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Detlev Ackermann

 
   
 
   
 
   
 
 

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1. Nippeser Geländelauf - Treppen, Wiesen und Hitze statt Bestzeitenkurs
 
 
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12.07.2026  

 
 


Der erste Nippeser Geländelauf brachte den Crosslauf mitten ins Kölner Veedel
 
Für einen anspruchsvollen Geländelauf braucht es weder Berge noch einsame Waldwege. Manchmal reichen ein Park, ein paar Treppen, unterschiedliche Untergründe und eine gute Idee. Genau das zeigte der erste Nippeser Geländelauf am Samstag, 11. Juli 2026, im Nippeser Tälchen.
 
Wo sonst Spaziergänger, Familien und Freizeitsportler unterwegs sind, entstand für einige Stunden eine kleine Crosslaufarena. Der Parcours führte über befestigte Wege, Asphalt und Wiesen. Treppen, kurze Steigungen, Gefällestrecken und natürliche Hindernisse wie Baumstämme sorgten dafür, dass kaum ein Abschnitt dem anderen glich.
 
Hinzu kam die sommerliche Hitze. Als um 13 Uhr die beiden längsten Wettbewerbe gestartet wurden, lagen die Temperaturen bereits um 30 Grad. Die Strecke verlangte den Läuferinnen und Läufern damit nicht nur Kraft, Koordination und Aufmerksamkeit ab, sondern auch einen vernünftigen Umgang mit den eigenen Reserven.
 
Veranstaltet wurde die Premiere von der TFG Köln-Nippes. Start und Ziel befanden sich hinter dem Bürgerzentrum Nippes im Altenberger Hof. Der Geländelauf fand damit nicht irgendwo am Stadtrand statt, sondern mitten im Veedel.
 
Ein kurzer Kurs, der es in sich hatte
 
Auf dem Papier wirkten die angebotenen Distanzen zunächst überschaubar. Im Gelände sagt die reine Kilometerzahl jedoch wenig darüber aus, wie anstrengend ein Rennen tatsächlich ist.
 
Eine Treppe kostet Kraft und unterbricht den Laufrhythmus. Auf einer Wiese greift der Fuß anders als auf Asphalt. Enge Kurven verlangen Aufmerksamkeit, während nach Hindernissen möglichst schnell wieder Tempo aufgenommen werden muss.
 
Was auf der ersten Runde noch spielerisch erschien, entwickelte sich mit jedem weiteren Umlauf zu einer größeren Herausforderung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten den Parcours zwar zunehmend kennen, doch die Beine wurden schwerer und die Konzentration durfte nicht nachlassen. Jede Treppe, jede Kurve und jedes Hindernis kam zuverlässig wieder.
 
Genau darin unterschied sich der Nippeser Geländelauf von einem klassischen Straßenrennen. Ein gleichmäßiges Tempo war kaum möglich. Wer schnell sein wollte, musste den eigenen Schritt ständig an die Strecke anpassen.
 
Vom Kinderlauf bis zum Hauptwettbewerb
 
Das Veranstaltungsprogramm begann um 11 Uhr mit den Kinderläufen über 850 und 1.650 Meter. Startberechtigt waren die Jahrgänge 2015 bis 2021.
 
Eine Stunde später folgten die Wettbewerbe über 2.450 und 3.250 Meter für Läuferinnen und Läufer des Jahrgangs 2014 und älter. Um 13 Uhr gingen schließlich die Teilnehmenden der beiden längsten Rennen auf die Strecke. Angeboten wurden ein Lauf über 4.850 Meter und der Hauptlauf über rund 6,6 Kilometer.
 
Durch diese Abstufung sprach die Premiere unterschiedliche Alters- und Leistungsklassen an. Kinder konnten den Parcours auf einer kurzen Distanz kennenlernen, während erfahrenere Läuferinnen und Läufer mehrere Runden absolvieren mussten.
 
Gerade für den Nachwuchs bot das Format mehr als einen gewöhnlichen Lauf von einem Startpunkt zu einem Zielbogen. Wiesen, Stufen und Baumstämme machten den Wettbewerb zu einem kleinen Laufabenteuer. Schnelligkeit allein reichte nicht aus. Gefragt waren ebenso Mut, Geschicklichkeit und ein gutes Gefühl für den eigenen Körper.

Marvin Rohde übernimmt sofort die Kontrolle
 
Der sportliche Höhepunkt des Tages war der Hauptlauf über rund 6,6 Kilometer. Bei den Männern setzte sich Marvin Rohde aus der Altersklasse M30 durch. Nach 25:08 Minuten erreichte er als Gesamtsieger das Ziel.
 
Rohde übernahm unmittelbar nach dem Start die Führung und lag an sämtlichen Zwischenmesspunkten auf Rang eins. Seine erste Runde absolvierte er in schnellen 2:58 Minuten. Danach stiegen die Abschnittszeiten angesichts des anspruchsvollen Parcours und der hohen Temperaturen allmählich an.
 
Auf 3:02 Minuten in der zweiten Runde folgten 3:07, 3:10 und 3:14 Minuten. Für die sechste Runde benötigte Rohde 3:17 Minuten, anschließend 3:15 Minuten.
 
Doch der spätere Sieger hatte sich seine Kräfte gut eingeteilt. Auf dem letzten Abschnitt konnte er noch einmal deutlich beschleunigen. Mit einer Schlussrunde von 3:04 Minuten brachte Rohde seinen Start-Ziel-Sieg souverän nach Hause.
 
Dass er nach sieben fordernden Runden bei hochsommerlichen Bedingungen noch einmal zulegen konnte, sprach für seine kontrollierte Renngestaltung. Er hatte früh für klare Verhältnisse gesorgt, ohne seine Reserven vollständig aufzubrauchen.
 
Sofi Visintini arbeitet sich nach vorne
 
Bei den Frauen gewann Sofi Visintini vom Team ?vamo? la? piba?!?. Die Läuferin der Altersklasse W35 erreichte das Ziel nach 38:07 Minuten.
 
Ihr Rennen verlief anders als das von Marvin Rohde. Nach der ersten Runde wurde Visintini zunächst auf dem dritten Platz der Frauenwertung geführt. Im zweiten Umlauf rückte sie auf Rang zwei vor. Nach der dritten Runde hatte sie schließlich die Führung übernommen.
 
Die Grundlage dafür legte sie mit einer gleichmäßigen ersten Rennhälfte. Ihre ersten fünf Runden absolvierte sie in Zeiten zwischen 4:38 und 4:45 Minuten. Visintini arbeitete sich kontrolliert an die Spitze, ohne bei ihrer Aufholjagd zu überziehen.
 
Erst im letzten Drittel wurden die Abschnittszeiten etwas länger. Für die sechste Runde benötigte sie 4:50 Minuten, für die siebte 4:54 Minuten. Auch den Schlussabschnitt bewältigte sie in 4:50 Minuten.
 
Unter den heißen Bedingungen und auf dem abwechslungsreichen Parcours war diese Konstanz besonders wertvoll. Visintini übernahm im richtigen Moment die Führung und ließ sie sich anschließend nicht mehr nehmen.
 
Strecke und Hitze verlangten ihren Tribut
 
Die Zwischenzeiten der beiden Sieger zeigen, wie anspruchsvoll der Hauptlauf war. Treppen, enge Richtungswechsel, wechselnde Untergründe und die hohen Temperaturen verlangten den Aktiven einiges ab. Dass das Tempo im Verlauf des Rennens etwas nachließ, war unter diesen Voraussetzungen kaum überraschend.
 
Umso bemerkenswerter war, dass Marvin Rohde auf dem letzten Abschnitt noch einmal beschleunigen konnte. Auch Sofi Visintini blieb nach ihrer Aufholjagd stabil und verteidigte ihre Führung sicher bis ins Ziel.
 
Die Endzeiten allein erzählen deshalb nur einen Teil der Geschichte. Rund 6,6 Kilometer im Nippeser Tälchen waren an diesem Tag eine deutlich andere Aufgabe als dieselbe Distanz auf einer flachen Straße.
 
Crosslauf mitten in der Stadt
 
Viele Freizeitläufer verbinden Crossläufe vor allem mit Winter, Schlamm und tiefem Boden. Der Nippeser Geländelauf wählte einen anderen Ansatz. Die TFG Köln-Nippes brachte den Crosslauf in einen städtischen Park und öffnete ihn mit verschiedenen Distanzen für eine breite Zielgruppe.
 
Niemand musste dafür ins Bergische Land oder in die Eifel fahren. Das Geländeabenteuer begann direkt hinter dem Bürgerzentrum.
 
Trotz seiner zentralen Lage war der Parcours anspruchsvoll genug, um auch erfahrene Straßenläufer aus ihrem gewohnten Bewegungsmuster zu bringen. Auf den befestigten Abschnitten konnte Tempo aufgenommen werden. Auf Wiesen, Treppen und an den Hindernissen waren dagegen Trittsicherheit, kurze Schritte und schnelle Reaktionen gefragt.
 
Diese Mischung machte den Reiz der Veranstaltung aus. Der Lauf forderte nicht nur Ausdauer, sondern auch Beweglichkeit, Koordination und Aufmerksamkeit. Fähigkeiten also, die beim gleichmäßigen Training auf Asphalt mitunter zu kurz kommen.

Kurze Wege am Altenberger Hof
 
Die Zeitnahme erfolgte elektronisch mit Startnummern und Transpondern. Dadurch konnten auch die einzelnen Runden und Zwischenzeiten erfasst werden.
 
Die Startnummernausgabe und die Siegerehrung fanden im Innenhof des Bürgerzentrums Nippes im Altenberger Hof statt. Damit lagen die zentralen organisatorischen Bereiche unmittelbar am Veranstaltungsgelände.
 
Die kurzen Wege kamen besonders den Familien der jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugute. Zugleich bot der Innenhof einen Treffpunkt, an dem sich Aktive, Angehörige und Zuschauer vor und nach den Wettbewerben begegnen konnten.
 
So blieb der Geländelauf nicht auf das sportliche Geschehen beschränkt. Er wurde zugleich zu einer Veranstaltung für das Veedel.
 
Eine Premiere mit eigenem Charakter
 
Mit dem ersten Nippeser Geländelauf hat die TFG Köln-Nippes ein Format in den Kölner Laufkalender gebracht, das sich bewusst von klassischen Straßenrennen unterscheidet.
 
Der Parcours musste dafür nicht künstlich zu einer schnellen Laufstrecke umgebaut werden. Gerade die vorhandenen Gegebenheiten machten seinen Charakter aus. Die Wiese blieb Wiese, die Treppe wurde Teil des Rennens und ein Baumstamm nicht als Störung, sondern als sportliche Aufgabe betrachtet.
 
Bestzeiten und exakt vergleichbare Kilometerabschnitte standen nicht im Mittelpunkt. Entscheidend war, wer mit dem Gelände, den ständigen Rhythmuswechseln und an diesem Tag auch mit der Hitze am besten zurechtkam.
 
Ob sich der Nippeser Geländelauf dauerhaft im Veranstaltungskalender etabliert, werden die kommenden Jahre zeigen. Die Premiere machte jedenfalls deutlich, dass ein spannender Lauf weder eine breite Straße noch eine vollkommen ebene Strecke benötigt.
 
Manchmal reichen ein Park, ein paar Treppen und die Bereitschaft, den gewohnten Laufrhythmus hinter sich zu lassen.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Foto: TFG Nippes

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