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Pose-Methode im Check: Leichter laufen oder nur anders belasten? |
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| Ein kompakter Schritt,
eine leichte Vorlage aus dem Sprunggelenk und ein aktiver Fußwechsel
kennzeichnen die Pose-Methode. Ob dieser Laufstil tatsächlich
effizienter und verletzungsärmer ist, hängt jedoch stark vom einzelnen
Läufer ab. |
Die Pose-Methode verspricht einen natürlichen, effizienten und
verletzungsärmeren Laufstil. Statt sich kraftvoll vom Boden abzudrücken, sollen
Läuferinnen und Läufer ihren Körper leicht nach vorn fallen lassen und den Fuß
anschließend schnell unter die Hüfte ziehen. Das klingt einleuchtend. Doch
funktioniert es wirklich für jeden?
Laufen gehört zu den
Bewegungen, über die wir gewöhnlich kaum nachdenken. Ein Fuß setzt vor dem
anderen auf, der Körper bewegt sich vorwärts, fertig. Zumindest so lange, bis
Beschwerden auftreten, die Leistung stagniert oder eine Videoaufnahme den
eigenen Laufstil aus einer ungewohnten Perspektive zeigt.
Plötzlich stellen sich Fragen:
Landet der Fuß zu weit vor dem Körper? Ist die Schrittfrequenz zu niedrig?
Bewegt sich der Körperschwerpunkt unnötig stark auf und ab? Und ist es überhaupt
ein Problem, zuerst mit der Ferse aufzusetzen?
Genau an diesem Punkt setzt die
Pose-Methode an. Sie betrachtet Laufen nicht einfach als angeborene Bewegung,
die jeder Mensch automatisch richtig ausführt, sondern als erlernbare Technik.
Ähnlich wie beim Schwimmen, Tennis oder Skilanglauf sollen bestimmte
Bewegungsmuster bewusst eingeübt werden.
Die Methode liefert dafür ein vergleichsweise einfaches Modell. Gerade das macht
sie für viele Läufer attraktiv. Allerdings bedeutet einfach zu erklären noch
lange nicht, einfach umzusetzen.
Woher kommt die Pose-Methode?
Entwickelt wurde die
Pose-Methode vom Sportwissenschaftler und Lauftrainer Nicholas Romanov. Nach
Angaben der offiziellen Organisation entstand das Konzept bereits Ende der
1970er-Jahre und wurde später über Bücher, Seminare und ein internationales
Trainernetzwerk verbreitet.
Der Name "Pose" bezieht sich
auf eine bestimmte Position während der Stützphase. In diesem Moment befinden
sich Schulter, Hüfte und Sprunggelenk annähernd in einer Linie. Das
Körpergewicht ruht auf einem Bein, während sich der Fuß möglichst nah unter dem
Körper befindet.
Romanov unterteilt den
Laufzyklus in drei zentrale Elemente: Pose, Fall und Pull.
In der Pose befindet sich der Läufer stabil über dem Stützbein. Beim Fall neigt
sich der Körper als weitgehend geschlossene Einheit leicht aus den
Sprunggelenken nach vorn. Nach der Vorstellung der Methode unterstützt die
Schwerkraft dadurch die Vorwärtsbewegung. Beim Pull wird der belastete Fuß
anschließend schnell vom Boden gelöst und unter die Hüfte gezogen.
Ein betontes Abdrücken nach hinten soll dagegen vermieden werden. Stattdessen
entsteht ein schneller Wechsel aus Stützen, leichtem Vorwärtsfallen und Anheben
des Fußes.
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| Die drei zentralen
Bewegungsphasen der Pose-Methode: eine stabile Körperposition, die
leichte Vorlage aus dem Sprunggelenk und das schnelle Anheben des Fußes. |
So sieht der Laufstil in der Praxis aus
Von außen erkennt man einen nach der Pose-Methode laufenden Menschen meist an
einem relativ kompakten Schritt. Der Fuß setzt nicht weit vor dem Körper auf,
das Knie bleibt leicht gebeugt und die Bodenkontaktzeit soll möglichst kurz
sein.
Häufig geht die Technik mit einer etwas höheren Schrittfrequenz und einer
geringeren Schrittlänge einher. Die vertikale Bewegung des Körpers soll begrenzt
bleiben, während der Fuß nach dem Bodenkontakt schnell wieder angehoben wird.
Wichtig ist die Art der Vorwärtsneigung. Der Oberkörper wird nicht aus der Hüfte
abgeknickt. Stattdessen bleibt der Körper möglichst gestreckt und neigt sich
leicht aus den Sprunggelenken nach vorn. Wer lediglich den Kopf und die
Schultern nach vorn schiebt, setzt die Grundidee daher nicht automatisch richtig
um.
Auch der Fußaufsatz spielt eine Rolle. Bei der klassischen Pose-Methode wird
meist ein Aufsatz auf dem Ballen oder Mittelfuß angestrebt. Entscheidend ist
jedoch nicht allein, welcher Teil des Schuhs zuerst den Boden berührt. Wichtiger
ist, wo der Fuß im Verhältnis zum Körper aufsetzt.
Landet er deutlich vor dem Körperschwerpunkt, entsteht häufig ein stärkerer
Bremsimpuls. Dieses sogenannte Overstriding kann sowohl bei einem Fersenaufsatz
als auch bei einem Mittel- oder Vorfußaufsatz vorkommen. Umgekehrt ist nicht
jeder Fersenlauf automatisch technisch ungünstig.
Genau hier liegt eine Stärke der Methode: Sie vermittelt leicht verständliche
Bewegungsbilder. Die Anweisung "Zieh den Fuß unter die Hüfte" lässt sich häufig
besser umsetzen als eine lange Erklärung über Gelenkwinkel, Bodenreaktionskräfte
und horizontale Bremsimpulse.
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| Landet der Fuß deutlich vor dem Körper, kann ein
stärkerer Bremsimpuls entstehen. Ein körpernaher Fußaufsatz geht meist
mit einem kompakteren Schritt einher. |
Was verändert sich durch die Pose-Methode?
Dass sich ein Laufstil durch gezieltes Techniktraining verändern lässt, ist gut
nachvollziehbar. Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht, ob sich die
Bewegung verändert. Entscheidend ist, ob diese Veränderung den jeweiligen Läufer
tatsächlich schneller, ökonomischer oder belastbarer macht.
Eine häufig zitierte Untersuchung verglich einen gewöhnlichen Fersenlauf, einen
Mittelfußlauf und die Pose-Technik. Beim Pose-Laufen zeigten sich unter anderem
kürzere Schritte, eine geringere vertikale Bewegung und eine niedrigere
exzentrische Belastung im Knie.
Das kann zunächst positiv klingen, besonders für Menschen mit kniebezogenen
Beschwerden. Die Kräfte verschwinden dadurch allerdings nicht. Sie werden
innerhalb des Bewegungsapparates anders verteilt.
Wer stärker über den Mittel- oder Vorfuß läuft, beansprucht in der Regel die
Wadenmuskulatur, die Achillessehne, die Fußmuskulatur und das Sprunggelenk
stärker. Eine systematische Auswertung der Forschung kommt deshalb zu dem
Schluss, dass beschwerdefreie Fersenläufer nicht pauschal auf einen Mittel- oder
Vorfußaufsatz umgestellt werden sollten.
Für die Verletzungsprävention ist bisher kein eindeutiger Vorteil eines
bestimmten Fußaufsatzes nachgewiesen. Es kommt vielmehr darauf an, welche
Strukturen belastet werden und ob diese der veränderten Beanspruchung bereits
gewachsen sind.
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| Eine Veränderung des Laufstils lässt Kräfte nicht verschwinden.
Sie kann die Beanspruchung vom Knie stärker in Richtung Wade,
Achillessehne und Fuß verlagern. |
Macht die Pose-Methode schneller?
Auch hier fällt die Antwort weniger eindeutig aus, als manche Werbeversprechen
vermuten lassen.
In einer Studie absolvierten Triathleten über zwölf Wochen ein gezieltes
Pose-Training. Anschließend liefen sie mit kürzeren Schritten und einer
geringeren vertikalen Bewegung. Gleichzeitig benötigten sie bei gleicher
Geschwindigkeit jedoch mehr Sauerstoff. Ihre Laufökonomie hatte sich trotz der
längeren Eingewöhnungsphase verschlechtert.
Dieses Ergebnis ist nicht vollkommen überraschend. Ein Läufer hat über Jahre
einen individuellen Bewegungsablauf entwickelt. Dieser ist nicht zwangsläufig
perfekt, aber häufig gut an Körperbau, Kraftverhältnisse, Beweglichkeit und
bevorzugtes Lauftempo angepasst.
Wird dieser Ablauf grundlegend verändert, muss das Nervensystem zunächst mehr
arbeiten. Muskeln werden anders eingesetzt, vertraute Automatismen gehen
vorübergehend verloren und der neue Laufstil kann sich deutlich anstrengender
anfühlen. Eine Bewegung, die in der Zeitlupe harmonischer aussieht, ist deshalb
nicht automatisch ökonomischer.
In einer weiteren Untersuchung verbesserten sich Läufer nach einem Pose-Training
über eine Strecke von 2.400 Metern im Durchschnitt um knapp 25 Sekunden. Die
Unterschiede waren statistisch jedoch nicht eindeutig. Auch bei der gemessenen
Laufökonomie zeigte sich kein klarer Vorteil.
Die Pose-Methode kann einzelnen Läufern helfen, schneller zu werden. Eine
Garantie dafür gibt es nicht. Wer durch die Umstellung einen ausgeprägten
Bremsimpuls reduziert oder seine Bewegungskoordination verbessert, kann
profitieren. Wer dagegen bereits ökonomisch und beschwerdefrei läuft, gewinnt
durch einen vollständigen Technikwechsel möglicherweise wenig.
Verhindert die Methode Verletzungen?
Der wohl attraktivste Teil des Konzepts ist das Versprechen eines
verletzungsärmeren Laufens. Gerade hier ist eine nüchterne Betrachtung
notwendig.
Eine kleine Untersuchung mit 14 Läufern zeigte nach vier Wochen Pose-Training
einen Wechsel vom Fersen- zum Mittelfußaufsatz sowie Veränderungen in Hüfte und
Knie. Die gemessenen vertikalen Belastungsraten, die häufig mit dem
Verletzungsrisiko in Verbindung gebracht werden, änderten sich jedoch nicht
wesentlich.
Damit ist nicht bewiesen, dass die Pose-Methode wirkungslos ist. Die
untersuchten Gruppen waren klein und die Trainingszeiträume meist relativ kurz.
Umgekehrt lässt sich daraus aber auch nicht ableiten, dass die Methode
Laufverletzungen grundsätzlich verhindert.
Beschwerden entstehen nur selten durch einen einzelnen technischen Fehler.
Trainingsumfang, abrupte Belastungssteigerungen, Regeneration, Schlaf, frühere
Verletzungen, Kraft, Beweglichkeit, Gewebebelastbarkeit, Lauftempo, Untergrund
und Schuhwerk wirken zusammen.
Eine veränderte Lauftechnik kann die Beanspruchung einzelner Körperregionen
beeinflussen. Sie ersetzt jedoch weder eine sinnvolle Trainingssteuerung noch
Krafttraining, ausreichende Erholung oder eine fachliche Abklärung bestehender
Beschwerden.
Welche Vorteile kann die Pose-Methode haben?
Trotz der begrenzten wissenschaftlichen Belege enthält das Konzept einige
sinnvolle Ansätze.
Zunächst schärft es die Wahrnehmung für den eigenen Laufstil. Viele
Freizeitläufer haben nie gelernt, ihre Bewegung bewusst zu beobachten. Übungen
zur Körperhaltung, zum Einbeinstand, zur Fußaktivität und zur Schrittfrequenz
können die Koordination verbessern.
Ein weiterer Vorteil ist die Beschäftigung mit dem Overstriding. Setzt der Fuß
weit vor dem Körper auf, häufig bei nahezu gestrecktem Knie, kann jeder Schritt
eine unnötige Bremsbewegung erzeugen. Ein etwas kürzerer Schritt und eine
moderate Erhöhung der Schrittfrequenz können dabei helfen, den Fuß näher am
Körper aufzusetzen.
Besonders bei patellofemoralen Beschwerden, also Schmerzen rund um oder hinter
der Kniescheibe, kann eine individuell angepasste Veränderung des Laufstils
sinnvoll sein. Untersuchungen zum sogenannten Gait Retraining zeigen, dass eine
moderate Erhöhung der Schrittfrequenz oder ein bewusst weicheres Aufsetzen die
Belastung des Kniegelenks kurzfristig reduzieren kann.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Läufer mit Knieschmerzen automatisch
die vollständige Pose-Methode erlernen muss. Oft reichen kleinere, gezielte
Veränderungen aus.
Nicht zuletzt bietet die Methode eine klare Lernstruktur. Statt mehrere
technische Korrekturen gleichzeitig vorzunehmen, konzentriert sie sich auf
wenige wiederkehrende Aufgaben. Für Menschen, die gerne bewusst an Bewegungen
arbeiten, kann das hilfreich und motivierend sein.
Für wen kann die Pose-Methode geeignet sein?
Interessant kann die Methode für Läufer sein, die deutlich zu weit vor dem
Körper aufsetzen, sehr lange Schritte machen oder beim Bodenkontakt sichtbar
abbremsen.
Auch Menschen, die sich geduldig mit ihrer Lauftechnik beschäftigen möchten,
können von den Übungen profitieren. Sie sollten allerdings bereit sein, ihr
gewohntes Training vorübergehend anzupassen und neue Bewegungsabläufe zunächst
nur in kurzen Abschnitten zu erproben.
Bei wiederkehrenden Kniebeschwerden kann eine Laufstilanpassung ebenfalls
sinnvoll sein. Sie sollte jedoch nicht allein anhand eines Internetvideos
erfolgen. Eine professionelle Laufanalyse sowie eine sportmedizinische oder
physiotherapeutische Untersuchung helfen dabei festzustellen, ob die beobachtete
Technik tatsächlich mit den Beschwerden zusammenhängt.
Grundsätzlich eignet sich das Konzept eher für Läuferinnen und Läufer, die ihren
Laufstil als veränderbare Fähigkeit verstehen. Wer Freude an Lauftechnikübungen,
Koordination und bewusstem Training hat, wird damit vermutlich mehr anfangen
können als jemand, der beim Laufen möglichst wenig über einzelne Bewegungen
nachdenken möchte.
Für wen ist sie eher nicht geeignet?
Ein beschwerdefreier Läufer muss seinen Laufstil nicht verändern, nur weil er
zuerst mit der Ferse aufsetzt. Fersenlauf ist nicht automatisch falsch. Ebenso
wenig ist ein Vorfußlauf grundsätzlich besser.
Besonders vorsichtig sollten Menschen mit aktuellen oder früheren Beschwerden an
Achillessehne, Wade, Fußsohle, Mittelfuß oder Sprunggelenk sein. Der Wechsel zu
einem stärker mittel- oder vorfußbetonten Laufstil kann genau diese Strukturen
zusätzlich beanspruchen.
Auch kurz vor einem wichtigen Wettkampf ist eine grundlegende Umstellung keine
gute Idee. Wer wenige Wochen vor einem Marathon seinen über Jahre eingeübten
Bewegungsablauf vollständig verändert, riskiert muskuläre Überlastungen und
verliert möglicherweise seine gewohnte Laufökonomie.
Menschen mit deutlich eingeschränkter Beweglichkeit im Sprunggelenk,
neurologischen Erkrankungen oder komplexen orthopädischen Problemen sollten
einen solchen Technikwechsel nur unter fachlicher Begleitung beginnen.
Das Alter allein ist dagegen kein Ausschlusskriterium. Entscheidend sind
Belastbarkeit, Kraft, Beweglichkeit, Vorerfahrungen und die Geschwindigkeit, mit
der die Umstellung erfolgt.
So gelingt ein vorsichtiger Einstieg
Eine vollständige Veränderung
von heute auf morgen ist der häufigste Fehler. Das Herz-Kreislauf-System kann
vielleicht problemlos zehn Kilometer bewältigen, während Waden, Achillessehnen
und Fußmuskulatur für den neuen Bewegungsablauf noch nicht ausreichend
vorbereitet sind.
Zu Beginn reichen kurze
Technikabschnitte von 20 bis 60 Sekunden. Sie können nach dem Aufwärmen in einen
lockeren Lauf eingebaut werden. Dazwischen wird zunächst im gewohnten Stil
weitergelaufen.
Sinnvoll sind Übungen wie
Einbeinstand, Fußgelenksarbeit, kleine federnde Bewegungen, kurze
Steigerungsläufe und das bewusste Anheben des Fußes unter die Hüfte. Ergänzend
sollten Waden, Füße, Gesäßmuskulatur und hintere Oberschenkel gekräftigt werden.
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| Einbeinstand, Fußgelenksarbeit, kurze Technikläufe und das
bewusste Anheben des Fußes helfen dabei, neue Bewegungsmuster
kontrolliert einzuüben. |
Die Schrittfrequenz muss dabei nicht zwanghaft auf 180 Schritte pro Minute
erhöht werden. Diese Zahl wird häufig als Idealwert genannt, passt aber nicht zu
jedem Körperbau, Lauftempo und Leistungsniveau. Sinnvoller ist eine moderate
Anpassung ausgehend von der persönlichen Schrittfrequenz.
Auch ein Wechsel zu Minimal- oder Barfußschuhen ist für die Pose-Methode nicht
zwingend erforderlich. Technik, Schuhwerk und Trainingsbelastung sollten nicht
gleichzeitig radikal verändert werden. Treten anschließend Beschwerden auf,
lässt sich sonst kaum erkennen, welche Umstellung dafür verantwortlich war.
Warnsignale sind anhaltende Schmerzen, eine zunehmende Morgensteifigkeit der
Achillessehne, ungewöhnlich starke Wadenspannung oder Druckschmerzen im
Mittelfuß. In diesem Fall sollte die Belastung reduziert und die Ursache
fachlich überprüft werden.
Die Pose-Methode ist ein Werkzeug, kein Naturgesetz
Die Pose-Methode enthält
mehrere Elemente, die auch außerhalb ihres eigenen Systems sinnvoll sein können:
ein kompakter Schritt, das Vermeiden eines ausgeprägten Overstridings, eine
stabile Körperhaltung und ein aktiver Fußwechsel.
Problematisch wird es erst,
wenn daraus die einzig richtige Lauftechnik für alle Menschen abgeleitet wird.
Die Forschung zeigt, dass sich
Lauftechnik verändern lässt und dass dadurch die Belastung einzelner Gelenke und
Gewebe beeinflusst werden kann. Sie zeigt jedoch nicht, dass die Pose-Methode
Verletzungen grundsätzlich verhindert oder die Laufökonomie zuverlässig
verbessert.
Für manche Läufer kann sie
dennoch der richtige Impuls sein. Besonders dann, wenn sie grobe technische
Auffälligkeiten reduziert, Beschwerden lindert oder ein besseres Gefühl für den
eigenen Bewegungsablauf vermittelt.
Wer dagegen schmerzfrei läuft,
sich wohlfühlt und seine sportlichen Ziele erreicht, muss seinen Laufstil nicht
vollständig neu erfinden. Der beste Laufstil ist nicht zwangsläufig derjenige,
der in der Zeitlupe am schönsten aussieht. Es ist derjenige, den der eigene
Körper über viele Kilometer belastbar, kontrolliert und möglichst ökonomisch
ausführen kann.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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