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Wenn die schnellste Kölnerin immer wieder dieselbe ist
 
 
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09.10.2026  

 
 

Maike Drieb-Schön - Zieleinlauf 2025
 
Beim Köln-Marathon richtet sich der Blick zunächst auf die internationale Spitze. 2026 war dafür reichlich Anlass vorhanden. Bernard Kiprop Koech gewann das Männerrennen in 2:06:10 Stunden, Jackline Chepngeno lief bei den Frauen 2:21:33 Stunden. Beide stellten neue Streckenrekorde auf.
 
Etwas weiter hinten wird jedoch jedes Jahr ein zweites Rennen entschieden, das für die heimische Laufszene seinen ganz eigenen Reiz besitzt: Wer sind die schnellsten Marathonläufer aus Köln?
 
Bei den Frauen setzte sich erneut Maike Drieb-Schön vom LAZ Rhein-Sieg durch. Sie gewann die Stadtmeisterschaft in 2:50:17 Stunden vor Anika Klein in 2:54:01 und Dana Friedrichs in 2:55:31.
 
Bei den Männern siegte Joey Schmidt in 2:27:23 Stunden. Dahinter folgten Mike Mannz mit 2:30:10 und Marius Trompetter mit 2:32:42.
 
Damit waren beide Stadtmeisterschaften sportlich stark besetzt. Besonders auffällig bleibt bei den Frauen allerdings die Konstanz von Maike Drieb-Schön, die den Titel in Köln inzwischen mehrfach gewonnen hat und dabei regelmäßig weit vorne im gesamten Frauenfeld des Marathons landete.
 
Schon beim Marathondebüt fast ganz vorne
 
Maike Drieb-Schön gehört seit Jahren zu den auffälligsten deutschen Läuferinnen beim Köln-Marathon.
 
2016, damals noch unter dem Namen Maike Schön, lief sie bei ihrem Marathondebüt 2:47:51 Stunden. Damit erreichte sie nicht irgendwo im großen Feld das Ziel, sondern wurde Zweite des gesamten Frauenrennens.
 
Drei Jahre später wiederholte sich das Bild beinahe. 2019 lief sie 2:48:34 Stunden und landete erneut auf dem zweiten Gesamtrang, diesmal hinter Deborah Schöneborn.
 
Nach einer Babypause kehrte sie 2023 auf die Kölner Marathonstrecke zurück. 2:51:03 Stunden standen damals im Ergebnis. 2024 folgten 2:50:22 Stunden.
 
Auch 2026 blieb sie ihrer Linie treu. Mit 2:50:17 Stunden netto gewann sie erneut die Kölner Stadtmeisterschaft. Im starken internationalen Frauenfeld bedeutete das zugleich einen Platz weit vorne im Gesamteinlauf. In den Ergebnislisten wird sie unmittelbar hinter Annika Blaskowski geführt, die wenige Sekunden schneller war.
 
Wer sich ausschließlich die Stadtmeisterschaft anschaut, könnte deshalb einen falschen Eindruck bekommen. Drieb-Schön gewinnt diese Wertung nicht Jahr für Jahr irgendwo im Mittelfeld. Ihre Stadtmeistertitel entstanden häufig aus Leistungen, mit denen sie gleichzeitig weit vorne im gesamten Frauenfeld des Köln-Marathons landete.
 

Maikes Sammlung "Stadtmeisterin beim Köln-Marathon"

 
Zwischen Innsbruck und Köln
 
Zu dieser bemerkenswerten Konstanz gehört auch ein Trainingsalltag, der in den vergangenen Jahren nicht ausschließlich in Köln stattfand.
 
Beruflich war Drieb-Schön häufig in Innsbruck unterwegs. Für eine ambitionierte Marathonläuferin bietet die Tiroler Umgebung nahezu ideale Bedingungen. Lange Anstiege, Höhenmeter und abwechslungsreiche Laufstrecken liegen dort direkt vor der Haustür.
 
Künftig wird sie beruflich deutlich weniger zwischen Köln und Innsbruck pendeln. Dadurch soll wieder mehr Zeit für ein gezieltes Training in Köln entstehen. Drieb-Schön will diese Veränderung nutzen, um noch einmal an ihrer Marathonzeit zu arbeiten.
 
Dass sie gleichzeitig regelmäßig die Kölner Stadtmeisterschaft gewinnt, betrachtet sie selbst deutlich zurückhaltender, als es ihre Ergebnisliste vermuten lässt.
 
„In Köln gibt es jede Menge Frauen, die den Marathon schneller laufen könnten als ich, daher wundere ich mich jedes Jahr wieder und habe einfach nur Glück, dass wohl keine davon mitgelaufen oder zu Ende gelaufen ist. Und wenn Esther Pfeiffer mitläuft, dann ist sie wohl mit riesigem Abstand Stadtmeisterin.“
 
Eine bemerkenswert nüchterne Einschätzung.
 
Tatsächlich relativiert dieser Hinweis ihre eigene Serie allerdings nur bedingt. Potenzial allein gewinnt keine Stadtmeisterschaft. Man muss einen Marathon vorbereiten, an der Startlinie stehen und anschließend 42,195 Kilometer ins Ziel bringen. Drieb-Schön macht genau das seit Jahren auf einem bemerkenswert stabilen Niveau.
 
Bei den Männern ist die Spitze dichter
 
Ein Blick auf die Männerwertung 2026 zeigt zudem, wie stark die Kölner Szene inzwischen besetzt ist.
 
Hinter Joey Schmidt folgten Mike Mannz mit 2:30:10 Stunden und Marius Trompetter mit 2:32:42. Leonard Gol wurde in 2:36:07 Vierter, Christian Haas lief 2:39:19. Gleich mehrere Athleten der Milers Colonia 2020 finden sich damit unter den ersten fünf der Stadtmeisterschaft.
 
Bemerkenswert ist auch die Breite dahinter. Alexander Bökemeier lief 2:40:30 Stunden, Patrick Welnhofer 2:42:55, Janik Rüther 2:43:16 und Florian Will 2:43:18.
 
Eine Stadtmeisterschaft, bei der Platz zehn noch mit einer Zeit von 2:43 Stunden erreicht wird, besitzt sportlich durchaus Substanz.
 
Schmidt selbst war im gesamten Marathon der 17. Mann im Ziel. Vor ihm lagen neben dem internationalen Elitefeld nur wenige deutsche Läufer.
 
Damit knüpft er an eine Tradition an, die in Köln vor allem mit einem Namen verbunden ist.
 
Philippe Gillen prägte die Männerwertung
 
Über mehrere Jahre war Philippe Gillen der Maßstab der Kölner Marathonläufer.
 
2019 lief er 2:28:42 Stunden und wurde damit nicht nur Kölner Stadtmeister, sondern Dritter des gesamten Köln-Marathons. Vor ihm lagen lediglich Hendrik Pfeiffer und Erik Hille.
 
Noch bemerkenswerter war die Serie dahinter. Es war bereits Gillens dritter Stadtmeistertitel in Folge. Später gewann er die Wertung erneut und gehörte damit über Jahre zu den prägenden Figuren der lokalen Marathonszene.
 
Genau darin liegt die Parallele zu Drieb-Schön. Beide schafften es, den Stadtmeistertitel mit Platzierungen zu verbinden, die auch unabhängig von einer Kölner Sonderwertung Aufmerksamkeit verdienen.
 
2026 ist Joey Schmidt nun sogar etwas schneller als Gillen bei seinem dritten Gesamtrang 2019. Seine 2:27:23 Stunden netto zeigen zugleich, wie wenig man die Stadtmeisterschaft als reine Nebenwertung behandeln sollte.
 
Stadtmeisterschaft sagt mehr als nur etwas über den Wohnort
 
Natürlich hängt der Ausgang einer solchen Wertung immer davon ab, wer in einem bestimmten Jahr überhaupt Marathon läuft. Einige der schnellsten Kölner Straßenläufer starten vielleicht über den Halbmarathon, wählen eine andere Veranstaltung oder verzichten auf einen Herbstmarathon.
 
Die Stadtmeisterschaft beantwortet deshalb nicht die theoretische Frage, wer der schnellste Läufer oder die schnellste Läuferin Kölns über 42,195 Kilometer sein könnte.
 
Sie beantwortet eine viel konkretere: Wer war an diesem Tag beim Köln-Marathon der schnellste Kölner über die volle Distanz?
 
Bei den Männern hieß dieser Läufer 2026 Joey Schmidt.
 
Bei den Frauen war es wieder Maike Drieb-Schön.
 
Und gerade ihre Serie bleibt bemerkenswert. Sie bewegt sich seit ihrem ersten Marathon in einem erstaunlich engen Zeitfenster. 2:47:51 Stunden bei ihrem Debüt 2016, 2:48:34 im Jahr 2019 und danach immer wieder Zeiten um 2:50 Stunden.
 
Drieb-Schön selbst mag jedes Jahr aufs Neue überrascht sein, dass keine schnellere Kölnerin vor ihr ins Ziel kommt. Die Ergebnisse erzählen inzwischen jedoch eine andere Geschichte: Wer ihr die Stadtmeisterschaft abnehmen will, muss erst einmal selbst einen Marathon um 2:50 Stunden laufen.
 
Und bei den Männern setzt Joey Schmidt mit 2:27:23 Stunden für die kommenden Jahre ebenfalls eine Marke, an der sich die Kölner Konkurrenz orientieren kann.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln


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