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Sommerlauf in Porz: Wenn der Sommer mitläuft |
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Die Sieger
über zehn Kilometer: Jonathan Hoffmann und Ascelina Hasberg |
Sommerlauf in Porz: Wenn der
Sommer mitläuft
Sommer, Sonne, Laufen. Viel
treffender lässt sich die 36. Auflage des Sommerlaufs des LSV Porz kaum
beschreiben. Es war einer dieser Tage, an denen man schon am Morgen merkt: Das
wird kein Lauf für Bestzeiten um jeden Preis. Während andernorts wegen der
anhaltenden Hitze Läufe abgesagt oder Programme angepasst wurden, blieb man in
Köln-Porz seiner Linie treu. Wer laufen wollte, konnte laufen. Wer bei diesen
Temperaturen lieber verzichtete, hatte dafür ebenso gute Gründe.
Porz wäre nicht Porz, wenn ein
heißer Junitag gleich alles durcheinanderbringen würde. Auf das
Organisationsteam des LSV Porz um seinen 84-jährigen 1. Vorsitzenden Helmut
Urbach ist seit Jahrzehnten Verlass. Diese Routine merkt man einer Veranstaltung
an. Dort wird nicht lange geredet, dort wird vorbereitet, aufgebaut und
angepackt. Trotzdem war auch diesem Vormittag anzumerken, dass es kein ganz
normaler Wettkampftag werden würde.
Bei Temperaturen jenseits der
Komfortzone geht es nicht um Heldentaten. Schon gar nicht bei einer
Veranstaltung, bei der ambitionierte Straßenläuferinnen und Straßenläufer
genauso am Start stehen wie Freizeitläufer, Walker und Kinder. Wer bei Hitze
startet, sollte wissen, was er tut. Tempo rausnehmen, genug trinken, auf den
Körper hören und im Zweifel rechtzeitig aussteigen. Das klingt banal, ist aber
genau der Punkt. Dieser Sommerlauf war kein Tag für Selbstüberschätzung, sondern
einer für Erfahrung, Vernunft und Freude am Laufen.
Auch organisatorisch hatte sich
der LSV Porz auf die Bedingungen eingestellt. Auf dem 5-Kilometer-Rundkurs wurde
eigens eine zweite Verpflegungsstelle eingerichtet. Gerade bei 28 Grad beim
5-Kilometer-Lauf und rund 32 Grad beim Start über zehn Kilometer war das mehr
als ein nettes Extra. Es zeigte, dass die Hitze ernst genommen wurde. Nicht
dramatisch, nicht übertrieben, sondern praktisch und sinnvoll.
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Die Walkerinnen und Walker
machten über fünf Kilometer den Auftakt beim 36. Sommerlauf des LSV Porz |
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15 Kinder gingen beim
1-Kilometer-Lauf des LSV Porz an den Start |
Den Anfang machten die
Walkerinnen und Walker über fünf Kilometer. 15 Teilnehmende gingen auf die
Strecke, alle kamen ins Ziel. Danach gehörte die Bühne den Kindern. Auch beim
1-Kilometer-Lauf standen 15 junge Läuferinnen und Läufer am Start. Schnellster
Junge war Levi Basten vom TSV Glessen in 3:52 Minuten. Bei den Mädchen gewann
Hannah Löpmann von der DJK Montania Kürten in 4:23 Minuten.
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| Start zum
5-Kilometer-Lauf. Bei bereits 28 Grad ging es für die Läuferinnen und
Läufer auf den Rundkurs durch Gut Leidenhausen. |
Als der 5-Kilometer-Lauf
gestartet wurde, zeigte das Thermometer bereits 28 Grad. Für Ende Juni ist das
nicht völlig ungewöhnlich, aber für schnelles Laufen ist es deutlich mehr als
nur sommerlich warm. 46 Teilnehmende waren im Rennen, drei erreichten das Ziel
nicht. Vorne entwickelte sich dennoch ein spannender Kampf. Niko Knülle von SSF
Bonn Triathlon gewann in 18:10 Minuten, nur eine Sekunde vor Maximilian Ksyk vom
ASV Sankt Augustin. Linus Hiersemann wurde in 18:55 Minuten Dritter.
Bei den Frauen setzte sich Ira
Achenbach von der SG Wenden in starken 19:08 Minuten durch. Paula Frederike
Böttcher vom GVG-Laufteam folgte in 20:27 Minuten auf Platz zwei. Dritte wurde
Eva-Maria Neveling vom Run Squad CGN in 24:25 Minuten.
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| Beim Start des
10-Kilometer-Laufs verzichteten die Teilnehmenden bewusst auf ein
dichtes Gedränge an der Startlinie. |
Noch anspruchsvoller wurde es beim 10-Kilometer-Lauf. Beim Start lagen die
Temperaturen bereits bei rund 32 Grad. 27 Teilnehmende stellten sich dieser
Aufgabe, vier von ihnen beendeten das Rennen nicht. Auch das gehört zur Wahrheit
eines solchen Tages. Manchmal ist Aufhören keine Niederlage, sondern die bessere
sportliche Entscheidung.
Vorne zeigte Jonathan Hoffmann
vom LAZ Rhein-Sieg ein starkes und zugleich kontrolliertes Rennen. In 36:39
Minuten gewann er die zehn Kilometer vor Malte Hantsch von OFFTRACK, der nach
36:50 Minuten das Ziel erreichte. Michael Grysko komplettierte das Podium in
37:23 Minuten.
Bei den Frauen gewann Ascelina
Hasberg in 43:46 Minuten. Platz zwei ging an Mariagrazia Biscardi aus Italien in
45:46 Minuten. Lysann Helms folgte als Dritte in 46:38 Minuten.
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| Siegerehrung der Männer
über zehn Kilometer: Die Platzierten wurden mit Einkaufsgutscheinen des
Sponsors Bunert, "Der Kölner Laufladen", ausgezeichnet. |
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| Siegerehrung der Frauen
über zehn Kilometer: Die Platzierten wurden mit Einkaufsgutscheinen des
Sponsors Bunert, "Der Kölner Laufladen", ausgezeichnet. |
Die Zahl der Aufgaben zeigt,
dass dieser Sommerlauf kein lockerer Spaziergang war. Drei DNF über fünf
Kilometer, vier DNF über zehn Kilometer. Das sind keine Nebensächlichkeiten,
sondern Hinweise darauf, wie fordernd die Bedingungen waren. Gleichzeitig kamen
viele gut durch, weil sie offenbar genau das taten, was an einem solchen Tag
zählt: nicht gegen die Hitze laufen, sondern mit ihr umgehen.
Rund um den Lauf blieb die
Atmosphäre dennoch typisch Porz. Familiär, unkompliziert, bodenständig. Kein
großes Spektakel, keine übertriebene Inszenierung, sondern eine Veranstaltung,
die Volkslauf-Atmosphäre und sportlichen Straßenlauf auf angenehme Weise
verbindet. Man kommt nach Porz, trifft bekannte Gesichter, schaut den Kindern
zu, feuert die Schnelleren an und weiß hinterher ziemlich genau, was man getan
hat.
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| Im Ziel
bekam jeder Finisher eine Erinnerungsmedaille |
Der 36. Sommerlauf des LSV Porz
war damit mehr als nur ein weiterer Termin im Laufkalender. Er war auch ein
kleiner Hinweis darauf, womit sich der Laufsport künftig häufiger beschäftigen
muss. Heiße Tage werden nicht verschwinden. Für Veranstalter bedeutet das mehr
Planung und manchmal schwierige Entscheidungen. Für Läuferinnen und Läufer
bedeutet es, den eigenen Ehrgeiz besser einzuordnen.
Absagen können richtig sein.
Startzeiten anzupassen kann richtig sein. Eine Veranstaltung durchzuführen kann
ebenfalls vertretbar sein, wenn die Bedingungen beobachtet werden, die
Organisation vorbereitet ist und die Teilnehmenden verantwortungsvoll mit sich
umgehen.
Am Ende bleibt ein Lauf, der
seinem Namen alle Ehre machte. Warm war es. Anspruchsvoll war es. Für manche
vielleicht zu warm. Für andere genau die Art von Sommerlauf, die man nicht wegen
Bestzeiten läuft, sondern weil sie in Erinnerung bleibt.
Porz hat wieder gezeigt, was
diesen Lauf ausmacht: Verlässlichkeit, Routine und eine große Portion Laufsport
aus Überzeugung. Oder einfacher gesagt: Sommerlauf in Porz. Genau so fühlt sich
das an.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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