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1. Nippeser Geländelauf - Treppen, Wiesen und Hitze statt Bestzeitenkurs |
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Der erste Nippeser Geländelauf brachte den Crosslauf mitten ins Kölner Veedel
Für einen anspruchsvollen
Geländelauf braucht es weder Berge noch einsame Waldwege. Manchmal reichen ein
Park, ein paar Treppen, unterschiedliche Untergründe und eine gute Idee. Genau
das zeigte der erste Nippeser Geländelauf am Samstag, 11. Juli 2026, im Nippeser
Tälchen.
Wo sonst Spaziergänger,
Familien und Freizeitsportler unterwegs sind, entstand für einige Stunden eine
kleine Crosslaufarena. Der Parcours führte über befestigte Wege, Asphalt und
Wiesen. Treppen, kurze Steigungen, Gefällestrecken und natürliche Hindernisse
wie Baumstämme sorgten dafür, dass kaum ein Abschnitt dem anderen glich.
Hinzu kam die sommerliche
Hitze. Als um 13 Uhr die beiden längsten Wettbewerbe gestartet wurden, lagen die
Temperaturen bereits um 30 Grad. Die Strecke verlangte den Läuferinnen und
Läufern damit nicht nur Kraft, Koordination und Aufmerksamkeit ab, sondern auch
einen vernünftigen Umgang mit den eigenen Reserven.
Veranstaltet wurde die Premiere
von der TFG Köln-Nippes. Start und Ziel befanden sich hinter dem Bürgerzentrum
Nippes im Altenberger Hof. Der Geländelauf fand damit nicht irgendwo am
Stadtrand statt, sondern mitten im Veedel.
Ein kurzer Kurs, der es in sich hatte
Auf dem Papier wirkten die
angebotenen Distanzen zunächst überschaubar. Im Gelände sagt die reine
Kilometerzahl jedoch wenig darüber aus, wie anstrengend ein Rennen tatsächlich
ist.
Eine Treppe kostet Kraft und
unterbricht den Laufrhythmus. Auf einer Wiese greift der Fuß anders als auf
Asphalt. Enge Kurven verlangen Aufmerksamkeit, während nach Hindernissen
möglichst schnell wieder Tempo aufgenommen werden muss.
Was auf der ersten Runde noch
spielerisch erschien, entwickelte sich mit jedem weiteren Umlauf zu einer
größeren Herausforderung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten den
Parcours zwar zunehmend kennen, doch die Beine wurden schwerer und die
Konzentration durfte nicht nachlassen. Jede Treppe, jede Kurve und jedes
Hindernis kam zuverlässig wieder.
Genau darin unterschied sich
der Nippeser Geländelauf von einem klassischen Straßenrennen. Ein gleichmäßiges
Tempo war kaum möglich. Wer schnell sein wollte, musste den eigenen Schritt
ständig an die Strecke anpassen.
Vom Kinderlauf bis zum Hauptwettbewerb
Das Veranstaltungsprogramm
begann um 11 Uhr mit den Kinderläufen über 850 und 1.650 Meter. Startberechtigt
waren die Jahrgänge 2015 bis 2021.
Eine Stunde später folgten die
Wettbewerbe über 2.450 und 3.250 Meter für Läuferinnen und Läufer des Jahrgangs
2014 und älter. Um 13 Uhr gingen schließlich die Teilnehmenden der beiden
längsten Rennen auf die Strecke. Angeboten wurden ein Lauf über 4.850 Meter und
der Hauptlauf über rund 6,6 Kilometer.
Durch diese Abstufung sprach
die Premiere unterschiedliche Alters- und Leistungsklassen an. Kinder konnten
den Parcours auf einer kurzen Distanz kennenlernen, während erfahrenere
Läuferinnen und Läufer mehrere Runden absolvieren mussten.
Gerade für den Nachwuchs bot
das Format mehr als einen gewöhnlichen Lauf von einem Startpunkt zu einem
Zielbogen. Wiesen, Stufen und Baumstämme machten den Wettbewerb zu einem kleinen
Laufabenteuer. Schnelligkeit allein reichte nicht aus. Gefragt waren ebenso Mut,
Geschicklichkeit und ein gutes Gefühl für den eigenen Körper.
Marvin Rohde übernimmt sofort die Kontrolle
Der sportliche Höhepunkt des
Tages war der Hauptlauf über rund 6,6 Kilometer. Bei den Männern setzte sich
Marvin Rohde aus der Altersklasse M30 durch. Nach 25:08 Minuten erreichte er als
Gesamtsieger das Ziel.
Rohde übernahm unmittelbar nach
dem Start die Führung und lag an sämtlichen Zwischenmesspunkten auf Rang eins.
Seine erste Runde absolvierte er in schnellen 2:58 Minuten. Danach stiegen die
Abschnittszeiten angesichts des anspruchsvollen Parcours und der hohen
Temperaturen allmählich an.
Auf 3:02 Minuten in der zweiten
Runde folgten 3:07, 3:10 und 3:14 Minuten. Für die sechste Runde benötigte Rohde
3:17 Minuten, anschließend 3:15 Minuten.
Doch der spätere Sieger hatte
sich seine Kräfte gut eingeteilt. Auf dem letzten Abschnitt konnte er noch
einmal deutlich beschleunigen. Mit einer Schlussrunde von 3:04 Minuten brachte
Rohde seinen Start-Ziel-Sieg souverän nach Hause.
Dass er nach sieben fordernden
Runden bei hochsommerlichen Bedingungen noch einmal zulegen konnte, sprach für
seine kontrollierte Renngestaltung. Er hatte früh für klare Verhältnisse
gesorgt, ohne seine Reserven vollständig aufzubrauchen.
Sofi Visintini arbeitet sich nach vorne
Bei den Frauen gewann Sofi
Visintini vom Team ?vamo? la? piba?!?. Die Läuferin der Altersklasse W35
erreichte das Ziel nach 38:07 Minuten.
Ihr Rennen verlief anders als
das von Marvin Rohde. Nach der ersten Runde wurde Visintini zunächst auf dem
dritten Platz der Frauenwertung geführt. Im zweiten Umlauf rückte sie auf Rang
zwei vor. Nach der dritten Runde hatte sie schließlich die Führung übernommen.
Die Grundlage dafür legte sie
mit einer gleichmäßigen ersten Rennhälfte. Ihre ersten fünf Runden absolvierte
sie in Zeiten zwischen 4:38 und 4:45 Minuten. Visintini arbeitete sich
kontrolliert an die Spitze, ohne bei ihrer Aufholjagd zu überziehen.
Erst im letzten Drittel wurden
die Abschnittszeiten etwas länger. Für die sechste Runde benötigte sie 4:50
Minuten, für die siebte 4:54 Minuten. Auch den Schlussabschnitt bewältigte sie
in 4:50 Minuten.
Unter den heißen Bedingungen
und auf dem abwechslungsreichen Parcours war diese Konstanz besonders wertvoll.
Visintini übernahm im richtigen Moment die Führung und ließ sie sich
anschließend nicht mehr nehmen.
Strecke und Hitze verlangten ihren Tribut
Die Zwischenzeiten der beiden
Sieger zeigen, wie anspruchsvoll der Hauptlauf war. Treppen, enge
Richtungswechsel, wechselnde Untergründe und die hohen Temperaturen verlangten
den Aktiven einiges ab. Dass das Tempo im Verlauf des Rennens etwas nachließ,
war unter diesen Voraussetzungen kaum überraschend.
Umso bemerkenswerter war, dass
Marvin Rohde auf dem letzten Abschnitt noch einmal beschleunigen konnte. Auch
Sofi Visintini blieb nach ihrer Aufholjagd stabil und verteidigte ihre Führung
sicher bis ins Ziel.
Die Endzeiten allein erzählen
deshalb nur einen Teil der Geschichte. Rund 6,6 Kilometer im Nippeser Tälchen
waren an diesem Tag eine deutlich andere Aufgabe als dieselbe Distanz auf einer
flachen Straße.
Crosslauf mitten in der Stadt
Viele Freizeitläufer verbinden
Crossläufe vor allem mit Winter, Schlamm und tiefem Boden. Der Nippeser
Geländelauf wählte einen anderen Ansatz. Die TFG Köln-Nippes brachte den
Crosslauf in einen städtischen Park und öffnete ihn mit verschiedenen Distanzen
für eine breite Zielgruppe.
Niemand musste dafür ins
Bergische Land oder in die Eifel fahren. Das Geländeabenteuer begann direkt
hinter dem Bürgerzentrum.
Trotz seiner zentralen Lage war
der Parcours anspruchsvoll genug, um auch erfahrene Straßenläufer aus ihrem
gewohnten Bewegungsmuster zu bringen. Auf den befestigten Abschnitten konnte
Tempo aufgenommen werden. Auf Wiesen, Treppen und an den Hindernissen waren
dagegen Trittsicherheit, kurze Schritte und schnelle Reaktionen gefragt.
Diese Mischung machte den Reiz
der Veranstaltung aus. Der Lauf forderte nicht nur Ausdauer, sondern auch
Beweglichkeit, Koordination und Aufmerksamkeit. Fähigkeiten also, die beim
gleichmäßigen Training auf Asphalt mitunter zu kurz kommen.
Kurze Wege am Altenberger Hof
Die Zeitnahme erfolgte
elektronisch mit Startnummern und Transpondern. Dadurch konnten auch die
einzelnen Runden und Zwischenzeiten erfasst werden.
Die Startnummernausgabe und die
Siegerehrung fanden im Innenhof des Bürgerzentrums Nippes im Altenberger Hof
statt. Damit lagen die zentralen organisatorischen Bereiche unmittelbar am
Veranstaltungsgelände.
Die kurzen Wege kamen besonders
den Familien der jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugute. Zugleich bot
der Innenhof einen Treffpunkt, an dem sich Aktive, Angehörige und Zuschauer vor
und nach den Wettbewerben begegnen konnten.
So blieb der Geländelauf nicht
auf das sportliche Geschehen beschränkt. Er wurde zugleich zu einer
Veranstaltung für das Veedel.
Eine Premiere mit eigenem Charakter
Mit dem ersten Nippeser
Geländelauf hat die TFG Köln-Nippes ein Format in den Kölner Laufkalender
gebracht, das sich bewusst von klassischen Straßenrennen unterscheidet.
Der Parcours musste dafür nicht
künstlich zu einer schnellen Laufstrecke umgebaut werden. Gerade die vorhandenen
Gegebenheiten machten seinen Charakter aus. Die Wiese blieb Wiese, die Treppe
wurde Teil des Rennens und ein Baumstamm nicht als Störung, sondern als
sportliche Aufgabe betrachtet.
Bestzeiten und exakt
vergleichbare Kilometerabschnitte standen nicht im Mittelpunkt. Entscheidend
war, wer mit dem Gelände, den ständigen Rhythmuswechseln und an diesem Tag auch
mit der Hitze am besten zurechtkam.
Ob sich der Nippeser
Geländelauf dauerhaft im Veranstaltungskalender etabliert, werden die kommenden
Jahre zeigen. Die Premiere machte jedenfalls deutlich, dass ein spannender Lauf
weder eine breite Straße noch eine vollkommen ebene Strecke benötigt.
Manchmal reichen ein Park, ein
paar Treppen und die Bereitschaft, den gewohnten Laufrhythmus hinter sich zu
lassen.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Foto: TFG Nippes
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