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Detlev Ackermann

 
   
 
   
 
   
 
 

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Cat Day Run 2026: Wenn 50 Meter plötzlich Langstrecke sind
 
 
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07.08.2026  

 
 

 
Zum Weltkatzentag wird an diesem Wochenende nicht nur für Katzen gelaufen. Auf Wunsch dürfen die Vierbeiner sogar selbst antreten. Beim virtuellen Cat Day Run reichen die Strecken für Menschen bis zum Marathon, während für Katzen bereits nach 50 Metern die Langstrecke geschafft ist. Hinter der augenzwinkernden Idee steht ein Spendenlauf für drei Tierschutzorganisationen.
 
50 Meter. Für einen Läufer ist das kaum mehr als der Weg von der Haustür bis zur nächsten Straßenecke. Beim Cat Day Run 2026 sieht die Sache anders aus. Wer diese Distanz auf vier Pfoten bewältigt, darf sich bereits zu den Langstrecklern zählen.
 
Vom 7. bis 9. August findet die vierte Auflage des virtuellen Laufs statt. Der Termin ist bewusst gewählt: Am 8. August wird der International Cat Day begangen. International Cat Care koordiniert den Aktionstag inzwischen weltweit und nutzt ihn, um auf das Wohlergehen von Katzen aufmerksam zu machen.
 
Für die menschlichen Teilnehmer ist das Programm deutlich konventioneller. Zur Auswahl stehen 500 Meter für den Nachwuchs, 1,5 Kilometer, 3, 5, 10 und 15 Kilometer sowie Halbmarathon und Marathon. Gelaufen oder gewalkt wird allerdings nicht auf einer festgelegten Strecke. Jeder absolviert seine Distanz dort, wo es gerade passt: im heimischen Park, im Urlaub, auf der gewohnten Trainingsrunde oder auf dem Laufband. Die Leistung kann anschließend über eine Laufuhr oder Fitness-App dokumentiert und für die Ergebnisliste hochgeladen werden.
 
Vier Distanzen für den Stubentiger
 
Der eigentliche Hingucker beginnt jedoch unterhalb der 500-Meter-Marke. Für Katzen gibt es vier eigene Wettbewerbe: 2,5 Meter Super-Sprint, 5 Meter Sprint, 10 Meter Mittelstrecke und 50 Meter Langstrecke.
 
Dass die Sache nicht ganz bierernst gemeint ist, verrät bereits das Regelwerk. Getragen werden darf die Katze nicht, auch Sprünge sollen nicht als zurückgelegte Strecke zählen. Leckerlis zur Motivation sind erlaubt. Einen Beweis verlangt der Veranstalter bei den Katzendisziplinen dagegen nicht. Strecke messen, Stoppuhr starten und anschließend die Zeit eintragen soll genügen.
 
Damit wird aus dem virtuellen Lauf etwas, was klassischen Straßenrennen zwangsläufig fehlt: ein Spiel mit dem Thema. Niemand dürfte ernsthaft darüber diskutieren, ob der heimische Kater für seinen 50-Meter-Lauf einen Negativ-Split planen sollte. Genau dieser Humor macht einen Teil des Reizes aus.
 
Eine Grenze sollte allerdings selbstverständlich sein. Eine Katze ist kein kleiner Hund, den man zum gemeinsamen Joggen überredet. International Cat Care empfiehlt bei Bewegung und Spiel, sich am jeweiligen Tier zu orientieren und der Katze die Entscheidung zu überlassen, ob sie mitmachen möchte. Kurze Spiel- und Bewegungseinheiten können sinnvoll sein, Zwang dagegen nicht. Auch der Veranstalter formuliert ausdrücklich, dass die Katze nur teilnehmen sollte, wenn sie Lust dazu hat.
 
Medaille 2026
 
Hinter dem Spaß steckt ein ernstes Thema
 
Die skurrilen Katzendistanzen sind allerdings nur die sichtbare Seite des Cat Day Run. Der Lauf sammelt Geld für drei Organisationen: Katzen in Not e.V., Katzenhilfe Katzenherzen e.V. und TASSO e.V. Die Teilnehmer können auswählen, welche Organisation unterstützt werden soll, oder die Spende auf alle drei verteilen.
 
Dass Hilfe gebraucht wird, zeigt bereits ein Blick auf die aktuelle Situation bei Katzen in Not e.V. aus Detmold. Der gemeinnützige Verein schreibt auf seiner eigenen Internetseite, dass derzeit keine weiteren Tiere aufgenommen werden könnten. Die Pflegestellen seien voll, zugleich stoße man finanziell an Grenzen. Finanziert werde die Arbeit vor allem über Spenden sowie Einnahmen aus Flohmärkten und Veranstaltungen.
 
Die Katzenhilfe Katzenherzen e.V. kümmert sich unter anderem um notleidende und herrenlose Katzen und deren Vermittlung. Laut Vereinssatzung gehört die Förderung des Tierschutzes ausdrücklich zum Vereinszweck.
 
TASSO ist vor allem durch sein Haustierregister bekannt. Nach Angaben der Organisation waren Anfang 2026 rund 11,5 Millionen Tiere von mehr als 7,9 Millionen Haltern registriert. TASSO bezeichnet das Register als größtes kostenloses Haustierregister Europas. Rund 95.000 vermisste Tiere werden nach eigenen Angaben jährlich zu ihren Haltern zurückvermittelt.
 
15.800 Euro aus den ersten drei Jahren
 
Der Cat Day Run ist inzwischen keine einmalige Aktion mehr. 2023 kamen nach Angaben des Veranstalters 2.800 Euro zusammen. 2024 waren es 6.700 Euro, 2025 weitere 6.300 Euro. In den ersten drei Ausgaben wurden damit insgesamt 15.800 Euro für den Katzenschutz gesammelt.
 
Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf das Finanzierungsmodell. „Laufen macht glücklich“ bezeichnet sich selbst als Social Business und ausdrücklich nicht als gemeinnützigen Verein. Ein Teil der Teilnahmegebühr wird als Spende ausgewiesen. Beim aktuell angebotenen Online-Paket für 15 Euro ist ein Euro enthalten, beim Standard-Paket für 32 Euro sind es zwei Euro, beim Tuch-Paket für 36 Euro drei Euro und beim Premium-Paket für 46 Euro vier Euro. Hinzu kommen jeweils zehn Cent für jeden gewerteten Laufkilometer. Außerdem kann bei der Anmeldung freiwillig zusätzlich gespendet werden. Die als Spenden ausgewiesenen Beträge gehen nach Angaben des Veranstalters vollständig an die begünstigten Organisationen.
 
Wer beispielsweise einen Marathon absolviert, erhöht die Spende allein durch seine Strecke um gut vier Euro. Damit bekommt ausgerechnet die klassische Ausdauerleistung neben Urkunde und Ergebnisliste noch eine zweite Maßeinheit: nicht nur Kilometer und Minuten, sondern auch Euro für den Tierschutz.
 
Ein Wettkampf, bei dem die Bestzeit nebensächlich ist
 
Virtuelle Läufe ersetzen keinen Stadtmarathon. Es fehlen Startschuss und Zuschauer, das Gedränge im Startblock, Verpflegungsstellen und das Gefühl, gemeinsam mit Hunderten oder Tausenden Menschen auf ein Ziel zuzulaufen. Dafür senken sie die Zugangsschwelle erheblich. Niemand muss anreisen, eine bestimmte Pace schaffen oder überhaupt laufen. Beim Cat Day Run sind ausdrücklich auch Walking und Spazierengehen vorgesehen.
 
Vielleicht passt gerade deshalb die Katze erstaunlich gut zu diesem Format. Sie hält sich ohnehin selten an die Pläne ihres Menschen. Wer 2,5 Meter sorgfältig abmisst, die Stoppuhr bereithält und anschließend feststellt, dass der vermeintliche Sprinter lieber sitzen bleibt, hat vermutlich ziemlich genau verstanden, worum es bei diesem Wochenende geht.
 
Und sollte der Kater tatsächlich die 50 Meter absolvieren, darf man ihm guten Gewissens zur Langstrecke gratulieren.
 

 
    www.laufenmachtgluecklich.de/laeufe/2026/cat-day-run


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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Foto Medaille: Veranstalter

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