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Was Marathonläufer zur Regeneration tun und was davon wirklich hilft |
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Nach dem Marathon beginnt für viele Läufer die zweite Disziplin.
Die einen steigen in die Badewanne. Andere rollen die Waden aus, dehnen jede Muskelgruppe, ziehen Kompressionsstrümpfe an oder buchen eine Massage. Manche schwören auf Wechselbäder, andere auf Eistonne, Sauna oder den lockeren Regenerationslauf am nächsten Morgen.
Jeder scheint sein Rezept zu haben.
Nur: Was davon hilft tatsächlich?
Eine neue japanische Untersuchung liefert zunächst eine ungewöhnlich große Bestandsaufnahme. 5.204 Freizeitmarathonläufer wurden danach gefragt, welche Regenerationsmaßnahmen sie nutzen, wie viel sie trainieren und welche Marathonbestzeit sie erreicht haben.
Die Antworten zeigen eindrucksvoll, wie selbstverständlich Regeneration inzwischen zum Laufsport gehört. 86,5 Prozent der Befragten nutzten Bäder, 85 Prozent dehnten sich, 66,7 Prozent besuchten heiße Quellen oder Thermalbäder und 47 Prozent ließen sich massieren. Mehr als sechs von zehn Teilnehmern badeten sogar täglich.
Das klingt zunächst nach einer riesigen Abstimmung über die wirksamsten Regenerationsmethoden.
Genau das ist die Studie jedoch nicht.
Die Schnelleren regenerierten anders
Interessant wurde es, als die Forscher die Regenerationsgewohnheiten mit den Marathonbestzeiten verglichen.
Läufer, die aktive Regeneration betrieben, Wechselbäder nutzten oder Akupunktur beziehungsweise Moxibustion angaben, hatten statistisch gesehen etwas schnellere Marathonbestzeiten. Dieselben Methoden waren zugleich mit einem höheren monatlichen Trainingsumfang verbunden.
Und damit beginnt das eigentliche wissenschaftliche Problem.
Sind diese Läufer schneller, weil sie Wechselbäder nehmen?
Oder nutzen schnellere und ambitioniertere Läufer einfach mehr Regenerationsmaßnahmen, weil sie ohnehin häufiger trainieren, sich intensiver mit ihrem Sport beschäftigen und entsprechend mehr Wert auf Erholung legen?
Die Studie kann diese Frage nicht beantworten.
Sie wurde als Querschnittsuntersuchung durchgeführt. Training, Bestzeit und Regenerationsgewohnheiten wurden gleichzeitig abgefragt. Niemand wurde zufällig einer Massagegruppe, einer Stretchinggruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt und anschließend über Monate beobachtet.
Die Autoren weisen deshalb selbst ausdrücklich darauf hin, dass aus den gefundenen Zusammenhängen keine Ursache-Wirkungs-Beziehung abgeleitet werden darf.
Dass ein schneller Läufer Wechselbäder benutzt, bedeutet eben noch lange nicht, dass das Wechselbad ihn schneller gemacht hat.
Das beliebteste Ritual: Dehnen
Kaum etwas gehört nach einem Lauf so selbstverständlich dazu wie das Dehnen.
85 Prozent der japanischen Marathonläufer gaben an, Stretching als Regenerationsmaßnahme zu nutzen.
Die wissenschaftliche Bilanz dazu fällt allerdings erstaunlich nüchtern aus.
Eine 2025 veröffentlichte Meta-Analyse von 15 Studien mit insgesamt 465 Teilnehmern fand nach dem Training keine signifikanten Vorteile des Dehnens hinsichtlich Muskelkater, Kraft, Leistungsfähigkeit, Beweglichkeit oder Schmerzschwelle.
Schon frühere systematische Übersichtsarbeiten waren zum gleichen Ergebnis gekommen. Die Cochrane Collaboration fasste die Wirkung auf Muskelkater beispielsweise so zusammen: Der messbare Effekt ist entweder nicht vorhanden oder so klein, dass er praktisch kaum eine Rolle spielt.
Ein internationales Expertengremium empfahl 2025 schließlich ausdrücklich, Stretching nicht mit dem Ziel einer schnelleren Regeneration einzusetzen. Gleichzeitig betonten die Experten aber auch, dass gegen das Dehnen wenig spricht, wenn ein Sportler es als angenehm empfindet oder es aus anderen Gründen nutzt.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Wer sich nach dem Marathon gerne zehn Minuten dehnt, muss damit nicht aufhören.
Er sollte nur nicht erwarten, dass dadurch der Muskelkater am nächsten Tag verschwindet oder die Muskulatur nachweislich schneller wieder leistungsfähig ist.
Massage: angenehm ist nicht dasselbe wie schneller erholt
Fast jeder zweite Teilnehmer der japanischen Untersuchung nutzte Massagen.
Das überrascht kaum. Massage gehört zu den Regenerationsmaßnahmen, die unmittelbar spürbar sind. Die Beine fühlen sich danach häufig lockerer an, Verspannungen können subjektiv nachlassen und die Behandlung selbst wird von vielen Sportlern als angenehm empfunden.
Bei der entscheidenden Frage wird die Datenlage jedoch dünner: Ist der Körper danach objektiv schneller wieder leistungsfähig?
Ein 2026 veröffentlichter systematischer Review mit Netzwerk-Meta-Analyse untersuchte randomisierte Studien bei leistungsorientierten Ausdauerathleten. Insgesamt wurden 16 Studien mit 273 Teilnehmern berücksichtigt. Verglichen wurden unter anderem Massage, Kälteanwendungen, aktive Erholung, Kompression und elektrische Stimulation mit passiver Regeneration.
Das Ergebnis war bemerkenswert unspektakulär: Keine der untersuchten Methoden zeigte gegenüber bloßer Ruhe einen verlässlich überlegenen Effekt auf Muskelkater, Kreatinkinase oder sportartspezifische Leistungsfähigkeit. Bei vielen Vergleichen war die Evidenz sehr unsicher.
Das bedeutet nicht, dass eine Massage „nichts bringt“.
Sie kann sich gut anfühlen. Sie kann entspannen. Genau das kann für einen erschöpften Marathonläufer durchaus einen Wert besitzen.
Nur ist dieser Wert nicht dasselbe wie eine nachgewiesene Beschleunigung der körperlichen Wiederherstellung.
Baden: in Japan fast Volkssport
86,5 Prozent der befragten Läufer nutzten Bäder, zwei Drittel außerdem heiße Quellen.
Gerade hier muss man den kulturellen Hintergrund beachten.
Baden und sogenannte Onsen besitzen in Japan einen anderen Stellenwert als in Deutschland. Aus der hohen Verbreitung lässt sich deshalb kaum ableiten, dass japanische Marathonläufer aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse besonders häufig ins warme Wasser steigen.
Was sagt die Forschung?
Ein aktueller systematischer Review verglich warme und kalte Wasseranwendungen nach sportlicher Belastung. Acht Studien erfüllten die Kriterien. Weder kaltes noch warmes Wasser reduzierte Muskelkater oder verbesserte das subjektive Erholungsgefühl durchgehend zuverlässig. Für warmes Wasser gab es Hinweise auf mögliche Vorteile bei Schlafqualität und bestimmten kurzfristigen Leistungsparametern. Die Ergebnisse waren jedoch keineswegs einheitlich.
Für den Freizeitläufer heißt das zunächst: Ein warmes Bad kann angenehm und entspannend sein.
Ein wissenschaftlich abgesicherter Regenerationsbeschleuniger ist es damit noch nicht.
Kälte funktioniert am ehesten gegen das Gefühl schwerer Beine
Bei Kältebädern ist die Datenlage etwas klarer.
Eine 2026 veröffentlichte Umbrella-Analyse wertete 14 systematische Reviews zur Kaltwasserimmersion aus. Am konsistentesten war der Effekt auf den subjektiv empfundenen Muskelkater. Wer nach harter Belastung ins kalte Wasser stieg, berichtete danach häufig über weniger Beschwerden.
Bei objektiven Leistungswerten und Entzündungsmarkern waren die Ergebnisse wesentlich uneinheitlicher.
Eine weitere große Übersichtsarbeit mit 15 Meta-Analysen kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Kaltwasseranwendungen können bestimmte Aspekte der kurzfristigen Erholung verbessern, etwa Muskelkater und einzelne Leistungsparameter nach intensiver Belastung. Gleichzeitig ist die Evidenzqualität überwiegend niedrig. Bei regelmäßigem Einsatz nach Krafttraining können Kältebäder außerdem langfristige Kraft- und Muskelaufbauanpassungen beeinträchtigen.
Für Marathonläufer ist dieser letzte Punkt meist weniger wichtig als für Bodybuilder.
Trotzdem zeigt er ein grundsätzliches Problem der Regenerationsdebatte: Nicht jede Maßnahme, die kurzfristig dafür sorgt, dass man sich besser fühlt, unterstützt zwangsläufig jede gewünschte Trainingsanpassung.
Regeneration ist eben nicht einfach ein Wettbewerb darum, möglichst schnell sämtliche Belastungsreaktionen des Körpers zu unterdrücken.
Ein Teil dieser Reaktionen gehört zum Training.
Aktive Regeneration: Der Klassiker mit überraschend dünner Beweislage
Ein paar Kilometer sehr locker traben, spazieren gehen oder Rad fahren gilt vielen Läufern als idealer Weg, um nach einer harten Einheit „die Beine auszuschütteln“.
Auch in der japanischen Studie war aktive Regeneration mit besseren Marathonbestzeiten und höheren Trainingsumfängen verbunden.
Nur zeigt auch hier die experimentelle Forschung keinen eindeutigen Leistungsvorteil.
Aktive Erholung kann Laktat schneller aus dem Blut entfernen. Das ist gut belegt und klingt zunächst überzeugend. Laktat ist allerdings wenige Stunden nach einem Marathon ohnehin nicht das zentrale Regenerationsproblem.
Muskelschäden, entleerte Glykogenspeicher, Flüssigkeitsverluste, neuromuskuläre Ermüdung und allgemeine Erschöpfung verschwinden nicht automatisch, nur weil sich die Laktatkonzentration schneller normalisiert.
Die aktuelle Netzwerk-Meta-Analyse bei Ausdauerathleten fand deshalb auch für aktive Regeneration keinen klinisch relevanten Vorteil bei der Wiederherstellung der sportlichen Leistungsfähigkeit gegenüber passiver Erholung.
Ein lockerer Spaziergang am Tag nach dem Marathon kann trotzdem guttun.
Das sollte nur nicht mit der Behauptung verwechselt werden, dadurch würden sämtliche Erholungsprozesse beschleunigt.
Und die Wechselbäder?
Wechselbäder besitzen den besonderen Reiz eines plausiblen Mechanismus.
Warm, kalt, warm, kalt: Durch die wechselnde Gefäßerweiterung und Gefäßverengung soll gewissermaßen eine Pumpwirkung entstehen, die Stoffwechselprodukte schneller abtransportiert und die Durchblutung fördert.
In der japanischen Studie gehörten Wechselbäder tatsächlich zu den Methoden, die statistisch mit schnelleren Marathonbestzeiten verbunden waren. Gleichzeitig nutzten sie häufiger Läufer mit größerem Trainingsumfang.
Genau deshalb lässt sich daraus kein Leistungseffekt ableiten.
Auch breitere Übersichten zur Regeneration im Ausdauersport kommen bislang zu keinem überzeugenden Nachweis, dass Wechselbäder anderen Verfahren eindeutig überlegen wären. Ein Umbrella-Review mit 22 früheren Reviews und insgesamt 1.100 Ausdauerathleten kam zu dem Ergebnis, dass sich für keine einzelne Regenerationsmethode ein konsistenter Vorteil feststellen ließ.
Das Wechselbad bleibt damit eine Option.
Kein Muss.
Der auffälligste Zusammenhang der Studie könnte ganz anders erklärt werden
Die japanische Untersuchung liefert noch einen Hinweis, der leicht übersehen wird.
Die Regenerationsmaßnahmen, die mit schnelleren Bestzeiten zusammenhingen, waren häufig dieselben, die mit höheren Trainingsumfängen verbunden waren.
Das legt eine sehr plausible Erklärung nahe.
Wer 250 oder 300 Kilometer im Monat läuft, braucht häufiger Regeneration als jemand, der 70 Kilometer absolviert. Er beschäftigt sich wahrscheinlich intensiver mit Training, verfügt möglicherweise über mehr Lauferfahrung und investiert eher Geld oder Zeit in Massage, Wechselbad oder andere Verfahren.
Und genau dieser Läufer ist statistisch ohnehin wahrscheinlicher schneller.
Die Regenerationsmaßnahme könnte damit weniger Ursache als Kennzeichen eines ambitionierteren Trainingsalltags sein.
Das ist ein klassisches Problem von Beobachtungsstudien.
Man findet einen Zusammenhang.
Aber nicht zwangsläufig den Mechanismus dahinter.
Die unbequeme Frage: Was hilft denn dann wirklich?
Vielleicht liegt hier die größte Ironie der gesamten Regenerationsindustrie.
Die Methoden, über die am meisten gesprochen wird, sind häufig jene mit Geräten, Anwendungen und Ritualen.
Die Grundlagen sehen dagegen unspektakulär aus.
Energie auffüllen. Kohlenhydrate zuführen. Ausreichend Protein essen. Flüssigkeit und Elektrolyte ersetzen. Schlafen.
Eine aktuelle wissenschaftliche Übersicht zur Ernährung nach Belastungen bewertet gerade diese Grundlagen als am besten abgesichert: ausreichende Energieverfügbarkeit, über den Tag verteiltes hochwertiges Protein, Kohlenhydrate zur Wiederauffüllung der Glykogenspeicher und eine individuell angepasste Flüssigkeits- und Natriumzufuhr. Viele spezielle Supplements besitzen dagegen nur situationsabhängige oder deutlich schwächere Evidenz.
Besonders wichtig ist der Zeitfaktor.
Wer am nächsten Morgen bereits wieder hart trainieren muss, hat andere Anforderungen als ein Freizeitläufer, der nach seinem Marathon eine Woche ohne strukturiertes Training einplant.
Bei kurzen Erholungsfenstern wird eine schnelle Kohlenhydratzufuhr relevant. Für die vollständige Rehydrierung empfehlen aktuelle Konsenspapiere, Flüssigkeitsverluste gezielt auszugleichen und bei hohen Schweißverlusten auch Natrium zu berücksichtigen.
Wer dagegen drei Tage Zeit hat, muss seine Regeneration nicht in einem 30-Minuten-Fenster perfektionieren.
Ein normales Essen, ausreichend Flüssigkeit und Ruhe sind dann wahrscheinlich wichtiger als der Zeitpunkt des Massage-Termins.
Schlaf lässt sich nicht in eine App kaufen
Auch Schlaf besitzt gegenüber vielen Regenerationsprodukten einen entscheidenden Nachteil: Er lässt sich schlecht vermarkten.
Dabei ist sein Stellenwert erheblich.
Der aktuelle IOC-Konsensus zur Gesundheit von Athleten beschreibt verkürzten oder gestörten Schlaf als Faktor, der mit schlechterer körperlicher und mentaler Leistungsfähigkeit sowie beeinträchtigter Regeneration verbunden ist.
Gerade nach einem Marathon ist das allerdings leichter gesagt als getan.
Die Beine schmerzen. Der Kreislauf ist noch aktiviert. Manche Läufer haben spät am Tag viel Koffein konsumiert. Nach großen Stadtmarathons kommen außerdem Heimfahrt, Feier und allgemeine Aufregung hinzu.
Wer sich also über optimale Regeneration Gedanken macht, sollte nicht nur darüber nachdenken, ob zehn oder zwölf Minuten Kaltwasser besser sind.
Vielleicht ist die entscheidendere Frage, ob er nachts überhaupt ausreichend schläft.
Regeneration ist kein Wettrennen
Die aktuelle Forschung zeigt deshalb ein etwas ernüchterndes Bild.
Viele populäre Methoden können sich angenehm anfühlen.
Manche können Muskelkater reduzieren.
Einige beeinflussen einzelne Blutwerte oder kurzfristige Leistungsparameter.
Nur lässt sich daraus bislang keine Regenerationsmethode ableiten, die für Ausdauerläufer generell und zuverlässig besser funktioniert als alle anderen. Eine 2026 veröffentlichte Netzwerk-Meta-Analyse fand bei 47 Vergleichen keine physikalische Regenerationsmethode, die gegenüber passiver Erholung robust überlegen war.
Das klingt zunächst wie eine schlechte Nachricht.
Eigentlich ist es eine gute.
Der Läufer muss nach seinem Marathon nicht das Gefühl haben, etwas falsch zu machen, weil er keine Massage gebucht, kein Eisbad organisiert oder keine Kompressionshose eingepackt hat.
Die japanische Studie zeigt vor allem, wie wir Läufer denken
Vielleicht liegt genau darin ihr eigentlicher Wert.
Von 206.000 eingeladenen Läufern beantworteten nur 6.082 den Fragebogen. Nach Ausschlüssen wurden 5.204 Datensätze ausgewertet. Die Rücklaufquote lag damit bei lediglich drei Prozent.
Es ist gut möglich, dass gerade Läufer geantwortet haben, die sich besonders für Regeneration interessieren.
Hinzu kommt die kulturelle Besonderheit der japanischen Badekultur. Thermalbäder und heiße Quellen spielen dort eine wesentlich größere Rolle als im deutschen Laufalltag.
Auch die Finanzierung sollte erwähnt werden: Unterstützt wurde die Untersuchung unter anderem durch die Japan Society of Acupuncture and Moxibustion sowie die Japanese Society of Balneology, Climatology and Physical Medicine. Nach Angaben der Autoren hatten die Förderer keinen Einfluss auf Studiendesign, Datenauswertung oder Veröffentlichung. Interessenkonflikte wurden nicht angegeben.
Die Studie ist deshalb weniger ein Beweis für die Wirksamkeit bestimmter Methoden als ein faszinierender Blick auf die Regenerationskultur von Freizeitmarathonläufern.
Und genau dabei fällt etwas auf.
Wir tun erstaunlich viel.
Nur ist erstaunlich wenig davon so eindeutig wirksam, wie wir gerne glauben möchten.
Was bleibt für den Marathonläufer?
Wer nach 42,195 Kilometern gerne in die Badewanne steigt, soll baden.
Wer eine Massage genießt, darf sie genießen.
Wer mit einem lockeren Spaziergang seine Beine angenehmer empfindet, hat keinen Grund, darauf zu verzichten.
Und wer nach einem Eisbad weniger Muskelkater verspürt, nutzt damit einen Effekt, für den es durchaus wissenschaftliche Hinweise gibt.
Problematisch wird es erst, wenn aus persönlichen Ritualen allgemeingültige Regeln werden.
Denn der derzeitige Forschungsstand spricht eher für eine Hierarchie der Regeneration, bei der die einfachsten Dinge ganz oben stehen: ausreichend essen, trinken, schlafen und dem Körper Zeit geben.
Alles andere kann ergänzen.
Es ersetzt diese Grundlagen nicht.
Vielleicht ist genau das die unspektakulärste Erkenntnis der Regenerationsforschung.
Nach einem Marathon muss man nicht möglichst viel tun.
Man muss dem Körper vor allem die Möglichkeit geben, das zu tun, was er ohnehin kann:
sich erholen.
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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
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