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Nordseeherbstwetter verhindert Triathlon-Comeback
 
 
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06.09.2026  

 
 

 
Sechs lange Jahre mussten die Triathleten warten, um endlich wieder auf die Nordseeinsel Norderney zu reisen und ihren Sport beim sebamed ISLANDMAN an einem der spektakulärsten Schauplätze Deutschlands auszuüben. Spektakulär ist dieser Ort allerdings auch deshalb, weil die Natur dort jederzeit zeigen kann, dass trotz aller Vorbereitungen und Planungen eine Sportveranstaltung manchmal schlicht nicht durchführbar ist.
 
Am Donnerstag vor dem großen Comeback auf Norderney war nahezu alles angerichtet. Zwar hatte es auch in den Tagen zuvor bereits kräftigen Wind gegeben, doch nie so stark, dass die Durchführung eines Triathlons grundsätzlich infrage gestanden hätte. Das änderte sich in der Nacht. Am Freitag musste entschieden werden, ob das Schwimmen am Samstag stattfinden konnte.
 
Die DLRG Norderney testete gemeinsam mit Schirmherr Andreas Niedrig die Schwimmstrecke. Schnell war klar, dass sich unter diesen Bedingungen nur sehr gute Schwimmer in die Nordsee wagen sollten. Dementsprechend gab es lediglich für die Olympische Distanz grünes Licht. Sie war mit Blick auf die Tide noch zu einem vertretbaren Zeitpunkt angesetzt. Bei allen anderen Wettbewerben, darunter Schüler-, Jugend-, Schnupper- und Sprintdistanz, stand hingegen fest: Es würde ein Duathlon mit Laufen, Radfahren und anschließendem zweiten Lauf geben, ohne Schwimmen.
 
Doch auch diese Pläne mussten verworfen werden. Der Wind ließ nicht nach, die Böen wurden zunehmend unberechenbar. Folgerichtig entschieden die Organisatoren, den Schüler-, Jugend- und Schnuppertriathlon abzusagen. Die Wetterverhältnisse hätten beim Radfahren außergewöhnlich hohe Anforderungen an die Teilnehmer gestellt und ein großes Maß an Erfahrung und Sicherheit im Umgang mit dem Fahrrad vorausgesetzt. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind aufgrund ihres geringeren Körpergewichts und ihrer kleineren Statur besonders windanfällig. Damit bestand ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, sodass es letztlich nur eine richtige Entscheidung geben konnte: die Absage dieser Wettbewerbe.
 
Im weiteren Verlauf des späten Abends wurde getestet, umgeplant und diskutiert, wie sich die noch verbliebene Olympische Distanz und die Sprintdistanz als Duathlon durchführen ließen. Das Veranstaltungsteam prüfte neue, etwas windgeschütztere Streckenverläufe und erarbeitete Alternativen. Noch am frühen Samstagmorgen fuhren erfahrene Triathleten gemeinsam mit dem Veranstaltungsteam die geplanten Radkurse über die Insel ab.
 
Als schließlich die amtliche Warnung vor Sturmböen ausgegeben wurde, war jedoch klar: Das Comeback des sebamed ISLANDMAN musste um ein weiteres Jahr verschoben und die Veranstaltung vollständig abgesagt werden.
 
„Leider waren alle unsere Umplanungen, den sebamed ISLANDMAN aufgrund der stürmischen Wetterlage als Duathlon durchzuführen, am Ende des Tages nicht umsetzbar. Die unvorhersehbaren Sturmböen machen die Durchführung der Raddisziplin aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Die Sicherheit und die Verantwortung gegenüber den vielen Triathleten haben absolute Priorität. So müssen wir die einzig richtige Entscheidung treffen und die Veranstaltung absagen“, so Sven Frese, Projektleiter des sebamed ISLANDMAN.
 
Natürlich war die Enttäuschung bei den mehr als 800 gemeldeten Triathleten groß. Doch allen war klar, dass es unter diesen Bedingungen keine andere Entscheidung geben konnte. Radfahren wäre unverantwortlich gewesen. Entsprechend verständnisvoll reagierten die Teilnehmer nach dem Wettkampfbriefing mit Moderator Dirk Froberg (ARD) und Schirmherr Andreas Niedrig.
 
„Natürlich ist man ein wenig enttäuscht, aber man weiß, wie schwer diese absolut nachvollziehbare Absage allen Beteiligten gefallen ist. Ich komme nächstes Jahr wieder und freue mich jetzt schon darauf, endlich auf dieser schönen Insel einen Triathlon absolvieren zu können“, so Kai Arnold aus Köln.
 
Damit an diesem Wochenende trotzdem noch ein wenig gemeinsam Sport getrieben werden konnte, wurde spontan ein Community Run ins Leben gerufen. Rund 500 Sportler gingen dabei an den Start.
 
Im nächsten Jahr soll es dann endlich das lang ersehnte Comeback des sebamed ISLANDMAN geben. Am 4. September 2027 soll Norderney wieder zum Triathlon-Mekka werden. Wer dabei sein möchte, kann sich bereits ab Montag, dem 7. September, auf der Veranstaltungsseite www.sebamed-islandman.de anmelden.
 
Nach diesem turbulenten Wochenende bleibt vor allem eine Erkenntnis: Die Natur und das Wetter sind nicht planbar. Sie können selbst die sorgfältigsten Vorbereitungen innerhalb weniger Stunden zunichtemachen. Gerade an der Nordsee.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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