| |
|
|
 |
|
 |
Zwischen Festungsmauern und Meeresbrandung: Laufen auf der Isola del Giglio |
| |
Drei Distanzen, kräftige Anstiege und ein Zieleinlauf direkt am Strand: Bei
der Giglio Island Running wird eine kleine Insel im Toskanischen Archipel zur
großen Laufbühne. Wer hier am 11. Oktober startet, sollte neben Kondition auch
genügend Aufmerksamkeit für seine Umgebung mitbringen. Denn bei diesem Rennen
fällt es schwer, nur auf die Uhr zu schauen.
Schon die Anreise unterscheidet
die Giglio Island Running von einem gewöhnlichen Straßenlauf. Vom toskanischen
Hafen Porto Santo Stefano setzt die Fähre nach Giglio Porto über. Rund eine
Stunde später liegt das Festland hinter den Teilnehmenden. Vor ihnen warten ein
kleiner Hafen, dicht aneinandergereihte Häuser, das klare Wasser des
Tyrrhenischen Meeres und eine Insel, die deutlich bergiger ist, als es ihre
überschaubare Größe vermuten lässt.
Am 11. Oktober 2026 stehen bei
der Giglio Island Running drei Distanzen zur Auswahl: 30 Kilometer, ein
Halbmarathon und ein Lauf über elf Kilometer. Alle Wettbewerbe beginnen in
Giglio Porto auf der Ostseite der Insel und enden in Giglio Campese im Westen.
Dazwischen liegen lange Anstiege, schnelle Gefällestrecken, mediterrane
Vegetation und immer wieder freie Blicke über das Meer.
Das Ziel befindet sich nicht
auf einem Marktplatz oder in einem Stadion. Die letzten Meter führen direkt an
den Strand von Giglio Campese.
Eine Insel, drei sehr unterschiedliche Orte
Die Isola del Giglio liegt rund
15 Kilometer vor der Küste der Toskana und gehört zum Toskanischen Archipel. Das
Leben auf der Insel konzentriert sich vor allem auf drei Orte.
Giglio Porto ist der lebhafte
Fährhafen und Ausgangspunkt der Laufstrecken. Giglio Castello liegt mehr als 400
Meter über dem Meer und wird von einer mittelalterlichen Festungsmauer umgeben.
Giglio Campese befindet sich an der größten Bucht der Insel und ist mit seinem
langen Strand das Ziel aller drei Wettbewerbe.
Diese drei Orte prägen auch den
Charakter des Rennens. Wer am Hafen startet, läuft nicht lange am Wasser
entlang. Bereits auf den ersten Kilometern geht es hinauf ins Inselinnere. Die
Steigungen sind kein kurzer Vorgeschmack, sondern ein bestimmender Teil der
Strecken.
30 Kilometer: einmal tief hinein in die Insel
Die längste Distanz ist für
alle gedacht, die Giglio sportlich möglichst umfassend kennenlernen möchten. Von
Giglio Porto führt der Kurs zunächst hinauf nach Giglio Castello. Hinter dem
befestigten Bergdorf verläuft die Strecke weiter in Richtung Süden zum
Leuchtturm von Capel Rosso.
Dort wird die Insel einsamer
und ursprünglicher. Die Bebauung tritt zurück, die mediterrane Macchia reicht
bis an die felsige Küste und der Blick öffnet sich über das Meer. Ständige
Wechsel zwischen Anstiegen und Gefällestrecken sowie einige technisch
anspruchsvollere Passagen verlangen eine gute Krafteinteilung.
Etwa 90 Prozent der 30
Kilometer werden auf Asphalt gelaufen. Hinzu kommen rund drei Kilometer auf
unbefestigten Wegen. Damit bleibt der Wettbewerb zwar überwiegend ein
Straßenlauf, erhält durch die Schotterabschnitte und das bewegte Gelände aber
einen eigenen Charakter.
Auf dieser Strecke entscheidet
nicht allein die Ausdauer. Wer die langen Anstiege zu offensiv angeht, wird das
spätestens auf dem Rückweg nach Campese spüren. Ein kontrollierter Beginn dürfte
sich mehr auszahlen als der Versuch, von Anfang an ein gleichmäßiges
Kilometertempo durchzusetzen.
Halbmarathon: 585 Höhenmeter statt Bestzeitenkurs
Auch der Halbmarathon ist
anspruchsvoller, als die Streckenlänge zunächst vermuten lässt. Schon der
Aufstieg von Giglio Porto nach Giglio Castello bringt die Beine auf
Betriebstemperatur. Danach führt der Kurs weiter in Richtung Capel Rosso.
Wechselnde Steigungen und wellige Abschnitte verhindern, dass sich über längere
Zeit ein gleichmäßiger Rhythmus einstellt.
Insgesamt kommen auf den 21
Kilometern rund 585 Höhenmeter zusammen. Zum Vergleich mit einem flachen
Stadtlauf eignet sich diese Strecke deshalb kaum. Gefragt sind Geduld am Berg,
ein ökonomischer Laufstil und die Fähigkeit, das Tempo an das Gelände
anzupassen.
Nach dem Wendepunkt folgt
schließlich die lange Passage hinunter nach Giglio Campese. Was zunächst nach
einer willkommenen Erholung klingt, kann auf bereits beanspruchter Muskulatur
zur nächsten Herausforderung werden. Gerade auf längeren Gefällestrecken müssen
Oberschenkel und Knie deutlich mehr auffangen als in der Ebene.
Der Halbmarathon ist damit
keine abgespeckte Variante der 30 Kilometer. Er ist ein eigenständiger,
intensiver Wettbewerb, der bis zum Schluss Konzentration verlangt.
Elf Kilometer: kurz, aber nicht harmlos
Die kürzeste Wettkampfdistanz
richtet sich an alle, die das besondere Inselerlebnis suchen, sich aber keinen
Halbmarathon mit fast 600 Höhenmetern vornehmen möchten. Leicht ist die Strecke
deshalb noch lange nicht.
Auch beim Lauf über elf
Kilometer erfolgt der Start in Giglio Porto. Von dort führt der Weg hinauf nach
Giglio Castello. Rund 330 Höhenmeter verteilen sich auf die Strecke. Damit wird
bereits die erste Hälfte zu einer ernst zu nehmenden Aufgabe.
Nach dem höchsten Punkt ändert
sich der Charakter des Rennens. Nun geht es hinunter nach Giglio Campese. Wer
bergauf nicht überzogen hat, kann auf der zweiten Streckenhälfte noch einmal
einen flüssigen Rhythmus finden. Gleichzeitig öffnet sich vor den Läufern einer
der eindrucksvollsten Ausblicke der Insel.
Die elf Kilometer sind daher
vor allem kürzer, aber keineswegs bequem. Sie bieten eine kompakte Mischung aus
Berglauf, Straßenrennen und Küstenerlebnis.
Die letzten Meter gehören dem Strand
Unabhängig von der gewählten
Distanz führt das Rennen nach Giglio Campese. Der Ort liegt an der Westküste der
Insel und erstreckt sich entlang einer weiten Bucht. Ein historischer Wachturm,
der vorgelagerte Felsen Faraglione und das offene Meer bilden die Kulisse für
den Zieleinlauf.
Kurz vor dem Ende wechselt noch
einmal der Untergrund. Nach Asphalt, Steigungen und langen Gefällestrecken
laufen die Teilnehmenden direkt auf den Strand. Die Beine dürften sich dort
längst bemerkbar machen. Dennoch ist es genau dieser letzte Abschnitt, der
vielen besonders in Erinnerung bleiben dürfte.
Die Zielzeit gehört zum
Wettkampf. Das Bild vom Meer unmittelbar hinter dem Ziel gehört zur Reise.
Mehr als ein Rennen für Erwachsene
Das Veranstaltungswochenende
ist nicht ausschließlich auf die drei Hauptwettbewerbe ausgerichtet. Bereits am
Samstag gehört die Strecke den Kindern. Bei der Kids Run können die jüngsten
Teilnehmenden selbst aktiv werden und ihren eigenen Zieleinlauf erleben.
Am Sonntag stehen zusätzlich
zwei Angebote für Begleitpersonen und Familien auf dem Programm. Bei einer
geführten Wanderung über rund 13 Kilometer geht es über Inselwege, durch
Pinienwälder und nach Giglio Castello. Wer die Umgebung lieber gemeinsam in
etwas sportlicherer Form erkunden möchte, kann an der etwa zehn Kilometer langen
Family Run teilnehmen.
Damit muss niemand den Renntag
ausschließlich wartend im Ziel verbringen. Während die einen um Zeiten und
Platzierungen laufen, entdecken die anderen die Insel auf einer eigenen Strecke.
Spätestens in Giglio Campese treffen alle wieder zusammen.
Anreise und Unterkunft als Gesamtpaket
Für Gäste, die vom Festland
anreisen, werden vergünstigte Pakete angeboten. Buchbar sind die Fährüberfahrt,
eine Unterkunft oder eine Kombination aus Fähre und Übernachtung. Die Anmeldung
zum Rennen ist in diesen Angeboten nicht enthalten und muss gesondert
vorgenommen werden.
Die Pakete machen es leichter,
den Lauf mit einem verlängerten Wochenende zu verbinden. Das bietet sich auf
Giglio ohnehin an. Die Insel ist klein genug, um viele ihrer Orte und Buchten
innerhalb weniger Tage zu erkunden. Gleichzeitig sorgen die steilen Straßen,
Küstenwege und historischen Orte dafür, dass es auch nach dem Zieleinlauf noch
einiges zu entdecken gibt.
Da die Zahl der Startplätze
begrenzt ist, empfiehlt der Veranstalter eine frühzeitige Anmeldung.
Ein Rennen, bei dem die Uhr nicht alles bestimmt
Die Giglio Island Running ist
kein Lauf für stur eingehaltene Kilometerzeiten. Zu unterschiedlich sind die
Streckenabschnitte, zu lang die Anstiege und zu reizvoll die Umgebung. Wer hier
startet, muss sein Rennen stärker nach Gefühl und Gelände gestalten als nach
einer vorher ausgerechneten Durchgangszeit.
Natürlich bleibt es ein
Wettkampf. Doch vielleicht lohnt es sich an diesem Tag, an der einen oder
anderen Stelle kurz aus dem Tunnel herauszutreten. Den Kopf zu heben, das Meer
wahrzunehmen und die Insel nicht nur unter den Laufschuhen vorbeiziehen zu
lassen.
Manche Rennen bleiben wegen
einer persönlichen Bestzeit in Erinnerung. Andere wegen einer steilen Straße,
eines befestigten Bergdorfes oder der letzten Schritte durch den Sand.
Die Giglio Island Running hat
gute Voraussetzungen, zur zweiten Kategorie zu gehören.
Giglio Island Running 2026 auf einen Blick
Termin: Sonntag, 11. Oktober
2026
Startort: Giglio Porto
Ziel: Strand von Giglio Campese
Wettbewerbe: 30 Kilometer, Halbmarathon und 11 Kilometer
Streckenprofil: anspruchsvoll und hügelig
Rahmenprogramm: Kids Run am Samstag sowie Family Run und geführtes Trekking am
Sonntag
Reisepakete: Fähre, Unterkunft oder eine Kombination aus beidem
Hinweis: Die Startplätze sind begrenzt. Die Wettkampfanmeldung ist nicht
Bestandteil der Reisepakete.
__________________________________
Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Foto: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
|
|
|
|
 |
|