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Detlev Ackermann

 
   
 
   
 
   
 
 

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Innsbruck Alpine wächst weiter: 10.000 Trailrunner sollen 2027 starten
 
 
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15.10.2026  

 
 

 
9.032 Läuferinnen und Läufer, mehr als 32.000 Übernachtungen und ein errechneter wirtschaftlicher Impuls von 4,5 Millionen Euro: Das adidas Innsbruck Alpine Trailrun Festival hat eine Größenordnung erreicht, bei der es längst nicht mehr nur um sportliche Ergebnisse geht. Für 2027 legen die Veranstalter die Messlatte noch einmal höher. Bis zu 10.000 Teilnehmer sollen an den Start gehen. Gleichzeitig wird das Festival Teil der internationalen World Trail Majors.
 
Damit entwickelt sich eine Veranstaltung weiter, die beispielhaft zeigt, welche Bedeutung große Trailrunning-Events inzwischen für ihre Austragungsorte bekommen können. Beim Innsbruck Alpine treffen zwei Welten unmittelbar aufeinander: eine Landeshauptstadt mit entsprechender touristischer Infrastruktur und eine alpine Landschaft, die wenige Kilometer später zum eigentlichen Wettkampfgelände wird.
 
Wie groß die Wirkung inzwischen sein soll, zeigt eine im Oktober veröffentlichte Wirtschaftlichkeitsstudie zum Festival 2026.
 
Mehr als 32.000 Übernachtungen durch das Laufwochenende
 
Die Untersuchung wurde von w/eo, einem Spin-off der Universität Innsbruck, in Kooperation mit dem Veranstalter Laufwerkstatt durchgeführt. Grundlage waren Veranstaltungsdaten sowie eine standardisierte Online-Befragung von 1.545 Athletinnen und Athleten.
 
Demnach wurden im Zusammenhang mit dem IATF 2026 insgesamt 32.098 Übernachtungen generiert. Der daraus und aus weiteren Konsumausgaben errechnete Primärimpuls wird mit 4,5 Millionen Euro angegeben. 9.032 Läuferinnen und Läufer hatten an insgesamt 13 Wettbewerben teilgenommen.
 
Solche Zahlen sind für die Bewertung großer Laufveranstaltungen interessant, weil sich deren wirtschaftliche Bedeutung nicht allein an Startgebühren oder Teilnehmerzahlen ablesen lässt. Wer für einen Wettkampf mehrere Tage anreist, benötigt Unterkunft, Gastronomie und Verkehrsmittel und nutzt häufig weitere touristische Angebote.
 
Gerade bei einem Trailfestival wie in Innsbruck spielt dieser Effekt eine wichtige Rolle. Nach Angaben aus der Studie lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 2,9 Übernachtungen. Hinzu kommt der Termin im Frühjahr, also in einer Phase zwischen Winter- und klassischer Sommersaison.
 
Peter Paul Mölk, Obmann von Innsbruck Tourismus, sieht darin einen wesentlichen Wert der Veranstaltung. Das Festival schaffe gerade in der Vorsaison touristische Nachfrage und verbinde dabei die Stadt mit der alpinen Umgebung. Innsbruck Tourismus unterstützt das IATF nach Veranstalterangaben bereits seit dessen Anfangsjahren.
 
Stadt und Hochgebirge gehören zum selben Rennen
 
Genau diese Verbindung ist eines der Merkmale des Innsbrucker Festivals. Das Veranstaltungszentrum liegt mitten in der Stadt, während die verschiedenen Strecken weit hinein in die Tiroler Bergwelt führen.
 
Für 2027 reicht das Angebot erneut von vergleichsweise kurzen Trailrennen bis zum K110 über die Ultradistanz. Auf den längeren Strecken gehören Versorgungsstationen, Pflichtausrüstung und verpflichtende Race Briefings zum Veranstaltungskonzept.
 
Das macht Innsbruck zu einem ungewöhnlichen Austragungsort. Während viele große Trailveranstaltungen in kleineren Bergorten beheimatet sind, findet das IATF in einer Stadt statt, von der aus der Übergang ins alpine Gelände praktisch vor der Haustür beginnt.
 
Für Alexander Pittl, Geschäftsführer der Laufwerkstatt und Organisator des Festivals, bestätigen die aktuellen Zahlen die Entwicklung der vergangenen elf Jahre. Aus einer Laufveranstaltung ist schrittweise ein mehrtägiges Festival geworden, das Wettkampf, Expo, Rahmenprogramm und touristischen Aufenthalt miteinander verbindet.
 
92 Prozent waren mit dem Festival zufrieden
 
Auch die Teilnehmerbefragung liefert dem Veranstalter gute Werte. 92 Prozent der Befragten gaben an, mit dem IATF 2026 zufrieden oder sehr zufrieden gewesen zu sein. 89 Prozent bezeichneten eine erneute Teilnahme als wahrscheinlich. 65 Prozent erklärten, dass sie das Festival weiterempfehlen würden.
 
Solche Werte sind für einen Veranstalter besonders deshalb interessant, weil weiteres Wachstum nur funktioniert, wenn nicht allein neue Teilnehmer gewonnen werden, sondern ein erheblicher Teil der Läufer zurückkehrt.
 
Und wachsen soll das IATF weiter.
 
Für die zwölfte Ausgabe vom 5. bis 8. Mai 2027 sollen bis zu 10.000 Teilnehmer zugelassen werden. Die Anmeldung wurde am 9. September 2026 geöffnet. Bereits wenige Wochen später meldete der Veranstalter rund 7.000 Anmeldungen.
 
Von 9.032 Teilnehmern im Jahr 2026 auf 10.000 Startplätze wäre das noch einmal ein Wachstum von knapp elf Prozent.
 
Wachstum bringt auch neue organisatorische Aufgaben
 
Die reine Zahl erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte. Mehr Teilnehmer bedeuten bei einem Traillauf nicht nur größere Startfelder. Anders als bei einem Straßenlauf lassen sich zusätzliche Läufer auf schmalen Wegen, Anstiegen und an Verpflegungsstellen nur begrenzt verteilen.
 
Dass der Veranstalter dieses Problem kennt, zeigt eine konkrete Änderung für 2027. Der K42 wird erstmals am Donnerstag ausgetragen. Als Begründung nennt das IATF ausdrücklich Rückmeldungen aus der Teilnehmerbefragung und die hohe Belastung der Strecke am Samstag 2026. Durch die Verlegung sollen Strecke und Zielbereich an diesem Tag entzerrt werden.
 
Das ist ein wichtiger Aspekt der geplanten 10.000er-Marke. Bei Veranstaltungen dieser Größenordnung geht es nicht mehr allein darum, genügend Startplätze anzubieten. Verkehrsführung, Startwellen, Verpflegungsstellen, Streckenkapazitäten und Zielbereiche müssen mitwachsen.
 
Dass Innsbruck 2027 tatsächlich die Marke von 10.000 Teilnehmern erreicht, steht zudem erst fest, wenn diese Plätze auch vergeben werden. Die schon jetzt hohe Zahl an Anmeldungen spricht allerdings dafür, dass das Ziel realistisch ist.
 
Die vom Veranstalter verbreitete Einordnung, Innsbruck könne damit erst das dritte europäische Trailrunning-Event dieser Größenordnung werden, ist schwieriger zu überprüfen. Internationale Veranstaltungen erfassen Teilnehmerzahlen unterschiedlich, teilweise über mehrere Wettbewerbe und Veranstaltungstage hinweg. Dass das IATF mit 10.000 Startern zur Gruppe der größten europäischen Trailfestivals zählen würde, ist dagegen unstrittig.
 
Ab 2027 Teil der World Trail Majors
 
Sportlich bekommt das Festival im kommenden Jahr zusätzlich internationales Gewicht. Das Innsbruck Alpine wird 2027 Teil der World Trail Majors. Die Aufnahme ist inzwischen auch auf der offiziellen Seite des IATF ausgewiesen.
 
Die World Trail Majors sind ein internationaler Zusammenschluss eigenständiger Trailrunning-Veranstaltungen. Für Innsbruck bedeutet die Aufnahme vor allem zusätzliche Sichtbarkeit außerhalb des deutschsprachigen Raums.
 
Das könnte wiederum den Anteil internationaler Starter erhöhen und damit auch den touristischen Effekt verstärken. Denn gerade Teilnehmer aus dem Ausland verbinden eine Rennteilnahme häufiger mit einem mehrtägigen Aufenthalt.
 
Für das IATF verändert sich damit zugleich der sportliche Anspruch. Aus einer zunächst regional und später international gewachsenen Veranstaltung wird zunehmend ein Termin im globalen Trailrunning-Kalender.
 
Mit dem Heart of Trails entsteht ein zweites Festival
 
Dass die Laufwerkstatt inzwischen stärker auf das Festivalprinzip als auf ein einzelnes Wettkampfwochenende setzt, zeigt ein weiteres Projekt.
 
Vom 16. bis 18. Oktober 2026 feiert das Heart of Trails Festival, kurz HOT, in Innsbruck Premiere. Veranstaltungszentrum ist der Vorplatz des Tiroler Landestheaters.
 
Drei Tage lang stehen dort Trailrunning, Bewegung und Wissensvermittlung im Mittelpunkt. Zum Programm gehören gemeinsame Läufe mit Top-Athleten, Workshops, Vorträge, Gespräche, Equipmenttests und verschiedene Mitmachangebote. Hinzu kommen Musik und gastronomische Angebote.
 
Dabei beschränkt sich das Programm ausdrücklich nicht auf Trailrunning. Angeboten werden unter anderem Yoga, Pilates, Atemtraining, Outdoor-Challenges und Möglichkeiten, HYROX auszuprobieren. Das Festival richtet sich deshalb auch an Besucher, die einzelne Sportarten erst kennenlernen möchten.
 
In verschiedenen Bereichen des Festivalgeländes geht es außerdem um Training, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Dazu kommen Testflächen für Ausrüstung sowie Expo-Angebote verschiedener Outdoor- und Trailrunning-Marken.
 
Wenn der Wettkampf zum Reiseanlass wird
 
Gerade die Innsbrucker Zahlen zeigen eine Entwicklung, die für den Laufsport insgesamt interessant ist. Große Veranstaltungen verkaufen längst nicht mehr nur einen Startplatz. Sie werden zum Anlass für eine Reise.
 
Ein Teilnehmer kommt zur Startnummernausgabe, besucht die Expo, läuft am nächsten Tag seinen Wettbewerb und bleibt möglicherweise noch einen weiteren Tag in der Region. Begleitpersonen reisen mit. Aus einem Rennen wird ein mehrtägiger Aufenthalt.
 
Die für das IATF errechneten 32.098 Übernachtungen bei 9.032 Teilnehmern machen diese Dimension sichtbar. Ebenso wichtig ist allerdings die methodische Einordnung: Die Wirtschaftlichkeitsstudie wurde in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter erstellt. Die genannten 4,5 Millionen Euro sind kein gemessener Gewinn der Region, sondern ein aus Teilnehmer- und Veranstaltungsdaten abgeleiteter konsuminduzierter Primärimpuls.
 
Trotzdem zeigt die Größenordnung, warum Städte und Tourismusregionen große Laufveranstaltungen inzwischen weit über den Sport hinaus betrachten.
 
In Innsbruck kommt ein Standortvorteil hinzu, der sich kaum kopieren lässt. Das Festival beginnt praktisch in der Stadt und führt wenige Kilometer später in eine alpine Landschaft. Genau diese Kombination dürfte einen erheblichen Teil seiner Attraktivität ausmachen.
 
2027 soll dieses Modell erstmals für bis zu 10.000 Läufer funktionieren. Ob Innsbruck damit endgültig in die erste Reihe der großen europäischen Trailfestivals aufrückt, entscheidet sich deshalb nicht allein an der Zahl der Anmeldungen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, das Wachstum auf den Trails ebenso gut zu organisieren wie auf der Teilnehmerliste.

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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Foto: peakpixelcafe

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