Szene, aber eine, die hängen bleibt. Spitzensport kann hart sein,
manchmal auch gnadenlos. An diesem Vormittag zeigte er auch eine andere Seite.
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Esther
Pfeiffer |
Denn bei den Frauen war Esther
Pfeiffer die überragende Läuferin. Die Athletin von Düsseldorf Athletics gewann
in 1:14:10 Stunden und bestätigte damit ihre Rolle als eine der stärksten
deutschen Straßenläuferinnen. Pfeiffer zählt seit Jahren zur nationalen Spitze,
wurde mehrfach deutsche Meisterin und hat sich besonders auf den längeren
Straßenstrecken einen Namen gemacht. In Leverkusen lief sie souverän zum Sieg
und setzte dem gemeinsamen Auftritt mit Hendrik Pfeiffer einen sportlich starken
Schlusspunkt auf.
Auf Rang zwei folgte Chiara
Hoffmann vom TV Refrath in 1:17:18 Stunden. Auch sie ist in der regionalen
Laufszene längst keine Unbekannte und steht für die starke Arbeit eines Vereins,
der seit Jahren immer wieder schnelle Straßenläufer hervorbringt. Dritte wurde
Nadja Gaus von Bunert, Der Kölner Laufladen, in 1:20:19 Stunden. Damit war das
Frauenpodium nicht nur schnell, sondern auch stark regional geprägt.
Doch der EVL-HalbMarathon ist
längst mehr als das Rennen über 21,1 Kilometer. Bereits im Vorfeld sorgten die
Kinderläufe für Bewegung und Stimmung. Gerade diese Läufe zeigen, wo
Begeisterung beginnt: nicht bei Bestzeiten, nicht bei Platzierungen, sondern bei
der Freude, eine Startnummer zu tragen und ins Ziel zu laufen.
Daneben standen auch der
5-km-Lauf und der EVL-10er auf dem Programm. Der 5-km-Lauf startete nach dem
Halbmarathon auf der Bismarckstraße. Die Strecke folgte zunächst dem Beginn der
Halbmarathonstrecke, bog dann aber in Richtung Arena ab und führte anschließend
zurück ins Ziel. Der 10-km-Lauf hatte einen besonderen Charakter: Er startete
zehn Kilometer vor der Ziellinie und führte über die letzten zehn Kilometer der
Halbmarathonstrecke. Damit bekamen auch die Teilnehmer auf der kürzeren Distanz
einen echten Eindruck vom großen Rundkurs.
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Jonas Humke
und Pauline Meyer |
Auch sportlich wurde auf diesen
Distanzen einiges geboten. Beim EVL-10er setzte sich Jonas Humke vom TSV Bayer
04 Leverkusen in 30:53 Minuten durch. Der 1996 geborene Langstreckenläufer ist
auf Bahn und Straße seit Jahren stark unterwegs und gehörte bereits 2023 zum
erfolgreichen Leverkusener Team, das bei den Deutschen Meisterschaften über 10
Kilometer den Mannschaftstitel verteidigte. Hinter Humke wurde es eng: Tommy
Stelzer vom TV Refrath belegte in 33:48 Minuten Rang zwei, nur eine Sekunde vor
seinem Vereinskollegen Kai Willems, der in 33:49 Minuten Dritter wurde.
Bei den Frauen gewann Pauline
Meyer vom TSV Bayer 04 Leverkusen in 34:44 Minuten. Meyer kommt ursprünglich
stärker von den Mittelstrecken, hat sich aber längst auch auf den längeren
Strecken etabliert. 2025 gehörte sie zum Leverkusener Frauentrio, das bei den
Deutschen Meisterschaften über 10 Kilometer Mannschaftsgold gewann. Zweite wurde
Marleen Ranftler in 41:19 Minuten, Rang drei ging an Lucia Faymonville in 41:33
Minuten.
Über fünf Kilometer gewann Till
Oke Weiß in 16:18 Minuten. Der U20-Läufer der LG Region Karlsruhe gehört zu den
jungen Athleten, die nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Bahn
auffallen. Erst im Frühjahr 2026 erfüllte er über 1.500 Meter die Norm für die
U20-DM. Zweiter wurde Oscar Pablo Thies in 16:23 Minuten, Rang drei ging an
Simon Büttgen vom TSV Bayer 04 Leverkusen in 16:44 Minuten.
Bei den Frauen setzte sich Lisa
Memouna Kerp vom Team flott e.V. in 18:02 Minuten durch. Die 1992 geborene
Läuferin ist besonders auf den längeren Straßenstrecken bis hin zum Halbmarathon
aktiv und brachte in Leverkusen ihre Ausdauerstärke auch auf die kurze Distanz.
Zweite wurde Emie Lotta Berger vom TSV Bayer 04 Leverkusen in 18:30 Minuten. Die
junge Mittelstreckenläuferin zählt zu den auffälligen Talenten des Vereins, war
bereits deutsche Nachwuchsmeisterin und erfüllte 2023 über 1.500 Meter die Norm
für die U20-Europameisterschaften. Rang drei ging an Jennifer Igwe in 19:27
Minuten.
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| Medaillen
für die Finisher |
Gerade diese Vielfalt macht den
EVL-HalbMarathon so wertvoll. Für die einen ist der Halbmarathon der große
Saisonhöhepunkt. Für andere sind fünf Kilometer der Einstieg in den Laufsport.
Wieder andere nutzen zehn Kilometer als schnellen Formtest. Dazu kommen Firmen,
Vereine, Familien, Kinder und Zuschauer. So entsteht ein Lauftag, der nicht nur
für eine kleine sportliche Elite funktioniert, sondern für eine ganze Stadt.
Die Strecke selbst bleibt mit
rund 137 Höhenmetern anspruchsvoll genug, um Respekt zu verlangen. Besonders der
Sauerberg gehört zu den Stellen, an denen der Rhythmus kurz bricht und der Puls
steigt. Rund 100 Meter, etwa zehn Höhenmeter, bei Kilometer 6,5 des
Halbmarathons. Für Zuschauer mag das unspektakulär klingen. Für Läufer ist es
genau der Abschnitt, an dem man merkt, ob man sein Tempo wirklich im Griff hat.
Die Bergwertung gibt diesem Punkt zusätzlich Gewicht und macht aus einem kurzen
Anstieg ein eigenes kleines Rennen im Rennen.
Am Ende war dieser
EVL-HalbMarathon ein Rekordlauf, aber keiner, der sich auf seine Teilnehmerzahl
reduzieren lässt. Leverkusen hat an diesem Sonntag gezeigt, was ein gut
verankerter Stadtlauf leisten kann. Er kann sportlich hochwertig sein, ohne
seine Breite zu verlieren. Er kann groß werden, ohne unpersönlich zu wirken. Und
er kann Geschichten schreiben, die weit über Ergebnislisten hinausgehen.
Jonny Dahlke lieferte vorne ein
starkes Rennen. Esther Pfeiffer setzte bei den Frauen das sportliche Glanzlicht.
Jonas Humke, Pauline Meyer, Till Oke Weiß und Lisa Memouna Kerp machten
deutlich, dass auch die kürzeren Distanzen stark besetzt waren. Hendrik Pfeiffer
schenkte seiner Frau im Ziel die Bühne. Und Tausende andere Teilnehmer liefen
ihre ganz eigenen Geschichten.
Genau daraus entsteht die Kraft
eines solchen Lauftages. Nicht aus einer einzelnen Siegerzeit, nicht aus einem
einzelnen Rekord, sondern aus der Summe all dieser Schritte durch eine Stadt,
die für ein paar Stunden ganz dem Laufen gehörte.
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Team
Pfeiffer vor dem Start: ein Kuss, ein Lächeln und dann 21,1 Kilometer
Arbeit |
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Irene Bendhiba / Detlev Ackermann für Laufen-in-Koeln
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