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Hagen Bierlich ist der Mann des Tages beim 54. Herbstlauf des LSV Porz |
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Bierlich |
Zwei Streckensiege, ein Meistertitel und insgesamt 420 Zieleinläufe: Der 54. Herbstlauf des LSV Porz bot am Samstag in Köln-Porz einiges. Während Hagen Bierlich gleich dreifach erfolgreich war, kehrte nach einer Pause auch der Halbmarathon ins Veranstaltungsprogramm zurück. In den 10-Kilometer-Lauf waren zudem die Straßenlaufmeisterschaften der LVN-Region Südost integriert.
Es gibt Läufer, denen reicht ein Wettkampf am Tag. Und es gibt Hagen Bierlich. Der 32-Jährige vom Kölner Laufteam hatte sich beim 54. Herbstlauf des LSV Porz gleich zwei Distanzen vorgenommen. Zunächst gewann er über fünf Kilometer, wenig später auch über zehn Kilometer. Ganz nebenbei sicherte er sich noch den Titel des Regionsmeisters im Straßenlauf. Viel mehr lässt sich aus einem Laufvormittag kaum herausholen.
Am Samstag, 17. Oktober 2026, hatte der LSV Porz wieder in das Erholungsgebiet Leidenhausen eingeladen. Die traditionsreiche Veranstaltung rund um Gut Leidenhausen, die seit Jahrzehnten eng mit dem Namen Helmut Urbach verbunden ist, gehört zu den festen Größen im Kölner Laufkalender. Neben den klassischen Laufwettbewerben über einen, fünf und zehn Kilometer standen Walking und Nordic Walking auf dem Programm. Nach einer zwischenzeitlichen Pause wurde außerdem wieder ein Halbmarathon angeboten.
Das Wetter spielte mit. Bei herbstlichen Temperaturen um zehn bis dreizehn Grad und überwiegend trockenen Bedingungen fanden die Teilnehmer gute Voraussetzungen für einen Ausdauerwettkampf vor. Insgesamt wurden 420 erfolgreiche Zieleinläufe registriert.
Erst fünf, dann zehn Kilometer: Bierlich gewinnt doppelt
Bereits beim 5-Kilometer-Lauf um 10.20 Uhr ließ Hagen Bierlich keinen Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen. In 16:39 Minuten gewann der Läufer des Kölner Laufteams mit 23 Sekunden Vorsprung vor Malte Senger (SV-Turbine), der nach 17:02 Minuten ins Ziel kam. Dritter wurde Luca Santilli von der SSF Bonn in 17:10 Minuten.
Viel Zeit zur Erholung blieb dem Sieger allerdings nicht. Schon um 11 Uhr fiel der Startschuss über zehn Kilometer. Zwischen beiden Starts lagen gerade einmal 40 Minuten. Nach seinem Zieleinlauf über fünf Kilometer hatte Bierlich somit lediglich gut 23 Minuten Zeit, bevor er erneut an der Startlinie stand.
Davon ließ er sich wenig beeindrucken. In 33:23 Minuten gewann er auch den 10-Kilometer-Lauf und hatte damit 1:21 Minuten Vorsprung auf Tim von der Stein (34:44 Minuten). Dirk Hansmeier von der LG Burg Wiedenbrück belegte mit 36:29 Minuten den dritten Platz.
Dass Bierlich solche Doppelbelastungen erfolgreich bewältigen kann, ist keineswegs neu. Bereits beim Frühlingslauf in Frechen 2023 gewann er sowohl über fünf als auch über zehn Kilometer. Auch auf längeren Strecken hat er seine Klasse bewiesen. Im April 2025 gewann er den Bonn-Marathon in 2:29:31 Stunden, nachdem er dort ein Jahr zuvor bereits den zweiten Platz belegt hatte.
In Leidenhausen stellte er nun erneut seine Vielseitigkeit unter Beweis. Zwei Starts, 15 Wettkampfkilometer und zwei Gesamtsiege. Doch damit war seine Erfolgsbilanz noch nicht vollständig.
Der dritte Erfolg: Regionsmeister über zehn Kilometer
In den 10-Kilometer-Lauf waren in diesem Jahr die Straßenlaufmeisterschaften der LVN-Region Südost integriert. Für die entsprechend gemeldeten Vereinsathleten ging es damit zusätzlich um die regionalen Meistertitel.
Auch hier setzte sich Hagen Bierlich durch. Seine Siegerzeit von 33:23 Minuten bedeutete gleichzeitig den ersten Platz in der Meisterschaftswertung. Hinter ihm folgten Frederik Viethen von Milers Colonia in 38:36 Minuten und Dietmar Stoppenbach vom TV Refrath in 41:15 Minuten. Die Plätze vier und fünf belegten Detlef Jahner vom TV Refrath (43:12 Minuten) und Marco Stausberg vom LAZ Rhein-Sieg (44:31 Minuten).
Bei den Frauen ging der Regionstitel an Marion Bauer vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Sie absolvierte die zehn Kilometer in 51:52 Minuten und war damit zugleich die einzige Teilnehmerin der weiblichen Meisterschaftswertung.
Überhaupt blieb die Resonanz auf die regionalen Titelkämpfe überschaubar. Während der offene 10-Kilometer-Lauf mit 144 Finishern gut besetzt war, standen in der gesonderten Meisterschaftsauswertung lediglich neun Männer und eine Frau. Das schmälert die Leistungen der Titelträger nicht, wirft aber die Frage auf, weshalb eine regionale Straßenlaufmeisterschaft so wenige Vereinsathleten erreicht.
Die Gründe dafür lassen sich anhand der Ergebnisse nicht beurteilen. Für die künftige Ausrichtung solcher Meisterschaften dürfte die geringe Beteiligung dennoch Anlass sein, über deren Attraktivität und Wahrnehmung innerhalb der Vereine nachzudenken.
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| Start 5-km
Lauf |
Franziska Neck mit internationaler Erfahrung zum 5-Kilometer-Sieg
Auch bei den Frauen hatte der 5-Kilometer-Lauf eine sportlich interessante Siegerin zu bieten. Franziska Neck vom SSF Bonn Triathlon TEAM setzte sich in 18:53 Minuten durch. Franka Wiechers von der SSF Bonn Leichtathletik folgte in 19:10 Minuten auf Rang zwei, Ulrike Servos sicherte sich in 19:57 Minuten den dritten Platz.
Neck bringt Erfahrungen aus dem internationalen Triathlon- und Duathlonsport mit. Bereits im Nachwuchsbereich war sie auf europäischer Ebene erfolgreich. 2021 gewann sie den U20-Europameistertitel im Duathlon, ein Jahr später startete sie bei der U20-Triathlon-Weltmeisterschaft in Montréal. Dass die Laufdisziplin zu ihren Stärken gehört, zeigte sie nun auch beim Herbstlauf des LSV Porz.
Insgesamt erreichten über fünf Kilometer 133 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Ziel, darunter 78 Männer und 55 Frauen. Damit war der Wettbewerb nach den zehn Kilometern der zweitgrößte des Tages.
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| Start 10-km
Lauf |
Clara van den Bergh gewinnt die zehn Kilometer
Bei den Frauen über zehn Kilometer setzte sich Clara van den Bergh von OFFTRACK Athletics durch. In 39:16 Minuten blieb sie als einzige Teilnehmerin unter der 40-Minuten-Marke. Beate Sikora vom ASV Duisburg belegte in 41:31 Minuten den zweiten Platz, gefolgt von Diana Neben von Milers Colonia 2020, die nach 41:44 Minuten die Ziellinie überquerte.
Van den Bergh ist nicht nur auf klassischen Straßenlaufstrecken unterwegs. Ihr sportliches Profil weist auch Starts bei anspruchsvollen Trailveranstaltungen auf. So nahm sie unter anderem 2025 am Marathon du Mont-Blanc teil und war im April 2026 beim Madeira Island Ultra-Trail vertreten.
Während bei solchen Wettbewerben neben der Ausdauer auch erhebliche Höhenunterschiede bewältigt werden müssen, war in Leidenhausen vor allem das Tempo auf der Straße gefragt. Mit ihrem Sieg zeigte van den Bergh, dass sie auch auf der kürzeren Distanz erfolgreich sein kann.
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| Start
Halbmarathon |
Halbmarathon kehrt zurück: Lukas Dotzauer und Anne Müllejans gewinnen
Eine der erfreulichsten Entwicklungen betraf die längste angebotene Distanz. Nachdem das Interesse am Halbmarathon in den vergangenen Jahren nachgelassen hatte, war dieser zwischenzeitlich aus dem Veranstaltungsprogramm verschwunden. Bei der 54. Auflage wagte der LSV Porz nun einen neuen Anlauf.
Mit 74 erfolgreichen Zieleinläufen, darunter 49 Männer und 25 Frauen, wurde die Rückkehr durchaus angenommen.
Den Gesamtsieg bei den Männern sicherte sich Lukas Dotzauer von Milers Colonia 2020. Der 31-Jährige benötigte für die 21,1 Kilometer 1:17:25 Stunden. Die Entscheidung fiel dabei vergleichsweise knapp aus. Till von Bracht folgte mit 28 Sekunden Rückstand in 1:17:53 Stunden. Auf dem dritten Platz landete Janusz Koob-Krasenbrink, ebenfalls von Milers Colonia 2020, in 1:20:16 Stunden.
Dotzauer bringt bereits Erfahrung auf der Marathondistanz mit. Beim Salzkotten-Marathon 2024 belegte er in 2:44:12 Stunden den dritten Platz. Auch beim Halbmarathon der GVG-Winterstaffel in Pulheim hatte er Anfang 2026 mit 1:17:09 Stunden einen Podestplatz erreicht. In Leidenhausen gelang ihm nun der Sprung auf die oberste Stufe.
Bei den Frauen gewann Anne Müllejans in 1:30:59 Stunden vor Olga Kojadin vom LC Euskirchen (1:31:49 Stunden) und Nhi Vo (1:33:37 Stunden).
Bemerkenswert ist dabei ein Blick auf die sportliche Vorgeschichte der Siegerin. Nur 13 Tage zuvor, am 4. Oktober, hatte Müllejans beim Generali Köln Halbmarathon eine Zeit von 1:16:08 Stunden erzielt und damit den siebten Platz in der Frauenwertung belegt. Eine Leistung, die ihr Leistungsvermögen auf der Halbmarathondistanz eindrucksvoll dokumentiert.
In Leidenhausen war sie deutlich langsamer unterwegs, gewann aber dennoch mit 50 Sekunden Vorsprung. Über die Gründe für das unterschiedliche Tempo lässt sich nur spekulieren. Fest steht, dass Müllejans innerhalb von knapp zwei Wochen zwei Halbmarathons absolvierte und dabei neben ihrer starken Kölner Platzierung einen weiteren Gesamtsieg verbuchen konnte.
Für den Veranstalter dürfte die Rückkehr des Halbmarathons ein positives Signal sein. Ob die Distanz dauerhaft wieder zum Programm gehören wird, bleibt abzuwarten. Die 74 Finisher zeigen zumindest, dass weiterhin Interesse an einem Halbmarathon im Rahmen des Herbstlaufs besteht.
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| Start 1-km
Schülerlauf |
46 Kinder beim Schülerlauf über einen Kilometer
Auch der Nachwuchs erhielt beim Herbstlauf seine eigene Bühne. Insgesamt 46 Kinder, darunter 24 Jungen und 22 Mädchen, absolvierten den Schülerlauf über einen Kilometer.
Bei den Jungen setzte sich Theo Katz von der LT DSHS Köln in 3:44 Minuten durch. Sechs Sekunden später erreichte Anton Reister vom VfL Engelskirchen das Ziel. Dritter wurde dessen Vereinskollege Jonas Herrmann in 3:55 Minuten.
Bei den Mädchen gewann Kinga Lobmeyr von der SG Monheim in 4:16 Minuten. Ida Boxberg vom VfL Engelskirchen folgte nur zwei Sekunden später auf Platz zwei. Rang drei sicherte sich Leni Filipowicz, ebenfalls vom VfL Engelskirchen, in 4:23 Minuten.
Auffällig war das starke Abschneiden des VfL Engelskirchen, der gleich vier der sechs Podestplätze belegte.
Neben den sportlichen Leistungen stand beim Schülerlauf vor allem die Freude an der Bewegung im Mittelpunkt. Für viele Kinder bietet eine solche Veranstaltung die Gelegenheit, erste Wettkampferfahrungen zu sammeln und die eigene Leistung mit einer Finishermedaille zu feiern.
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| Start zum
Walking & Nordic-Walking |
Walking und Nordic Walking ohne Leistungsdruck
Dass eine Laufveranstaltung nicht zwangsläufig vom Wettkampfgedanken geprägt sein muss, zeigten die Angebote über fünf Kilometer im Walking und Nordic Walking.
Insgesamt 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in diesen beiden Disziplinen unterwegs. Sieben absolvierten die Strecke mit Nordic-Walking-Stöcken, 16 entschieden sich für Walking.
Eine Besonderheit: Die beiden Angebote wurden bewusst ohne Wettkampfcharakter durchgeführt. Zwar erfasste die elektronische Zeitmessung die benötigten Zeiten, diese dienten jedoch ausschließlich der persönlichen Orientierung.
Auf eine Siegerehrung nach Platzierungen wurde verzichtet. Stattdessen erhielt jeder, der die Strecke erfolgreich absolvierte, ebenso wie bei den Laufwettbewerben eine Finishermedaille.
Damit trug der Veranstalter dem Breitensportgedanken Rechnung. Denn gerade beim Walking und Nordic Walking stehen das gemeinsame Bewegungserlebnis, die Förderung der Ausdauer und die persönliche Leistung im Vordergrund.
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| 4.000 Euro für den guten
Zweck: Beim 54. Herbstlauf überreichte der LSV Porz eine Spende an das
Haus des Waldes auf Gut Leidenhausen. |
LSV Porz spendet 4.000 Euro an das Haus des Waldes
Neben den sportlichen
Wettbewerben gab es beim 54. Herbstlauf des LSV Porz auch einen besonderen
Moment abseits der Laufstrecke. Im Rahmen der Veranstaltung überreichte der
Verein eine Spende in Höhe von 4.000 Euro an das Haus des Waldes auf Gut
Leidenhausen. Damit unterstützt der LSV Porz eine Einrichtung, die sich seit
vielen Jahren für den Natur- und Waldschutz sowie die Umweltbildung in Köln
engagiert.
Das Haus des Waldes ist Teil
des Umweltbildungszentrums Gut Leidenhausen und wird vom Freundeskreis Haus des
Waldes Köln e.V. und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Köln e.V. getragen.
Mit seiner Waldschule und dem Waldmuseum vermittelt die Einrichtung Wissen über
heimische Wälder, ihre Tier- und Pflanzenwelt sowie ökologische Zusammenhänge.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,
die hier die Natur unmittelbar erleben und ein Bewusstsein für den
verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt entwickeln können.
Die Spendenübergabe
unterstreicht zugleich die enge Verbundenheit des LSV Porz mit Gut Leidenhausen.
Seit vielen Jahren bildet das weitläufige Erholungsgebiet die Kulisse für den
traditionsreichen Herbstlauf. Mit seiner Unterstützung trägt der Verein nun auch
dazu bei, die Bildungsarbeit an diesem besonderen Ort zu fördern. Damit
hinterlässt der Herbstlauf nicht nur sportliche Erinnerungen, sondern leistet
auch einen konkreten Beitrag für die Natur- und Umweltbildung in Köln.
420 Zieleinläufe und eine besondere Erinnerung
Am Ende verzeichnete der 54. Herbstlauf des LSV Porz insgesamt 420 erfolgreiche Zieleinläufe. Die meisten entfielen auf den 10-Kilometer-Lauf mit 144 Finishern, dicht gefolgt von den fünf Kilometern mit 133. Der wieder aufgenommene Halbmarathon kam auf 74 Zieleinläufe, der Schülerlauf auf 46 und Walking und Nordic Walking zusammen auf 23.
Dabei handelt es sich um die Zahl der Zieleinläufe, nicht zwangsläufig um ebenso viele unterschiedliche Personen. Doppelstarter wie Hagen Bierlich sind in mehreren Wettbewerben enthalten.
Auch bei den Erinnerungsmedaillen blieb der LSV Porz seiner Tradition treu. Die Gestaltung orientiert sich seit Jahren am jeweiligen Baum des Jahres. Für 2026 fiel die Wahl auf die Zitterpappel, eine heimische Baumart, deren Blätter schon bei leichtem Wind in Bewegung geraten.
Der Herbstlauf in Leidenhausen zeigte damit einmal mehr seine Vielseitigkeit. Vom ersten Wettkampfkilometer der Kinder über den ambitionierten Straßenlauf bis zum Halbmarathon und den breitensportlich ausgerichteten Walking-Angeboten fanden unterschiedliche Alters- und Leistungsgruppen ihren Platz im Veranstaltungsprogramm.
Sportlich wird die 54. Auflage allerdings vor allem mit einem Namen verbunden bleiben: Hagen Bierlich. Der Läufer des Kölner Laufteams benötigte nur einen Vormittag, um zwei Wettbewerbe zu gewinnen und sich zusätzlich den Titel des Regionsmeisters zu sichern. Ein Auftritt, der ihn zum Mann des Tages machte.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln Fotos: Irene Bendhiba
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